Jedes Jahresende bietet Gelegenheit, auf die Lieblingspflanzen der Redaktion zurückzublicken – auf jene Pflanzen, die unsere Gärten, Terrassen und Innenräume durch ihre Schönheit, ihre Originalität oder ihre einfache Kultur geprägt haben. Hinter jedem Favoriten steckt eine Gartengeschichte: die Begegnung mit einer Pflanze, die ihren Platz gefunden und eine grüne Ecke in eine echte Inspirationsquelle verwandelt hat.

In diesem Beitrag stellt das Redaktionsteam seine Lieblingspflanzen 2025 vor. Die Auswahl reicht von charaktervollen Bäumen und Sträuchern über blühende Stauden bis hin zu dekorativen Zimmerpflanzen und weniger bekannten Arten, die es zu entdecken lohnt. Eine Auswahl aus Leidenschaft für den Garten, dem Wunsch, nützliche Tipps weiterzugeben, und dem Anliegen, Ihnen dabei zu helfen, Ihre ganz persönliche Lieblingspflanze zu finden.

Ingrid: der Cercis canadensis 'Ruby Falls'

In diesem Jahr fällt meine Wahl auf den Cercis canadensis 'Ruby Falls', einen zwergwüchsigen, überhängenden Judasbaum, der in meinem Beet am Terrassenrand eine poetische Wirkung entfaltet. An einem halbschattigen Standort bildet er herzförmige Blätter in tiefem Purpur mit grünen Nuancen, die scheinbar an seinen herabhängenden Zweigen hinabfließen. Im Frühjahr erscheinen rosaviolette Blüten am noch kahlen Holz und bringen unerwartete Farbe in den Garten, bevor sich die jungen roten Blätter öffnen. Im Herbst färbt sich dieses Laub bronze- und kupferfarben, bevor es abfällt.

Besonders gefällt mir der Kontrast zwischen seinem purpurfarbenen Laub und den Pflanzen in seiner Umgebung. Dazu gehören der kräftige Grünton und die blauvioletten Blüten des nahe stehenden Storchschnabels 'Rozanne'. Daneben hellt mein eher spontan wachsendes Schöllkraut den Fuß des Strauchs mit seinem hellgrünen Laub auf. Etwas weiter entfernt greift ein Acer palmatum ‘Bloodgood’ mit seinem rotbraunen Laub die Farbwirkung von 'Ruby Falls' auf. Diese farbliche Verbindung vom Purpur des Judasbaums bis zum dunkleren Ton des Ahorns verleiht dem Beet eine sanfte Einheitlichkeit. Je nach Jahreszeit entsteht eine visuelle Tiefe, in der das Licht unterschiedlich zur Geltung kommt.

Dieser kleine Kanadische Judasbaum findet dank seiner überhängenden Wuchsform und seiner geringen Größe leicht einen Platz im Garten. Seine gute Winterhärte macht die Kultur unkompliziert, solange der Boden im Sommer etwas frisch bleibt. Bei mir hat er sich schnell in das Beet eingefügt. Er bringt Ruhe in diesen Gartenbereich, ohne die benachbarten Stauden zu bedrängen.

Foto des Cercis canadensis 'Ruby Falls' mit Blüte und Laub

Virginie: die Begonie 'Rex Escargot'

Mein Herz schlägt ganz eindeutig für die Begonie 'Rex Escargot. Was macht sie so besonders? Diese Sorte trägt ihren Namen zu Recht: Jedes Blatt rollt sich spiralförmig ein und scheint ein kleines, hypnotisch wirkendes und ausgesprochen dekoratives Schneckenhaus zu zeichnen. Mit ihrem einzigartigen Farbkontrast bringt sie einen Hauch von Kunst in den Raum: ein Farbenspiel aus Grün, Silber und Schokoladenbraun.

Samtiges Laub, spiralförmige Muster und ungewöhnliche Farben: Diese Begonie steht für das starke Comeback der Zimmerbegonien. Sie begeistern immer mehr durch ihre originelle Erscheinung und die Vielfalt ihrer Blätter. Lange galten Begonien als Pflanzen für den Balkon der Großmutter oder für vergessene Gewächshäuser. Heute gehören sie zu den fünf meistgesuchten Zimmerpflanzen. Diese Sorte liegt ganz im Trend der dekorativen Begonien und präsentiert sich als Vintage-Ikone in zeitgemäßer Form. Sie ist leicht zu kultivieren, wenn Sie ihre Vorliebe für eine feuchte Umgebung und gedämpftes Licht berücksichtigen. Damit passt sie sich hervorragend an unsere Innenräume an.

Olivier: der Ysop

„Du bist doch ein großer Fan blauer Blüten, diese Pflanze wird dir gefallen!“ Und schon wurde mir ohne weitere Umstände ein Wurzelballen überreicht, aus dem nur einige wenige, magere grüne Triebe ragten. Natürlich kannte ich den Ysop ein wenig, denn seit meinem Studium begeistere ich mich für Heilpflanzen. Außerdem hatte er einen Ehrenplatz in den mittelalterlichen Kräutergärten. In meinem schweren Boden blieb ich jedoch skeptisch, was seine Zukunft betraf. Deshalb setzte ich ihn in einen großen Kübel, zusammen mit meinen anderen mediterranen Pflanzen, seinen botanischen Verwandten: Thymian, Salbei, Rosmarin und Lavendel.

Der Ysop (Hyssopus officinalis) ist ein zwergwüchsiger Unterstrauch – Sie können diese Bezeichnung auch als etwas originelle Beleidigung verwenden. Er eignet sich ideal für sehr sonnige Standorte sowie trockene oder kalkhaltige Böden. Schon innerhalb einer Saison hat sich mein Exemplar prächtig entwickelt. Besonders gefallen mir seine hübschen blauvioletten Blüten, die sich von Juli bis September öffnen und von bestäubenden Insekten, darunter Schmetterlingen, sehr geschätzt werden. Die aromatische Pflanze wurde von den alten Griechen „Heiliges Kraut“ genannt. Sie wird bis zu 50 cm hoch und besitzt intensiv duftende Blätter. Man kultiviert sie wegen ihrer Heilwirkung, etwa für Aufgüsse bei Beschwerden der Bronchien und der Verdauung, und zum Würzen verschiedener Gerichte wie Salaten und Suppen. Falls in Ihrem Kräutergarten noch ein Platz frei ist, probieren Sie den Ysop aus!

Sophie: der Westringia fruticosa

Ich habe Westringia fruticosa, auch Australischer Rosmarin genannt, zu meinem pflanzlichen Favoriten 2025 gewählt. Er ist eine unkomplizierte Begleitpflanze, die den Garten einfacher macht! Mit seinem Anklang an Rosmarin wirkt er vertraut und sonnig. In meinem südlich gelegenen Garten steht er zwischen Prachtkerzen, Liebesblumen, Leucophyllum und Lavendel, als wäre er schon immer dort gewesen. Sein immergrünes, silbriges Laub fängt das Licht ein. Seine klar gezeichnete Silhouette wirkt elegant. Auch seine beeindruckende Widerstandsfähigkeit gegen Hitze, Wind und Trockenheit macht ihn zu einer sicheren Wahl. Ich weiß, dass er ohne besondere Pflege auskommt. Er beruhigt die üppige Wirkung der Blüten, betont die Formen und sorgt mit seiner hellen, leichten Blüte für einen frischen Akzent. Ich mag seine unkomplizierte Art und sein klares, leuchtendes Erscheinungsbild zu jeder Jahreszeit.

Mit einer Höhe und Breite von jeweils 1 bis 1,50 m findet der Westringia fruticosa leicht einen Platz im Garten. Seine zarte Blüte erstreckt sich vom Frühjahr bis in den Herbst und erscheint in mehreren Wellen. Er verträgt ohne Weiteres leichten Frost bis -5 °C, in sehr trockenem Boden manchmal auch etwas mehr. Damit eignet er sich hervorragend für Gärten im Süden, geschützte Lagen und Küstenklimate. Für ein dauerhaft kräftiges Wachstum benötigt er vor allem einen sehr gut durchlässigen Boden, der möglichst leicht, nährstoffarm und steinig ist. Wasser darf sich darin niemals stauen. Das ist entscheidend für seine Langlebigkeit und natürliche Vitalität.

Gwenaëlle: die Protee 'Pink Ice'

Jedes Jahr, wenn wir unsere Lieblingspflanze auswählen, die wir mit Ihnen teilen möchten, fällt mir die Entscheidung schwer. Mehrere Pflanzen in meinem Garten könnten diesen Platz verdient haben. In diesem Jahr gab es jedoch kein langes Überlegen. Trommelwirbel … Meine Protee 'Pink Ice', die ich 2022 aus Madeira mitgebracht habe, gewinnt ganz klar! Die winzige Jungpflanze, die ich auf dem Blumenmarkt in Funchal gekauft und liebevoll eingepflanzt hatte, musste einiges durchstehen. Sie ist die einzige von drei Pflanzen, die überlebt hat. Ich kultiviere sie im Gewächshaus und topfe sie entsprechend ihrem Wachstum regelmäßig um. Vor zwei Jahren wurde sie Opfer meiner Unachtsamkeit als Gärtnerin: Mitten im Sommer hatte ich vergessen, das Gewächshaus zu lüften. Eine der beiden Hauptzweige vertrocknete völlig, wodurch die Pflanze etwas aus dem Gleichgewicht geriet. Doch dank intensiver Pflege wuchs sie weiter und bildete zu meiner großen Freude neue Zweige. Wie groß war meine Überraschung, als ich im September drei Knospen entdeckte! Sehr langsam, aber sicher entwickelten sie sich und schenkten mir Anfang November die prächtigen rosafarbenen Blütenstände, auf die ich so geduldig gewartet hatte.

Protea-Arten stammen aus Südafrika und gelten wegen ihrer geringen Winterhärte als empfindliche Pflanzen. Natürlich schütze ich meine Protee im Winter. Ich hülle sie ein und behalte sie besonders aufmerksam im Blick. Außerdem gieße ich sie nur mit Regenwasser auf Zimmertemperatur und habe ihr wie vorgesehen ein leichtes, saures Substrat gegeben. Ob ich sie in den nächsten Jahren ins Freiland pflanze, weiß ich noch nicht. In diesem Fall müsste ich einen besonders geschützten Standort für sie finden. Das Erscheinen dieser großen, flauschigen Blüten ist ein solches Schauspiel, dass ich sie allen exotikbegeisterten Gärtnerinnen und Gärtnern empfehle. Diese Pflanze entführt mich geradezu an einen anderen Ort!

Protee-Blüte

Pascale: die Fetthenne ‘Thunderhead’

Ich gebe zu, dass ich lange zu den Kritikern der Fetthennen gehörte. Vielleicht lag es daran, dass mir diese Pflanzen in Beeten immer etwas farblos und wenig eindrucksvoll erschienen. Und warum sollte ich Sukkulenten bei mir kultivieren, in einer Region, in der es kaum trocken war? Der Klimawandel hat diese Frage jedoch beantwortet. Die Hitzewelle setzte anderen Pflanzen zu, die ich sehr mochte. Außerdem eröffnen die zahlreichen Fetthenne-Kultivare neue Möglichkeiten für die Gartengestaltung.

Die Fetthenne ‘Thunderhead’ gehört zu den angenehmen Überraschungen. Diese Sorte hat meine Vorurteile gegenüber Fetthennen dank ihrer Präsenz und Wuchskraft gründlich widerlegt. Schon im Frühjahr erheben sich ihre kräftigen, dunklen Stängel und tragen sehr fleischiges, blaugrünes Laub. Doch erst im Spätsommer beginnt das eigentliche Schauspiel: Die dichten, riesigen Blütenstände öffnen sich in einem sehr tiefen, purpurroten Rosa und bleiben bis zum Winteranfang erhalten. Da diese Blüten auf purpurfarbenen Stängeln sitzen und sehr bienenfreundlich sowie nektarreich sind, ziehen sie zahlreiche bestäubende Insekten an.

Auch im Winter sorgt diese Fetthenne mit ihren trockenen Blütenständen für einen schönen Anblick. Ich habe einige davon geschnitten, um einen Strauß aus getrockneten Blumen und Gräsern zu ergänzen. Gleichzeitig erscheinen bereits die nächsten Frühlingstriebe aus dem Boden.

Zusammen mit meinen geliebten Purpurglöckchen hat diese Fetthenne ihren Platz in meinem halbschattigen Beet gefunden. An anderer Stelle könnte sie jedoch den ganzen Sommer über die Sonne genießen.


Elisabeth: die Monstera deliciosa – 25 Jahre Zusammenleben mit meinem „Philo“

Es gibt Geschichten, die lange bestehen und Umzüge, Vernachlässigung und wechselnde Moden überdauern. Eine solche Geschichte möchte ich Ihnen von meiner Monstera deliciosa, meinem großen „Philo“, erzählen. Er ist 25 Jahre alt und ein grüner Riese, ein köstliches Monster, das an der Wand meines Wohnzimmers hängt wie die Erinnerung an schöne Ferien in Spanien.

Als bekennender Kitsch-Klassiker ist er ein wenig die Pflanze der Großmutter, ein Symbol der 1970er-Jahre und ein Sinnbild für die Innenräume vergangener Zeiten. Man könnte dieses Fensterblatt mit seiner Anmutung einer Verandapflanze und einer Postkartenpflanze für altmodisch halten. Doch genau dieser leicht nostalgische Charakter macht es so liebenswert. Er steht für Geborgenheit und Nostalgie.
Wenn diese Zimmerpflanze einen Lebenslauf hätte, würde in der ersten Zeile stehen: „Überlebenskünstler“. Ich vergesse drei Wochen lang das Gießen? Kein Problem. Dann stellt er einfach sein Wachstum ein, mehr nicht. Ein etwas radikaler Rückschnitt vor einem Umzug? Er lässt den Kopf hängen, erholt sich aber wieder. Er ist die ideale Zimmerpflanze für sehr beschäftigte oder auch etwas bequeme Menschen. Ich urteile nicht, denn ich kenne beides aus eigener Erfahrung.

Trotz seiner 25 Jahre hat mein „Philo“ noch nie geblüht. Ja, diese Pflanze kann blühen! Und sogar Früchte tragen! Angeblich sind ihre Früchte köstlich und wohlschmeckend. Vielleicht fehlt ihm Dünger für Geranien. Vielleicht schmollt er, weil mein Wohnzimmer nicht feucht genug oder zu warm ist. Oder er spielt einfach die Diva. Er ist ein launisches Geschöpf: Seine Blätter sind mal glatt, mal wie Schweizer Käse durchlöchert und erzählen von seiner Stimmung. Sein Rankgerüst aus Bambus, das mit einem ganzen Bataillon Schnüren stabil an der Wand befestigt ist, wurde zu einem originellen Bestandteil meiner „Deko“. Mit der Zeit sehen die Bewohner des Hauses es gar nicht mehr. Besucher übersehen das Thema dagegen nie: „Aber er ist ja riesig!“ oder „Wie alt ist dieses Monster?“ Und ich verrate sein Alter mit kaum verhohlenem Stolz.

Warum ich ihn liebe und warum auch Sie ihn bei sich aufnehmen könnten: Zunächst, weil er einiges aushält. Selbst die Katzen schaffen es nicht wirklich, ihn umzubringen – zumindest meine nicht, trotz ihrer Anstrengungen und Beharrlichkeit. Außerdem ist er ausgesprochen fotogen: Seine großen, eingeschnittenen Blätter und seine Lianen bringen ein Stück südamerikanischen Dschungel ins Haus. Und er ist ein echter Gesprächsanstoß. „Glaubst du, dass er eines Tages blüht?“ oder „Wie bekommt man wieder eine klassischere Form?“ Mit ihm lernt man Geduld, und ich hoffe weiterhin, dass er eines Tages blüht.

Meine Monstera deliciosa ist nicht „nur eine Pflanze“. Sie ist eine Lebensbegleiterin und eine stille Zeugin meiner Sorgen, meiner Freude, meiner Erfolge und auch meiner Trauer. Sie ist ein Fels in der Brandung und eine widerstandsfähige Pflanze, auf die man zählen kann. Genau deshalb liebe ich sie.

Aurélien: die Mohnmalve oder Callirhoe involucrata

Sie mögen Malven, Buschmalven und andere Anisodontea? Dann werden Sie sich sicher in ihre mehrjährige, kriechende Verwandte, die Mohnmalve (Callirhoe involucrata), verlieben!
Diese in Gärten noch wenig verbreitete mexikanische Art bildet feine, kriechende Triebe mit tief eingeschnittenen Blättern. Sie schieben sich zwischen benachbarte Pflanzen, ohne diese im Geringsten zu beeinträchtigen. Die Pflanze erreicht etwa 60 cm Durchmesser und wird 20 bis 30 cm hoch. Sie gerät leicht in Vergessenheit, bis den ganzen Sommer über große Blütenkronen in intensivem Fuchsiapink erscheinen. Trotz ihrer kräftigen Farbe lassen sie sich wunderbar mit Blau, Purpur und grauem Laub kombinieren. Strauch-Salbei, Strohblume, mehrjährige Verbene und sogar Palmlilien sind ausgezeichnete Begleitpflanzen für eine mediterrane Gestaltung oder einen Garten ohne Bewässerung.
Die genügsame und blühfreudige Mohnmalve ist nach dem Einwachsen gut trockenheitsverträglich und hat somit viele Vorzüge. Sie gedeiht in jedem gut durchlässigen, möglichst kalkhaltigen Boden. Nördlich der Loire gefällt ihr ein Platz im Steingarten oder in einem nach Süden ausgerichteten, abfallenden Beet. Bei Bedarf verbessern Sie den Wasserabzug mit etwas grobem Sand oder Kies. Unter guten Bedingungen kann die Pflanze trotz ihrer mittelamerikanischen Herkunft Temperaturen von etwa -12 bis -15 °C überstehen. Eine schöne Ergänzung für Ihre Beete, die Sie nicht überall sehen werden!