Die Herstellung von Tomatenjauche ist eine ökologische und wirksame Methode, um Ihren Garten zu bereichern. Als natürlicher Dünger oder Abwehrmittel gegen Schädlinge fügt sich Tomatenjauche in einen nachhaltigen Gartenbau ein. Sie fördert die Gesundheit Ihrer Pflanzen, ohne dass Sie auf chemische Produkte zurückgreifen müssen. Diese Anleitung führt Sie durch die einfachen Schritte zur Herstellung Ihrer eigenen Tomatenjauche. Außerdem erhalten Sie Tipps, mit denen Sie ihre Wirksamkeit optimieren können. Ganz gleich, ob Sie Anfänger oder bereits erfahren im Gärtnern sind: Entdecken Sie, wie Sie Tomatenreste in eine wertvolle Bereicherung für Ihren Garten verwandeln.

Was ist Tomatenjauche?
Während Brennnesseljauche unter Gärtnern gut bekannt ist, spricht man seltener über Tomatenjauche. Dabei erweist auch sie sich im Garten als sehr nützlich.
Tomatenjauche ist eine aus den grünen Pflanzenteilen gesunder Tomatenpflanzen hergestellte Flüssigkeit. Nutzen Sie den Rückschnitt Ihrer Tomatenpflanzen, um möglichst viele Geiztriebe zu sammeln. Diese Triebe wachsen in den Blattachseln und werden anschließend für die Herstellung der Jauche verwendet.

© anabela2 - Inaturalist
Geiztriebe sind Seitentriebe, die in den Blattachseln einer Tomatenpflanze wachsen. Entgegen einer weitverbreiteten Annahme bilden diese Triebe durchaus Blüten und anschließend Früchte. Dennoch wird häufig empfohlen, sie zu entfernen, damit die Pflanze ihre Energie auf den Hauptertrag konzentriert und die Pflanze besser durchlüftet wird. Dies hilft, Krankheiten vorzubeugen. Die Bezeichnung „Geiztrieb“ ist bei Tomaten also nicht ganz treffend, da diese Triebe durchaus Früchte hervorbringen können. Dennoch können Sie die reich an Wirkstoffen enthaltenen Geiztriebe in Wasser einweichen lassen, vorzugsweise in Regenwasser. So entsteht eine düngende, abwehrende und insektizide Flüssigkeit – eine ausgezeichnete Jauche.
Das Rezept für Tomatenjauche
Idealerweise verwenden Sie vor allem Geiztriebe für die Herstellung von Tomatenjauche. Sie können jedoch auch die Blätter Ihrer Tomatenpflanzen verwenden. Wählen Sie in diesem Fall ausschließlich gesunde Blätter mit einer schönen grünen Farbe. Sie sollten möglichst noch jung sein.

Gesunde Tomatenblätter - © Alexis Orion - Inaturalist
Wichtig: Ob Geiztriebe oder Laub – achten Sie darauf, dass Ihre Ausgangszutaten vollständig frei von Krankheiten sind. Andernfalls kann Ihre Jauche diese Krankheiten bei der Anwendung auf andere Pflanzen übertragen.
Die Zutaten für Tomatenjauche
- 1 kg Tomatenblätter oder Geiztriebe,
- 10 Liter Regenwasser.
Das benötigte Material
- 1 scharfes Messer,
- 1 großer Eimer aus Holz oder Kunststoff* mit Deckel,
- 1 Gießkanne.

*Verwenden Sie hier keinen Metallbehälter, da dieser oxidieren kann. Dieser Hinweis gilt übrigens für die Herstellung jeder Art von Jauche.
Tomatenjauche herstellen
- Beginnen Sie damit, die Tomatenblätter und Geiztriebe mit dem Messer zu zerkleinern.
- Geben Sie die Pflanzenreste in den Eimer.
- Gießen Sie das Regenwasser über die Blätter und Geiztriebe.
- Verschließen Sie den Eimer so luftdicht wie möglich.
- Lassen Sie die Mischung etwa 4 Tage ziehen. Die Dauer kann je nach Wärme variieren.
- Rühren Sie einmal täglich um und beobachten Sie die Jauche, um die Entwicklung der Gärbläschen zu verfolgen. Sobald diese verschwinden, ist Ihre Tomatenjauche fertig.
- Filtern Sie die Jauche und füllen Sie die gewonnene Flüssigkeit in gut lichtundurchlässige Behälter.
- Lagern Sie die Tomatenjauche kühl, in einem Keller oder einer Garage.
Wann und wie verwenden Sie Tomatenjauche?
Es gibt drei verschiedene Möglichkeiten, selbst hergestellte Tomatenjauche zu verwenden. Sie eignet sich als Dünger, Abwehrmittel oder Insektizid.
Als Dünger
Geben Sie 1 l Tomatenjauche in eine Gießkanne und verdünnen Sie sie mit 3 l Regenwasser. Verwenden Sie diese Mischung etwa alle 15 Tage, um Ihre Pflanzen direkt am Fuß zu gießen. Dieser Dünger eignet sich für bestimmte Obst- und Gemüsearten, insbesondere für Tomaten, Kohl und Kürbis. Die Jauche ist zwar ein wirksamer Dünger, doch vermutlich werden Sie sie nicht lange verwenden. Für einen einzigen Liter Dünger benötigen Sie nämlich eine enorme Menge an Geiztrieben.
Als Abwehrmittel und Insektizid
Tomatenjauche wirkt auf natürliche Weise abschreckend und eignet sich ideal zur Vorbeugung gegen bestimmte Insekten, darunter die Möhrenfliege und der Kohlweißling. Sie kann auch zur direkten Bekämpfung von Blattläusen eingesetzt werden, die Ihre Pflanzen bereits befallen haben.

Unverdünnte Tomatenjauche wird mit einem Sprühgerät direkt auf die oberirdischen Pflanzenteile aufgetragen, sobald die ersten Schädlinge auftreten. Solange die Gefahr besteht, sprühen Sie die Jauche alle 2 bis 3 Tage auf.
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