Der Oleander ‘Petite White’ gehört zur Familie der Apocynaceae und stammt von der botanischen Art Nerium oleander ab. Diese Kultivar wird manchmal unter den Namen Nerium oleander ‘Petite White’, Nerium oleander ‘Dwarf White’ oder auch Nerium oleander ‘Little White’ gehandelt. Einige Baumschulen bieten eine Sorte 'Isabelle', 'Isabelle Petite White'. Mangels einer separaten Beschreibung werden diese beiden letzten Namen im Allgemeinen als Bezeichnung für denselben Kultivar angesehen.
Die botanische Art stammt aus einem weiten Gebiet, das vom Mittelmeerraum und Nordafrika bis zum Nahen Osten, der Arabischen Halbinsel, dem indischen Subkontinent und Südchina reicht; in freier Wildbahn findet man sie vor allem entlang von Wadis, Flussbetten und Schwemmlandtälern, wo sie sowohl lange Trockenperioden als auch Winterhochwasser verträgt.
Die hortikulturelle Gruppe der "Petite" entspricht Oleandern mit reduziertem Wuchs und besonders reicher Blüte; die Kultivare ‘Petite Pink’ und ‘Petite Salmon’ sind gut dokumentiert: Es handelt sich um genetische Zwerge, die von Pflanzen stammen, die Ende der 1960er Jahre in Kenia gesammelt, dann vom Los Angeles State and County Arboretum eingeführt und unter den Namen ‘Dwarf Pink’ und ‘Dwarf Salmon’ verbreitet wurden, bevor sie im Handel den Namen "Petite" erhielten. ‘Petite White’ wird im Allgemeinen dieser Serie zugeordnet, auch wenn seine Geschichte nicht so genau veröffentlicht wurde.
‘Petite White’ bildet einen buschigen, runden, von der Basis an verzweigten Strauch. Im Freiland erreicht er nach einigen Jahren eine Höhe von 1,20 m bis 1,50 m bei einer vergleichbaren Breite. In mildem Klima und in reichem Boden kann er höher werden (1,80 m bis 2 m), ohne jedoch jemals die Größe der großen klassischen Oleander zu erreichen. Im Kübel bleibt die Pflanze kompakter, etwa 0,80 bis 1,20 m, wenn regelmäßig geschnitten wird.
Das Laub ist ausdauernd im Winter. Die Blätter, kleiner als bei großen Kultivaren, sind schmal, lanzettlich, dick und ledrig, zu zweit oder dritt um die Zweige angeordnet. Sie sind 6 bis 8 cm lang und 1 bis 1,5 cm breit. Ihre Farbe ist ein dunkles, leicht glänzendes Grün auf der Oberseite, heller auf der Unterseite, mit einer deutlich ausgeprägten Mittelrippe.
Die Blüte ist die Hauptstärke von Nerium ‘Petite White’. Von Mai-Juni bis September-Oktober ist der Strauch mit Büscheln von einfachen Blüten bedeckt, die an den Enden der diesjährigen Zweige getragen werden. Jede Blüte besteht aus einem trichterförmigen Rohr, das sich zu einer Corolla mit fünf abgerundeten Lappen öffnet, mit einem Durchmesser von etwa 3 bis 4 cm; im Herzen der Corolla umgibt eine kleine gefranste Krone die Blütenorgane. Bei ‘Petite White’ sind die Blütenblätter reinweiß, die Kehle sehr blassgelb. Wenn der Boden im Sommer zu trocken ist, versiegt die Blüte. Die Früchte sind lange, schmale Schoten (Folliculi) von 10 bis 20 cm Länge, die im Sommer oder Herbst bei Reife aufplatzen, um zahlreiche kleine Samen freizusetzen, die mit einem Büschel seidiger Haare ausgestattet sind, die ihre Verbreitung durch den Wind ermöglichen. Die Stängel sind zunächst grün, dick und glatt, und bekommen mit dem Alter eine gräuliche Rinde.
Die gesamte Pflanze ist bei Verschlucken giftig. Bei Verletzung tritt aus den Zweigen ein Latex aus, der reizend sein kann.
Der Nerium ‘Petite White’ wird als niedrige Hecke, in einem Strauchbeet oder in einem großen Topf auf einer sonnigen Terrasse verwendet, in kalten Regionen wie eine Zitrusfrucht zu überwintern. Seine Kultur im Freiland ist milden Klimazonen vorbehalten. Sie können ihn mit den Oleandern ‘Angiolo Pucci’, elfenbeinfarben, und 'Soleil Levant' in einem leuchtenden Lachsrosa kombinieren. In der Nähe wird ein Callistemon rigidus seine von leuchtend roten Bürsten gekrönte Silhouette aufrichten und die Säckelblume ‘Burkwoodii’ im Sommer eine ganz blaue Wolke evozieren. Der Orangenblume (Choisya ternata), mit glänzendem Laub und duftenden weißen Blüten, findet natürlich ihren Platz in dieser mediterranen Atmosphäre, in der Nähe eines Durchgangs, wo man sowohl die Düfte als auch die gestaffelten Blüten vom Frühling bis zum Sommer genießen kann. Auf der Terrasse bildet er eine schöne Kombination mit blauen Schmucklilien wie ‘Blue Velvet’.
Der Oleander trägt eine starke symbolische Bedeutung: Er wurde als emblematische Blume der Stadt Hiroshima in Japan gewählt, da er die erste Pflanze war, die auf den verbrannten Böden nach der Explosion der Atombombe im Jahr 1945 wieder blühte, und so zu einem Symbol des Widerstands und der Wiedergeburt wurde.