Gartenarbeiten im Herbst zum Schutz der Biodiversität vermeiden

Gartenarbeiten im Herbst zum Schutz der Biodiversität vermeiden

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Inhaltsverzeichnis

Erstellt diese Woche  durch Ingrid Vincent, experte plantes et jardin 5 min.

Herbstputz im Garten? Laub, trockene Stängel und Samen bieten Tieren Nahrung und Schutz. Bereiten Sie Garten winterfest vor und schützen Biodiversität.

Schwierigkeit

Nicht jedes Herbstlaub aufsammeln

Im Herbst juckt es uns oft in den Fingern, zum Rechen zu greifen, sobald die ersten Blätter den Boden bedecken. Doch wer systematisch jedes Laub entfernt, nimmt dem Garten eine wertvolle natürliche Decke und vielen Tieren ein Winterquartier. Unter einer Laubschicht sind Insekten, Larven und Regenwürmer vor Kälte und schlechtem Wetter geschützt. Auch Igel nutzen Laubhaufen zum Polstern ihres Nests, während Kröten, Frösche und andere Kleintiere die kühlen, feuchten und ruhigen Bereiche schätzen, in denen sie sich verstecken können. Lassen Sie daher am besten hier und da einige Laubhaufen an ruhigen Stellen im Garten liegen.

Auf freien Bodenflächen können Sie Laub auch als Mulch verwenden. Es schützt den Boden vor starkem Regen, mindert die Bildung einer Verschlämmung und verringert dadurch oberflächliche Verdichtung und Abfluss. Beim Zersetzen nährt es außerdem den Boden, fördert sein Bodenleben und trägt zur Humusbildung bei. In Beeten, unter Hecken, am Fuß von Sträuchern oder in wenig genutzten Gartenecken sollten Sie daher einen Teil des Laubs liegen lassen.

Natürlich sollte sich das Laub nicht überall anhäufen. Eine dicke Schicht kann den Rasen ersticken, und nasses Laub wird auf Wegen oder der Terrasse schnell rutschig. An diesen Stellen können Sie es zusammenharken … Doch statt es abzutransportieren, sollten Sie es besser in die Beete bringen oder unter Hecken verteilen, wo es dem Boden und der Biodiversität weiterhin wertvolle Dienste leistet. Warum nicht gleich Lauberde herstellen?

ein Igel auf einem Laubhaufen

Nicht alle verblühten Pflanzen zurückschneiden

Im Herbst ist man oft versucht, alle Stauden zurückzuschneiden und verblühte Blüten zu entfernen, damit die Beete wieder ordentlich aussehen. Doch wer alle trockenen Stängel abschneidet, nimmt vielen Insekten Verstecke und Vögeln Samen als Nahrung für Herbst und Winter.

Manche hohlen oder markhaltigen Stängel dienen kleinen Solitärbienen als Unterschlupf oder Brutplatz. Auch andere Nützlinge wie Marienkäfer oder Florfliegen nutzen trockenes Pflanzenmaterial und geschützte Nischen, um die kalte Jahreszeit zu überstehen. Wer einen Teil der Stängel bis zum Frühjahr stehen lässt, erhält diese natürlichen Verstecke im Beet.

Auch Pflanzen mit Samenständen sind nützlich. Die trockenen Blütenkörbchen von Igelkopf, Sonnenhut und Sonnenblume locken körnerfressende Vögel an. Verblühte Pflanzen teilweise stehen zu lassen, erhält so wertvolle Nahrung bis tief in den Winter.

Davon profitiert nicht nur die Tierwelt. Bei manchen etwas frostempfindlichen Pflanzen schützt trockenes Laub am Wurzelstock zusätzlich vor Kälte. Das gilt etwa für Prachtkerze, Schmucklilie, Fackellilie, Neuseelandflachs und Canna, die in Regionen mit milden Wintern im Freiland wachsen. Es besteht also kein Grund zur Eile: Warten Sie mit dem Rückschnitt besser bis zum Spätwinter oder zeitigen Frühjahr und verstärken Sie den Schutz bei Bedarf mit einer Mulchschicht.

Diese kleine Unordnung muss außerdem nicht unansehnlich sein: Mit Raureif oder Tau bedeckt, geben die trockenen Silhouetten von Stauden und Gräsern den Beeten Struktur. Kranke, abgebrochene oder umgeknickte Pflanzenteile können Sie einfach entfernen.

Marienkäfer in einem hohlen Stängel als Winterschutz

Zu starker Herbstschnitt vermeiden

Im Herbst juckt es uns oft, zur Gartenschere zu greifen. Hier wird eine Hecke gekürzt, dort ein Strauch in Form gebracht … Doch ein zu starker Schnitt kann der Tierwelt kurz vor dem Winter Verstecke und Nahrung nehmen. Dichte Hecken schützen Vögel vor Wind, schlechtem Wetter und Fressfeinden. Die beerenreichen Zweige von Weißdorn, Hundsrose, Zwergmispel, Feuerdorn und Stechpalme sind für Vögel eine wertvolle Nahrungsquelle, wenn im Winter andere Nahrung knapp wird.

Trotzdem muss die Gartenschere nicht für immer im Schuppen verschwinden! Der richtige Schnittzeitpunkt hängt vor allem von Art, Blüte und Wachstum ab. Frühjahrsblüher werden meist nach der Blüte geschnitten, während viele sommerblühende Sträucher eher am Ende des Winters oder im zeitigen Frühjahr an der Reihe sind. Im Herbst sollten Sie daher nicht reflexartig schneiden, sondern zunächst die Bedürfnisse der jeweiligen Art prüfen. Bei Bedarf können Sie lediglich abgestorbene, gebrochene oder wirklich störende Zweige entfernen.

Ein Vogel frisst im Herbst genüsslich Weißdornbeeren

Erde nicht tief umgraben

Mit der Rückkehr der Regenfälle ist der Herbst nicht unbedingt der beste Zeitpunkt, um den Boden tief umzugraben. Feuchter Boden verdichtet sich unter Tritten und Werkzeugen leichter, und tiefes Umgraben kann die verschiedenen Bodenschichten durcheinanderbringen, in denen Regenwürmer, Pilze, Mikroorganismen und andere kleine Bodenbewohner leben.

Ein weiteres Problem: Nach dem Umgraben liegt der Boden ungeschützt und ist dem Herbstregen direkt ausgesetzt. Auf manchen Böden begünstigt dies Verdichtung, Abfluss und die Bildung einer Verschlämmungskruste an der Oberfläche.

Muss ein Beet vor dem Winter gelockert werden, sollten Sie daher eingreifen, wenn der Boden weder durchnässt noch klebrig ist – und ihn nicht unbedingt umgraben. Oft reicht ein Durchgang mit Grabegabel oder Spatengabel, um den Boden zu lockern und seine Struktur besser zu erhalten. Anschließend können Sie saisonale Materialien nutzen und ihn mit Laub, reifem Kompost oder einer organischen Mulchschicht bedecken, die ihn in den kalten Monaten schützt.

Ein Mann lockert den Boden mit einer Grabegabel

Nicht alle Zweig- und Holzhaufen entfernen

Im Herbst sorgen Stürme und herabfallende Zweige ganz natürlich für Totholz im Garten. Statt alles zu entfernen, können Sie einige Zweige und Holzstücke an einem ruhigen Ort liegen lassen: Schon bald werden sie zu wertvollen Rückzugsorten für die Biodiversität.

Unter einer Hecke oder am Ende des Gartens kann ein kleiner Holzstapel Insekten, Spinnen, Asseln und andere Wirbellose beherbergen. Auch Kröten, Molche und Igel nutzen diese ruhigen Plätze, um sich zu verstecken oder vor dem Wintereinbruch Unterschlupf zu finden. Mit der Zeit besiedeln zudem Pilze und Zersetzerorganismen das Totholz und tragen zu seinem natürlichen Abbau bei.

Holzstapel und Frosch

Teich vor dem Winter nicht gründlich reinigen

Im Herbst liegt der Gedanke nahe, den Gartenteich vor dem ersten Frost noch einmal gründlich zu reinigen. Laub von der Oberfläche entfernen, ja; den Teich vollständig leeren, Schlamm aufwirbeln oder die gesamte Vegetation entfernen, eher nicht …

In dieser Zeit suchen Frösche, Kröten, Molche, Larven von Wasserinsekten und andere kleine Teichbewohner nach ruhigen Bereichen zum Überwintern. Manche finden Schutz in der Unterwasservegetation, unter Steinen, zwischen Wurzeln oder im Bodenschlamm. Eine zu gründliche Reinigung kann diese Verstecke genau dann zerstören, wenn die Tiere sie am dringendsten brauchen.

Besser ist ein behutsames Vorgehen: Entfernen Sie überschüssiges Laub, bevor es im Wasser verrottet, und sammeln Sie bei Bedarf etwas Treibgut von der Oberfläche ab. Einen Teil der Pflanzen und den Teichgrund sollten Sie jedoch in Ruhe lassen. Beherbergt der Teich Wasserpflanzen, vermeiden Sie außerdem, alles auf einmal zurückzuschneiden. Ein im Herbst nicht ganz makelloser Teich bleibt im Winter oft deutlich lebendiger.

Ein ausgewogener Teich muss übrigens nicht regelmäßig geleert werden. Ein größerer Eingriff ist nur bei echten Problemen nötig, etwa bei starker Schlammbildung, Verschmutzung oder Arbeiten an der Abdichtung. Im Herbst gilt daher: etwas Pflege, aber kein Großreinemachen.

Gartenteich im Herbst

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