Botanisch gehört der Oleander, Nerium oleander, zur Familie der Apocynaceae. Es ist ein immergrüner Strauch, der einzige Vertreter der Gattung Nerium. Sein natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Mittelmeerraum bis zu den warmen Tälern Westasiens, von Südeuropa und Nordafrika über den Nahen Osten bis Nordindien, China und Myanmar. Man findet ihn entlang von Flüssen, in Flussbetten und Schwemmebenen, wo der Boden trotz brütend heißer Sommer in der Tiefe feucht bleibt.
‘Framboise’ ist eine Sammlungs-Kultivar mit einfachen Blüten, die von Juni bis September, in warmem Klima sogar noch länger, blühen kann. Im Vergleich zur Art zeichnet er sich durch eine kräftigere, deutlich himbeerrote Blütenfarbe, eine erhöhte Blühfreudigkeit und einen gut abgerundeten Wuchs aus. Der Strauch bildet einen dichten Busch, dessen aufrechte Zweige mit dem Alter leicht bogig werden. Sein Wachstum ist schnell: In guter Gartenerde erreicht eine junge Pflanze in wenigen Jahren 1,50 m und schließlich 2 bis 3 m Höhe und Breite. Im Topf bleibt die Pflanze kompakter. Die Wurzeln sind kräftig, tief und sehr ausgebreitet, sie können Wasser in der Tiefe suchen; daher ist es ratsam, einen gewissen Abstand zu Leitungen einzuhalten.
Die immergrünen Blätter sind ledrig, länglich, zu dritt oder paarweise an den Zweigen angeordnet. Sie sind 8 bis 15 cm lang, oberseits dunkelgrün und glänzend, unterseits blasser und matt. Die Stängel sind zunächst grün und werden im Alter bräunlich-grau. Die Blüte ist die große Stärke von ‘Framboise’ : Breite endständige Büschel tragen einfache Blüten in Trichterform mit einem Durchmesser von 5 bis 6 cm und fünf verwachsenen Blütenblättern. Ihre Farbe ist beim Aufblühen fast rot und hellt später etwas auf. Im Zentrum wiederholt eine kleine gefranste Krone die gleichen Nuancen. Der Duft ist vorhanden, dezent aber angenehm, besonders bei warmem Wetter wahrnehmbar. Die Blüten locken viele Insekten an: Bienen, Hummeln, Schmetterlinge, je nach Region. Lässt man verwelkte Blütenstände stehen, bilden sich die für die Art typischen Früchte: zwei lange, schmale, aneinanderliegende Schoten, gefüllt mit Samen, die mit einem Büschel seidiger Haare ausgestattet sind und leicht vom Wind verweht werden.
Wie alle Oleander ist ‘Framboise’ bei Verschlucken sehr giftig. Die gesamte Pflanze enthält herzwirksame Glykoside.
Nerium oleander ist ein seit langem in den Gärten des Mittelmeerraums kultivierter Strauch. Man findet ihn in Höfen, Dorfgärten, entlang von Straßen und Promenaden. Er wird geschätzt für seine Robustheit, seine Sommerblüte und seine Fähigkeit, Hitze, Trockenheit, Wind und Luftverschmutzung zu ertragen.
Der Oleander 'Framboise' ist nicht sehr frosthart (–8/–10 °C im Freiland für eine ausgewachsene Pflanze). In mildem Klima verwendet man ihn als großen Strukturstrauch in einer freien Hecke, im Hintergrund eines Beetes oder als Solitär in der Nähe einer Terrasse. Im Garten bildet er sehr schöne gemischte Hecken mit anderen Nerium oleander. Sein Himbeerton harmoniert mit dem tiefen Rot von ‘Rouge Simple’, dem zarten Lachsrosa von ‘Saumon’ und dem reinen Weiß des Oleanders ‘Blanc’ : So erhalten Sie einen farbenfrohen Windschutz den ganzen Sommer über.