Die Kartoffel gehört zu den einfachsten und dankbarsten Gemüsesorten für den Anbau im Gemüsegarten. Sie ist anspruchslos, ertragreich und lässt sich auf verschiedene Arten anbauen: im Freiland, im Kübel, im Pflanzturm oder im Gewächshaus. Damit der Kartoffelanbau gelingt, müssen Sie jedoch wissen, wann und wie Sie die Knollen pflanzen. Entdecken Sie unsere Tipps, damit das Pflanzen der Kartoffeln gelingt und Sie den richtigen Zeitpunkt wählen.

Kartoffeln in einem Weidenkorb

Wann pflanzt man Kartoffeln?

Der beste Pflanzzeitpunkt für Kartoffeln hängt hauptsächlich von drei Faktoren ab:

  • der Art der Sorte (früh, mittelfrüh oder spät), die Sie anbauen möchten,
  • dem Klima in Ihrer Region
  • und der gewählten Anbaumethode (im Gewächshaus oder im Freiland).

Im Süden Frankreichs oder in milden Regionen können Sie mit den ersten Pflanzungen Ende Februar im Gewächshaus oder im März im Freiland beginnen, insbesondere bei Frühkartoffeln.

Im Norden Frankreichs, in höheren Lagen oder in kühleren Regionen sollten Sie mit dem Pflanzen im Freiland bis April oder sogar Anfang Mai warten. Der Boden sollte sich dann auf etwa 10 °C erwärmt haben, und die Frostgefahr muss vorüber sein. Im Gewächshaus oder Frühbeet können Sie die Pflanzung um 3 bis 4 Wochen vorziehen. Das lohnt sich besonders, wenn Sie Frühkartoffeln ernten möchten.

Späte Sorten werden etwas später, zwischen Mitte April und Anfang Mai, gepflanzt. Sie benötigen eine längere Kulturzeit, oft bis September. Daher eignen sie sich besser für Regionen mit einem milden und wenig feuchten Spätsommer und Herbst.

Tipp: Lesen Sie auch die Anbauhinweise auf der Verpackung der Kartoffelknollen.

Kartoffelknollen im Gemüsegarten

Kartoffeln vor dem Pflanzen vorbereiten

Vor dem Pflanzen empfiehlt es sich, die Knollen 3 bis 5 Wochen lang vorkeimen zu lassen. Legen Sie die Knollen mit den Keimen nach oben in Kisten oder Eierkartons. Stellen Sie sie anschließend an einen hellen, gut belüfteten und kühlen Ort, idealerweise bei 10 bis 12 °C. Ein unbeheizter Wintergarten, ein kaltes Gewächshaus oder eine helle Garage eignen sich sehr gut.
Nach einigen Wochen erscheinen die Triebe. Sobald die Keime 2 bis 3 cm lang, kräftig und gut gefärbt sind, sind die Kartoffeln bereit zum Pflanzen.
Weitere Informationen finden Sie in unserem Artikel: Wie lassen sich Kartoffeln vorkeimen?

Kartoffelkeime

Wo pflanzt man Kartoffeln?

Die Kartoffel benötigt einen vollsonnigen Standort an einem gut belüfteten Platz. Das begrenzt übermäßige Feuchtigkeit und verringert das Krankheitsrisiko.

Sie bevorzugt einen leichten, lockeren, fruchtbaren und gut durchlässigen Boden mit einem neutralen bis leicht sauren pH-Wert. Verbessern Sie schwere Böden mit reifem Kompost oder etwas Sand. In sehr sandigen Böden können Sie die Bodenstruktur mit gut verrottetem Mist, Kompost oder Blumenerde verbessern. So hält der Boden Wasser besser und versorgt die jungen Pflanzen mit Nährstoffen.

Vermeiden Sie Dünger mit einem zu hohen Stickstoffgehalt. Er fördert zwar das Laub, geht aber zulasten der Knollen. Gut verrotteter Kompost, den Sie im Herbst oder einige Wochen vor dem Pflanzen einarbeiten, reicht vollkommen aus.

Wie pflanzt man Kartoffeln im Freiland?

1- Ziehen Sie Furchen mit einer Tiefe von 10 bis 15 cm. Die Furchen sollten 60 bis 70 cm voneinander entfernt sein.

Ein Gärtner zieht Furchen im Gemüsegarten (KI-Bild)
Ziehen Sie Furchen (KI-Bild)

2- Legen Sie die Knollen mit den Keimen nach oben im Abstand von 30 bis 40 cm in die Furchen. Richten Sie den Abstand nach der Wuchsstärke der Sorte.

Vorgekeimte Kartoffelknollen
Legen Sie die Kartoffelknollen mit den Keimen nach oben in die Erde (Foto)

3- Bedecken Sie die Kartoffeln, ohne den Boden festzudrücken. Häufeln Sie dabei Erde über den Knollen an. Gießen Sie leicht, wenn der Boden trocken ist.

Ein Gärtner bedeckt die Kartoffeln (KI-Bild)
Bedecken Sie die Kartoffeln (KI-Bild)

4- Sobald die jungen Triebe 15 bis 20 cm aus dem Boden ragen, häufeln Sie die Kartoffeln an. Ziehen Sie Erde rund um die Pflanzen, um die Knollen vor Licht zu schützen und die Bildung weiterer Knollen anzuregen. Es empfiehlt sich, das Anhäufeln während der Kultur mehrmals zu wiederholen. Weitere Informationen zu diesem Arbeitsschritt finden Sie in unserem ausführlichen Artikel: Wie und wann häufelt man Kartoffeln an?

Ein Gärtner häufelt Kartoffeln an
Häufeln Sie die Kartoffeln an (KI-Bild)

Kann man Kartoffeln auch anders pflanzen?

Ja, Kartoffeln eignen sich auch für andere Anbaumethoden:

  • Im kalten Gewächshaus oder Frühbeet: Mit dieser Methode können Sie früher in der Saison mit dem Anbau beginnen, insbesondere bei Frühkartoffeln. Der Boden bleibt wärmer, und die Pflanzen sind vor Spätfrösten geschützt. Außerdem gewinnen Sie einige Wochen bis zur Ernte.
  • Im Kübel, Pflanzsack oder Pflanzturm: Diese Methoden eignen sich ideal für Balkon, Terrasse oder kleine Gärten. Füllen Sie zunächst eine Schicht Blumenerde ein. Legen Sie anschließend die Kartoffeln darauf und geben Sie nach und nach weiteres Substrat hinzu, sobald die Pflanzen wachsen.
  • Auf unbearbeitetem Boden mit Mulch: Diese von der Permakultur inspirierte Methode besteht darin, die Knollen direkt auf den Rasen oder auf einen gelockerten und von Unkraut befreiten Boden zu legen. Bedecken Sie sie anschließend mit einer dicken Schicht Stroh, Heu oder Rasenschnitt. Der Pflegeaufwand ist gering, und die Ernte lässt sich leicht einbringen, manchmal sogar ohne Umgraben. Weitere Informationen finden Sie hier: Kartoffeln auf Rasen pflanzen oder sehen Sie sich unser Video an: