Die Zwergmispel ist ein bezaubernder Strauch mit dunkelgrünen Blättern. Im Frühjahr zeigt sie eine weiße oder rosafarbene Blüte, auf die sehr dekorative rote Beeren folgen. Sie ist häufig immergrün, kann je nach Art aber auch sommergrün sein. Außerdem gibt es sie in sehr unterschiedlichen Wuchsformen. Sie findet sowohl in einer frei wachsenden als auch in einer formalen, streng geschnittenen Hecke ihren Platz. Ebenso lässt sie sich als Bodendecker zur Begrünung eines Hangs oder eines Steingartens kultivieren. Die vielseitige und sehr pflegeleichte Zwergmispel gedeiht an einem gut durchlässigen Boden an jedem Standort. In diesem Ratgeber stellen wir Ihnen die verschiedenen Vermehrungsmethoden vor: Stecklingsvermehrung, Absenken und Aussaat. Entdecken Sie alle unsere Tipps, um neue Jungpflanzen zu gewinnen! 

Stecklingsvermehrung

Für die Vermehrung der Zwergmispel wird die Stecklingsvermehrung am häufigsten angewendet, da sie einfacher und schneller als andere Methoden ist.

Wann nehmen Sie Stecklinge von der Zwergmispel?

Von immergrünen Zwergmispeln (Cotoneaster franchetii, Cotoneaster lacteus …) nehmen Sie im Spätsommer bis Frühherbst Stecklinge, etwa im September (halbverholzte Stecklinge). Von sommergrünen Sorten, wie Cotoneaster horizontalis, nehmen Sie im Frühjahr, im Mai oder Juni, Stecklinge (krautige Stecklinge).  

Wie nehmen Sie Stecklinge?

Wie nehmen Sie Stecklinge von der Zwergmispel?
Schneiden Sie einen 15 bis 20 cm langen Trieb ab, füllen Sie einen Topf mit Blumenerde und stecken Sie den Trieb in den Topf.
  • Desinfizieren Sie zunächst Ihre Werkzeuge, damit Sie keine Krankheiten übertragen.
  • Wählen Sie einen gesunden und kräftigen Zweig Ihrer Zwergmispel aus. Schneiden Sie ein 15 bis 20 cm langes Stück direkt unterhalb eines Knotens ab.
  • Entfernen Sie die unteren Blätter, sodass nur einige Blätter an der Triebspitze verbleiben.
  • Sie können das Triebbasis außerdem in Stecklingshormon tauchen, um die Bildung neuer Wurzeln anzuregen.
  • Füllen Sie einen Topf mit Blumenerde.
  • Stechen Sie mit einem Bleistift oder einem Stäbchen ein kleines Loch in das Substrat.
  • Stecken Sie den Steckling in das Loch, sodass er etwa 5 cm tief in der Erde steckt.
  • Drücken Sie das Substrat rund um den Steckling gut an.
  • Gießen Sie reichlich.
  • Decken Sie den Topf mit einem Plastikbeutel oder einer Plastikflasche ab, damit die Umgebung feucht bleibt (Stecklingsvermehrung unter gespannter Luft).
  • Stellen Sie den Topf an einen warmen und hellen Platz, aber nicht in die direkte Sonne.
  • Nach 4 bis 6 Wochen sollten sich die ersten Wurzeln bilden. Sobald der Steckling gut bewurzelt ist, können Sie ihn verpflanzen.
Wie nehmen Sie Stecklinge von der Zwergmispel?

Das benötigte Material

Absenken

Auch das Absenken der Zwergmispel funktioniert sehr gut. Kriechende Arten neigen übrigens dazu, sich auf natürliche Weise abzusenken. So können sie Hänge leicht begrünen. 

Wann senken Sie die Zwergmispel ab?

Die beste Zeit zum Absenken der Zwergmispel ist das Frühjahr. 

Wie senken Sie die Zwergmispel ab?

  • Wählen Sie einen niedrig stehenden, ausreichend langen und biegsamen Zweig, der bis zum Boden reicht.
  • Entfernen Sie die Blätter an dem Teil des Zweigs, den Sie eingraben. Ritzen Sie diesen Teil außerdem leicht schräg an, idealerweise direkt unterhalb eines Auges.
  • Sie können Stecklingshormon auf die Schnittstelle auftragen, um das Wurzelwachstum anzuregen. Das erhöht die Erfolgschancen.
  • Führen Sie den Zweig zum Boden und heben Sie an dieser Stelle eine kleine Furche aus.
  • Legen Sie den Zweig in die Furche.
  • Bedecken Sie ihn mit Substrat, idealerweise mit einer Mischung aus Blumenerde, gut verrottetem Kompost und Sand. Alternativ eignet sich auch Gartenerde. Achten Sie darauf, dass die Spitze des Zweigs aus der Erde herausragt.
  • Fixieren Sie den Zweig mit einem Haken oder einfach mit einem Stein. Stützen Sie die Zweigspitze mit einem kleinen Stab aufrecht ab.
  • Drücken Sie das Substrat gut an, damit es dicht am Zweig anliegt und keine Lufteinschlüsse entstehen.
  • Gießen Sie reichlich.
  • Im Herbst können Sie den bewurzelten Zweig von der Mutterpflanze trennen. Pflanzen Sie ihn anschließend in einen Topf oder an seinen endgültigen Platz im Freiland.

Das benötigte Material

Aussaat

Die Zwergmispel bildet im Herbst glänzende, rote und sehr dekorative Früchte. Sie können diese ernten, um die darin enthaltenen Samen zu gewinnen und auszusäen. 

Wann säen Sie die Zwergmispel aus?

Die Aussaat kann im Herbst oder zu Beginn des Frühjahrs erfolgen.

Die Früchte und Samen der Zwergmispel
Die Zwergmispel bildet rote Früchte, die Samen enthalten. Ernten Sie diese ruhig.

Wie säen Sie die Zwergmispel aus?

  • Weichen Sie die Samen vor der Aussaat einige Tage in einem Glas Wasser ein.
  • Bereiten Sie die Töpfe vor, indem Sie sie mit spezieller Aussaaterde füllen.
  • Drücken Sie das Substrat leicht an und ebnen Sie die Oberfläche.
  • Säen Sie die Samen auf der Substratoberfläche aus. Halten Sie dabei einen Abstand von mindestens 2 cm ein.
  • Bedecken Sie die Samen mit einer dünnen Schicht Blumenerde.
  • Gießen Sie vorsichtig.
  • Decken Sie den Topf wie bei der Stecklingsvermehrung mit einer Plastikfolie ab. Sie können auch ein Minigewächshaus verwenden.
  • Stellen Sie den Topf geschützt an einen hellen Platz ohne direkte Sonne.
  • Gießen Sie regelmäßig, damit das Substrat bis zur Keimung leicht feucht bleibt. Die Keimung erfolgt in der Regel innerhalb von 2 bis 4 Wochen. Danach können Sie die Gießabstände etwas vergrößern.
  • Vereinzeln Sie die Jungpflanzen anschließend in einzelne Töpfe, sobald sie groß genug sind, um sie zu handhaben.
Wie säen Sie die Zwergmispel aus?
Füllen Sie zunächst die Töpfe mit Blumenerde. Säen Sie anschließend die Samen aus und gießen Sie sie.

Das benötigte Material