Gerade im Winter ist der Wunsch nach Licht und Farbe besonders groß. Für ein farbenfrohes Schauspiel in der tristen Jahreszeit sind Bäume und Sträucher mit dekorativer Rinde eine ausgezeichnete Möglichkeit, der Wintermelancholie entgegenzuwirken. Sie bieten eine unendliche Vielfalt an interessanten Farben und Strukturen: Korallenrot, Leuchtorange und Milchweiß sind wohltuende Farbtöne, die Sie mitten im Winter in Ihren Garten integrieren können. Einige Gehölze tragen Rinden mit glatter oder manchmal rissiger Oberfläche. Andere schälen sich in papierartigen Streifen ab und wecken den unwiderstehlichen Drang, an einem kleinen Rindenstück zu ziehen, unter dem sich leuchtende Farben zeigen.
Wenn Sie wie ich im Winter unter Lichtmangel leiden und Ihrem Garten in dieser Jahreszeit unbedingt Farbe verleihen möchten, lesen Sie unsere Top 5 der besten Gehölze mit dekorativer Rinde und wählen Sie diese unverzichtbaren Arten für Ihren Wintergarten.
1 – Betula utilis var. jacquemontii (Himalaya-Birke)
Sie ist der große Klassiker im Wintergarten – so sehr, dass man sich fragt, ob „dekorative Rinde“ nicht beinahe ein Synonym für Birke ist. Verwechseln Sie sie jedoch keinesfalls mit der Hänge-Birke (Betula pendula). Diese ist ebenfalls eine verbreitete und häufig gepflanzte Art, ihre Rinde leuchtet jedoch deutlich weniger hell als die der Himalaya-Birke.
Die Himalaya-Birke wurde lange Zeit in Gärten gepflanzt und geriet anschließend etwas in Vergessenheit. Seit etwa zehn Jahren erlebt sie in modernen Gärten ein Comeback, und das aus gutem Grund. Zunächst ist ihre weiße Rinde die einzige, die den Hintergrund eines Beetes mit solcher Intensität zum Leuchten bringt. Außerdem spendet ihre leichte Verzweigung nur wenig Schatten. Deshalb können Sie problemlos kleine Sträucher oder Stauden zu ihren Füßen pflanzen. Als Solitär oder in einer Dreiergruppe im Hintergrund eines Beetes bildet sie zudem einen besonders interessanten Blickfang. Landschaftsplaner wissen diese Wirkung zu schätzen. Sie kombinieren die Birke immer häufiger mit runden Formen wie Buchsbaum oder geschnittenem Strauch-Geißblatt. Ebenso setzen sie sie in naturnahe Beete, um eine unwirkliche, traumhafte Stimmung zu verstärken.

Rechts hebt sich die makellos weiße Rinde der Himalaya-Birke vor einer dunklen Nadelgehölz-Kulisse wunderbar ab. Links verstärken in einer wilderen Umgebung die silbrigen Ähren großer Gräser wie Chinaschilf und Pampasgras die leuchtende Farbe der Rinde. (Quelle: Pinterest)
Das sollten Sie außerdem wissen: Pflanzen Sie diese Birke großzügig in Ihren Garten, aber bitte köpfen Sie sie nicht, wie es manche im Winter tun, um ihre Höhe drastisch zu reduzieren. Dadurch wird ihre Silhouette entstellt und der Baum wirkt unansehnlich! Entscheiden Sie sich bei der Pflanzung stattdessen für mehrstämmige Formen. Sie wachsen zwar breiter, ihre Äste steigen jedoch weniger hoch auf als bei einem einstämmigen Baum, der stark in die Höhe wächst.
2 – Acer davidii 'Viper' (Schlangenhautahorn)
Zur großen Familie der Ahorne gehören einige Gehölze, deren dekorative Rinde im Winter eine wahre Pracht ist. Dazu zählen die Schlangenhautahorne. Unter dieser Bezeichnung werden mehrere Arten zusammengefasst, darunter Acer capillipes, Acer pennsylvanicum, Acer rufinerve, Acer tegmentosum sowie zahlreiche Hybriden aus diesen Arten.
Von allen Schlangenhautahornen bleibt Acer davidii 'Viper' dennoch mein Favorit! Seine zweifarbige, grün-orange Rinde mit weißen Streifen ist im Winter besonders kostbar. Wenn das Laub gefallen ist und das Licht flach einfällt, kommt die leuchtend gestreifte Rinde am besten zur Geltung. Dieser Ahorn besitzt keine eigentliche Borke. Stattdessen schützt er sich vor äußeren Einflüssen wie Sonnenbrand und Pilzen, indem er das Holz mit einem weißlichen Wachs überzieht. Dieses lagert sich auf dem Holz ab und leuchtet bei Minusgraden besonders intensiv.

Die gestreifte, marmorierte Rinde von Acer davidii 'Viper' färbt sich mit den ersten Frösten orange. (Quelle: Hortival Diffusion)
Das sollten Sie außerdem wissen: Neben seinen dekorativen Eigenschaften überzeugt dieser Ahorn auch durch seine unkomplizierte Kultur und bleibt deshalb mein Liebling. Im Gegensatz zu Hybriden und einigen anderen Arten ist Acer davidii leichter zu kultivieren als andere Schlangenhautahorne. Er benötigt nicht unbedingt saure Erde und verträgt sogar etwas Kalk. Besonders interessant ist, dass er schwere, frische Böden gut verträgt und weniger anfällig für die Verticillium-Welke ist als andere Arten. Ein überzeugender Kandidat, finden Sie nicht?
3 – Cornus sanguinea 'Winter Beauty' (Blutroter Hartriegel mit dekorativer Rinde)
Über dekorative Rinde lässt sich nicht sprechen, ohne die Hartriegel zu erwähnen. Gemeint sind Cornus alba, Cornus sericea, Cornus sanguinea und Cornus stolonifera. Diese kleinen, buschigen Sträucher zeigen mitten im Winter ihre leuchtenden Farben. Sie sind natürlich unverzichtbar, denn sie vertragen fast alles! Rückschnitt, Kälte, schwere, lehmige und feuchte Böden sowie Sonne machen ihnen nichts aus. Lediglich sehr durchlässige, trockene Böden in mediterranen Gärten bereiten ihnen Probleme. Abgesehen davon sind sie nahezu unverwüstlich. Ihre vielen Vorzüge haben dazu geführt, dass sie überall gepflanzt wurden und inzwischen fast zu häufig, wenn nicht sogar alltäglich sind.
Unter den Dutzenden Sorten mit dekorativer Hartriegelrinde gibt es jedoch einige Schätze, die entdeckt werden sollten. Ich könnte Cornus 'Bâton Rouge' nennen (Pierres Favorit), Cornus 'Bâton Rouge' Cornus alba 'Siberian Pearls' oder Cornus alba 'Ivory Halo'. Am meisten Freude bereitet mir jedoch Cornus sanguinea 'Winter Flame'. Zunächst, weil er zu den wenigen Sträuchern mit leuchtend orangefarbener, fast fluoreszierender Rinde gehört, die an den Spitzen der jungen Zweige rot getönt ist. Diese bei Gehölzen mit farbiger Rinde eher seltene und kostbare Farbe ermöglicht schöne Kombinationen in warmen, kräftigen Farbtönen, die Sie in einer anderen Jahreszeit vermutlich nicht wagen würden. Auf leichtem Boden bildet der Hartriegel mit Carex testacea 'Prairie Fire' das schönste Duo. Auf schwerem Boden erzielt er zusammen mit Carex oshimensis 'Evercream' die beste Wirkung.

Mitten im Winter, wenn der Strauch vollständig entblößt ist, erreicht das Schauspiel seinen Höhepunkt. Pflanzen Sie Cornus sanguinea in der Nähe einer großen Fensterfront, damit Sie die wohltuende Wirkung seiner warmen Farbe genießen können. (Quelle: Pinterest)
Das sollten Sie außerdem wissen: Während alle Hartriegel mit dekorativer Rinde einen Rückschnitt im Frühjahr benötigen, damit sie im Winter schöne Farben zeigen, brauchen Cornus sanguinea keinen jährlichen Rückschnitt. Das alte Holz behält seine leuchtende Farbe deutlich länger als das seiner Verwandten Cornus alba oder Cornus sericea. Wird der Strauch zu groß, können Sie ihn trotzdem jedes Jahr schneiden. Andernfalls reicht ein Rückschnitt alle drei Jahre völlig aus, um das Holz zu verjüngen und schöne Farben zu erhalten. Weitere Informationen zum Rückschnitt von Hartriegeln mit dekorativer Rinde finden Sie in Virginias Artikel „Hartriegel, Cornus mit dekorativer Rinde: pflanzen und schneiden“.
4 – Prunus serrula (Mahagoni-Kirsche)
Prunus serrula wird manchmal mit Prunus serrulata verwechselt, obwohl es sich um zwei deutlich verschiedene Gehölze handelt, die kaum etwas gemeinsam haben. Prunus serrulata ist die berühmte japanische Zierkirsche, die im Frühjahr in Gärten und an Straßen mit ihrer spektakulären, aber kurzlebigen rosa Blüte beeindruckt.
Prunus serrula zeichnet sich nicht durch seine eher unauffällige Blüte aus, sondern durch seine glänzende, glatte Rinde mit mahagoniroter Färbung und karamellfarbenem Schimmer. Sie gehört zu den schönsten Rinden, die Sie im Winter im Garten bewundern können. Beim Abschälen kommt die Rinde besonders gut zur Geltung. Unter der abgestorbenen Haut ist die neue Rinde so glänzend, dass sie das Licht reflektiert und in der Sonne zu leuchten scheint.

Links hebt in dieser rein winterlichen Szene das gelb-orange Holz von Cornus sanguinea 'Midwinter' die dunkle Silhouette von Prunus serrula hervor. Im Vordergrund bildet das weiße Holz von Rubus thibetanus einen Kontrast zur mahagonifarbenen Rinde des Baums. Rechts zeigt die gereinigte Rinde von Prunus wunderschöne, satinartige Farben. (Quelle: Pinterest)
Das sollten Sie außerdem wissen: Prunus serrula behält nicht das ganze Jahr über eine so schöne, leuchtende Rinde. Im Sommer und zu Beginn des Winters kann sie matt werden und sich manchmal grünlich verfärben, besonders wenn der Strauch zu schattig steht. Die Rinde lässt sich zwar oft verlockend leicht abziehen, doch dabei können Sie das Splintholz beschädigen. Dieses tiefer liegende Holz leitet den Rohsaft von den Wurzeln zu den Blättern. Ein solcher Eingriff kann dem Baum langfristig schaden. Zum Reinigen der Baumrinde brauchen Sie lediglich eine harte Bürste, lauwarmes Seifenwasser und etwas Muskelkraft! Bürsten Sie den Stamm der Mahagoni-Kirsche ein- bis zweimal im Jahr mit Seifenwasser ab. So erhalten Sie eine leuchtende Rinde, ohne den Baum zu beschädigen. Merken Sie sich das!
5 – Acer palmatum 'Senkaki' (Sango Kaku)
Japanische Ahorne begeistern mit dekorativem, farbenfrohem Laub. Einige Sorten wie 'Senkaki', den die Japaner Sango Kaku nennen, beeindrucken zusätzlich durch außergewöhnliches Holz. Im Sommer lässt das handförmige, hellgrüne und gold getönte Laub noch nicht erahnen, wie schön der Strauch am Ende der Saison sein wird. Schon im Herbst beeindruckt sein orangefarbenes Laub. Wenn der Strauch jedoch beginnt, sich zu entblättern, erleben Sie eines der schönsten Schauspiele, die ein Fächer-Ahorn bieten kann.
Nach dem Laubfall zeigt der Ahorn 'Senkaki' sein spektakuläres, beinahe unwirklich korallenrot gefärbtes Holz. Die Kälte verstärkt die Farbintensität erneut und lässt die Zweige bei Frost leuchtend rot erscheinen. Zusammen mit der anmutigen, aufrechten und sehr leichten Silhouette ergibt sich ein unverzichtbarer Fächer-Ahorn für den Wintergarten.
Ist dieser Ahorn empfindlicher oder schwieriger zu kultivieren als andere Fächer-Ahorne? Nein. Er benötigt saure, durchlässige Erde, einen hellen, aber im Sommer vor praller Sonne geschützten Standort. Wenn Sie ihm keine optimalen Bedingungen bieten können, lässt er sich auch sehr gut im Kübel kultivieren.

Links beginnt Acer palmatum 'Senkaki' mit seinem prächtigen Herbstlaub, eine korallenfarbene Rinde zu zeigen. Rechts ist die Rinde mitten im Winter deutlich intensiver rot gefärbt. (Quelle: Pinterest)
Das sollten Sie außerdem wissen: Als Solitär gepflanzt, bewahrt dieser Ahorn seinen ganzen Charme. Widerstehen Sie der Versuchung, ihn mit Hartriegeln mit dekorativer Rinde zu kombinieren. Sie besitzen einen ähnlichen Rindentyp und ebenfalls einen aufrechten Wuchs. Dadurch könnte eine eintönige Pflanzung entstehen, in der Ahorn und Hartriegel miteinander verschmelzen. In einem Zen- oder Steingarten entfaltet der Ahorn 'Senkaki' sein größtes Potenzial. Typischerweise pflanzen Sie diesen Strauch in eine minimalistische Gestaltung mit schönen Felsen und einigen locker verteilten Gräsern am Hauseingang, neben der Eingangstür oder auf einer Terrasse.
Interessieren Sie sich für die Gestaltung eines Wintergartens und möchten Sie noch weitergehen? Dann lesen Sie gerne noch einmal den Artikel von Ingrid, in dem sie eines ihrer Lieblingsbücher vorstellt: „Jardins d'hiver: une saison réinventée“ von Cédric Pollet
Und entdecken Sie Oliviers Tipps für einen schönen Garten auch im Winter:
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