Die Pfingstrose oder Paeonia verzaubert uns immer wieder mit ihren großen Blüten in vielfältigen Formen und Farben. Genau das macht ihren Charme aus!

Ihre üppige Blüte im Frühjahr geht mit einer unkomplizierten Kultur, einer ausgezeichneten Winterhärte und einer guten Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten einher. Einige Sorten duften zudem herrlich. Die Pfingstrose besitzt einen unwiderstehlichen Charme. Zwar blüht sie nicht lange, kehrt aber über viele Jahre zuverlässig wieder.

DIE CHINESISCHEN PÄONIEN, STRAUCH-PFINGSTROSEN UND HYBRIDEN

  • Die Chinesischen Pfingstrosen (Paeonia lactiflora) sind am bekanntesten. Ich mag sie besonders wegen ihrer Langlebigkeit und ihrer unkomplizierten Art. Als feste Größe in den Gärten vergangener Zeiten gedeihen sie ebenso in alten wie in zeitgenössischen Gärten. Persönlich bevorzuge ich einfache oder halbgefüllte Blüten, gern auch anemonenblütige, wenn mir der Sinn nach etwas Fantasie steht. So fügen sie sich gut in das Bild meines naturnahen Gartens ein. Nun ja, ich gebe es zu: Ich besitze auch gefüllte Sorten. Eine davon stammt aus dem Garten meiner Urgroßmutter. Sie wurde von Mutter zu Tochter und von Gärtnerin zu Gärtnerin weitergegeben. Sie können sich sicher vorstellen, wie viel sie mir bedeutet!
  • Die Strauch-Pfingstrosen (Paeonia suffruticosa) bilden majestätische Sträucher mit großen Blüten und einem hübschen Kranz goldener Staubblätter. Sie wachsen sehr langsam. Nach einigen Jahren bieten sie dafür einen umso großartigeren Anblick! Vor fünf Jahren habe ich begonnen, sie zu pflanzen. Den Anfang machte eine Paeonia delavayi var. lutea, die aus einer Aussaat stammte und mir von einem Freund geschenkt wurde. Ich musste drei Jahre geduldig auf ihre erste Blüte warten. Besonders bewundere ich im Frühjahr ihr junges, kupferfarben überhauchtes und fein zerteiltes Laub sowie ihre rein gelben Blüten. Im vergangenen Jahr kam eine weitere Strauch-Pfingstrose in den Garten: Paeonia suffruticosa 'Charming Garden'. Sie hat allerdings noch nicht geblüht. Ich werde mich in Geduld üben!
  • Schließlich entstehen die Itôh-Hybriden aus Kreuzungen zwischen einer Chinesischen Pfingstrose und einer Strauch-Pfingstrose. Sie zeichnen sich durch eine außergewöhnliche Robustheit und Merkmale beider Eltern aus. Die Blütezeit erstreckt sich über einen längeren Zeitraum. Das attraktive Laub bleibt die ganze Saison über erhalten, und die Farbpalette ist vielfältig. Ich habe noch keine gepflanzt, aber das wird nicht mehr lange dauern.

EINE VIELFALT AN FORMEN UND FARBEN

Die Blüten der Pfingstrosen lassen sich mehreren Kategorien zuordnen. Die Grenzen zwischen den einzelnen Gruppen sind jedoch nicht immer eindeutig. Außerdem können sich Blütenform und -farbe von Jahr zu Jahr verändern. Entscheidend sind dabei die Witterung und die Bodenqualität.

Man unterscheidet einfache Blüten (P. 'Flame'), japanische Blüten (P. 'Neon'), anemonenblütige (P. 'Gay Paree'), kronenförmige (P. 'Félix Crousse'), kugelförmige (P. 'Karl Rosenfield'), halbgefüllte (P. 'Golden Treasure' und 'Lilac') sowie gefüllte Blüten (P. 'Coral Sunset' und 'Sarah Bernardt').

DUFTENDE BLÜTEN

Pfingstrosen sind für ihren Duft bekannt. In der Parfümerie sind sie für ihre an Rosen oder Maiglöckchen erinnernden Aromen berühmt. Doch Vorsicht: Nicht alle duften! Im Allgemeinen duften Pfingstrosen mit gefüllten Blüten stärker als solche mit einfachen Blüten. Allerdings gibt es zahlreiche Ausnahmen. Zu den besonders stark duftenden Sorten zählen ‘Myrtle Gentry’, ‘Alice Crousse’, ‘White Cap’, ‘Duchesse de Nemours’ und ‘Alice Harding’.

Übrigens duftet die Pfingstrose meiner Urgroßmutter ganz wunderbar! Wenn ich spüre, dass Regen aufzieht, schneide ich einen Strauß. So kann ich mich im Haus an den Blüten und ihrem Duft erfreuen.

WO FÜHLT SICH DIE PFINGSTROSE WOHL?

Die Winterhärte der Pfingstrosen ist kein Mythos! Sie fürchten die Kälte nicht und wachsen mit wenigen Ausnahmen wild in Höhenlagen, in denen Fröste nicht selten sind. Im schlimmsten Fall nehmen einige Zweige Schaden. Im folgenden Frühjahr treiben die Pflanzen jedoch umso schöner wieder aus. Spätfröste können sich dagegen auf die Blüte auswirken. Das habe ich in diesem Frühjahr erlebt, als es im Mai noch einmal fror, obwohl die Knospen meiner Paeonia delavayi var. lutea bereits gut ausgebildet waren. Die Pflanze stand geschützt an einer Mauer. Trotzdem wurden die meisten Knospen schwarz. Einige wenige überlebende Knospen öffneten sich zu etwas unförmigen Blüten. Im übrigen Garten blühten die Chinesischen Pfingstrosen überhaupt nicht.

Die Wahl des Standorts ist entscheidend für den Erfolg der Pflanzung. Pfingstrosen fühlen sich in der Sonne wohl. Bei zu wenig Licht kann die Blüte jedoch schwächer ausfallen. Der ideale Standort hängt aber von Ihrer geografischen Lage ab. In mediterranen Regionen vermeiden Sie am frühen Nachmittag am besten die pralle Sonne. Ein östlicher oder südöstlicher Standort ist günstiger. Auch in Gegenden mit häufigen Spätfrösten, wie bei mir in den Ardennen, wählen Sie am besten einen westlichen Standort. So verhindern Sie, dass die ersten Strahlen der Morgensonne den Boden zu schnell auftauen und die Blüte beeinträchtigen. In allen anderen Regionen ist ein vollsonniger Standort ideal. Denken Sie daran, dass mindestens ein halber Tag Sonne für eine gute Blüte erforderlich ist.

Beachten Sie, dass Pfingstrosen keine nassen Böden vertragen. Pflanzen Sie sie deshalb in einen gut durchlässigen Boden. In meinen lehmigen Boden habe ich viel Humus eingearbeitet: selbst hergestellten Kompost, Pferdemist und eine acht Jahre alte Mischung von benachbarten Pferdehaltern. Im Laufe der Jahre habe ich zusätzlich Häckselgut eingearbeitet, um den Boden zu verbessern. Sie können auch Kies oder Lavagranulat in den Boden des Pflanzlochs geben. Pfingstrosen sind Starkzehrer und vertragen keine Konkurrenz. Mischen Sie hochwertigen Kompost oder gut verrotteten Mist unter die Pflanzerde. Achten Sie darauf, sie nicht zu tief zu pflanzen: Die Knospen dürfen höchstens 2 bis 3 cm mit Erde bedeckt sein. Schließlich mögen sie es nicht, umgepflanzt zu werden. Wählen Sie den Standort für Ihre neue Pflanze deshalb sorgfältig aus. Andernfalls kann sie zwei oder drei Jahre mit der nächsten Blüte warten.

Die Pflege beschränkt sich anschließend auf das Entfernen abgestorbener Zweige sowie trockener oder beschädigter Pflanzenteile, sobald die Knospen gegen Ende des Winters anschwellen. Das gilt für Strauch-Pfingstrosen. Bei Chinesischen Pfingstrosen genügt es, die trockenen Pflanzenteile im März zu entfernen. Ein Kinderspiel!

TIPPS FÜR EINE ÜPPIGE BLÜTE

Chinesische Pfingstrosen können zwischen dem ersten und dritten Jahr nach der Pflanzung erstmals blühen. Das hängt von der Größe der Pflanze ab. Besitzt sie eine Wurzel und ein Auge, braucht sie bis zur ersten Blüte leicht drei Jahre. Verfügt sie dagegen über vier bis fünf Wurzeln mit drei oder vier prallen Augen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie bereits im ersten Frühjahr blüht. Voraussetzung sind gute Pflanzbedingungen.

Für Strauch-Pfingstrosen gilt dasselbe. In den ersten beiden Jahren ist die Wahrscheinlichkeit einer Blüte jedoch etwas geringer.

Jeden Herbst ist eine Humusgabe erforderlich. Ich verteile eine gute Menge gut verrotteten Mists rund um die Pflanze. Im folgenden Frühjahr arbeite ich ihn beim Hacken in den Boden ein. Pfingstrosen profitieren von einer Kaliumgabe, die die Blüte fördert. Stickstoff sollten Sie dagegen nur sparsam einsetzen. Er macht das Laub anfälliger und begünstigt die Entwicklung von Botrytis. Wählen Sie deshalb einen passenden Dünger. Oder machen Sie es wie ich und geben Sie jeden Frühling etwas Holzasche – dann ist die Pflege erledigt!

Einige Pfingstrosen haben brüchige Stängel und besonders schwere Blüten. Sie benötigen daher eine Stütze. Diese besteht aus einem Metallring mit Stäben, die Sie in den Boden stecken. Sobald das Laub entwickelt ist, verdeckt es die Vorrichtung vollständig. Einfach und wirkungsvoll!

GELUNGENE KOMBINATIONEN

Pfingstrosen eignen sich gut für die Pflanzung in Beeten oder gemischten Rabatten. Ich finde sie mit kleineren Blüten besonders schön, die ihre Wirkung unterstreichen. Dazu gehören beispielsweise Cirsium rivulare ‘Atropurpureum, verschiedene Storchschnabel, Iris, Lupinen, Centaurea montana, Mohn, Rosen, Frauenmantel, Rittersporn, Knoblauch und Anthemis. So entsteht ein ausgesprochen romantischer englischer Garten. Auch mit farbigem Laub harmonieren Pfingstrosen wunderbar, besonders mit dem purpurfarbenen Laub von Sambucus nigra ‘Black Beauty’ oder ‘Black Lace’.

Paeonia lactiflora 'Sarah Bernardt' mit der Rose 'Lavender Dream' – Paeonia lactiflora aus dem Garten meiner Urgroßmutter mit Geranium pratense 'Mrs Kendall Clark'

In meinem Garten fallen die Pfingstrosen ‘Bowl of Beauty’, ‘Springfield’ und ‘Do Tell’ meinen Besuchern immer wieder auf. Sie sind von zahlreichen verschiedenen Storchschnabel umgeben, die ein sehr natürliches Bild ergeben.

Von links nach rechts: Paeonia lactiflora 'Bowl of Beauty' - Paeonia lactiflora 'Springfield' - Paeonia lactiflora 'Do Tell'

Und Sie, welche Pfingstrosen mögen Sie am liebsten?