Das Licht wird schwächer und die Schatten werden länger, die Morgen sind in Nebel gehüllt und die feuchte Luft lässt uns beim Hinausgehen leicht frösteln … Wie Sophie treffend bemerkte: kein Zweifel, der Herbst ist da! Im Garten machen die üppigen Blüten der Stauden allmählich den Herbstfarben der Bäume und Sträucher Platz … Etwa alle Stauden? Nein! Einige unverwüstliche Herbstblüher weigern sich, die Bühne zu verlassen: Die Beharrlichkeit dieser spät blühenden Stauden endet erst mit den ersten starken Frösten. In besonders günstigen Jahren können einige von ihnen den ganzen Oktober und sogar bis Ende November für Farbe sorgen.
In meinem mittelgroßen Garten (700 m²) sind diese Stauden, die ihre Blütezeit verlängern, besonders wertvoll. Sie sorgen das ganze Jahr über für schöne Beete. Denn ich kann es mir nicht leisten, viele Bäume und Sträucher mit Herbstfärbung oder dekorativen Beeren zu pflanzen. Entdecken Sie meine Top 5 der spät blühenden Stauden, die in keinem Garten fehlen sollten!
1) Christophskraut
Zugegeben, Christophskraut nimmt etwas Platz ein. Auch wenn die Kultur keine besonderen Schwierigkeiten bereitet, ist es nicht ganz einfach, diese Staude zufriedenzustellen. In meinem Garten leidet sie unter den wiederkehrenden sommerlichen Trockenperioden, die selbst im hohen Norden nicht selten sind! Doch Christophskraut ist wunderschön, wenn Sie ihm einen guten, humusreichen Boden bieten, der im Sommer nicht zu stark austrocknet. Ein Platz im Schatten großer Bäume ist ideal, aber auch Sonne wird vertragen, solange der Boden frisch bleibt. Wegen seiner anmutigen weißen Blütenähren und seines zarten süßen Duftes bemühe ich mich, das Christophskraut oder Actaea 'White Pearl' jeden Sommer mit reichlichem Gießen von aufgefangenem Regenwasser in guter Form zu halten. Damit gehört es zu den ältesten Pflanzen in meinem Garten. Ich habe es gepflanzt, lange bevor ich alt genug war, allein mit dem Führerschein durch die Wege einer Baumschule zu streifen! Bei mir beginnt die Blüte Ende September oder Anfang Oktober und dauert bis etwa Allerheiligen. Vielleicht bevorzugen Sie die Sorten mit purpurfarbenem Laub wie 'Atropurpurea', 'Brunette' oder 'James Compton'. Auch 'Pink Spike' mit ihren zart rosafarbenen Ähren ist reizvoll. Ich liebe jedoch die Eleganz des apfelgrünen Laubs, das im Frühjahr erscheint, zu sehr, um eine andere Sorte zu wählen!

2) Japan-Herbst-Anemonen
Vor allem eine davon ist unübertroffen: 'Honorine Jobert'. Ihre Blüte beginnt im August, erreicht im September ihren Höhepunkt und dauert bis zum Monatsende. Diese ehrwürdige Gartendame ist fast 140 Jahre nach ihrer Entdeckung durch den Züchter Lemoine aus Nancy noch immer in Bestform. Trockenperioden übersteht sie deutlich besser als mein Christophskraut! Eine Pflanzenliebhaberin schenkte sie mir vor Jahren. Heute könnte ich mir meinen Garten ohne diese Staude nicht mehr vorstellen. Unter ihren Verwandten blühen einige bereits früher, ab Juli oder August. Dafür halten sie im Herbst nicht ganz so lange durch. Wenn Sie Rosa bevorzugen, sollten Sie sich dennoch 'September Charm', 'Pamina' oder 'Prinz Heinrich' ansehen, der besonders niedrig bleibt.

3) Astern
Es gibt unzählige Arten und Sorten. Wenn Sie Astern sammeln, können Sie von März bis November blühende Pflanzen im Garten haben. Da ich nicht genügend Platz für diese Leidenschaft habe – an Lust mangelt es mir allerdings nicht! –, begnüge ich mich mit einigen gut platzierten Horsten. Sie stehen an strategischen Stellen in den Beeten und übernehmen dort die Blüte nach den sommerblühenden Stauden. Die Neuengland-Astern habe ich weggelassen, weil sie für meine Beete zu hoch werden. Auf Aster ericoides wie 'Pink Star' möchte ich jedoch nicht verzichten. Noch weniger missen möchte ich die seltenere Aster ageratoides 'Ezo Murasaki' mit ihrer endlos langen Blüte. Außerdem werden diese beiden Sorten niemals krank! Im Schatten hatte ich eine Zeit lang auch Aster divaricatus. Wahrscheinlich habe ich sie irgendwann zu Unrecht ausgegraben und durch eine seltene Pflanze ersetzt, die nicht lange durchhielt. Das war vermutlich ein Fehler, den ich eines Tages wiedergutmachen muss!

4) Fuchsia magellanica
Strauch oder Staude? Darauf kommt es gar nicht an … Diese winterharten Fuchsien, die in Irland und der Bretagne regelrechte Hecken bilden, sind tatsächlich sehr winterhart. Wenn es zu stark friert, treiben sie aus dem Wurzelstock wieder aus. Ihre Blüte beginnt dann einfach etwas später, etwa Ende Juli. Auch dies war eine der ersten Pflanzen, die ich gezogen habe. Noch heute pflege ich das ursprüngliche Exemplar von Fuchsia magellanica 'Ricartonii' aus dem Garten meiner Großmutter. Fuchsien leiden noch immer unter dem Image einer „Großmutterpflanze“. Das ist ausgesprochen ungerecht, wenn man die Vorzüge dieser blühenden Sträucher betrachtet: Sie sind winterhart, leicht zu kultivieren und gedeihen in Sonne wie Schatten. Als Gegenleistung für ihre üppige, elegante Blüte verlangen sie fast nichts. Als i-Tüpfelchen gibt es Sorten mit goldfarbenem ('Aurea') und panaschiertem Laub ('Versicolor'). In Saint-Jean-de-Beauregard habe ich außerdem die seltene weiß blühende und panaschierte Form 'Sharpitor' gefunden. Wenn Sie den typischen Kontrast von Rosa und Violett nicht mögen, können Sie auf Fuchsia magellanica var. molinae mit rosig weißen Blüten zurückgreifen. Die Variante 'Hawkshead' bildet reinweiße Blüten, deren Spitzen grün gezeichnet sind. Diese unermüdlichen Pflanzen werden nur durch Kälte daran gehindert, immer neue Blüten zu bilden!

5) Knöterich
Spät blühende Stauden sind in einem kleinen Garten eine gute Sache. Noch besser sind jedoch Stauden, die lange UND spät blühen! Genau das bieten uns die Knöteriche (Persicaria amplexicaulis, früher Polygonum). Die dekorativen, farbenfrohen Blütenähren erscheinen bei den frühesten Sorten ab Juli. Danach kann sie offenbar nichts mehr aufhalten! Wenn sie sich zu stark ausbreiten, können Sie sie nach Belieben zurückschneiden. Anschließend treiben sie umso kräftiger wieder aus. Ich habe Knöterich auf armen, sandigen Böden ebenso gedeihen sehen wie auf trockenen, kalkhaltigen sowie lehmigen, schweren Böden. Kurz gesagt: Diese Staude gelingt immer. Ich liebe sie alle, und auch Sie werden sicher eine Sorte finden, die Ihnen gefällt! Wenn Sie sich nur schwer entscheiden können, empfehle ich Ihnen dennoch 'Blackfield' in weinroter Farbe, das weiße und sehr, sehr blühfreudige 'Alba', 'Firedance' mit seinem eher orangefarbenen Farbton, das niedrig bleibende 'Inverleith' und 'Rosea' in Altrosa. Sie gehören zu den besten Sorten. Regelmäßig kommen neue Sorten hinzu, die ebenfalls einen Versuch wert sind.

… Bonus: Diamantgras
Welcher moderne und einigermaßen ernsthafte Gärtner kann heute noch einen Garten ohne Gräser anlegen? Alle oder fast alle sind im Herbst und darüber hinaus wunderschön. Nebel, Raureif und das tief stehende Licht bringen sie besonders zur Geltung. Doch wenn sich ein Gras besonders hervorhebt, dann ist es das berühmte „Diamantgras“ (Calamagrostis brachytricha), die Königin der Herbstgräser. Seine Ähren erscheinen erst im September. In den Strahlen der Herbstsonne zeigen sie wunderschöne irisierende Nuancen und erinnern an das Funkeln von Diamanten. Mit einer Höhe von 70–80 cm und seiner Fähigkeit, auf fast jedem Boden in Sonne oder Schatten zu wachsen, ist es noch immer viel zu wenig bekannt. Dabei gelingt seine Kultur immer.
Natürlich hätte ich auch über Chinaschilf sprechen können. Seine Herbstfarben hätten jedoch mit denen der Sträucher konkurriert! 😉

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