Winterrinde: Pflanzen, Pflege & Kultur
Inhaltsverzeichnis
Drimys kurz erklärt
- Drimys sind immergrüne Sträucher mit dekorativen, aromatischen grünen Blättern
- Im späten Frühjahr erscheinen cremeweiße Blüten in endständigen Büscheln
- Dank ihres dichten Wuchses eignen sie sich perfekt als ganzjähriger Sichtschutz
- Die roten Triebe von Drimys aromatica bilden einen schönen Kontrast zum Blattgrün
- Robust und krankheitsfest, sind sie dennoch etwas frostempfindlich und vor allem für milde Regionen geeignet
Das Wort unserer Expertin
Drimys sind noch wenig bekannte, immergrüne Bäume oder Sträucher aus den Bergwäldern Ozeaniens, Südostasiens sowie Mittel- und Südamerikas. Sie tragen aromatische Blätter, die beim Zerreiben einen charakteristischen Duft verströmen, und bilden im Frühjahr Büschel kleiner, sternförmiger weißer oder cremegelber Blüten. Als immergrüne Gehölze sorgen Drimys das ganze Jahr über für Präsenz im Garten. Außerdem zeichnet sich Drimys aromatica durch seine schönen leuchtend roten Zweige aus, die einen hübschen Farbkontrast zum grünen Laub bilden!
Drimys sind robuste und widerstandsfähige Sträucher, die sich an sonnigen bis halbschattigen Standorten in frischem, humusreichem, kalkfreiem Boden und geschützt vor starken Winden wohlfühlen. Sie bevorzugen milde, nicht zu kalte Klimate, vertragen jedoch Temperaturen bis –10 °C. Dank ihres dichten, immergrünen Laubs eignen sich diese Sträucher sehr gut für Hecken oder Sichtschutzpflanzungen! Sie finden auch zusammen mit anderen Sträuchern im Hintergrund eines Staudenbeets oder als isolierte Solitärpflanze ihren Platz, um besonders gut zur Geltung zu kommen. In diesem Ratgeber finden Sie alle unsere Tipps für die erfolgreiche Kultur von Drimys: Auswahl, Pflanzung, Vermehrung und Kombination mit anderen Pflanzen!
Botanisch
Steckbrief
- Lateinischer Name Drimys sp.
- Familie Winteraceae
- Gebräuchlicher Name Drimys, Tasmanischer Bergpfeffer, Winterrinde
- Blüte Mai–Juni
- Höhe 1,50 bis 3 m
- Exposition Sonne oder Halbschatten
- Art des Bodens humusreich, frisch, drainierend, eher sauer
- Winterhärte bis -10 °C
Drimys umfasst 7 Arten immergrüner Bäume und Sträucher, die hauptsächlich in den Bergwäldern Ozeaniens, Südostasiens sowie Mittel- und Südamerikas beheimatet sind. Die größte Vielfalt findet sich in Neuguinea. Einige Arten sind Epiphyten und wachsen direkt auf anderen Pflanzen, beispielsweise auf Baumstämmen. In Kultur findet man vor allem die aus Südamerika (Chile, Argentinien) stammende Art Drimys winteri sowie Drimys aromatica aus Australien.
Drimys gehört zur botanischen Familie der Winteraceae. Zu dieser Familie zählen auch Pseudowintera, Tasmannia (auch Tasmanischer Bergpfeffer genannt) sowie weitere, in Frankreich wenig bekannte Bäume und Sträucher der Südhalbkugel (Ozeanien sowie Mittel- und Südamerika).

Drimys winteri: Botanische Illustration
Der Name Drimys stammt aus dem Griechischen und bedeutet „scharf“ oder „würzig“. Er bezieht sich auf den Geschmack seiner Rinde, die als Aufguss getrunken und früher als Gewürz verwendet wurde, nachdem man sie zu Pulver vermahlen hatte. Drimys aromatica verdankt seinen Artnamen den duftenden, aromatischen Beeren und Blättern. Drimys winteri wurde zu Ehren des Kapitäns John Winter benannt, der im 16. Jahrhundert mit Sir Francis Drake eine Expedition nach Patagonien unternahm. Er brachte Rindenproben dieses Strauchs nach England und verwendete sie vermutlich während der Reise, um an Skorbut erkrankte Besatzungsmitglieder zu heilen.
Im Englischen trägt Drimys den Beinamen Mountain pepper, also „Bergpfeffer“, wegen des aromatischen Charakters seiner Beeren und seiner montanen Herkunft. Im Französischen wird er Tasmanischer Bergpfeffer oder Winterrinde genannt. Seine zu Pulver vermahlene Rinde wurde in Argentinien und Chile als Pfefferersatz verwendet. Sie ist besonders reich an Vitamin C.
Drimys hat eine sehr dichte, buschige Wuchsform und eignet sich daher ideal als Sichtschutzhecke. Er wird höchstens 3 m, in Kultur gelegentlich auch 4 m hoch. In seinem natürlichen Lebensraum kann Drimys winteri jedoch deutlich größer werden und bis zu 10 m Höhe erreichen. Wenn Sie einen kompakteren, rundlicheren Strauch suchen, wählen Sie besser Pseudowintera colorata, einen Verwandten von Drimys (gelegentlich auch Drimys colorata genannt) mit dekorativem buntem Laub, der sich besonders für kleine Stadtgärten eignet.
Es dauert mehrere Jahre, bis Drimys zu blühen beginnt: Die Blüte setzt erst bei mindestens 5 Jahre alten Pflanzen ein. Die Blütezeit liegt im späten Frühjahr, meist im Mai und Juni. An den Zweigenden erscheinen hübsche rosafarbene Blütenknospen, die sich öffnen und kleine sternförmige Blüten enthüllen. Sie stehen in Büscheln aus fünf bis zwanzig Blüten mit einem Durchmesser von 1 bis 3 cm. Die Blüten von Drimys aromatica sind cremeweiß bis blassgelb, während die von Drimys winteri weiß und größer sind und stärker entwickelte Blütenblätter besitzen. Die Blüten von Drimys verströmen einen angenehmen Duft, der an Jasmin erinnert.
Drimys aromatica ist diözisch: Jeder Strauch trägt entweder ausschließlich männliche Blüten mit Staubblättern oder ausschließlich weibliche Blüten mit einem Stempel. Drimys winteri ist dagegen zwittrig, jeder Strauch trägt also Blüten mit männlichen und weiblichen Organen.
Drimys besitzt ganzrandige, lanzettliche oder elliptische Blätter, die dick und alternierend an den Trieben angeordnet sind. Sie sind immergrün und bleiben daher auch im Winter dekorativ. Ihre glänzend dunkelgrüne Farbe bildet bei Drimys aromatica einen schönen Kontrast zu den leuchtend roten Trieben. Die Blattunterseiten sind hellgrün bis weißlich und matt.

Die roten Zweige und glänzend grünen Blätter von Drimys aromatica (Fotos: Adobe Stock / Megan Hansen)
Die Blätter von Drimys aromatica werden 4 bis 8 cm lang; die von D. winteri sind deutlich größer und können bis zu 20 cm lang werden. Ihre Blätter sind mit Drüsen ausgestattet, die ätherische Öle enthalten. Beim Zerreiben setzen sie daher einen charakteristischen, an Zimt erinnernden Duft frei.
Es gibt eine Sorte mit gelb panaschiertem Laub: Drimys lanceolata ‘Suzette’. Sie erzeugt einen schönen mehrfarbigen Effekt aus dem Rot der Triebe sowie dem Grün und Gelb der Blätter. Diese Sorte ist in Kultur jedoch eher selten.
Nach der Blüte tragen Drimys (bei D. aromatica nur weibliche, befruchtete Pflanzen) kleine, runde schwarze Beeren mit einem Durchmesser von 5 bis 8 mm. Sie werden von Vögeln geschätzt. Die Beeren gelten als aromatisch und wurden als Pfefferersatz verwendet. Ihr Geschmack ist zunächst mild und süß, bevor sich ein pfeffriges Aroma entwickelt, das lange im Mund bleibt.
Die Rinde von Drimys winteri wurde von der einheimischen Bevölkerung Argentiniens und Chiles unter anderem wegen ihrer entzündungshemmenden, harntreibenden, anregenden und skorbutvorbeugenden Eigenschaften verwendet, die auf ihren Vitamin-C-Gehalt zurückzuführen sind.

Die Blüten von Drimys winteri und die Beeren von Drimys aromatica (Fotos: Eric Hunt / Doug Beckers)
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Drimys aromatica - Tasmanischer Bergpfeffer
- Blütezeit Juni, Juli
- Höhe bei Reife 2,50 m
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- Blütezeit Juni, Juli
- Höhe bei Reife 2 m
Pseudowintera colorata - Pfefferholz
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- Blütezeit Juni, Juli
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Pflanzung
Wo pflanzen?
Die Winterrinde gedeiht in humusreichem, eher saurem und relativ frischem Boden (vor allem in den ersten Jahren), jedoch ohne Staunässe. Kalkhaltige Böden mag sie nicht, lehmige oder schluffige Substrate werden jedoch vertragen.
Winterrinde verträgt sowohl Sonne als auch Halbschatten. Wählen Sie einen vor starken Winden geschützten Standort, da diese die Pflanzen empfindlicher gegenüber Kälte und Trockenheit machen können.
Winterrinde verträgt keine zu niedrigen Temperaturen um –10 °C, teils sogar nur bis –8 °C. Sie eignet sich besonders für die Atlantikküste, insbesondere für das milde, feuchte Klima der bretonischen und normannischen Küsten.
Mit ihrem dichten, buschigen Laub bilden sie einen schönen Hintergrund für ein Staudenbeet und eignen sich auch als wirksame, ganzjährig blickdichte Hecke. Sie können zudem als isolierte Exemplare gepflanzt und sogar in einem großen Topf kultiviert werden. Dann müssen Sie jedoch besonders auf das Gießen achten! Im Topf trocknet das Substrat schneller aus als im Freiland.
Wann pflanzen?
Wir empfehlen, Winterrinde im Frühjahr zu pflanzen, etwa im Mai, sobald sich der Boden ausreichend erwärmt hat und keine Frostgefahr mehr besteht. In sehr mildem Klima ist auch eine Pflanzung im Herbst möglich.
Wie pflanzen?
- Stellen Sie den Topf zunächst in ein Wasserbecken, damit sich der Wurzelballen wieder mit Wasser vollsaugen kann.
- Heben Sie ein Pflanzloch aus, das etwa dreimal so groß wie der Wurzelballen ist.
- Füllen Sie etwas mit gut verrottetem Kompost vermischte Erde hinein. Bei Bedarf können Sie groben Sand untermischen, um die Drainage zu verbessern.
- Nehmen Sie die Winterrinde aus dem Topf und setzen Sie sie genau in die Mitte.
- Füllen Sie das Pflanzloch mit Erde auf.
- Drücken Sie die Erde an, damit Substrat und Wurzeln guten Kontakt haben.
- Gießen Sie reichlich.
Gießen Sie in den ersten Monaten weiterhin regelmäßig.

Drimys aromatica
Lesen Sie auch
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Winterrinde mit Regenwasser gießen, junge Pflanzen feucht halten und im Frühjahr leicht schneiden. Handschuhe tragen: Der Pflanzensaft reizt. Pflegeleicht, robust.
Vermehrung
Aussaat
Achtung: Drimys aromatica ist diözisch. Für keimfähige Samen benötigen Sie mindestens eine männliche und eine weibliche Pflanze. Nur weibliche Pflanzen bilden Samen.
Die Aussaat erfolgt im Herbst, möglichst mit frischen Samen, da sich Drimys-Samen nicht lange halten und mit der Zeit ihre Keimfähigkeit verlieren.
- Bereiten Sie einen Topf oder eine Anzuchtschale mit spezieller Aussaaterde vor. Sie ist leicht, fein und drainierend.
- Drücken Sie die Erde leicht an und ebnen Sie die Oberfläche.
- Verteilen Sie die Samen auf der Oberfläche der Blumenerde.
- Bedecken Sie sie mit einer dünnen Schicht Blumenerde.
- Gießen Sie vorsichtig mit feinem Brausestrahl.
- Stellen Sie den Topf an einen hellen Platz unter ein Kalthaus.
Im Frühjahr können Sie die Keimlinge in einzelne Anzuchttöpfe pikieren, damit sie mehr Platz zum Wachsen haben. Mit dem Auspflanzen in den Garten sollten Sie zwei bis drei Jahre warten.
Stecklingsvermehrung
Im Sommer (Juli–August) können Sie Stecklinge aus halbverholzten Trieben schneiden. Drimys-Stecklinge bewurzeln jedoch langsam, und die Anwachsrate liegt meist bei etwa 60 %. Wir empfehlen daher, mehrere Stecklinge gleichzeitig zu nehmen, um die Erfolgschancen zu erhöhen.
- Schneiden Sie von Ihrer Drimys einen einjährigen Trieb (an der Spitze weich, an der Basis leicht lignifiziert), 10 bis 15 cm lang. Idealerweise nehmen Sie ihn mit einem kleinen Fersenstück ab, also einem Stück der Zweigbasis, an der er wächst.
- Entfernen Sie Blätter am unteren Teil des Triebs, sodass nur zwei oder drei Blätter an der Spitze des Stecklings bleiben.
- Füllen Sie einen Topf mit einem lockeren Substrat und gießen Sie es an.
- Tauchen Sie die Triebbasis in Bewurzelungshormon.
- Stechen Sie mit einem Bleistift ein Loch in das Substrat und setzen Sie den Steckling hinein.
- Drücken Sie das Substrat rund um den Steckling an, damit ein guter Kontakt entsteht.
- Stellen Sie den Topf an einen geschützten, hellen Platz, jedoch ohne direkte Sonne.
- Wir empfehlen, den Steckling unter gespannter Luft zu halten: Stülpen Sie dazu einen Plastikbeutel oder eine Plastikflasche über den Topf, um eine feuchte Atmosphäre zu schaffen. Achten Sie darauf, dass die Pflanze die Abdeckung nicht berührt. Lüften Sie regelmäßig, um Fäulnis zu vermeiden.
Verbindung
Drimys lässt sich mit anderen immergrünen Sträuchern zu einer Hecke kombinieren. Wählen Sie Sträucher mit dichtem Laub, etwa Elaeagnus ebbingei, Lorbeerkirschen, Rote Glanzmispeln, Lebensbäume oder Ligustrum japonicum … So entsteht ein schöner Sichtschutz, der Sie zu jeder Jahreszeit wirksam vor neugierigen Blicken schützt! Weitere Ideen finden Sie in unserer Auswahl immergrüner Heckensträucher.
Drimys harmoniert sehr gut mit Moorbeetpflanzen, die wie er saure Substrate bevorzugen. Gestalten Sie ein schönes Strauchbeet und kombinieren Sie ihn mit Schattenglöckchen, Alpenrosen und Azaleen, Bauernhortensien, Berglorbeer sowie Fächer-Ahorn.

Kombinieren Sie Drimys aromatica und seine leuchtend roten Zweige mit Sträuchern und Stauden mit buntem Laub in warmen Farbtönen. Hakonechloa macra ‚Aureola‘, Acer palmatum ‚Sangokaku‘, Berberis thunbergii ‚Admiration‘, Heuchera ‚Vienna‘ und Pseudowintera colorata
Die roten Zweige von Drimys aromatica harmonieren wunderbar mit den leuchtend roten jungen Trieben der Japanischen Lavendelheide (Pieris japonica), mit den rot gefleckten Blättern von Pseudowintera ‚Red Leopard‘ sowie mit dem wechselnden Laub und den roten Stielen des Fächer-Ahorns ‚Sangokaku‘. Denken Sie auch an das prächtige Laub der Berberitze ‚Admiration‘! Zu deren Füßen können Sie Stauden mit buntem Laub pflanzen, etwa Purpurglöckchen, Japangras, Seggen und Schlangenbart. So entsteht ein sehr originelles, farbenfrohes Beet!
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