Warum werden Rosen gepfropft?
Rosenunterlagen: Eigenschaften für die richtige Wahl
Inhaltsverzeichnis
Beim Rosenkauf wird die Unterlage oft übersehen. Rosenmehrung erfolgt meist durch Pfropfen: Vor- und Nachteile von Rosa canina, Rosa multiflora und Rosa laxa.
Rosenvermehrung durch Pfropfung
Die Aussaat liefert nicht immer zuverlässige und gute Ergebnisse, wenn eine Pflanze unter Erhalt ihres Erbguts, also sortenrein, vermehrt werden soll. Die Stecklingsvermehrung ergibt zwar einen „Klon“ der Mutterpflanze, erreicht aber nicht immer eine ausreichend hohe Erfolgsquote und kann zu empfindlichen, instabil wachsenden Pflanzen führen.
Die Vermehrung muss dann durch Pfropfung erfolgen, insbesondere bei Modernen Hybrid-Rosen.
Dafür wird eine wegen ihrer Eigenschaften (Blüte, Duft) geschätzte Rosensorte auf eine botanische Rose gepfropft, die sich an eine bestimmte Boden- und Klimaart angepasst hat, krankheitsresistent oder besonders wüchsig ist.
Ein Zweig oder eine Knospe des Edelreises wird dabei in das Gewebe der Unterlage eingesetzt. Die neue Rose profitiert so von den genetischen Vorzügen beider Sorten: Ihre Schwächen werden ausgeglichen, und sie wird widerstandsfähiger. Kurz gesagt liefert der Edelreis Zweige, Blüten und manchmal Früchte, während die Unterlage Wurzeln und natürliche Wuchskraft beisteuert.
Durch die Pfropfung lässt sich also eine Sorte gewinnen, die die Eigenschaften zweier Arten vereint. Diese Rose kann sich besser an bestimmte klimatische Bedingungen (Kälte, Feuchtigkeit, Trockenheit …) und Bodenarten (sandig, schwer, sauer, kalkhaltig …) anpassen und dadurch besser gegen Krankheiten (Mehltau, Sternrußtau, Rost, Botrytis …) widerstehen.
Schließlich ist die Pfropfung unverzichtbar, um bestimmte Sorten mit besonderen Wuchsformen zu erhalten, die in der Natur nicht vorkommen, etwa Hochstammrosen.

Veredelte Rosen
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Aber welche Unterlage wählen? Das hängt von den Bedingungen in Ihrem Garten, der Kultur und der gewünschten Verwendung ab.
Hier finden Sie die gängigsten Unterlagen für Rosen und ihre wichtigsten Vorzüge.
Rosa canina: frosthart und bodentolerant
Rosa canina ist auch als Hunds-Rose bekannt. Sie wächst wild und ist die in Frankreich am weitesten verbreitete indigene Art.
Ihre Robustheit und natürliche Wuchskraft machten sie viele Jahre lang zur einzigen Unterlage für Gartenrosen. Zudem ist sie am leichtesten erhältlich.
Sie wird verwendet für: großblütige Sorten, Tee-Hybriden, Floribunda- und Kletterrosen.
Vorteile:
- Wuchskraft
- Winterhärte
- einfache Kultur
- Verträglichkeit mit den meisten Böden (kalten, armen, trockenen, sandigen bis steinigen und auch kalkhaltigen Böden)
- geringe Krankheitsanfälligkeit
Nachteile:
- verträgt keine sauren Böden
- benötigt einen sonnigen Standort (in warmem Klima auch Halbschatten)
- bildet viele Wurzelschösslinge
- weniger trockenheitsverträglich
Viele canina-Rosensorten werden als Unterlagen verwendet. Dazu gehört etwa die dornenlose Sorte Rosa canina inermis, die gelegentlich für Strauch- oder Kletterrosen in saurem Boden genutzt wird. Die Hunds-Rose canina ‘Pfander’ dient als Unterlage für Stammrosen, Trauerrosen und Zwergrosen.

Rosa canina (Foto AnRo0002 – Wikimedia)
Rosa laxa: für kalkhaltige Böden
Rosa laxa ist eine besonders bodentolerante Unterlage. Ihre Stärke ist die Eignung für kalkhaltige Erde, auf der die Blätter anderer Sorten vergilben können (Chlorose), bevor die Pflanzen absterben.
Das Wachstum der Triebe endet im Jahresverlauf relativ früh. So können die oberirdischen Pflanzenteile vor der kalten Jahreszeit ausreifen, wodurch die Zweige weniger frostempfindlich sind. Diese Unterlage wird häufig im Osten Frankreichs und in der Schweiz verwendet.
Sie wird verwendet für: Busch- und Kletterrosen sowie einige Tee-Hybriden, vor allem im Freiland.
Vorteile:
- Wuchskraft
- tiefes Wurzelsystem, das Trockenheit und Frost standhält
- lange Lebensdauer
- für alle Bodentypen geeignet
- intensive Blütenfarben
- dornenlose Triebe
- wenige Wurzelschösslinge
Nachteile:
- weniger verzweigt als andere Unterlagen
- kann rostanfällig sein
- nicht mit allen Tee-Hybriden kompatibel

Rosa laxa
Rosa multiflora: wuchsstark und ideal für Kübel
Rosa multiflora verleiht veredelten Rosen gute Wuchskraft und eine stärker verzweigte Wuchsform als andere Unterlagen. Sie ist im Loiretal weit verbreitet.
Sie wird verwendet für: die Kultur im Kübel sowie Busch- und Kletterrosen.
Vorteile:
- Wuchskraft
- verzweigter, kompakter Wuchs
- verträgt saure Böden
- reichblühend
- Mehltauresistenz
- frost- und trockenheitsverträglich
Nachteile:
- verträgt keine kalkhaltigen Böden
- kürzere Lebensdauer, besonders bei großblütigen Rosen und Tee-Hybriden
- lässt kräftige Blütenfarben (Rosa, Orange) blasser erscheinen
- mitunter zu geringe Winterhärte

Rosa multiflora (Foto AnRo0002 – Wikimedia)
Rosa rugosa: für feuchte Böden
Diese Unterlage wird auch als Zierrose verwendet und ist in Gartencentern leicht erhältlich. Dank ihres flachen, oberflächennahen Wurzelsystems verträgt sie feuchte bis sumpfige Böden.
Sie wird verwendet für: großblütige Rosen und Schnittrosen.
Vorteile:
- Frosthärte
- für feuchte Böden geeignet
- verträglich mit Gischt und sandigen Böden
- Krankheitsresistenz
Nachteile:
- kürzere Lebensdauer
- wenig trockenheitsverträglich
- verträgt keinen hohen Kalkgehalt
- bildet viele Wurzelschösslinge

Rosa rugosa (Foto Mary Hutchinson – Wikimedia)
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Degeneration gepfropfter Rosen
Veredelte Rosen können degenerieren, wenn Blüten der Unterlage (Wildrosenblüten) erscheinen. Dann bilden sich „Wassertriebe“, die entfernt werden müssen, damit sie die veredelte Sorte nicht überwuchern.
Vorbeugen lässt sich durch Verzicht auf tiefes Umgraben, das die Wurzeln der Unterlage verletzen kann.
Mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber Hilfe, meine Rose degeneriert!

Eine Rose mit verschiedenfarbigen Blüten durch einen Wassertrieb (Foto: Nadia308 – Flickr)
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