Ehrenpreis pflanzen und pflegen
Inhaltsverzeichnis
Stauden-Ehrenpreis: kurz erklärt
- Ehrenpreis: Staude oder einjährig für Beet, Steingarten und Mauer.
- Buschige Arten wie longifolia und spicata: aufrechte Blütenähren.
- Kriechende Arten: blaue, teils weiße Blüten im zarten Laub.
Worte unserer Expertin
Ehrenpreis: Winterharte Stauden für Sonne bis Halbschatten. Aufrechte Arten strukturieren Beete, kriechende sind Bodendecker. Hebe ist eine eigene Gattung.
Beschreibung und Botanik
Steckbrief
- Gebräuchlicher Name Ehrenpreis
- Blüte zwischen Mai und September
- Höhe 0,30 bis 1,80 m
- Exposition Sonne oder Halbschatten
- Art des Bodens jeder lockere, gut durchlässige Boden, auch kalkhaltig
- Winterhärte gut bis ausgezeichnet (-15 bis -40 °C)
Die Gattung Veronica umfasst fast 180 Arten krautiger Pflanzen, die hauptsächlich auf der Nordhalbkugel verbreitet sind (25 Arten wachsen in den afrikanischen Gebirgen).
Die Bachbunge (Veronica beccabunga) ist ein Wasser-Ehrenpreis. Die aus Chile oder Neuseeland stammenden Strauchveroniken werden heute der Gattung Hebe zugeordnet. Die phylogenetische Klassifikation betrachtet Veronica als nahe mit dem Wegerich verwandt und ordnet die Gattung seit 2009 der Familie der Wegerichgewächse (früher Braunwurzgewächse) zu, die außerdem um etwa hundert Gattungen erweitert wurde.
Die häufigste Art auf unseren Wiesen ist der Persische Ehrenpreis (Veronica persica), eine behaarte, kriechende einjährige Pflanze. Erkennbar ist sie an ihren kleinen, solitären, leuchtend blauen Blütenkronen an langen Blütenstielen. Diese besitzen 4 Blütenblätter mit dunkelblauen Adern (das untere Blütenblatt ist weiß), 2 Staubblätter sowie hellgrünes Laub mit ovalen, entgegengesetzt angeordneten Blättern an kurzen Blattstielen. Die ursprünglich aus Westasien stammende Art verbreitete sich innerhalb von zwei Jahrhunderten in ganz Europa mit gemäßigtem Klima und ist häufig in Kulturpflanzenbeständen zu finden.
Die kultivierten, kriechenden Zierarten gehören hauptsächlich zu den Arten prostrata, austriaca, petraea oder pectinata. Sie bilden 30 bis 50 cm breite Teppiche mit einer Höhe von 5–10 bis 30 cm. Zu den buschigen Arten gehören der Ähren-Ehrenpreis (spicata), der Langblättrige Ehrenpreis (longifolia) und der Kaukasus-Ehrenpreis (gentianoides).

Veronica longifolia – botanische Illustration
Die Blätter von Veronica sind sommergrün oder halbimmergrün, wie bei V. prostrata, und reichen in ihrer Form von oval bis sehr länglich, mit mehr oder weniger gekerbten Rändern, wie bei Veronica longifolia. Die Blätter stehen wirtelig oder entgegengesetzt, im oberen Stängelbereich manchmal alternierend, wie bei Veronica persica.
Die stets eher kleinen Blüten (5 bis 12 mm) sind dicht in Trauben oder traubigen Blütenständen (mit Blütenstiel) gruppiert, seltener in Ähren (ohne Blütenstiel). Sie sorgen meist im Sommer für eine üppige Blüte. Die vorherrschende Farbe ist Blau, von Himmelblau bis leuchtendem Violett über Enzianblau. Daneben gibt es auch weiße oder rosafarbene Formen. Zahlreiche Kultivare bieten neue Farbtöne, etwa die Trauben von Veronica longifolia ‚Candied Candle‘ mit einem hübschen Farbverlauf in Rosa.
Botanisch genauer betrachtet, sind die an der Basis verwachsenen Blütenblätter zu viert, jedoch nicht vollkommen gleich gestaltet wie bei den Kreuzblütlern (Brassicaceae), deren Blüte als regelmäßig gilt: Das untere Blütenblatt in der Symmetrieebene der Blüte ist kleiner als die beiden seitlichen, während das obere deutlich breiter ist. Dies lässt vermuten, dass es aus der Verschmelzung von zwei hinteren Blütenblättern hervorgegangen ist. Diese Theorie erklärte, warum andere Mitglieder der Familie der Braunwurzgewächse (heute Wegerichgewächse), etwa die Österreichische Königskerze, 5 Blütenblätter besitzen. Der Kelch besteht aus 4 unregelmäßigen, manchmal 5 Kelchblättern. Der Eierstock wird von einem einzigen Griffel verlängert, während sich 3 der Staubblätter vermutlich zurückgebildet haben und nur 2 erhalten blieben.
Die Frucht ist eine abgeflachte oder kugelige Kapsel, oft herzförmig.
Die Frühjahrs- oder Sommerblüte der Ehrenpreise zieht im Allgemeinen zahlreiche bestäubende Insekten an.
Das Vorhandensein der beiden hervorstehenden Staubblätter verleiht der Blüte ein ungewöhnliches, an ein Gesicht erinnerndes Aussehen und gab ihr den Namen Ehrenpreis. Der Legende nach wischte die heilige Veronika auf dem Kreuzweg das Gesicht Christi ab. Sein Abbild blieb auf dem Tuch zurück und wurde veronicon, „das wahre Bild“, genannt. Man erzählt, dieses Tuch habe Kaiser Tiberius von der Lepra geheilt.

Einige buschige Ehrenpreise: Veronica longifolia ‚Charlotte‘, Veronica spicata ‚Blue Candle‘, Veronica longifolia ‚Lila Karina‘, Veronica gentianoides ‚Variegata‘

Einige Ehrenpreis-Bodendecker: Veronica prostrata, Veronica liwanensis, Veronica petraea ‚Madame Mercier‘, Veronica umbrosa ‚Georgia Blue‘
Der Ehrenpreis ist für einige medizinische Eigenschaften bekannt, etwa Veronica officinalis oder chamaedrys, die früher wegen ihrer adstringierenden, wundheilenden und verdauungsfördernden Wirkung verwendet wurden. Ihre Wirksamkeit ist heute jedoch umstritten.
Die blühenden Stängel von Veronica longifolia oder prostrata eignen sich gut als Schnittblumen.
Lesen Sie auch
Die Pflege mehrjähriger PflanzenDie wichtigsten Ehrenpreis-Sorten
Veronica austriaca Knallblau - Österreichischer Ehrenpreis
- Blütezeit Juli, August
- Höhe bei Reife 30 cm
Ehrenpreis Madame Mercier - Veronica petraea
- Blütezeit Juni für August
- Höhe bei Reife 15 cm
Niederliegender Ehrenpreis - Veronica prostrata
- Blütezeit Juni für Oktober
- Höhe bei Reife 15 cm
Ehrenpreis Georgia Blue - Veronica umbrosa
- Blütezeit April für Juni
- Höhe bei Reife 15 cm
Veronica First Match - Ehrenpreis
- Blütezeit August für November
- Höhe bei Reife 60 cm
Veronica gentianoides Variegata - Enzianblättriger Ehrenpreis
- Blütezeit Mai für Juli
- Höhe bei Reife 40 cm
Veronica First Love - Ehrenpreis
- Blütezeit August für Oktober
- Höhe bei Reife 30 cm
Ähriger Ehrenpreis Blue Candles - Veronica spicata
- Blütezeit Juli für September
- Höhe bei Reife 60 cm
DéEntdecken Sie andere Veronika
Alles ansehen →Erhältlich in 0 Größen
Erhältlich in 1 Größen
Pflanzung
Ehrenpreis: humusreicher, durchlässiger Boden, Sonne bis Halbschatten. Pflanzzeit: März–April oder September. Nach dem Pflanzen gut gießen und mulchen.
Lesen Sie auch
Wie legt man ein schönes Staudenbeet an?Pflege
- Gießen Sie besonders im ersten Sommer regelmäßig und reichlich. Danach nur bei längerer Trockenheit gelegentlich wässern.
- Verblühte Ähren abschneiden, um die Blüte im Saisonverlauf anzuregen.
- Warten Sie mit dem Rückschnitt trockener Zweige bis zum Frühjahr, direkt nach dem Austrieb, und bringen Sie reichlich Laubmulch aus.
- Das Laub von Veronica longifolia ist unter zu trockenen Bedingungen manchmal von einem weißlichen Belag durch Mehltau bedeckt. Stellen Sie die Pflanze an einen anderen Standort, mulchen Sie sie oder gießen Sie häufiger.

Veronica longifolia ‚Blauriesin‘ in voller Blüte und Veronica spicata ‚Rotfuchs‘, deren verblühte Ähren im Winter dekorativ sind, besonders wenn sie vom Frost weiß bestäubt werden
Vermehrung
Die einfachste Vermehrung erfolgt durch Teilung des Horstes. Auch die Aussaat ist bei den Wildarten recht einfach. Ehrenpreis sät sich zudem häufig selbst aus.
Horstteilung
- Im Herbst an kriechenden Trieben ziehen, bis sich ein bewurzeltes Teilstück löst.
- Sofort mit etwas Blumenerde im Pflanzloch wieder einsetzen und angießen.
Aussaat
- Ehrenpreis von April bis Juni auf erwärmten Boden oder im Herbst aussäen.
- In einer mit Aussaaterde gefüllten Schale oder direkt ins Freiland säen und die Samen dünn mit Sand bedecken.
- Bis zum Auflaufen feucht halten.
- Keimlinge in Anzuchttöpfe pikieren, sobald sie sich handhaben lassen. Frühe Sämlinge blühen noch im selben Jahr.
Verwendung und Kombinationen
Veroniken, die frische Böden bevorzugen, bilden mit buschigen Formen wie Veronica longifolia üppige Beete neben Monarden, Flammenblumen, Kardinals-Lobelien, Wasserdost und anderen. In trockeneren Böden und Steingärten lassen sie sich ebenso gut mit Stokesia, remontierenden Rosen wie ‚Cornelia‘, Färber-Hundskamille oder Anthemis cretica sowie Kamille kombinieren.

Ein Beispiel für eine Beetkombination: Veronica longifolia ‚Charlotte‘ (oder ‚Schneeriesin‘ mit grünem Laub), im Hintergrund Eupatorium maculatum ‚Atropurpureum‘, Hydrangea arborescens ‚Annabelle‘ oder ‚Incrediball‘, Verbena bonariensis, Echinacea purpurea ‚Little Magnus‘ und Sedum ‚Autumn Joy‘
Der Ähren-Ehrenpreis (spicata) bevorzugt gut durchlässige, auch steinige und kalkhaltige Böden, möglichst in voller Sonne. Er eignet sich besonders für einen montanen Garten mit steinigem Boden. Zwar mag er an den Füßen etwas Feuchtigkeit, doch nach dem Anwachsen verträgt er Trockenheit recht gut. Diese Staude ist sehr nützlich, um die Füße von Strauchrosen zu schmücken oder in einem erhöhten Beet, an einem Hang oder im Steingarten zusammen mit Sonnenhut, Federgras, Strauch-Salbei, Goldmohn oder Lavendel. Ihre relativ weichen Ähren verleihen einem niedrigen Beet aus stark teppichbildenden Pflanzen wie Blaukissen, Hängepolster-Glockenblumen und Hornkraut Höhe und Farbe.
Niedrige kriechende Formen bilden mit Rhodanthemum hosmariense (in nicht zu kalten Regionen), Antennaria dioica ‚Rubra‘, Globularia repens, Küchenschelle, Teucrium chamaedrys, Potentilla nitida und blutigem Storchschnabel sonnige Einfassungen. Im lichten Schatten von Sträuchern können sie mit Goldnessel, Waldsteinia ternata oder Elfenblume (Epimedium) kombiniert werden. Ein alpiner Steingarten, ein Steintrog oder eine Einfassung bietet der Polster-Veronika ‚Madame Mercier‘ einen idealen Platz. Sie breitet sich auf 50 cm Durchmesser aus und lässt ihr glänzendes, dunkelgrün-purpurfarbenes, halbimmergrünes Laub herabhängen, das von einem Spitzenbesatz aus blauviolett geäderten Blütenkronen bedeckt ist. Diese Veronika lässt sich auch mit Frühlingsstandorten mit Lerchensporn und Alpenastern, einem Teppich aus Andenpolster, Soleirolia oder mit der Bepflanzung am Fuß von Deutschen Schwertlilien und Stinkender Christrose kombinieren. Kleine Frühlingsveroniken lassen sich außerdem mit Tulpen- oder Narzissenzwiebeln verbinden, sodass sich ihre weichen Stängel elegant durch das Laub schieben.

Die Bodendecker-Veroniken (Veronica liwanensis) ergeben auch mit kleinen Stiefmütterchen ein schönes Farbenspiel
Die liegende Veronika (prostrata) mit ihren kräftigen, wurzelnden, struppigen Trieben und hübschen Ähren eignet sich ganz natürlich zur Gestaltung eher grasiger Steingärten, etwa nachgebildeter Alpenwiesen. Sie fühlt sich aber auch an großen sonnigen Hängen wohl, selbst wenn diese zeitweise trocken sind. Sie ist sehr nützlich und schön entlang eines Weges, in Gruppen gepflanzt und von Frauenmantel oder Sündermanns Schaumkresse gesäumt, oder im Steingarten.
Mehr erfahren
Entdecken Sie unser Sortiment an Ehrenpreis-Stauden.
- Abonnieren Sie
- Inhaltsverzeichnis
Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.
Kommentare