Kranke oder fleckige Blätter: Welche behalten, welche entfernen?

Kranke oder fleckige Blätter: Welche behalten, welche entfernen?

Kompostieren, zum Mulchen nutzen oder entsorgen?

Inhaltsverzeichnis

Erstellt der 14. Oktober 2026  durch Pascale 8 min.

Krankes Laub: Was darf auf den Kompost oder als Mulch bleiben, was muss weg? Die Ursache entscheidet: Pilze, Bakterien, Viren, Mangel oder Stress.

Herbst Schwierigkeit

Laub im Garten verwenden?

Zugegeben, das Aufsammeln von Laub gehört nie zu den erfreulichsten Gartenarbeiten. Betrachtet man es jedoch nicht als lästigen Abfall, sondern als kostenlose und vielseitig nutzbare Ressource im Garten, erscheint diese Arbeit weniger mühsam. Denn Laub ist im Garten äußerst wertvoll.

  • Als Mulch unter Beeten und im Gemüsegarten schützt es den Boden vor Frost, verringert die Auswaschung von Nährstoffen durch winterliche Niederschläge und hemmt das Wachstum von Unkraut. Gleichzeitig bildet es wieder Humus wie im Unterholz.
  • Gehäckselt oder schichtweise in den Kompost eingearbeitet, liefert es den nötigen Kohlenstoff zum Ausgleich der stickstoffreichen Materialien aus Rasenschnitt und Küchenabfällen und fördert zugleich die Aktivität der Regenwürmer.
  • Das Aufsammeln ermöglicht außerdem die Herstellung von Lauberde: Lagert man das Laub ein bis zwei Jahre allein in einem großen schwarzen Sack oder einem Drahtgitterbehälter, zersetzt es sich langsam zu einem feinen, leichten Substrat, das ideal für die Aussaat oder zum Umtopfen säureliebender Pflanzen ist.
  • In einer ruhigen Ecke des Gartens zu einem Haufen aufgeschichtet, bietet es der nützlichen Kleintierwelt einen unverzichtbaren Winterunterschlupf – vom Igel bis zu Nützlingen.

    Soll kranker Laubfall für Kompost oder Mulch aufbewahrt werden?

    Laub liefert Kohlenstoff für den Kompost

Dennoch wirft das Aufsammeln von Laub bei sorgfältigen Gärtnern manchmal Fragen auf. Manche Blätter sind fleckig, angeknabbert oder offensichtlich krank … Was soll man damit tun?

Befallene Blätter entsorgen oder verbrennen

Um kranke, nicht aufzubewahrende Fallblätter auszusortieren, ist es wichtig zu wissen, dass das Verbrennen von Grünabfällen (Laub, Rasenschnitt, Schnittgut) in Frankreich streng geregelt ist. Laut Rundschreiben von 2011 und Umweltgesetzbuch ist das Verbrennen privater Grünabfälle im Freien grundsätzlich das ganze Jahr über streng verboten. In einigen Departements oder ländlichen Gebieten kann das Verbrennen solcher Abfälle jedoch unter bestimmten Umständen erlaubt sein, etwa zur Bekämpfung von Schaderregern. Deshalb sollten Sie unbedingt bei Ihrer Gemeinde oder Präfektur nachfragen: Wer Laub zu Hause verbrennt, riskiert ein Bußgeld von 450 Euro. Statt das Laub zu verbrennen, sollte man es daher besser zur Wertstoffannahmestelle bringen. Diese arbeitet mit professionellen Kompostieranlagen zusammen, die bei hohen Temperaturen kompostieren und Krankheitserreger abtöten können.

Doch zurück zu unserem Laub – und zwar zu krankem! Einige Blätter müssen gründlich aufgesammelt und direkt zur zuständigen Wertstoffannahmestelle gebracht werden. Das gilt insbesondere für Blätter, die von Krankheitserregern befallen sind, welche pilzliche oder bakterielle Krankheiten verursachen. Warum sollte man sie entsorgen? Ganz einfach: Diese Krankheitserreger überleben im Falllaub als Sporen oder Myzel oder überstehen den Winter in Pflanzenresten. Im Frühjahr können sie neue Ernten oder junge Triebe erneut infizieren, wenn das Laub liegen bleibt oder im Hauskompost landet, der häufig nicht heiß genug wird, um sie abzutöten. Entscheidend ist daher, die Krankheit zu erkennen. Gelingt Ihnen das nicht, gehen Sie lieber auf Nummer sicher und bringen Sie das Laub zur Wertstoffannahmestelle.

Geflecktes Falllaub: kompostieren oder entsorgen?

Bestimmtes geflecktes Falllaub muss gründlich aufgesammelt und direkt zur zuständigen Wertstoffannahmestelle gebracht werden.

Krankheiten, die im Falllaub überdauern

  • Mehltau ist am weißen Belag auf dem Laub von Kürbis und Zucchini, Rosen, Kultur-Apfel … zu erkennen. Die verantwortlichen Pilze überwintern als widerstandsfähige Sporen auf Falllaub und Knospen.
  • Die Schorfkrankheit an Kultur-Apfel, Birnbaum und Quitte zeigt sich durch samtige, olivfarbene bis schwarze Flecken auf den Blättern und später auf den Früchten. Der Pilz (Venturia inaequalis oder pyrina) überwintert im zu Boden gefallenen Laub. Im Frühjahr werden die Sporen durch Regen auf die jungen Blätter geschleudert.
  • Die Sternrußtaukrankheit oder Marsonia der Rosen ist an runden schwarzen Flecken, Vergilbung und vorzeitigem Blattfall zu erkennen. Die Sporen überleben auf dem am Boden liegenden Laub.
  • Der Rost an Rosen, Malvengewächsen, Lauch, Knoblauch … ist an orangefarbenen, gelben oder braunen Pusteln auf der Blattunterseite zu erkennen. Die Sporen überwintern an Trieben und nahen Wildkräutern.

    Sollte man krankes Laub behalten?

    Von Rost befallenes Laub sollte zur Wertstoffannahmestelle gebracht werden.

  • Die Kraut- und Braunfäule zeigt sich durch graue bis braune, nekrotische Flecken auf Blättern und Stängeln von Tomate, Kartoffel und Weinrebe. Auch der weiße Belag auf der Blattunterseite ist typisch. Die Sporen können im Boden oder an Ernterückständen überleben, etwa an vergessenen Kartoffeln.
  • Die Kräuselkrankheit des Pfirsichbaums zeigt sich durch rote Wölbungen auf dem sich im Frühjahr kräuselnden Laub. Auch wenn sich die Sporen eher unter den Knospenschuppen und unter der Rinde verbergen, sollte das Laub vorsichtshalber entsorgt werden.
  • Der Feuerbrand wird durch ein Bakterium (Erwinia amylovora) verursacht, das die Blätter von Bäumen und Sträuchern aus der Familie der Rosengewächse plötzlich vertrocknen lässt. Sie verfärben sich braun oder schwarz, bleiben aber an den Zweigen hängen. Es handelt sich um eine sehr schwere, hochansteckende und meldepflichtige Krankheit. Da es keine Behandlung gibt, müssen befallene Zweige und Blätter unbedingt abgeschnitten werden. Informieren Sie Ihre Gemeinde oder den regionalen Pflanzenschutzdienst, um das weitere Vorgehen zu erfahren.

Schädlinge, die im Falllaub überleben

Falllaub bietet zahlreichen Insekten und Gartenschädlingen einen idealen Unterschlupf für die Überwinterung – als Ei, Larve, Puppe oder in Winterruhe:

  • Minierfliegen und Miniermotten – ihre Larven fressen Gänge direkt im Inneren der Blattspreite. Manche Minierfliegen verlassen das Blatt am Saisonende und verpuppen sich im Boden knapp unter der Oberfläche. Andere, wie die Rosskastanien-Miniermotte, überwintern als äußerst widerstandsfähige Puppen direkt im herabgefallenen Laub. Deshalb ist das Aufsammeln und Entsorgen gefleckten Rosskastanienlaubs wichtig, um den Befall im Folgejahr zu begrenzen.

    Falllaub: Was behalten, was entsorgen?

    Da die Rosskastanien-Miniermotte im Laub überwintert, muss es unbedingt entsorgt werden.

  • Erdflöhe sind winzige, springende Käfer, die Löcher in die Blätter von Kohl, Rettich, Rübe … fressen. Im Spätherbst verlassen die erwachsenen Käfer die Pflanzen und verstecken sich unter anderem unter Falllaub. Sobald es im Frühjahr wieder milder wird, kommen sie aus ihrem Versteck und befallen junge Aussaaten.
  • Der erwachsene Dickmaulrüssler versteckt sich im Winter häufig unter dicken Laubschichten am Fuß von Alpenrosen und Lorbeerkirschen.

Beschädigtes Herbstlaub kompostieren oder als Mulch verwenden

Manche Flecken auf toten Blättern schaden dem Boden oder den künftigen Pflanzen nicht, da sie durch vorübergehende Mangelerscheinungen, besonderen Stress oder sogar durch Pilze verursacht werden, die keine gesunden Pflanzen befallen. Auch perforierte oder angeknabberte Blätter können kompostiert oder als Mulch liegen gelassen werden, da die verursachenden Insekten nicht im Laub überwintern.

Unsere Übersicht über fleckige oder von Insekten befallene Blätter, die aufbewahrt oder kompostiert werden können:

  • Blätter mit vielen Löchern, angeknabberten Rändern sowie Einstichen oder Verfärbungen durch saugende Insekten wie Blattläuse, Schildläuse und Rote Spinnen Auch andere Insekten wie Zikaden, Blattwespen und manche Raupen befallen das Laub. Die meisten Insekten, die diese Blätter genutzt haben, sind längst verschwunden, um als Ei, Puppe oder erwachsenes Tier im Boden oder unter der Rinde zu überwintern. Kurz gesagt: Da diese Insekten nicht mehr auf den toten Blättern leben, können diese kompostiert oder als Mulch verwendet werden.
  • Blätter mit Nährstoffmangel, etwa Chlorose, erkennbar meist an einer vorzeitigen Gelbfärbung, sollten kompostiert werden.
  • Durch große Hitze verbrannte Blätter, durch Wasserstress nekrotische oder von Hagel durchlöcherte Blätter können kompostiert oder ohne Risiko liegen gelassen werden.
  • Mit Rußtau befleckte Blätter, einem rußähnlichen schwarzen Belag, der durch einen Pilz entsteht, der sich vom Honigtau der Blatt- und Schildläuse ernährt, sind kompostierbar.

    Beschädigte tote Blätter: Kann man sie kompostieren?

    Nach dem Absterben kann dieses Blatt kompostiert werden oder liegen bleiben.

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