Die Kältewelle, die in den vergangenen Tagen unsere Gärten heimgesucht hat, hat bei zahlreichen Pflanzen bedauerliche Schäden verursacht. Viele junge Blätter und sich entwickelnde Blütenstände wurden durch den Frost verbrannt. Ursache waren die trockene Kaltluft aus Sibirien und ein Vegetationsvorsprung von fast einem Monat.
Bei den Ziersträuchern scheinen Japanische Ahorne, Hortensien, Magnolien und Trompetenbäume am stärksten betroffen zu sein. Ihre jungen, gerade austreibenden Blätter wurden durch den Frost regelrecht verbrannt. Auch bei den Stauden sind deutliche Frostschäden an den jungen Trieben von Mädesüß, Kleinköpfigem Knöterich, Astilben, Funkien und Mammutblättern zu beobachten. Unter den Kletterpflanzen haben Chinesischer Strahlengriffel und Blauregen am stärksten gelitten. Im Gemüsegarten sieht die Bilanz nicht besser aus: Alles, was nicht geschützt war, wurde vom Frost verbrannt.




Meine Pflanzen sind erfroren – was kann ich tun?
Zunächst ist nicht die gesamte Pflanze erfroren. Betroffen sind vor allem die Triebspitzen, also die Blätter, die jungen Triebe und bei manchen Pflanzen auch die sich entwickelnden Blütenknospen.
1) Bei Stauden und Sträuchern sind die durch den Frost verursachten Schäden zwar auffällig, bleiben aber oberflächlich. Schneiden Sie zunächst nichts zurück! Besprühen Sie die Sträucher und Kletterpflanzen bei Bedarf mit einer Kupferkalkbrühe. Sie trocknet die verbrannten Pflanzenteile aus, hemmt dadurch die Ausbreitung von Pseudomonas, einem Bakterium, das sich bei feuchtem Wetter entwickelt und Frostschäden verschlimmert, und beugt Pilzbefall vor.
2) Das wichtigste Wort lautet Geduld! Warten Sie ab, schneiden Sie nicht zu stark zurück und beobachten Sie, wie die Pflanzen wieder austreiben. Sträucher und Kletterpflanzen können bei den meisten Arten und Sorten sehr gut seitliche Knospen am Holz bilden. Beobachten Sie die neuen Knospen und schneiden Sie erst danach die nekrotischen Pflanzenteile zurück.
Bei Stauden können Sie die abgestorbenen und bereits trockenen Pflanzenteile jetzt mit einer Schere oder Gartenschere zurückschneiden. Stauden regenerieren sich sehr gut. Neue Triebe entwickeln sich aus dem Wurzelstock. Gießen Sie die Pflanzen direkt nach dem Rückschnitt reichlich, damit sie sich schneller regenerieren.
Im Gemüsegarten sind Frostschäden an jungen Pflanzungen dagegen nicht mehr rückgängig zu machen. Einjährige Pflanzen sind nicht für Kälte gerüstet. Deshalb kann selbst leichter Frost für diese Pflanzen verheerend sein. Im Frühjahr empfiehlt es sich grundsätzlich, junge Pflanzungen nachts mit einem Vlies zu schützen.
Müssen Sie mit weiteren Frösten rechnen, und wie können Sie sich schützen?
Ja, weitere Fröste sind möglich. Wie Ingrid in ihrem Beitrag über die Eisheiligen erklärt, kann es bis Ende Mai noch zu leichten Frösten kommen. Das gilt insbesondere für das Ende dieser Woche. Seien Sie daher aufmerksam!
Verschieben Sie die Pflanzung kälteempfindlicher Pflanzen wie einjähriger Pflanzen nach Möglichkeit. Stellen Sie außerdem keine Pflanzen ins Freie, die gerade aus dem Gewächshaus kommen und bereits kräftig ausgetrieben haben. Bringen Sie bei Unsicherheit abends ein Vlies über den kältegefährdeten Pflanzen an und entfernen Sie es morgens wieder. Über besonders empfindliche junge Triebe, die aus dem Boden kommen, können Sie eine Glasglocke stülpen, zum Beispiel über Dahlien.
Wie das Sprichwort sagt: „Pflanzen wachsen in einer Mainacht stärker als in zehn Apriltagen.“ Ein weiteres lautet: „Maiennebel und Junihitze bringen die Ernte zur rechten Zeit.“ Der Mai ist also eindeutig der Übergangsmonat zwischen Winter und Sommer. In wenigen Wochen werden die Frostspuren nur noch eine ferne Erinnerung sein.
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