Wer kennt Stipa tenuifolia nicht, dieses zarte Gras, das wegen seiner Leichtigkeit auch Engelshaar genannt wird? Seit einigen Jahren ist es ein Star, ein unverzichtbarer Klassiker, ein „Must-have“.
Der Beweis: Man findet es überall – in der Landschaftsgestaltung, in Gruppen oder als Solitär, mehr oder weniger wirkungsvoll in Szene gesetzt. Ich habe es sogar schon mit Farnen gesehen … wohin soll das noch führen? Vor allem trifft man es von Béthune bis Carcassonne in zahlreichen Steingärten an. Dort steht es oft allein wie eine verlorene Seele, bestenfalls umgeben von zwei oder drei Kieselsteinen. Das empört mich natürlich, denn erstens finde ich das ein wenig lächerlich (ich hoffe, Sie verzeihen mir), und zweitens wird dadurch das große Potenzial dieser leicht zu kombinierenden Grasart verschenkt.
Lernen Sie sie zunächst etwas näher kennen:
Stipa tenuifolia, kurz vorgestellt …
Stipa tenuifolia, die manchmal auch Stipa tenuisima genannt wird, ist ein mehrjähriges Gras aus der Familie der Süßgräser. Sie bildet eine hübsche Horstform aus sehr feinen, zylindrischen Blättern. Der Horst wird etwa 50 cm hoch und 30 cm breit. Ursprünglich stammt sie aus Mittelamerika. In freier Natur kommt sie von Argentinien über Mexiko bis nach Texas vor. Das bedeutet: Sie ist weder wind- noch hitzeempfindlich und entwickelt sich in trockenem oder gut durchlässigem Boden am besten.
Dieses Gras ist immergrün. Bei der Pflege gehen die Meinungen jedoch auseinander: Pierre schneidet es im Frühjahr fast bis auf den Boden zurück, während Michaël es sanft auskämmt. Das ist letztlich praktisch: Entscheiden Sie selbst, was zu Ihrer Art zu gärtnern passt!
Stipa tenuifolia – warum wir sie lieben
Zunächst wegen ihrer Größe: Sie ist weder zu groß noch zu klein. Dadurch zieht sie die Blicke auf sich, ohne sich zu sehr in den Vordergrund zu drängen. Dann überzeugt sie durch ihre Wuchsform und ihre Erscheinung. Sie steht stolz aufrecht und bleibt zugleich leicht und luftig. Mit sanfter Nonchalance folgt sie den Bewegungen des Windes. Schließlich begeistert ihr „Haarschopf“, der zu jeder Jahreszeit wunderschön ist: Ende Februar leuchtet er in frischem Grün, im Frühjahr wird er blond und zeigt im Sommer einen authentischen, wilden Look – ganz im Stil einer kalifornischen Surferin. Im Winter fangen sich feine Regentropfen darin, noch schöner wirkt jedoch der daran haftende Raureif. Kann man sich mehr wünschen?
Stipa tenuifolia – wozu lässt sie sich verwenden?
Sie haben es verstanden: Dieses Gras liebt Gesellschaft. In einer modernen Gestaltung können Sie es in größeren Gruppen pflanzen. Das sieht hübsch aus, doch Vorsicht vor eintönigen Pflanzungen!
Mein Rat: Kombinieren Sie sie unbedingt! Womit? Mit allem, was wie sie selbst in der Sonne und in eher durchlässigem Boden wächst. Versuchen Sie es zum Beispiel mit Prachtkerze und Argentinischem Eisenkraut. Diese Kombination ist zwar recht klassisch, wirkt in einem kleinen Beet jedoch sehr gut.
Wenn Ihnen mehr Platz zur Verfügung steht, ergänzen Sie weitere Gräser wie ihre elegante Verwandte Stipa pennata oder Federborstengras. Auch zahlreiche im Sommer oder Herbst blühende Stauden passen dazu, etwa Duftnessel, der köstliche Kugellauch oder eine weitere schöne Amerikanerin wie der Scheinsonnenhut.









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