Hühner vor Kälte schützen: Tipps

Hühner vor Kälte schützen: Tipps

Im Winter helfen einige Vorkehrungen Ihren Hühnern, die Kälte gut zu überstehen.

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 20. November 2025  durch Pascale 8 min.

Hühner im Winter schützen: Tipps zu Kälte, Schnee, Futter und Legeleistung für gesunde Tiere bis -15 °C.

Schwierigkeit

Frieren Hühner?

Eine Gänsehaut bekommen: Kennen Sie diese Redewendung, die den Zusammenhang zwischen Kälte und dem Aufstellen der Körperhaare beschreibt? Überraschenderweise friert ein Huhn nicht wirklich: Es übersteht Temperaturen von -15 bis -20 °C ohne große Probleme – ebenso wie kleine Wildvögel. Die Natur hat vorgesorgt.

Zum Schutz vor Kälte besitzen Hühner eine natürliche Daunenjacke: ihr Gefieder. Das dichte Federkleid hält Luft fest und bildet eine isolierende Schicht. Außerdem regulieren Hühner ihre Körpertemperatur von 40–42 °C selbst. Im Spätsommer oder Herbst mausern sich Hühner ab einem Jahr und erneuern einen Teil ihres Gefieders. Damit sind sie bestens gegen Kälte gerüstet. Manche wechseln ihr Gefieder jedoch nicht und kommen trotzdem gut zurecht. Empfindlicher gegenüber Kälte sind dagegen die Füße, der Kamm und die Kehllappen. Bei großer Kälte können diese Körperteile sogar erfrieren.

Hühner und Kälte

Hühner fürchten die Kälte nicht. Nur Kamm, Füße und Kehllappen sind empfindlich

Auch wenn Hühner niedrige Temperaturen problemlos vertragen, fürchten sie Feuchtigkeit und Zugluft besonders. Beides kann Atemwegserkrankungen wie den Hühnerschnupfen auslösen. Dagegen sollten Sie vor allem vorgehen.

Wenn Sie in einer Region mit harten Wintern leben, wählen Sie winterharte, wenig kälteempfindliche Rassen wie das weitverbreitete Rote Huhn, Marans, Brahma, Wyandotte oder Sussex. Auch Hühner aus Ihrer Region sind an die dortigen klimatischen Bedingungen angepasst.

Pascales Tipp: Bei mir trotzt das Nackthalshuhn aus dem Forez (sein Name passt gut, denn sein Hals ist unbefiedert!) ebenso gut Kälte wie Hitze!

Hühnerstall vor Nässe und Zugluft schützen

Klar ist: Hühner haben keine Angst vor trockener Kälte. Trotzdem kommt es für sie nicht infrage, den „Angsthasen“ zu spielen! Denn Feuchtigkeit bekommt ihnen überhaupt nicht, da sie die Entstehung von Atemwegserkrankungen und anderen Bakterien begünstigt. Zur Feuchtigkeit kommen Zugluft, die für Ihre Hühner ebenfalls fatal sein kann: Sie können sich ganz einfach erkälten oder eine Bronchitis bekommen. Daher ist es äußerst wichtig, den Hühnerstall vor Zugluft und Feuchtigkeit zu schützen.

Hühnerstall abdichten und höher stellen

Wenn Sie sich für einen Hühnerstall aus Holz entschieden haben, ist es wichtig, ihn vor der Feuchtigkeit des Bodens zu schützen. Sie müssen ihn höher stellen, zum Beispiel auf Betonsteine, Holzpfosten oder eine wasserdichte und absolut stabile Fläche. Eine Rampe ermöglicht den Hühnern, den Stall jederzeit zu betreten.

Die zweite Priorität bei großer Kälte besteht darin, den Hühnerstall gegen Kälte zu isolieren und vor allem alle Zugluftquellen zu beseitigen. Die Belüftung darf dabei nicht unterbunden werden! Sie müssen Ihren Hühnerstall abdichten und schützen. Das beginnt beim Dach, das absolut wasserdicht sein muss. Am einfachsten ist es, außen eine Plane anzubringen. Die Innenwände können mit Sperrholzplatten verkleidet werden. Darunter lassen sich Styropor- oder Korkplatten, Mineralwolle oder Luftpolsterfolie anbringen. Achten Sie darauf, diese Isolierstoffe gut zu verstecken, da die Hühner mit Begeisterung daran picken.

Ein stabiler Hühnerstall mit einer guten Tür ist im Winter ideal, um die Hühner vor Kälte zu schützen.

Abdichten bedeutet jedoch nicht, den Stall hermetisch zu verschließen! Lassen Sie Türen und Fenster frei, damit Sie sie tagsüber öffnen können und eine gute Belüftung gewährleistet ist.

Eine gute Streuschicht ausbringen

Damit Ihre Hühner sowohl vor Kälte als auch vor Feuchtigkeit geschützt sind, sorgen Sie für eine gute Stroheinstreu für ihre kleinen Füße (notfalls auch grobe Holzspäne). Und sparen Sie nicht an der Schichtdicke! Für eine gute, warme Unterlage sollten es 5 bis 10 cm sein, in der die Hühner gerne scharren und picken.

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Im Winter: Luxuseinstreu für meine Hühner, die eine warme Nacht verbringen werden

Für eine optimale Hygiene im Hühnerstall muss diese Stroheinstreu natürlich regelmäßig gereinigt werden, denn wenn es schneit, verbringen die Hühner mehr Zeit im Stall.

Heizen oder nicht?

Im Handel und in spezialisierten Online-Shops findet man Wärmelampen, die speziell für Hühnerställe entwickelt wurden. Sie spenden etwas Wärme und zugleich Licht, das draußen seltener ist. Was ist davon zu halten? Zum einen müssen sie allen geltenden Normen entsprechen, um jede Brandgefahr zu vermeiden. Außerdem sollten sie nur in großen, stabilen Hühnerställen eingesetzt werden. Schließlich sind sie nur in sehr kalten Regionen sinnvoll, da sie die Hühner aus dem Rhythmus bringen können. Sie verlieren dann ihr Zeitgefühl. Deshalb sollten die Lampen nur wenige Stunden am Tag eingeschaltet werden.

Hühnerfütterung an Kälte anpassen

Im Winter verbrauchen Hühner etwas mehr Energie, um der Kälte zu trotzen. Außerdem sind Insekten und Würmer, die sonst zu ihrem täglichen Speiseplan gehören, rar geworden. Damit sie die Kälte wirksam bekämpfen können, sollte ihr Futter mit Proteinen, Mineralstoffen und Vitaminen angereichert werden. So können Sie ihrer Ration Folgendes hinzufügen:

  • getrocknete Insekten wie Mehlwürmer, Larven der Schwarzen Soldatenfliege …
  • gebrochenen Mais und Hafer, die ihnen helfen, eine Fettschicht anzulegen
Hühner Kälte

Mais als Futterzugabe im Winter

  • Rote Bete oder Blattkohl aus dem Garten, nach Bedarf geerntet und als wertvolle Grünfutterquelle
  • Austernschalen als Kalziumquelle (übrigens das ganze Jahr über!)

Pascales Tipp: Bei großer Kälte bereite ich meinen Hühnern einen Brei zu, den sie heiß lieben. Zum gekochten Gemüseschalen gebe ich Reis, Nudeln, Grieß oder zerdrückte Kartoffeln, gelegentlich auch gekochte Kichererbsen, Linsen, getrocknete Bohnen oder Erbsen als pflanzliche Proteinquelle. Diesen Brei serviere ich ihnen morgens lauwarm, um die Kälte der Nacht auszugleichen. Fleisch- oder Fischreste bekommen sie dagegen nicht. Außerdem lasse ich sie im abgeernteten Gemüsegarten umherstreifen, damit sie sich an Larven von Schadinsekten und nebenbei an den zahlreichen Regenwürmern in meinem Boden gütlich tun können.

Einfrieren von Wasser verhindern

Hühner brauchen auch im Winter Wasser. Schützen Sie es vor Frost: großer Plastiknapf, Tischtennisball oder beheizte Tränke.

Hühner rauslassen für mehr Eier

Hühner gehen gerne nach draußen, ob es friert, regnet oder schneit. Nichts hält sie davon ab, und wenn sich das Wetter stark verschlechtert, finden sie problemlos in ihren Hühnerstall zurück. Im Stall eingesperrt, geraten sie unter Stress, was Federpicken und Krankheiten begünstigt.

Trotzdem sollten Sie ihnen einen Unterstand bieten, in dem sie bei jedem Wetter draußen bleiben können. Ob Sie ihn aus Restholz mit nur vier Holzpfosten und einer gewellten Platte bauen oder eine Plane kaufen: Stellen Sie den Unterstand windgeschützt auf.

Pascales Tipp: Unter dem Außenunterstand meiner Hühner habe ich eine Sitzstange angebracht. So können sie ihr Gehege nutzen, ohne sich bei großer Kälte die Füße abzufrieren. Diesen Winter, als sich das Rispige Gipskraut nur langsam lichtete, verbrachten sie dort stundenlang.

Hühner Kälte

Im Winter schätzen Hühner einen Außenunterstand mit Sitzstange als Schutz vor der Kälte

In Regionen mit reichlich Schneefall empfiehlt es sich außerdem, Ihren Junghennen einen Weg zum Außenunterstand freizuschaufeln. Ein kräftiger Einsatz mit der Schaufel, und sie werden es Ihnen danken!

Bei großer Kälte ist schließlich eine letzte Vorsichtsmaßnahme wichtig: Tragen Sie etwas Vaseline auf die Füße, Kehllappen und den Kamm Ihrer Hühner auf. Das Fett bildet eine isolierende Schutzschicht gegen die Kälte.

Zum Schluss

Hühner überstehen den Winter und legen weiter. Hitze fürchten sie mehr: Außenstall schützt vor Sonne. Pascale: Fünf Hennen legten bei -10 °C täglich 4–5 Eier.

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