Boykinie pflanzen, kultivieren und pflegen

Boykinie pflanzen, kultivieren und pflegen

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 15. Juni 2025  durch Alexandra 8 min.

Boykinien kurz erklärt

  • Boykinien: zarte Stauden mit luftiger Blüte
  • Die Steinbrech-Verwandten blühen im Frühsommer weiß und sternförmig
  • Rundes bis nierenförmiges, gezähntes Laub
  • Für Halbschatten, frischen, humusreichen, kalkfreien Boden und schattige Steingärten
Schwierigkeit

Das Wort unserer Expertin

Boykinien sind kleine, rhizomatöse Stauden, die den Herbst-Steinbrechen sehr ähnlich sind und hauptsächlich aus Nordamerika stammen. Sie tragen rosettig angeordnete Blätter und bilden im Frühsommer Rispen mit kleinen weißen, manchmal rosafarbenen Blüten. Besonders beliebt sind ihre sehr leichten, lockeren und zarten Rispen. Entdecken Sie Boykinia major mit schönen weißen Blüten und blassgelber Mitte, Boykinia occidentalis mit kleinen, zarten und leichten Blüten sowie Boykinia aconitifolia mit eisenhutähnlichen Blättern.

Boykinien sind Schatten- oder Halbschattenpflanzen, die einen frischen, fruchtbaren und kalkfreien Boden bevorzugen. Einmal eingewachsen, benötigen sie kaum Pflege, außer einigen Wassergaben bei Trockenheit. Sie sind gut winterhart und wenig anfällig für Krankheiten und Parasiten.

Boykinien sind zarte, leichte Pflanzen: Sie wirken nicht spektakulär, eignen sich aber ideal, um eine schattige Ecke aufzuhellen oder in einem frischen, schattigen Steingarten mit Herbst-Steinbrech, Bischofskappe, Farnen und anderen Pflanzen eine schöne natürliche Szenerie zu schaffen. Entdecken Sie alle unsere Tipps für eine erfolgreiche Kultur im Garten!

Botanisch

Steckbrief

Boykinie umfasst 10 Arten krautiger, rhizombildender Stauden, die hauptsächlich aus den USA und seltener aus Japan stammen. Sie wachsen vor allem in feuchten Unterhölzern, Felsspalten und Steingärten sowie an Bachufern, überwiegend in Bergregionen, gelegentlich auch im Flachland.

Boykinien sind noch wenig bekannte, selten kultivierte Pflanzen. Dabei besitzen sie schöne dekorative Eigenschaften, eignen sich ideal zur Gestaltung schattiger Steingärten und benötigen nach dem Anwachsen nur wenig Pflege. Boykinien sind vollkommen winterhart und vertragen Temperaturen bis – 15, teilweise sogar bis – 20 °C.

Boykinie gehört zur Familie der Steinbrechgewächse, den Saxifragaceae, die etwa 600 Arten umfasst. Zu dieser Familie gehören auch weitere dekorative Pflanzen wie Bergenie, Astilbe, Purpurglöckchen, Schaublatt und Falsche Alraunwurzel. Es handelt sich vorwiegend um krautige Schattenstauden mit handförmigem Laub und fünfblättrigen Blüten in zusammengesetzten Blütenständen.

Die Blüte der Boykinien

Die Blüten von Boykinia richardsonii, Boykinia occidentalis, Boykinia major und Boykinia lycoctonifolia (Fotos: Denali National Park and Preserve / Walter Siegmund / Tom Hilton / Qwert1234)

Boykinien bilden grundständige Blattrosetten und breiten sich durch ihre unterirdischen Rhizome langsam aus, ohne dabei lästig zu werden. Während der Blüte erreichen sie meist eine Höhe von 30 bis 70 cm, manchmal bis zu 1 m.

Im Frühsommer (Juni und Juli), bei Boykinia jamesii bereits im April und Mai, entfalten Boykinien über ihrem Laub Rispen mit Blüten. Diese Rispen sitzen auf aufrechten Blütenstängeln, die grün oder rötlich gefärbt sind. Boykinien tragen kleine einfache Blüten mit etwa 1 cm Durchmesser, bei Boykinia jamesii bis zu 2 cm. Sie bestehen aus fünf weißen Blütenblättern, fünf grünen Kelchblättern, fünf Staubblättern (männliche Blütenorgane, die den Pollen tragen) und zwei Griffeln (weibliche Blütenorgane, die den Pollen aufnehmen). Die Blüten sind reinweiß, manchmal rosa. Bei Boykinia richarsonii sind die Blütenblätter weiß und sehr zart rosa geädert. Die Blütenmitte zwischen den Blütenblättern ist gelb oder grün.

Ihre sehr leichten und eleganten Blütenstände sind besonders reizvoll. Sie erinnern an die Blüte von Steinbrech oder Großblütigem Schleierkraut. Boykinien bringen Helligkeit in schattige Gartenbereiche! Außerdem wirken sie sehr natürlich und lassen sich leicht mit anderen leichten, zarten Blüten kombinieren, um eine echte Unterholz-Atmosphäre zu schaffen.

Boykinia jamesii zeichnet sich durch kräftig rosafarbene Blüten mit größeren und weiter auseinanderstehenden Blütenblättern aus. Außerdem stehen sie in dichten, schmalen Trauben, während die Blütenstände der anderen Boykinien deutlich leichter und lockerer wirken. Boykinia rotundifolia wiederum besitzt Röhrenblüten mit einem aufgeblähten Kelch, ähnlich wie Silene vulgaris.

Wie viele Steinbrechgewächse bilden Boykinien bodennahe Blattrosetten. Der Blütenstängel trägt ebenfalls einige Blätter, die sogenannten Stängelblätter. Die Blätter sind nierenförmig oder herzförmig und besitzen einen gezähnten Rand der Blattspreite. Die grundständigen Blätter haben einen langen Blattstiel, während die Stängelblätter sitzend sind oder an einem kurzen Blattstiel sitzen. Die Blattadern sind handförmig angeordnet, entspringen also an der Basis und verlaufen fächerförmig. Die Blätter sind mittel- bis dunkelgrün und bringen die weiße Blüte hervorragend zur Geltung. Die einzelnen Arten besitzen recht ähnliche, mehr oder weniger tief eingeschnittene Blätter. Die Blätter von Boykinia rotundifolia sind besonders rund, während jene von Boykinia aconitifolia an das Laub von Eisenhut erinnern. Das Laub der Boykinien ist sommergrün.

Nach der Blüte bilden Boykinien Kapseln, also trockene Früchte, die sich bei der Reife öffnen und schwarze, ellipsoide Samen enthalten. Diese Samen können gesammelt und ausgesät werden.

Das Laub der Boykinien

Das Laub von Boykinia lycoctonifolia, Boykinia aconitifolia und Boykinia rotundifolia (Fotos: Qwert1234 / Salicyna / Anthony Valois – National Park Service)

Die wichtigsten Boykinie-Sorten

Die beliebtesten Sorten

Boykinia major - Boykinie

Boykinia major - Boykinie

Boykinia major ist eine schöne Staude aus den USA. Sie bildet Blattrosetten und trägt im Frühsommer weiße Rispen. Wuchshöhe: 70–80 cm.
  • Blütezeit August
  • Höhe bei Reife 70 cm
Boykinia occidentalis - Boykinie

Boykinia occidentalis - Boykinie

Diese Art ist etwas kleiner als Boykinia major. Boykinia occidentalis bildet Rispen aus kleinen weißen Blüten mit feinen Blütenblättern.
  • Blütezeit Februar
  • Höhe bei Reife 40 cm

 

Boykinia aconitifolia - Boykinie

Boykinia aconitifolia - Boykinie

Diese Boykinie bildet im Frühsommer leichte, luftige Rispen mit weißen Blüten. Sie trägt zudem schöne Blätter, die denen des Eisenhuts ähneln.
  • Blütezeit Juli, August
  • Höhe bei Reife 60 cm

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Boykinie pflanzen

Wo pflanzen?

Boykinien sind Halbschattenpflanzen und gedeihen in einem frischen, nährstoffreichen, humusreichen Boden. Sie bevorzugen Böden, wie sie im Unterholz vorkommen, und vertragen sogar schwere Böden. Am liebsten stehen sie in eher saurer Erde. Ist Ihr Boden kalkhaltig, können Sie Boykinien in einen Topf pflanzen oder eine Pflanzgrube mit einem nährstoffreichen, sauren und drainierenden Substrat anlegen.

Boykinien eignen sich perfekt für frische, schattige Steingärten. Auch für Unterholzgärten oder die Ufer von Teichen sind sie sehr gut geeignet. Sie können in einer Schale auch einen Miniatur-Steingarten anlegen und Boykinien mit Herbst-Steinbrech, Hauswurz, Bitterwurz … kombinieren. Sie können Boykinien in eine Steinmauer pflanzen, sofern zwischen den Steinen genügend Platz für kleine Substrattaschen vorhanden ist und Sie dort eine Mischung aus Blumenerde, grobem Sand und gut verrottetem Kompost einbringen können. Boykinia jamesii eignet sich besonders für die Bepflanzung von Steinmauern, da sie nur sehr wenig Substrat benötigt und sich in den Ritzen zwischen den Steinen ansiedeln kann.

Entdecken Sie unseren Ratgeber „Steingarten anlegen: unsere Tipps für den Erfolg“

Wann pflanzen?

Sie können Boykinien im Frühjahr, etwa im April, oder im Herbst im September und Oktober pflanzen. Wichtig ist vor allem, Frostperioden und große Hitze zu vermeiden.

Wie pflanzen?

Da Boykinien klein, eher unauffällig und zart sind, empfehlen wir, mehrere Jungpflanzen zusammenzupflanzen, um eine schönere Wirkung zu erzielen. Halten Sie einen Abstand von etwa 40 cm zwischen den Pflanzen ein.

  1. Heben Sie zunächst ein Pflanzloch aus, das etwa doppelt so groß wie der Wurzelballen ist, oder suchen Sie einen Platz zwischen Steinen in einem Steingarten oder einer Steinmauer.
  2. Füllen Sie es mit einer Mischung aus Blumenerde, etwas gut verrottetem Kompost und grobem Sand.
  3. Nehmen Sie die Boykinie aus dem Topf und pflanzen Sie sie ein.
  4. Füllen Sie rundherum Substrat auf und drücken Sie es vorsichtig an.
  5. Gießen Sie.

Gießen Sie in den folgenden Wochen nach der Pflanzung weiterhin regelmäßig.

Die Blüte von Boykinia elata

Boykinia elata (Foto: USFWS – Pacific Region)

Pflege

Boykinie: pflegeleicht und robust. Bei Trockenheit gießen, Boden leicht feucht halten, Kalkwasser durch Regenwasser ersetzen. Verblühtes entfernen, Samen ernten.

Vermehrung

Boykinie lässt sich durch Aussaat oder Teilung größerer Horste vermehren.

Aussaat

Wir empfehlen, die Samen vor der Aussaat einige Wochen im Kühlschrank aufzubewahren, um ihre Dormanz zu beenden. Säen Sie sie im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr unter geschützten Bedingungen aus.

  1. Füllen Sie einen Topf mit spezieller Aussaaterde.
  2. Drücken Sie die Erde leicht an und ebnen Sie die Oberfläche.
  3. Säen Sie die Samen auf der Oberfläche aus.
  4. Bedecken Sie sie mit einer dünnen Schicht Sand oder Blumenerde und drücken Sie diese vorsichtig an.
  5. Gießen Sie feinbrausig.

Pikieren Sie die Keimlinge in einzelne Töpfe, sobald sie 5 cm hoch oder groß genug sind, um sie gefahrlos zu handhaben.

Horstteilung

Boykinie breitet sich allmählich durch ihre Rhizome aus. Einen gut entwickelten, breiten Horst, der seit mehreren Jahren am selben Standort wächst, können Sie teilen.

  1. Graben Sie großzügig, damit Sie Boykinie und Wurzeln nicht beschädigen.
  2. Teilen Sie die Pflanze vorsichtig und achten Sie darauf, dass jedes neue Teilstück Wurzeln hat.
  3. Pflanzen Sie die Teilstücke nach der Bodenvorbereitung an einen neuen Standort oder in einen Topf.
  4. Gießen Sie reichlich.

Vergesellschaftung

Boykinie passt gut in eine frische, schattige Steinanlage. Sie harmoniert perfekt mit Steinbrech. Ergänzen Sie dekoratives Laub, etwa Carex morrowii ‘Ice Dance’, Schlangenbart und Funkien … Auch Farne passen gut, zum Beispiel Cyrtomium falcatum, Polypodium vulgare oder Asplenium scolopendrium. Genießen Sie die helle, zarte Blüte von Chiastophyllum oppositifolium, auch Walddickblatt genannt.

Inspiration für die Kombination von Boykinie in einer schattigen Steinanlage

Boykinie passt perfekt in eine schattige Steinanlage. Saxifraga arendsii ‚Pixie White‘, Boykinia occidentalis (Foto Walter Siegmund), Lamium maculatum ‚Roseum‘, Chiastophyllum oppositifolium, Asplenium scolopendrium (Foto Florian Grossir) und Coniogramme emeiensis

Sie können auch eine Miniatur-Steinanlage in einer Pflanzschale anlegen, mit kleinen alpinen Stauden. Wählen Sie Pflanzen mit flach wachsenden Polstern, Matten oder Rosetten, etwa Hauswurz, Steinbrech, Lewisia und Azorella. So entsteht ein dekorativer Miniaturgarten, der sich einfach auf der Terrasse oder nahe am Haus aufstellen lässt.

Mit Boykinie gestalten Sie einen naturnahen Schattengarten. Sie passt an den Beetrand oder Wegrand, neben Farne, Funkien, Purpurglöckchen und Schaumblüten. Denken Sie auch an Geranium nodosum und die zarte Blüte der Wiesenraute.

Nützliche Ressourcen

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