Vor einigen Jahren hatte ich die Gelegenheit, mich in die Korbflechterei einzuarbeiten. Dafür half ich freiwillig bei einem Korbflechter, der Weidenruten anbaut. Bei dieser Technik werden Pflanzen verflochten. Sie ist für alle zugänglich und erfordert nur wenige Mittel und Werkzeuge. Außerdem lassen sich in der Natur leicht Pflanzen finden, die sich zum Flechten eignen! Es ist faszinierend, die Ruten zusammenzufügen, sie abwechselnd übereinanderzuführen und dabei zuzusehen, wie nach und nach ganz langsam ein Gegenstand entsteht. Korbflechten erfordert Geduld. Dieses Handwerk droht verloren zu gehen. In Frankreich gibt es nur noch wenige Korbflechter, da diese Arbeit viel Zeit in Anspruch nimmt und daher teuer ist. Für den eigenen Bedarf können Sie jedoch weiterhin viel Freude daran haben, Weidenruten zu flechten!

Flechttechnik, Korbflechterei

Beim Korbflechten werden Ruten verflochten, indem sie abwechselnd auf die eine und die andere Seite um senkrechte, feststehende Ruten geführt werden. Diese dienen als „Staken“ (Foto Marthe Lelievre)

Vielfältige Verwendungsmöglichkeiten im Garten

Korbflechterei wird häufig zur Herstellung von Weidenkörben genutzt. Sie können damit jedoch auch zahlreiche Gegenstände für den Garten anfertigen: einen Nistkasten für Vögel, Rankhilfen für Kletterpflanzen, Abtrennungen zwischen verschiedenen Gartenbereichen oder kleine Beetbegrenzungen. Auch Hecken, Sichtschutzelemente, Lauben, Pergolen, Tipis und Spielhäuser für Kinder sind möglich. Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf! Mit Flechtwerk lassen sich echte Kunstwerke und Pflanzenskulpturen gestalten. Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Flechtwerke fügen sich außerdem sehr leicht in die Gartengestaltung ein.

Verwendung von Flechtwerk im Garten: Begrenzungen, Abtrennungen, Hecken ...

Weidenruten finden im Garten leicht ihren Platz! Links im Garten „Auf der Suche nach der weißen Lupine“ beim Gartenfestival von Chaumont-sur-Loire (2017). Rechts vor der Nationalen Schule für Korbflechterei in Fayl-Billot (Foto Ji-Elle).

Korbflechterei: Beeteinfassung aus Weidenruten

Eine kleine Einfassung aus Weidenruten kann sich harmonisch in einen Garten einfügen, zum Beispiel zur Abgrenzung von Beeten (Foto: Hugues-Mircea Paillet)

Korbflechterei: Beeteinfassung aus Weidenruten

Das Flechten einer Beeteinfassung aus Weidenruten (Foto: Hugues-Mircea Paillet)

Weidenruten selbst anbauen?

Weidenruten sind eigentlich Zweige von Weiden, die zum Flechten bestimmt sind. Sie können Weiden für diesen Zweck problemlos selbst anbauen. Es gibt zahlreiche Sorten, die unterschiedliche Farben ermöglichen! Häufig verwendet werden Salix triandra, Salix purpurea, Salix alba und Salix viminalis. Eine der besten Sorten für die Korbflechterei ist Salix triandra 'Noir de Villaines'. Weiden lassen sich sehr leicht durch Stecklingsvermehrung vermehren. Viele Weidenzüchter und Korbflechter bieten Stecklinge zum Verkauf an. Bauen Sie ruhig Weiden an! Neben ihren Zweigen zum Flechten können Sie die Pflanzen auch wegen ihrer medizinischen Eigenschaften nutzen. Ihre Rinde enthält Salicylsäure, die der Acetylsalicylsäure in Aspirin ähnelt. Außerdem eignen sich Weiden für die Herstellung von Holzhäckseln zur Bodenbedeckung oder als Wurzelanreger für eine erfolgreiche Stecklingsvermehrung. Weidenwasser kann das Bewurzelungshormon ersetzen. Pflanzen Sie die Weide vorzugsweise am Ende des Winters, etwa im März, in einen tiefgründigen Boden, der im Sommer relativ frisch bleibt. Sie können fertige Weidenruten zum Flechten auch direkt bei Korbflechtern kaufen. Es gibt „rohe“, natürliche Weidenruten sowie geschälte Ruten mit weißer Färbung.

Anbau und Ernte von Weidenruten für die Korbflechterei

Eine Weidenkultur: Anbau von Weiden für die Korbflechterei (Foto Ji-Elle) / Bündel fertiger Weidenruten zum Flechten (Foto Marthe Lelievre). Weiße Weidenruten sind geschälte Ruten, von denen die Rinde entfernt wurde.

... oder in der Natur sammeln?

In der Natur können Sie problemlos wild wachsende Weidenruten sammeln. Die für die Korbflechterei verwendeten Arten (Salix alba, purpurea, viminalis und triandra) kommen in Frankreich wild vor, vor allem entlang von Wasserläufen. Sie können danach suchen und Ruten sammeln. Wählen Sie möglichst lange, gerade und eher dünne Zweige. Obwohl die Weide mit Abstand das am häufigsten verwendete Gehölz für die Korbflechterei ist, eignen sich auch viele andere Pflanzen! Dazu gehören die Gewöhnliche Waldrebe, der Rote Hartriegel, die Hasel, das Geißblatt, der Hopfen und das Schilf, um nur einige Beispiele zu nennen. Sie können sogar mehrere Gehölzarten miteinander kombinieren, um unterschiedliche Farben zu erhalten. So lassen sich beispielsweise einige Zweige des Roten Hartriegels in ein Gerüst aus Weidenruten einarbeiten.

Die Ernte beginnt ab Ende November oder Anfang Dezember und dauert bis Februar. Zu dieser Zeit befindet sich die Pflanze in der Vegetationsruhe. Die Blätter sind bereits abgefallen, und der Pflanzensaft ist noch nicht wieder aufgestiegen.

Korbflechterei: Korb und Nistkasten aus Weidenruten

Ein Korb, den ich angefertigt habe / Ein Nistkasten für Vögel

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Korbflechterei ist ein Handwerk, das etwas Übung erfordert. Wenn Sie Interesse daran haben, bieten zahlreiche Korbflechter Kurse und Lehrgänge an. Informieren Sie sich auch über die Bücher, die zu diesem Thema veröffentlicht wurden.