Erdfloh bekämpfen und Kohl schützen?

Erdfloh bekämpfen und Kohl schützen?

Kohlerdfloh erkennen, vorbeugen, natürlich bekämpfen

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 1. September 2025  durch Marion 5 min.

Wir lieben Kohl im Gemüsegarten, doch er ist anfällig für Schädlinge und Krankheiten. Erfahren Sie, wie Sie die Kohlerdfloh erkennen, Schäden vorbeugen und sie natürlich bekämpfen.

Frühling, Sommer, Herbst Schwierigkeit

Flohkäfer erkennen?

Wie sieht der Kohlerdfloh aus?

Der Kohlerdfloh ist ein Käfer aus der Familie der Blattkäfer. Mit nur wenigen Millimetern Körperlänge ist er sehr klein und trägt einen glänzenden, dunklen Panzer, der manchmal blau oder grün schimmert.

Er besitzt lange Fühler und Flügeldecken, mit denen er mehrere hundert Meter weit fliegen kann. So gelangt er leicht zu einer neuen Wirtspflanze, um sich dort zu ernähren.

Außerdem hat der Kohlerdfloh ein Paar stark entwickelte Hinterbeine, mit denen er sich durch Sprünge schnell fortbewegen und in Sicherheit bringen kann. Daher wird er auch Gartenfloh oder Erdfloh genannt.

Die Eier sind weniger als 0,5 mm groß, oval und hellgelb oder durchscheinend. Das von dem weiblichen Tier abgesonderte Sekret befestigt sie an der Blattunterseite, entlang der Blattadern oder direkt im Boden.

Die Larve ist 5 bis 6 Millimeter lang. Ihr länglicher Körper ist gelb oder weißlich; Beine und Kopf sind meist schwarz.

Es gibt zahlreiche Erdfloh-Arten, von denen einige andere Pflanzen befallen, etwa Tomaten, Rote Bete oder Weinreben. Der Kohlerdfloh, der Kreuzblütler (früher Kreuzblütlergewächse) bevorzugt, ist jedoch am weitesten verbreitet.

Lebensweise und Fortpflanzung der Erdflöhe

Der Befall durch Erdflöhe beginnt meist im späten Frühjahr, etwa im Mai oder Juni, und dauert an, bis die Temperaturen im November sinken. Das Insekt bevorzugt warme, trockene Bedingungen, scheut jedoch Feuchtigkeit.

Nach der Überwinterung im Boden erwachen die erwachsenen Erdflöhe mit großem Appetit und machen sich über die zarten Blätter und jungen Triebe von Kohl her.

Glücklicherweise gibt es normalerweise nur eine Generation Erdflöhe pro Jahr: Die Hunderte vom Weibchen gelegten Eier schlüpfen innerhalb von 1 bis 2 Wochen.

Die Larve ernährt sich von den Wurzeln der Pflanzen und bohrt Gänge in die Blätter, bevor sie sich im Sommer verpuppt.

Anschließend fressen die jungen Käfer bis zur nächsten Überwinterung weiter, womit ein neuer Entwicklungszyklus beginnt.

Schäden durch den Kohlerdfloh

Beim Fressen der Kohlblätter verursacht der Kohlerdfloh zahlreiche kleine, mehr oder weniger dicht verteilte runde Löcher, die wie Einstiche aussehen. Auch die Stängel können angefressen werden.

Bei starkem Befall drohen:

  • eine Schwächung der Jungpflanzen und Keimblätter (erste von Pflanzen gebildete Blätter)
  • eine Verlangsamung des Wachstums der Pflanze
  • mehr oder weniger starke Auswirkungen auf die Ernte

Typische Fraßlöcher auf einem Kohlblatt

Natürliche Mittel gegen Erdflöhe

Wie bei vielen Schädlingen kann vor allem das massenhafte Auftreten von Erdflöhen im Garten zum Problem werden. Konnte eine vorbeugende Behandlung die gefräßigen Käfer nicht davon abhalten, Ihren Kohl zu besiedeln, lässt sich ihr Auftreten und der verursachte Schaden dennoch begrenzen.

  • Regelmäßiges Gießen, das für das Wachstum des Kohls ohnehin notwendig ist, sorgt für eine Feuchtigkeit, die Erdflöhe nicht mögen. Gießen Sie am besten früh morgens oder am späten Nachmittag, damit das Wasser nicht zu schnell verdunstet.
  • Regelmäßige Kontrollen der Kohlpflanzen und das Absammeln erwachsener Käfer oder Larven können bei schwachem Befall trotz des hohen Zeitaufwands ausreichen.
  • Regelmäßiges Hacken rund um die Pflanzen während der Saison kann im Boden abgelegte Eier beseitigen und die Eiablage stören.
  • Streuen Sie Holzasche oder Kieselgur rund um die Pflanzen. Beides wirkt ätzend auf Insekten. Nach Regen muss die Anwendung wiederholt werden.
  • Stellen Sie gelbe Leimtafeln oder Klebestreifen als Farbfallen auf. Die von der Farbe angelockten Käfer bleiben daran haften.
  • Natürliche Spritzmittel können die biologische Bekämpfung begleiten und abschreckend wirken: Jauchen aus Balsamkraut, Weißblühendem Beifuß oder Brennnessel, Knoblauchaufgüsse oder auch Schmierseife.
  • Bei starkem Befall als letzten Ausweg punktuell und gezielt ein natürliches Insektizid auf Pyrethrumbasis einsetzen oder Neemöl anwenden.

Diese Mittel sollten trotz ihrer natürlichen Herkunft sparsam im Garten eingesetzt werden, da sie nicht selektiv wirken: Sie schädigen alle Insekten unterschiedslos, sowohl Schädlinge als auch Nützlinge.

Auf Dauer können sie daher das biologische Gleichgewicht stören und das Auftreten neuer Parasiten oder Krankheiten begünstigen. Ein echter Teufelskreis, den es zu vermeiden gilt.

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Kohlerdfloh vorbeugen: der beste Schutz

Erdflöhe haben kaum natürliche Fressfeinde, was eine biologische Bekämpfung erschwert. Vorbeugen ist daher immer wirksamer als eine Behandlung, deren Erfolg zufällig sein kann.

Es gibt mehrere Möglichkeiten zur Vorbeugung. Für ein besseres Ergebnis lassen sie sich selbstverständlich kombinieren.

  • Eine Mulchschicht hält den Boden am Pflanzenfuß feucht und kühl und schafft so ein weniger günstiges Umfeld für Erdflöhe, die Feuchtigkeit meiden.
  • Im Frühjahr ein Insektenschutznetz dicht über den Kohlpflanzen anbringen. Wegen der geringen Größe der Erdflöhe sollte die Maschenweite unter 3 mm liegen. Für optimalen Schutz auch die Seiten des Netzes in die Erde eingraben.
  • Aromatische Duftpflanzen in der Nähe des Kohls anbauen, etwa Katzenminze und Weißblühender Beifuß, oder andere abschreckende Pflanzen wie Balsamkraut oder Weiß-Klee.
  • „Fangpflanzen“ anbauen, etwa Brauner Senf als Gründüngung. Er lockt Erdflöhe an und lenkt sie von den Kohlpflanzen ab.
  • Fruchtwechsel praktizieren: Es empfiehlt sich, mehrere Jahre hintereinander keine Kreuzblütler auf derselben Fläche anzubauen (idealerweise bis zu 5 Jahre zu warten).
  • Die Biodiversität im Garten fördern, indem Sie Hecken, Steinhaufen, Brachland, Futterstellen, Nistkästen oder sogar einen naturnahen Teich anlegen: So siedeln sich langfristig am besten natürliche Feinde von Schadinsekten an, etwa Vögel oder Kröten.
  • Bereits kräftige Kohlpflanzen auspflanzen, die durch einen möglichen Befall weniger geschwächt werden.

Balsamkraut und Weiß-Klee, Schutznetz, Gründüngung (hier Brauner Senf) und Mulch sollten zu den Schutzmaßnahmen im Gemüsegarten gehören

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