Es gibt viele Gründe, in Deutschland und anderswo Gärten, Parks und Arboreten zu entdecken: Sie bieten eine Auszeit im Grünen, oft ganz in Ihrer Nähe oder bei einer Reise auch in weiter Ferne. Außerdem ermöglichen Gärten häufig überraschende Begegnungen und inspirieren uns, denn jeder Garten ist anders. Eine Reise in eine unendlich vielfältige grüne Welt, von der Sie vor allem wertvolle Tipps und Ideen mit nach Hause nehmen. Die unterschiedlichen Gartenstile entführen Sie bald in einen französischen Barockgarten, bald in einen englischen Landschaftspark oder in einen japanisch inspirierten beziehungsweise exotischen Garten.
Warum ist es so wichtig, Gärten zu besuchen? In diesem kurzen Artikel erfahren Sie mehr darüber. Außerdem gebe ich Ihnen einige Tipps, wie Sie Gärten finden und zum richtigen Zeitpunkt besuchen können.

Welche Gärten in Frankreich besuchen
Die Gärten von Val Rahmeh an der Côte d'Azur, die Gärten von Étretat in der Normandie und unten rechts der Orientalische Park von Maulévrier im Anjou: Die Gartenstile sind so vielfältig, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist …

Weil sie Ruhe und Entspannung schenken

Gärten sind ebenso wie Wälder Orte, an denen Sie dem Alltag entfliehen können. Das Grün, die Düfte und besonders die Geräusche helfen Ihnen, abzuschalten und zur Ruhe zu kommen. Die Stille schenkt Ihnen sofortige Entspannung, die oft den ganzen restlichen Tag anhält!

Wegen ihrer Schönheit

Was könnte schöner sein, als durch Gärten zu schlendern, in denen alles auf den Genuss für die Augen ausgerichtet ist? Ob Park, botanischer Garten, Arboretum, öffentlicher Garten oder Privatgarten: Beim Besuch entdecken Sie Pflanzen, die Sie vielleicht nicht selbst kultivieren. Es ist eine Gelegenheit, die immense Welt der Pflanzen besser kennenzulernen und staunend das Farbenspiel sowie die Kunst ihrer Kombination zu beobachten.
Auch wenn der eigene Garten meist kleiner ist, vermittelt Ihnen ein Gartenbesuch wichtige Anregungen für die Gestaltung Ihres persönlichen grünen Paradieses. Bei einem Besuch in Ihrer Nähe lernen Sie außerdem Pflanzen kennen, die in Ihrer Region gut gedeihen, und sehen, wie sie wirkungsvoll in Szene gesetzt werden.
In öffentlichen Gärten werden alle Pflanzen von engagierten Teams fachkundig gepflegt und gehegt. In Privatgärten kümmern sich leidenschaftliche Gärtner selbst darum und führen Sie oft persönlich durch ihren Garten.
Durch eine harmonische Verbindung aus Grün, Blüten und Düften zu schlendern, schärft alle Sinne. Nach ein, zwei oder drei Stunden kehren Sie mit vielen Bildern im Kopf zurück und fühlen sich wie aufgeladen …
Wenn Sie Gärten in einer ganz anderen Region oder sogar in einem anderen Land besuchen, entdecken Sie eine andere, faszinierende Pflanzenwelt. Manche Pflanzen lassen sich vielleicht sogar in einem anderen Klima kultivieren.

Gärten in Paris und Umgebung besuchen
Die Gewächshäuser von Auteuil im Bois de Boulogne in Paris: Ein Gartenbesuch führt Sie manchmal auch zu historisch bedeutenden Orten!

Wegen der Begegnungen, die Sie dort machen

Wenn Sie einen Privatgarten besuchen, lernen Sie nicht nur einen außergewöhnlichen Lebensraum kennen, sondern begegnen auch seinen Besitzern. Sie haben ihren Garten oft über Jahrzehnte gestaltet. So ist ein Garten entstanden, der ihre Persönlichkeit widerspiegelt und zum Besuch einlädt. Doch ein solcher Besuch geht noch weiter und ermöglicht einen schönen Austausch mit den Gästen.
Manche Gärtner begleiten Sie während des gesamten Rundgangs. Sie erklären Ihnen, warum sie bestimmte Pflanzen ausgewählt haben und wie sie die Gartenbereiche im Laufe der Jahre erweitert haben. Andere halten sich lieber im Hintergrund und lassen Sie den Garten frei erkunden. Am Ende treffen sie Sie wieder zu einem freundlichen kurzen Austausch.
Die meisten Gärten, die ich besucht habe, waren Ausgangspunkt für spannende Gespräche unter Pflanzenliebhabern! Diese menschliche Verbindung finde ich neben dem eigentlichen Garteninteresse besonders bewundernswert. In öffentlichen Gärten sind die Gärtner stets ansprechbar. Sie unterbrechen ihre Arbeit für einige Minuten, zeigen Ihnen eine unbekannte Blume, einen Baum oder einen Strauch, erzählen von ihrer Arbeit oder erklären, welche Pflanzen das Team gerade setzt.
In einem Privatgarten tauschen Sie sich über gute Baumschulen der Region aus, die Sie vielleicht noch nicht kennen, weil sie etwas außerhalb Ihres üblichen Umfelds liegen. Sie sprechen über Gartenbauvereine, in denen Sie aktiv sind, tauschen sich über Probleme bei der Kultur bestimmter Pflanzen aus und sprechen über die anstehenden Rückschnitte. Kurz gesagt: Sie teilen eine Fülle von Informationen und reden über die Welt des Gartenbaus, die Sie so sehr begeistert.
Wenn sich ein Besuch wie bei meinem Besuch in Mireilles Garten in die Länge zieht, können daraus sogar schöne Freundschaften zwischen Besuchern entstehen, die sich erst an diesem Tag kennengelernt haben …

Begegnungen bei Gartenbesuchen
Ein besonderer Besuch an diesem Tag in Stéphane Maries Garten. Doch auch unbekannte Gärtner sorgen bei jedem Besuch für schöne Begegnungen (©Gwenaëlle David Authier)

Wegen der Inspiration

Beim Besuch von Gärten betreten Sie auch Welten, in denen Kreativität eine große Rolle spielt. Ob öffentlicher oder privater Garten: Die Gestaltung ist immer eine Quelle der Inspiration. Dazu gehören natürlich die Kombination von Pflanzen, ihre Farben, ihre Wuchsform und ihre Struktur, die Form der Beete sowie die Einbindung eines Feuchtbereichs. Außerdem finden Sie bei einem Spaziergang viele Ideen zum Nachmachen: selbst gestaltete Wegbegrenzungen aus Stein oder Holz, dekorative Leitern, niedliche Tipis, Baumhäuser, stilvoll präsentierte Fundstücke und vieles mehr.
Schon wegen solcher Entdeckungen, die den Heimwerker in uns begeistern, lohnt sich ein Gartenbesuch!

Gärten von Puygirault, Garten im Anjou, Maine-et-Loire, sehenswerter Gemüsegarten
Diese Pflanzenstützen im Garten von Puygirault haben mich besonders begeistert …

Die besten Zeiten für einen Gartenbesuch

Die meisten Gärten, die in Frankreich für Besucher geöffnet sind, beginnen ihre Saison im April und bleiben bis Oktober geöffnet. Diese Zeit ist für viele Pflanzen besonders günstig. Einige wenige Gärten, vor allem öffentliche Gärten und botanische Gärten, können Sie das ganze Jahr über besuchen. Im Januar und Februar legen viele Gärten in der Regel eine Besuchspause ein. Informieren Sie sich jedoch immer vorab auf den Internetseiten, damit Sie nicht vor verschlossenen Toren stehen. Das ist mir erst im vergangenen Sommer passiert: Ein Privatgarten schloss Mitte Juli und öffnete erst im folgenden Frühjahr wieder. Meine Enttäuschung war groß …

Gärten mit Schwerpunkt auf Moorbeeterde und Pflanzen wie Azaleen und Alpenrosen besuchen Sie idealerweise im April und Mai. Romantische Gärten mit üppigem Rosenbestand sind zwischen Mai und Juni am schönsten. Gräsergärten wie der Jardin Plume sowie Gärten mit viel herbstlich gefärbtem Laub und Ahorn besuchen Sie am besten gegen Ende der Saison, etwa im Oktober.

In Frankreich und Europa sollten Sie die Europäischen Tage des offenen Denkmals nicht verpassen. Sie bieten die Gelegenheit, Gärten zu entdecken, die nur zu diesem Anlass öffnen. Sie finden jedes Jahr seit nunmehr vierzig Jahren am dritten Septemberwochenende statt! Mit dem Suchfilter „Garten“ auf der Internetseite des Kulturministeriums können Sie gezielt nach Gärten mit Führungen oder Besichtigungsmöglichkeiten suchen. Der Eintritt ist dabei entweder frei oder kostenpflichtig.

Der andere wichtige Termin und sicherlich die beliebteste Zeit für Gartenbesuche ist der Juni. In der nördlichen Hemisphäre ist dieser Monat wegen der üppigen Blütenpracht besonders reich an Höhepunkten. Deshalb finden die „Rendez-vous aux jardins“, das pflanzliche Gegenstück zu den Denkmaltagen, an drei Tagen statt. Der Freitag ist traditionell Schulklassen vorbehalten. Die Veranstaltung findet jedes Jahr am ersten Juniwochenende statt. Das Kulturministerium rief sie vor 21 Jahren ins Leben. Jedes Jahr steht das Gartenwochenende unter einem anderen Motto und wird von den regionalen Kulturbehörden, den DRAC, unterstützt. Inzwischen öffnen in Frankreich mehr als 2.000 Gärten ihre Tore. Nach dem diesjährigen Motto „Die fünf Sinne im Garten“ steht die nächste Ausgabe vom 6. bis 8. Juni 2025 unter dem Thema „Steingärten – Gärten aus Stein“.

Etwas früher im Jahr, nämlich im Mai, sollten Sie außerdem die Aktion „Jardins ouverts pour le Neurodon“ nicht verpassen. Die französische Stiftung für Hirnforschung veranstaltet ein Wochenende, um Spenden für die Forschung zu sammeln. Teilnehmende Gärten befinden sich vor allem im Westen Frankreichs und im Languedoc-Roussillon, aber auch in einigen anderen Regionen. Weitere Informationen sowie eine Karte der teilnehmenden Gärten finden Sie unter diesem Link. Der Eintritt ist sehr günstig.

Wie finde ich Gärten in meinem Bundesland oder meiner Region, die für Besucher geöffnet sind?

Das Schöne an Gärten ist, dass jede Stadt mindestens eine interessante Grünanlage besitzt. Auch auf dem Land finden Sie oft nur wenige Kilometer von Ihrem Wohnort entfernt Gärten oder Gemüsegärten. Selbst wenn die folgenden Anlaufstellen bekannt sind, fasse ich hier nützliche Internetseiten zusammen, auf denen Sie schöne Gärten in Ihrer Nähe oder weiter entfernt finden:

  • Die „Jardins remarquables“: Dabei handelt es sich um Gärten, die für ihre besonderen historischen und botanischen Merkmale sowie für ihr pflanzliches Erbe ausgezeichnet wurden. Sie sind in den meisten Départements Frankreichs und in den Überseegebieten vertreten. In Festlandfrankreich und den Überseegebieten gibt es fast 480 solcher Gärten. In Belgien, genauer gesagt in Wallonien, sind es etwa 30. Es gibt also viel zu entdecken!
  • Eine weitere Möglichkeit bieten die als „Écojardin“ ausgezeichneten Gärten, die sich einer ökologischen Gestaltung des sanften Tourismus verschrieben haben.
  • Gartenbauvereine, Vereine für Parks und Gärten sowie Gartenbaugesellschaften genießen einen guten Ruf. Für einen geringen Mitgliedsbeitrag bieten sie jedes Jahr mehrere Gartenbesuche an, zusätzlich zu einem meist sehr interessanten Veranstaltungsprogramm. Suchen Sie im Internet nach „Gartenbauvereinen“ oder „Gartenvereinen“ und ergänzen Sie den Namen Ihres Départements. So finden Sie manchmal unbekannte Gärten. In jeder Region gibt es Gartenvereine, in denen sich zahlreiche Ehrenamtliche engagieren. Informieren Sie sich über die Vereine in Ihrem Département. Im Pays de la Loire gibt es beispielsweise die ASPEJA, die zahlreiche Aktivitäten und Gartenbesuche organisiert. Außerdem gibt es den Verein JASPE, der Gärten in den Départements Sarthe und Mayenne zusammenbringt. Auch in kleineren Gemeinden finden Sie weitere Gartenvereine. Fragen Sie im Rathaus oder auf dessen Internetseite nach allen örtlichen Vereinen.
  • Die lokale Presse ist eine wahre Fundgrube, wenn Sie Gärten zum Besuchen suchen. Zeitungsartikel machen auf weniger bekannte, oft private Gärten aufmerksam, die wahre Juwelen sein können.
  • Besuchen Sie bei Ihren Ausflügen in Frankreich auch die Fremdenverkehrsämter. Dort liegen meist Broschüren und Informationsblätter zu den schönsten Gärten der Umgebung aus.
  • Manche Baumschulen bieten neben ihrem Pflanzensortiment auch sehr schöne Schaugärten oder Versuchsgärten an. Dort präsentieren sie die Pflanzen aus eigener Produktion. Im Anjou besuche ich besonders gern den Schaugarten der Baumschule Plantagenet, im Morbihan den der Baumschule du Prahor. Fragen Sie bei den Baumschulen in Ihrer Region nach.
  • Beachten Sie außerdem, dass immer mehr Gärten für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich sind. Häufig gibt es angepasste, lediglich etwas kürzere Wege. Therapiegärten sind wunderschöne Orte, die speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung ausgerichtet sind.

Bei promesse de fleurs geben wir Ihnen jeden Monat in unserer Blogrubrik Ideen für Gartenbesuche: Gartenbesuche und Porträts von Gärtnern! Die Rubrik wird regelmäßig mit Besuchen unseres Redaktionsteams aktualisiert. Wir stellen bekannte Gärten in Frankreich und im Ausland vor, aber auch weniger bekannte Gärten, die ebenfalls einen Besuch verdienen.

Und Sie? Was unternehmen Sie am kommenden Wochenende?