Lagerkartoffeln: Ratgeber zur Auswahl
7 späte Kartoffelsorten zur langen Lagerung
Inhaltsverzeichnis
Kartoffeln: Entdecken Sie 7 späte, lagerfähige Sorten sowie Tipps zu Anbau, Ernte und Zubereitung.
Was genau ist eine Lagerkartoffel?
Eine Frühkartoffel wird vor der vollständigen Reife geerntet, 70 bis 90 Tage nach der Pflanzung. Sie sollte schnell verzehrt werden, da sie nicht lagerfähig ist. Im Gegensatz dazu werden Lagerkartoffeln bei voller Reife geerntet. Das ist frühestens nach 110 bis 120 Kulturtagen der Fall, manchmal erst nach 150 Tagen. Lagerkartoffeln haben daher eine deutlich längere Kulturzeit, in der sie eine dickere Schale entwickeln können.
Lagerkartoffeln werden je nach Region und Klima zwischen Mitte März und Mai gepflanzt. Allgemein gilt: Kartoffeln pflanzt man zur Fliederblüte. Ab Februar oder März lässt man die Knollen zunächst an einem hellen, aber kühlen Ort vorkeimen.
Lagerkartoffeln werden geerntet, sobald das Laub zu welken, vergilben und vertrocknen beginnt. Das ist zwischen Ende August und Anfang September der Fall.
Unter optimalen Bedingungen lassen sie sich sechs Monate bis ein Jahr lagern.
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Um Kartoffeln ein Jahr lang zu lagern, müssen sie unter optimalen Bedingungen geerntet und eingelagert werden. Verletzte Kartoffeln faulen, im Licht gelagerte Kartoffeln werden grün und ungenießbar.
Unsere Tipps zur Kartoffelernte
- Für die Kartoffelernte eine Grabegabel verwenden
- Die Grabegabel mit ausreichendem Abstand und in angemessener Tiefe zur Pflanze einstechen, damit die Knollen nicht beschädigt werden
- Den Wurzelballen vorsichtig anheben, damit die Kartoffeln zum Vorschein kommen
- Die Knollen auf dem Boden sammeln und einen Tag trocknen lassen, damit die oberflächliche Feuchtigkeit entweicht
- Nach dieser Abtrocknungszeit die Kartoffeln aufnehmen und die Erde vorsichtig mit den Händen entfernen. Nicht zu kräftig reiben, um die Schale nicht zu beschädigen
- Leicht beschädigte, fleckige oder grün gewordene Knollen sorgfältig aussortieren. Diese Kartoffeln sollten bald verarbeitet werden. Die übrigen, ohne verdächtige Stellen, können eingelagert werden.

Nach dem Ausgraben trocknen die Kartoffeln mindestens einen Tag auf dem Boden ab
Unsere Tipps zur Lagerung
Wenn Sie Kartoffeln den ganzen Winter und bis ins Frühjahr lagern möchten, sind die Lagerbedingungen entscheidend. Die Kartoffeln müssen dunkel gelagert werden, da Licht die Grünfärbung verstärkt. Außerdem sollten sie in einem kühlen, frostfreien, belüfteten und trockenen Raum lagern. Eine Temperatur von 5 bis 8 °C, höchstens 10 °C, ist ideal, damit die Kartoffeln fest bleiben. Ein Keller ist perfekt, aber auch in einer Garage lassen sie sich gut lagern.
Kartoffeln dürfen nicht neben Früchten wie Äpfeln und Birnen oder neben Zwiebeln lagern, da diese Ethylen abgeben, das die Keimung fördert.
Die Kartoffeln werden in Kisten oder Lattenrosten, eventuell in Körben aus Silber-Weide oder Jutesäcken, gelagert. Legen Sie sie nicht direkt auf den Boden, der im Keller stets etwas feucht ist. Die Luft muss außerdem zwischen den Knollen zirkulieren können. Daher können Sie sie auf eine Strohschicht legen.
Ein letzter Tipp: Kontrollieren Sie Ihren Vorrat regelmäßig und sortieren Sie jede beschädigte Kartoffel sofort aus. Fäulnis breitet sich sehr schnell aus.
Unsere Auswahl: 7 Lagerkartoffeln
Angesichts der vielen Kartoffelsorten fällt die Auswahl schwer. Wir stellen Ihnen dennoch 7 Sorten vor, die lange lagerfähig, leicht zu kultivieren, krankheitsfest und geschmacklich überzeugend sind.
Die Sorte ‘Nicola’
Die aus Deutschland stammende ‘Nicola’ bildet schöne, längliche Knollen mit weißgelber Schale und gelbem Fleisch. Sie lässt sich problemlos 5 bis 7 Monate lagern. Diese späte Kartoffel bleibt beim Garen ausgezeichnet fest und eignet sich dank ihres festen Fleisches ideal zum Dämpfen, für Gratins oder Salate. Sie besitzt hervorragende Kocheigenschaften.
Sie kann etwas anfällig für Krautfäule sein, ist aber resistent gegen Viren und Schorf. Trockenheit verträgt sie eher schlecht.
Die Sorte ‘Pompadour’
Die französische Kartoffelsorte ‘Pompadour’ mit hervorragenden Kocheigenschaften entstand 1992 aus der Kreuzung von ‘BF15’ und ‘Roseval’. In der Picardie, wo sie auf sandigen und lehmigen Böden angebaut wird, trägt sie außerdem das Label Rouge. Sie wird 130 bis 150 Tage nach der Pflanzung geerntet. Die länglichen, gleichmäßig geformten Knollen haben eine ziemlich dünne, gelbe, leicht kupferfarbene Schale. Das zarte, cremige, feste gelbe Fleisch mit geringem Trockenmassegehalt besitzt ein feines Aroma nach frischer Butter.

Die Sorte ‘Pompadour’
Sie eignet sich perfekt zum Dämpfen, für Gratins, Püree und Salate, überhaupt nicht jedoch zum Frittieren.
Die Sorte ist sehr ertragreich und bildet mittelgroße bis große Knollen. Sie kann für die üblichen Kartoffelkrankheiten anfällig sein.
‘Bleue d’Artois’
Die ‘Bleue d’Artois’ ist eine alte Kartoffelsorte, die durch ihre blauviolette Schale und ihr gleichfarbiges Fleisch auffällt. Dadurch wirkt sie auf dem Teller besonders attraktiv. Die mittelfrühe bis mittelspäte Sorte wird 120 Tage nach der Pflanzung geerntet und ist sehr gut lagerfähig.
Diese außergewöhnliche Kartoffel bildet längliche Knollen mit festem, nicht mehligem Fleisch. Sie schmeckt köstlich als Püree, gedämpft oder gebraten. Auch für Chips und Pommes frites eignet sie sich sehr gut. Damit die blaue Farbe beim Garen erhalten bleibt, geben Sie einfach einige Tropfen Essig ins Wasser. Beim Frittieren bleibt die Farbe noch besser erhalten.
Diese ertragreiche Sorte ist leicht zu kultivieren, da sie gegen die häufigsten Krankheiten, darunter Krautfäule, wenig anfällig ist.
‘Prospère®’ (oder ‘Stemster’)
Die Sorte ‘Prospère®’, auch ‘Stemster’ genannt, bildet mittelspäte Kartoffeln, die 120 bis 145 Tage nach der Pflanzung geerntet werden. Sie lässt sich mindestens 8 Monate lagern. Außerdem ist sie sehr leicht zu kultivieren, da sie gegen Krankheiten, insbesondere Krautfäule, und Trockenheit resistent ist. Sie benötigt wenig Wasser und muss kaum angehäufelt werden. Sie ist ertragreich und wirtschaftlich.
Ihre Knollen sind von einer rosafarbenen Schale bedeckt, unter der sich weißes bis gelbes, cremiges Fleisch verbirgt. Dadurch ist sie vielseitig verwendbar. Die Knollen sind eher groß, oval, sehr gleichmäßig und leicht zu schälen.
‘Blanche’
Diese Kartoffelsorte ist wie geschaffen für Gartenanfänger! Die 2011 eingetragene Sorte ‘Blanche’, bietet viele Vorteile: Sie ist leicht zu kultivieren, resistent gegen Trockenheit und Krankheiten wie Krautfäule und Schorf, ertragreich, vielseitig in der Küche und bis April sehr gut lagerfähig. Eine ideale Kartoffel!
Sie bildet große, lange Knollen mit gelber Schale und hellgelbem, eher mehligem Fleisch. Daraus lassen sich köstliche Pürees und Suppen, aber auch knusprige Pommes frites zubereiten.
Die Sorte ‘Étincelle’
‘Étincelle’ ist ebenfalls eine Kartoffel mit zahlreichen Vorzügen. Sie ist leicht zu kultivieren und sehr ertragreich. Die Knollen sind groß, kurz und länglich, mit gelber Schale. Das ebenfalls gelbe Fleisch ist fein und mäßig fest. Dadurch eignet sich die Kartoffel perfekt für Pommes frites, Püree und Suppen. Auch als Pellkartoffel lässt sie sich zubereiten.

Die Sorte ‘Étincelle’
Obwohl diese Kartoffel als mittelfrüh eingestuft wird, ist sie sehr gut lagerfähig. Sie wird etwa 120 Tage nach der Pflanzung geerntet. Sie ist kaum anfällig für Schorf und Krautfäule sowie resistent gegen Nematoden.
‘Rouge des Flandres’
Die ‘Rouge des Flandres’ ist eine alte Kartoffelsorte mit unverwechselbarem Charakter. Diese späte Sorte bildet längliche Knollen mit roter Schale und rotem Fleisch. Ihr mehliges Fleisch macht sie ideal für Pommes frites und Püree.
Im Garten ist sie winterhart, spät reifend sowie resistent gegen Krankheiten und Trockenheit. Die sehr gut lagerfähige Kartoffel wird 120 bis 150 Tage nach der Pflanzung geerntet.

Die Sorte ‘Rouge des Flandres’
Weitere Sorten
Auch die Sorten ‘Désirée‘, ‘Charlotte‘, ‘Goldmarie’, ‘Ulysse’, ‘Agria’… hätten wir nennen können. Sie zählen ebenfalls zu den lang lagerfähigen Kartoffeln.
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