Bodenleben im Garten fördern?

Bodenleben im Garten fördern?

Boden ist ein lebendiges Ökosystem voller Organismen, die es zu bewahren gilt

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 18. Januar 2026  durch Pascale 7 min.

Mikroorganismen im Boden wandeln organische Masse in Pflanzennährstoffe um. Entdecken Sie, wie Sie Bodenleben und Biodiversität fördern.

Schwierigkeit

Wer lebt im Boden unseres Gartens?

Ein lebendiger Boden steckt voller Organismen: Mikro-, Meso- und Makrofauna wandeln organische Stoffe um, lockern ihn und machen Nährstoffe verfügbar.

Methoden für lebendigen Boden vermeiden

Wer das Bodenleben schützen möchte, verzichtet selbstverständlich auf alle chemischen Bodenbehandlungsmittel, also auf Pestizide sowie andere Insektizide, Fungizide und Herbizide … Sie unterscheiden nicht zwischen nützlichen Bodentieren und solchen, die Schäden verursachen (aber dennoch ihren Nutzen haben). In einem lebendigen Boden und einer gesunden Umwelt, in der die Biodiversität respektiert wird, hält sich alles im Gleichgewicht. Das Vorkommen von Nützlingen, Schädlingen und Pathogenen reguliert sich auf natürliche Weise. Falls nötig, kann der Gärtner umweltfreundliche Mittel oder Jauchen und andere Auszüge aus Pflanzen verwenden.

Chemische Pestizide, die heute nicht mehr an Privatpersonen verkauft werden dürfen, wurden durch natürliche, im ökologischen Landbau zugelassene Pestizide ersetzt. Um einen lebendigen Boden zu fördern, sollte man auch auf diese Mittel verzichten, da sie nicht immer zwischen Schädlingen und nützlichen Mikroorganismen oder Insekten unterscheiden. Naturdünger dienen hingegen nicht dazu, den Boden zu verbessern oder zu ernähren, sondern versorgen vor allem die Pflanzen direkt mit Nährstoffen.

Eine weitere Technik, die möglichst vermieden werden sollte, ist eine aggressive Bodenbearbeitung. Dies gilt insbesondere für Motorgeräte wie Motorhacke oder Bodenfräse, die den Boden in größerer Tiefe wenden. Indem ihre Messer die Bodenstruktur zerstören, stören und beseitigen diese motorisierten Geräte Regenwürmer, zerstören deren Gänge, vertreiben Insekten und beeinträchtigen das mikrobielle Leben sowie wichtige Organismen massiv. Auch die wiederholte Nutzung dieser schweren Geräte verdichtet den Boden und hindert ihn daran, zu „atmen“.

Störung des Bodenlebens

Motorgeräte, Pestizide und in geringerem Maß auch das Umgraben stören das Bodenleben

Auch tiefes Umgraben kann die Bodenfauna beeinträchtigen. Zwar weniger stark als eine Motorhacke, aber dennoch mit Folgen. Auch dabei wird die Bodenstruktur zerstört und der Boden trocknet aus. Trotzdem kann Umgraben in schweren, lehmigen Böden sinnvoll sein, da es den Boden lockert. Außerdem gelangen dabei bestimmte schädliche Larven an die Oberfläche und werden so zur Beute von Fressfeinden (Vögeln, Spitzmäusen, Igeln …) oder sind Witterung und Kälte ausgesetzt.

In leichteren Böden kann das Umgraben schädlich sein.

Boden bearbeiten und verbessern: Bodenleben fördern

Im vorigen Abschnitt haben wir die Nachteile des tiefen Umgrabens betrachtet, zumindest auf leichten Böden, also sandigen, schluffigen und lehmig-schluffigen Böden. Dennoch muss der Boden schonend bearbeitet werden, ohne seine Struktur zu zerstören. Es reicht daher, den Boden lediglich zu lockern, ohne ihn zu wenden – mit einer Grabegabel oder einer Grelinette®. Mit diesen Werkzeugen lässt sich der Boden auf 20 bis 25 cm Tiefe lockern und belüften, ohne die dort lebende Mikrofauna zu zerstören oder zu stören. Die in den Boden gesteckten Zinken und die zu sich herangezogenen Griffe lockern die Erde tiefgründig, ohne sie zu wenden. Regenwürmer werden geschont und das mikrobielle Leben bleibt erhalten, da die Bodenschichten nicht vermischt werden. Außerdem sparen Sie sich dabei einiges an Kraft. Alles über die Verwendung dieses Werkzeugs erfahren Sie hier: Wozu dient eine Grabegabel?

In diesem Zusammenhang ist auch der Kultivator ein Werkzeug, das es (wieder)zuentdecken gilt, denn auch er dient dazu, den Boden etwa zehn Zentimeter tief zu lockern. Mehr dazu: Wozu dienen Gartenkralle oder Kultivator?

Bodenleben und Bodenverbesserung

Ein schonend bearbeiteter und verbesserter Boden ist ein lebendiger Boden

Um das Bodenleben zu fördern, ist es außerdem entscheidend, im Herbst und Frühjahr, kurz vor der Aussaat und den Pflanzungen, organische Bodenverbesserer auszubringen. Diese Bodenverbesserer sind natürlich sehr nützlich für die Zusammensetzung und Struktur des Bodens, die Wurzelbildung und die Wasserspeicherung. Vor allem aber dienen sie als Nahrung für die verschiedenen Schichten der Mikrofauna, die sie in Humus umwandelt. Deshalb ist es wichtig, Kompost, aber auch Lauberde oder Mist in den Boden einzuarbeiten. 

Wenn Sie mehr erfahren möchten, laden wir Sie ein, unsere verschiedenen Beiträge zur Bodenverbesserung zu entdecken:

Bodenbedeckung: wichtig für die Mikrofauna

Um das Bodenleben zu fördern, ist es außerdem wichtig, den Boden nicht unbedeckt zu lassen. Denn ein unbedeckter Boden ist Witterungseinflüssen ausgesetzt, die eine oberflächliche Kruste bilden und dadurch die Zirkulation von Wasser und Luft sowie das Leben der Bodenfauna beeinträchtigen. Außerdem erwärmt sich unbedeckter Boden im Sommer stark und kühlt sich im Winter bei Frost abrupt ab. Diese thermische Instabilität stört das Leben der Mikrofauna. Schließlich verdunstet Wasser in unbedecktem Boden leichter. Nicht zu vergessen: Ein unbedeckter Boden laugt schnell aus. Ohne Zufuhr organischer Substanz kann sich die Mikrofauna nicht ernähren und verschwindet schließlich.

Deshalb ist es unerlässlich, den Boden zu bedecken. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Bodenleben und Mulchen

Mulchen und der Anbau von Gründüngung bedecken den Boden und fördern so das Leben der Mikroorganismen im Boden.

  • Mulchen: Besteht der Mulch aus organischen Materialien, gekauft oder selbst hergestellt, ist er sehr nützlich für das Bodenleben. Mit der Zeit zersetzt sich der Mulch, bildet Biomasse und ernährt so die Mikroorganismen im Boden, die ihn in Humus umwandeln. Nicht jeder Mulch ist gleich geeignet. Um das Bodenleben zu fördern, sind selbst hergestellte Materialien wie getrockneter Rasenschnitt, Laub, gehäckselte Zweige, Erntereste, Stroh, Heu und Kompost ideal. Auch Beinwell- oder Brennnesselblätter können als Mulch verwendet werden.
  • Gründüngung oder Zwischenfrüchte werden im Frühjahr oder Herbst auf freien Beeten oder zwischen Kulturen ausgesät. Sie bilden organische Substanz, verbessern die Bodenstruktur, reichern den Boden an und locken bestäubende Insekten an. Dank ihres kräftigen Wurzelsystems lockern und belüften diese Gründüngungspflanzen den Boden und fördern so das mikrobielle Leben. Bei ihrer Zersetzung – an der Oberfläche oder eingearbeitet – wird die organische Substanz wieder an den Boden abgegeben und bildet Humus.

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den Boden und das Bodenleben anreichern