Tierunterkünfte aus Gartenabfällen im Herbst schaffen?

Tierunterkünfte aus Gartenabfällen im Herbst schaffen?

5 Ideen für Unterschlüpfe für kleine Tiere

Inhaltsverzeichnis

Erstellt diese Woche  durch Ingrid 5 min.

Im Herbst fallen Blätter, Zweige, Schnittgut und Holz an. Nutzen Sie diese „Abfälle“ als Verstecke: Richtig platziert, bieten sie Tieren Schutz und Winterquartiere.

Sommer, Herbst Schwierigkeit

Großen Laubhaufen für Kleintiere anlegen

Laub ist im Herbst leicht zu sammeln und für viele kleine Gartenbewohner besonders wertvoll. Aufgeschichtet an einem ruhigen Platz, unter einer Hecke, am Fuß von Sträuchern oder am Rand eines Beets, bietet es Igeln, Kröten, Fröschen, Laufkäfern, Asseln und anderen kleinen Wirbellosen Schutz. Der Igel kann es auch zum Auspolstern seines Winternests nutzen.

Damit dieser Unterschlupf wirklich geeignet ist, sollte der Laubhaufen ausreichend dick sein und nicht nur aus einer dünnen, lockeren Schicht bestehen. Mischen Sie das Laub mit einigen Zweigen oder kleinen Ästen, damit es sich weniger setzt und im Inneren Lufträume erhalten bleiben. Leicht feuchtes Laub eignet sich sehr gut. Vermeiden Sie jedoch völlig durchnässte, verdichtete Haufen: Sie verrotten schnell und bieten Kleintieren weniger Hohlräume und Verstecke.

Wählen Sie vor allem einen ruhigen Standort, an dem der Haufen mehrere Monate liegen bleiben kann. Sobald er angelegt ist, sollten Sie ihn weder wenden noch umsetzen oder Laub daraus entnehmen, da sich bereits Tiere darin versteckt haben können. Legen Sie für das Mulchen der Beete besser einen separaten Vorrat an und lassen Sie diese kleine Ecke ungestört.

Laubhaufen mit Igel

Zweige stapeln: Verstecke schaffen

Auch der im Herbst anfallende Schnitt von Sträuchern sowie Zweige und Äste können noch sehr nützlich sein. Aufgeschichtet an einem ruhigen Ort, schaffen sie zahlreiche Hohlräume, in denen Insekten, Spinnen, Asseln, Kröten, Molche und manchmal auch kleine Säugetiere Zuflucht finden.

Legen Sie zunächst die dicksten Äste als Basis aus und fügen Sie darüber dünnere Zweige hinzu, ohne einen zu dichten Haufen anzustreben. Gerade die unregelmäßige Struktur macht seinen Reiz aus: Die Zwischenräume zwischen den Holzstücken bieten Verstecke in verschiedenen Größen. Platzieren Sie den Haufen am Fuß einer Hecke, hinter einem Beet oder an einem wenig genutzten Platz im Garten, möglichst windgeschützt.

Im Winter bietet dieser Holzhaufen vielen kleinen Tieren und Insekten, die Schutz vor der Kälte suchen, Unterschlupf. Im Laufe der Monate und Jahreszeiten beginnt das Holz zu verrotten und beherbergt nach und nach Pilze, holzbewohnende Insekten und andere Organismen, die an seinem natürlichen Abbau beteiligt sind. Ein guter Grund, diesen Unterschlupf mehrere Jahreszeiten lang liegen zu lassen!

Mit etwas Glück können Sie wie ich im Frühjahr eine Igelmutter mit ihrem Nachwuchs beobachten, die aus diesem Holzhaufen kommt. Eine schöne Begegnung, die Lust darauf macht, auch einige Laub- und Holzhaufen im Garten liegen zu lassen!

Äste und Zweige im Garten

Totholz am Boden lassen

Große Äste und Totholz einfach im Garten lagern: Auf dem Boden werden sie zum Lebensraum für Insekten, Amphibien, Pilze und andere Organismen.

Lesen Sie auch

Garten renaturieren?

Trockene Stängel für Insekten bündeln

Auch trockene Staudenstängel können nach dem Schnitt noch nützlich sein. Manche sind hohl, andere enthalten weiches Mark: Diese Hohlräume dienen als Unterschlupf oder Nistplatz für einige Solitärbienen und kleine Insekten wie Marienkäfer.

Bündeln Sie die Stängel nach dem Schnitt zu kleinen Bündeln. Platzieren Sie sie regengeschützt unter einem Dachüberstand, in einem offenen Schuppen, an einem Zaun oder in einer Hecke. Legen Sie sie waagerecht oder leicht schräg aus, damit sich kein Wasser darin sammelt. Variieren Sie auch Durchmesser und Strukturen, damit die verschiedenen Insekten im Garten unterschiedliche Verstecke finden. Eine leere Konservendose kann die Stängel aufnehmen und zusammenhalten (siehe unser Foto unten).

Manche Solitärbienen legen ihre Eier in hohle oder markhaltige Stängel. Dort wachsen ihre Larven geschützt heran und ernähren sich von Pollen- und Nektarvorräten, die ihre Mutter hinterlassen hat. Anschließend entwickeln sie sich zu erwachsenen Bienen, die je nach Art manchmal erst mehrere Monate später aus den Stängeln schlüpfen. Entfernen oder zerkleinern Sie die Bündel im Frühjahr daher nicht zu früh, auch wenn sie unbewohnt wirken!

→ Weitere Informationen finden Sie in unserem Artikel „Garteninsekten willkommen heißen: 7 Nisthilfen zum Selberbauen“.

Trockene, hohle Stängel dienen Bienen und Marienkäfern als Unterschlupf.

Totholzhecke aus Schnittgut anlegen

Herbstschnitt sinnvoll verwerten: Eine Benjeshecke aus Ästen bietet Tieren Unterschlupf, fördert Totholzorganismen und braucht kaum Pflege.

Kommentare

Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.

Holzigel