Brautkranz: Pflanzen, Pflege & Kultur
Inhaltsverzeichnis
Brautkranz kurz erklärt
- Der Brautkranz ist eine außergewöhnliche, wenig bekannte chilenische Staude, die einen festen Platz im Garten verdient!
- Im Frühsommer trägt er lange Trauben hellrosa, dunkelrosa bis rot gefleckter Blüten
- Die Pflanze gedeiht im Halbschatten auf humusreichem, frischem, drainierendem Boden
- Ihre zarte Blüte passt ideal in einen romantischen Garten
- Auch im halbschattigen Steingarten, Naturgarten oder in der Mixedborder findet sie ihren Platz
Das Wort unserer Expertin
Brautkranz (Francoa) aus den Anden: zarte Blüten, Halbschatten, humoser, frischer und gut drainierter Boden. Tipps zu Pflanzung und Pflege.
Botanisch
Steckbrief
- Lateinischer Name Francoa sp.
- Familie Melianthaceae
- Gebräuchlicher Name Brautkranz
- Blüte Juni bis Juli, manchmal bis September
- Höhe 50 cm bis 1 m
- Exposition Halbschatten, keine pralle Sonne
- Art des Bodens nährstoffreich und frisch, drainierend
- Winterhärte bis – 10 °C
Francoa sind krautige Stauden aus Chile, wo sie endemisch sind, also ausschließlich dort natürlich vorkommen. Sie wachsen vor allem im Gebirge, in den Anden, an Felsen und in Felsspalten. Es gibt nur drei Arten, die sich sehr ähnlich sehen: Francoa sonchifolia, Francoa ramosa und Francoa appendiculata. Trotz ihrer schönen dekorativen Eigenschaften sind diese Pflanzen wenig bekannt und nur selten in Gärten zu sehen.
Francoa gehören zur botanischen Familie der Melianthaceae. Diese kleine Familie umfasst nur vier Gattungen: Melianthus, Greyia, Bersama und Francoa. Es handelt sich um Sträucher oder kleine Bäume mit alternierenden Blättern und unregelmäßigen Blüten mit fünf, manchmal vier Blütenblättern, die hauptsächlich aus den tropischen und subtropischen Regionen Afrikas stammen.
Was ihre Winterhärte betrifft, vertragen Francoa Temperaturen bis – 10 °C, wenn sie auf einem gut drainierten Boden kultiviert werden, der im Winter keine Staunässe hält.
Francoa bilden eine Rosette bodennaher Grundblätter, aus der sich im Frühsommer aufrechte Blütenstiele erheben. Sie werden 50 cm bis 1 m hoch und 30–40 cm breit. Am größten wird Francoa ‘Pink Giant’, die problemlos eine Höhe von 90 cm bis 1 m erreicht. Es gibt auch eine Zwergsorte: ‘Petite bouquet’, die nicht höher als 45–50 cm wird.
Francoa bilden grundständige Blattrosetten mit gewellten Blatträndern. Die Blätter werden 5 bis 15 cm lang und bestehen aus mehreren kleinen, abgerundeten Lappen sowie einem großen Endlappen. Sie sind dunkelgrün und flaumig behaart. Die Blätter sind mit ihren weichen, leicht unregelmäßigen Formen sehr charakteristisch und bilden einen wunderschönen Rahmen für die zarten Blüten.
Die Blätter von Francoa sind immergrün: Trotz der Kälte behält die Pflanze sie im Winter.

Das Laub von Francoa appendiculata und Francoa ramosa (Fotos: Daderot / Stan Shebs)
Francoa blüht im Frühsommer, gewöhnlich im Juni und Juli (je nach Klima kann die Blüte sogar bis August oder September andauern). Dann bildet die Pflanze aufrechte, unverzweigte Stiele mit dichten, endständigen Blütentrauben. Die Blütenknospen sind dunkelrosa und öffnen sich zu bezaubernden kleinen rosafarbenen Blüten, die 1 bis 2 cm Durchmesser erreichen. Die Blüten bestehen aus vier zartrosa Blütenblättern, die kreuzförmig angeordnet und in der Mitte mit dunkelrosa bis roten Flecken gezeichnet sind. Diese verleihen der Blüte mehr Intensität und Tiefe. Die Flecken bilden kommaartige Zeichnungen, die von der Blütenmitte an der Basis der Blütenblätter ausgehen. Francoa ramosa unterscheidet sich von den anderen Arten durch ihre weißen, rosa gefleckten Blüten und ihre verzweigten Blütenstiele. Außerdem gibt es eine dunkelrosa blühende Sorte: ‘Rogerson’s Form’.
Die Blüten von Francoa werden wegen ihrer zarten, romantischen und leichten Wirkung geschätzt. Sie erinnern an Schmetterlingsflügel, während ihre aufrechten, malvenfarbenen Trauben an wilde Orchideen denken lassen können. Die Blüten duften nicht.

Die Blütentrauben von Francoa sonchifolia und Francoa appendiculata sowie eine Detailaufnahme der Blüten von Francoa sonchifolia
An langen, aufrechten Stielen getragen und zu üppigen Blütenständen vereint, eignen sich die Blüten von Francoa perfekt für Blumensträuße! In der Vase halten sie sich gut und wirken sehr romantisch. Sie passen hervorragend in Hochzeitssträuße. Im Englischen wird Francoa übrigens auch Bridal wreath genannt: Brautkranz.
Lesen Sie auch
Pflanzung von Stauden und SträuchernDie wichtigsten Brautkranz-Sorten
Francoa sonchifolia - Brautkranz
- Blütezeit Juli, August
- Höhe bei Reife 45 cm
Francoa appendiculata - Brautkranz
- Blütezeit Februar
- Höhe bei Reife 60 cm
Francoa ramosa - Brautkranz
- Blütezeit Juli, August
- Höhe bei Reife 40 cm
Francoa sonchifolia Pink Giant (Samen) - Brautkranz
- Blütezeit August, September
- Höhe bei Reife 90 cm
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Pflanzung
Wo pflanzt man den Brautkranz?
Der Brautkranz gedeiht im Halbschatten oder in der milden Sonne. In warmen Regionen, etwa im Mittelmeerraum, pflanzt man ihn besser in den Halbschatten und schützt ihn nachmittags vor direkter Sonne. Im Norden Frankreichs fühlt er sich dagegen auch in voller Sonne wohl. Der Brautkranz bevorzugt fruchtbare, humusreiche Böden, die im Frühjahr und Sommer eher frisch bleiben, aber gut drainiert sind und im Winter keine Staunässe aufweisen, da sonst die Wurzeln faulen können. Der Brautkranz scheint gegenüber dem pH-Wert recht tolerant zu sein und verträgt sauren, neutralen oder kalkhaltigen Boden.
Der Brautkranz verträgt Temperaturen bis -10 °C, wenn der Boden trocken ist. In feuchtem Boden leidet er stärker unter Kälte. Deshalb ist ein gut drainierter Boden besonders wichtig. Wählen Sie außerdem einen vor kalten Winden geschützten Standort.
Sie können ihn an den Beetrand, an einen Weg, in ein Stauden- oder ein Einjährigenbeet pflanzen. Auch in einem frischen Steingarten findet er seinen Platz. Seine zarten Blüten fügen sich harmonisch in einen romantischen Garten ein. Wenn Sie mehrere Jungpflanzen setzen, halten Sie einen Abstand von 30 bis 40 cm ein.
Der Brautkranz lässt sich auch im Topf kultivieren. So können Sie ihn im Herbst in ein frostfreies Quartier stellen und leicht vor Kälte und Feuchtigkeit schützen.
Wann pflanzen?
Die beste Pflanzzeit für den Brautkranz ist das Frühjahr, im April und Mai.
Wie pflanzen?
Pflanzung im Freiland:
- Wählen Sie einen halbschattigen, vor kalten Winden geschützten Standort.
- Heben Sie ein Pflanzloch aus, das zwei- bis dreimal so groß wie der Wurzelballen ist.
- Arbeiten Sie gut verrotteten Kompost zur Bodenverbesserung ein. Bei Bedarf können Sie außerdem etwas Kies oder groben Sand mit der Erde vermischen, um die Drainage zu verbessern.
- Nehmen Sie den Brautkranz aus dem Topf und setzen Sie ihn in die Mitte des Pflanzlochs.
- Füllen Sie das Pflanzloch mit Erde auf, ohne den Hals zu bedecken.
- Drücken Sie die Erde vorsichtig an, damit Substrat und Wurzeln guten Kontakt haben.
- Gießen Sie reichlich.
- Bringen Sie rund um die Pflanze eine Mulchschicht auf, damit der Boden länger frisch bleibt.
Pflanzung im Topf:
- Wählen Sie einen Topf mit Abzugslöchern.
- Füllen Sie Blumenerde in den Topf.
- Nehmen Sie den Brautkranz vorsichtig aus dem ursprünglichen Topf, lockern Sie den Wurzelballen leicht, um etwas Blumenerde zu entfernen und die Wurzeln zu entwirren, und setzen Sie ihn anschließend in die Mitte des Topfes.
- Füllen Sie rundherum Blumenerde auf, ohne den Hals zu bedecken.
- Drücken Sie die Erde leicht an, damit Wurzeln und Blumenerde guten Kontakt haben und keine Luftlöcher entstehen.
- Gießen Sie die Pflanze.
- Stellen Sie den Topf beispielsweise auf Ihre Terrasse oder Ihren Balkon an einen hellen, vor praller Sonne geschützten Platz.

Francoa sonchifolia
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10 typische Stauden für naturnahe GärtenPflege
Francoa ist pflegeleicht. In den ersten Jahren vor Kälte und Trockenheit schützen, im Herbst mulchen. Im Topf regelmäßig gießen und monatlich düngen.
Vermehrung
Francoa lässt sich durch Aussaat oder Teilung der Stauden vermehren. Die Teilung geht schneller und gelingt leichter, setzt aber bereits gut entwickelte Pflanzen voraus. Durch Aussaat lassen sich dagegen mehr Jungpflanzen gewinnen, ohne die Mutterpflanze anzutasten.
Aussaat
Damit sie keimen, müssen die Samen stratifiziert werden: Legen Sie sie vor der Aussaat 3 Wochen in den Kühlschrank. Dadurch wird die Dormanz beendet und die Keimung gefördert.
- Wenn die Samen zur Aussaat bereit sind, bereiten Sie einen Topf mit spezieller Blumenerde für die Aussaat vor.
- Drücken Sie die Erde leicht an und ebnen Sie die Oberfläche.
- Verteilen Sie die Samen auf der Oberfläche.
- Bedecken Sie sie mit einer dünnen Schicht Blumenerde.
- Gießen Sie vorsichtig mit feinem Brausestrahl.
- Stellen Sie den Topf an einen hellen Platz ohne direkte Sonne. Ideal ist eine Temperatur zwischen 17 und 24 °C.
Die Samen keimen nach 2 Wochen bis 1 Monat. Gießen Sie gelegentlich, damit das Substrat bis zur Keimung leicht feucht bleibt. Sobald die Keimlinge groß genug zum Anfassen sind, topfen Sie sie in einzelne Töpfe um.
Teilung der Stauden
Auch Francoa lässt sich teilen. Die beste Zeit dafür ist das Frühjahr, im April und Mai. Wählen Sie eine gut entwickelte, mehrere Jahre alte Staude aus. Graben Sie sie vorsichtig und großzügig aus, um sie ohne größere Schäden an den Wurzeln zu entnehmen. Teilen Sie sie in mehrere Pflanzen, pflanzen Sie diese wieder ein und gießen Sie sie.
Kombination
Die zarten Blüten des Brautkranzes in zartem Rosa mit hübschen dunkelrosa Nuancen fügen sich ganz unkompliziert in einen romantischen Garten ein. Schaffen Sie in Ihrem Garten eine intime Atmosphäre, indem Sie ihn mit anderen Stauden mit zarten Blüten kombinieren. Bevorzugen Sie rosa, weiße und mauvefarbene Töne, etwa mit der Blüte von Sterndolden, Storchschnabel, Fingerhut, Stockrosen, Gipskraut und Lupinen … natürlich dürfen auch Rosen nicht fehlen! Integrieren Sie außerdem einige Pflanzen mit silbrigem Laub, etwa Absinth oder Stachys byzantina. Sie können auch eine kleine Sitzecke einrichten, die zum Verweilen und Genießen dieser zauberhaften Umgebung einlädt – geschützt unter einer Pergola, an der zum Beispiel eine Rose oder Waldrebe emporrankt.

Integrieren Sie den Brautkranz in ein romantisches Beet mit Blüten in zarten Farbtönen. Hier: Sanguisorba obtusa, Rose ‚Red Ballerina‘, Astrantia major ‚Ruby Star‘, Francoa appendiculata, Artemisia stelleriana ‚Silver Brocade‘ und Cleome ‚Violet Queen‘
Da der Brautkranz spontan in felsigen Lebensräumen wächst und gut durchlässige Böden bevorzugt, findet er ganz natürlich seinen Platz in einem halbschattigen Steingarten. Legen Sie ein kleines erhöhtes Beet an, zum Beispiel an einem bereits vorhandenen Hang oder einer Böschung, und integrieren Sie große Steine, die den Boden an Ort und Stelle halten. Setzen Sie anschließend den Brautkranz zwischen die Steine, begleitet von Steinbrech, Schaumblüte, Enzian, Alpen-Frauenmantel, Mannsschild … sowie einigen Farnen wie dem Tüpfelfarn oder dem außergewöhnlichen Coniogramme emeiensis!
Schließlich ist der Brautkranz mit seiner sehr leichten, luftigen Blüte ideal für einen naturnahen Garten! Platzieren Sie ihn neben Stauden mit lockerem, biegsamem, natürlichem Wuchs: Prachtkerze, Argentinisches Eisenkraut, Grindkraut, Bartfaden, Allium sphaerocephalon … oder der beeindruckenden Cephalaria gigantea, einem Großen Schuppenkopf, der bis zu 2 m hoch wird. Auch Gräser wie Stipa tenuifolia oder Federborstengras passen dazu. Sie verleihen Ihrem Garten eine echte Wildwiesen-Atmosphäre!

Der Brautkranz findet problemlos seinen Platz in einem naturnahen Garten! Pennisetum setaceum ‚Rubrum‘, Francoa sonchifolia, Buphtalmum salicifolium ‚Alpen Gold‘ (Foto C.T. Johansson), Gaura ‚Rosy Jane‘, Cephalaria gigantea und Stipa barbata
→ Entdecken Sie weitere Ideen für Kombinationen mit dem Brautkranz in unserem Ratgeber
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