Die ersten Morgenfröste sind da und im Gemüsegarten beginnt damit gewissermaßen das Ende der Saison – es sei denn, Sie verfügen wie ich über ein Gewächshaus.

Der Begriff Gewächshaus umfasst verschiedene Arten von Anlagen, die einen sehr unterschiedlichen Schutz vor Kälte bieten. Für den Gemüseanbau verwenden Erwerbsgärtner und Hobbygärtner am häufigsten das Folientunnel-Gewächshaus.

Obwohl es unbeheizt ist, erweist sich dieses sogenannte „Kalthaus“ als äußerst praktisch. Sein größter Vorteil besteht darin, dass die Temperaturen darin schnell ansteigen. Selbst mitten im Winter sorgt der kleinste Sonnenstrahl für milde Wärme, die das Wachstum des Gemüses begünstigt. Indem das Gewächshaus den Wind abhält, mildert es außerdem die Auswirkungen der Kälte.

Sehen wir uns an, was Sie darin alles tun können und welche Vorsichtsmaßnahmen beim Anbau unter Schutz zu beachten sind.

Ein Gewächshaus im Gemüsegarten: Möglichkeiten und Vorteile

  • Die Anbausaison deutlich verlängern

Das Gewächshaus schafft ein günstiges Mikroklima und schützt das Gemüse vor leichtem Frost. Dadurch können Sie früher und später anbauen und somit auch früher und später ernten. Die Erde erwärmt sich im Frühjahr schnell. Das lässt die Samen rasch keimen. In mildem Klima können Sie dort daher bereits ab Januar Möhren, frühe Salate und Rettich säen. Im Juni lassen sich Zucchini ernten, und bis Ende Oktober können Sie Tomaten, Auberginen und Gurken ernten.

  • Die Produktivität steigern

Die Wärme im Gewächshaus ermöglicht außerdem den erfolgreichen Anbau einer größeren Auswahl an Gemüsesorten, insbesondere von wärmeliebenden Arten wie Tomaten und Chilis sowie von exotischeren Pflanzen wie Zier-Süßkartoffel oder Horngurke. In Regionen mit ungünstigem Klima bleiben diese Arten im Freiland oft wenig ertragreich. In der warmen Umgebung, die ihnen besonders gut zusagt, wachsen sie besser und schneller und liefern dadurch höhere Erträge.

Der Anbau im Folientunnel ermöglicht auch in kaltem Klima eine Weinlese. Foto: Local Food Initiative

  • Vor bestimmten Krankheiten schützen

Wie wir bereits in unserem Ratgeber „Tomate: Kraut- und Braunfäule, andere Krankheiten und Schädlinge“ erläutert haben, bietet der Anbau unter Schutz den besten Schutz. Da das Gewächshaus vor Regen schützt, verringert es das Risiko für das Auftreten von Pilzkrankheiten deutlich.

  • Säen und vermehren, ohne Platzprobleme

Wer Gemüsepflanzen selbst anzieht, weiß es: Von März bis Mai ist das Haus meist vollgestellt mit wärmebedürftigem Gemüse, das erst nach den Eisheiligen ins Freiland gesetzt werden kann. Für sehr frühe Aussaaten, die manchmal bereits im Februar erfolgen, ist ein Kalthaus zwar nicht geeignet. Es ermöglicht jedoch, die Jungpflanzen dort unterzubringen und sie ab April auszupflanzen. Für kalte Nächte sollten Sie zusätzlich für einen passenden Schutz sorgen, etwa mit einem dicken Vlies, einem Frühbeetaufsatz oder einer speziellen Einrichtung wie einem Kasten mit Heizkabel.

Das Gewächshaus eignet sich außerdem hervorragend, um Stecklinge heranzuziehen. Dazu gehören Stecklinge von Schwarzer Johannisbeere und Johannisbeere, die im Herbst vorbereitet und im folgenden Frühjahr ausgepflanzt werden.

Kalthaus und Aussaat

Das Kalthaus eignet sich gut für die Aussaat und zum Schutz von Stecklingen. Denken Sie daran, Ihre Pflanzen zusätzlich zu schützen, um mögliche Schäden durch eine kalte Nacht zu vermeiden.

Die Grenzen des Kalthauses

  • Die Temperatur regulieren

Man vermutet es nicht unbedingt, aber in einem unbeheizten Folientunnel kann es frieren. Ebenso kann es darin sehr schnell heiß werden. Die Wärmespeicherung ist äußerst gering. Ohne Ihr Eingreifen können die Temperaturen innerhalb von 24 Stunden eine regelrechte Achterbahnfahrt machen: nachts auf -5 °C sinken und tagsüber auf +40 °C steigen. Für Pflanzen ist eine solche Temperaturschwankung äußerst belastend!

Um dies zu verhindern, gibt es nur eine Lösung: Lüften. Öffnen Sie dazu in der Regel die Türen oder die seitlichen Öffnungen, sofern der Tunnel über solche verfügt. Regelmäßiges Lüften führt außerdem überschüssige Feuchtigkeit ab, die das Auftreten von Krankheiten wie Mehltau begünstigt. Sie verstehen also: Das Klima im Gewächshaus zu steuern, ist manchmal etwas heikel und erfordert vor allem eine nahezu ständige Anwesenheit!

Unter Schutz ist die Regulierung der Luftfeuchtigkeit wichtig, um Krankheiten zu vermeiden.

  • Die Bewässerung organisieren

Im Gewächshaus können Sie nicht auf den Himmel als Wasserspender zählen (außer Sie entscheiden sich für das Modell „Cabriolet“ von Serres Tonneau), sondern müssen selbst Hand anlegen oder sich eine clevere Lösung überlegen. Es klingt selbstverständlich, aber für den Anbau in diesem geschlossenen Raum ist es entscheidend, die Wasserversorgung, die Speicherung des Wassers und gegebenenfalls ein unabhängiges Bewässerungssystem einzuplanen. Die Bewässerung ist allerdings sicherlich der am einfachsten zu regelnde Punkt. Unser Gewächshaus steht mehr als 50 Meter vom Haus entfernt. Das aufgefangene Regenwasser wird mit einer kleinen Pumpe in einen Vorratsbehälter für das Gewächshaus geleitet. Die automatische Bewässerung funktioniert über den Höhenunterschied und benötigt keinen Strom.

  • Eine fragwürdige Ästhetik

Glashäuser fügen sich meist gut in den Garten ein. Seien wir ehrlich: Bei Folientunneln ist das nicht der Fall. Bei Vollmond kann der Tunnel nachts beinahe hübsch wirken, aber tagsüber kann man das nicht behaupten! Dennoch gibt es Möglichkeiten, ihn in den Garten einzubinden: Pflanzen Sie hohe Arten wie Topinambur, Riesensonnenblumen oder Kardonen rundherum oder stellen Sie ihn an das hintere Ende des Gartens.

Bedenken Sie jedoch, dass das Aussehen des Gewächshauses schnell in Vergessenheit gerät, sobald Sie Freude daran gefunden haben, darin zu gärtnern – selbst an Regentagen!

Ein Gewächshaus ist auch eine kleine Oase der Ruhe, in der das Gärtnern selbst mitten im Winter Freude macht! Foto: Caltriana Nicholson

Zum Abschluss finden Sie hier eine Auswahl von Sélectos mit den besten Gewächshäusern.