Frauenhaarfarn (Adiantum): Pflanzen, Pflege & Standort
Inhaltsverzeichnis
Frauenhaarfarn kurz erklärt
- Der Frauenhaarfarn begeistert mit zartem, luftigem Laub!
- Sein Laub ist zartgrün und wird durch schwarze Blattstiele und Spindeln betont
- Er gedeiht im Schatten auf frischem, humusreichem Boden
- Adiantum pedatum und Adiantum aleuticum ‚Imbricatum‘ sind absolut winterhart!
- Ideal für einen Unterholz-, Schatten- oder asiatischen Garten
Das Wort unserer Expertin
Der Frauenhaarfarn oder Adiantum ist eine wunderschöne Pflanze mit unglaublich zartem Laub! Die bekannteste Art ist Adiantum capillus-veneris, eine meist als Zimmerpflanze kultivierte Schönheit, die auch Damaszener Schwarzkümmel oder Montpellier-Frauenhaarfarn genannt wird. Doch es gibt auch ausgesprochen winterharte Adiantum, die sich problemlos im Garten ansiedeln lassen. Dazu zählen insbesondere Adiantum pedatum und Adiantum aleuticum ‘Imbricatum’, die Temperaturen bis -15 °C vertragen.
Adiantum werden in Gärten noch viel zu selten kultiviert. Dabei eignen sie sich perfekt für eine frische, grüne und leichte Atmosphäre. Im Garten gedeihen Adiantum im Schatten auf frischem, humusreichem Boden. Sie können in einem Unterholz- oder einem frischen, schattigen Steingarten gepflanzt werden. Sie benötigen kaum Pflege, außer dass der Boden relativ frisch bleiben sollte, und freuen sich über eine organische Mulchschicht. Sie lassen sich leicht mit anderen Unterholzpflanzen wie Funkie, Salomonssiegel, Waldmeister oder Großblättriges Kaukasusvergissmeinnicht kombinieren.
Botanisch
Steckbrief
- Lateinischer Name Adiantum sp.
- Gebräuchlicher Name Frauenhaarfarn
- Blüte keine
- Höhe bis 60 cm
- Exposition Schatten oder Halbschatten
- Art des Bodens frisch, nährstoffreich, humusreich
- Winterhärte -15 °C
Frauenhaarfarne oder Adiantum sind prächtige Farne mit besonders zartem, leichtem Laub. Sie gehören zur großen Gruppe der Pteridophyten, zu der unter anderem Farne, Schachtelhalme und Moosfarne zählen. Im Pflanzenreich sind sie echte Außenseiter. Ursprünglich war das Leben im Wasser entstanden; die damaligen Pflanzen waren Algen. Vor 400 Millionen Jahren gehörten Farne zu den ersten Pflanzen, die das Wasser verließen und das Land eroberten. Sie existierten lange vor der Entwicklung von Blüten und Samen zur Fortpflanzung. Dennoch sind Farne bis heute vom Wasser abhängig, da sie es für ihre Fortpflanzung benötigen. Deshalb wachsen die meisten auf frischen oder feuchten Böden.
Es gibt 170 bis 200 Adiantum-Arten, doch nur wenige werden im Garten oder als Zimmerpflanze kultiviert. In freier Natur kommen die meisten Frauenhaarfarne in Südamerika vor. Zahlreiche Arten stammen auch aus Asien, insbesondere aus China. Adiantum pedatum stammt dagegen aus Nordamerika (Kanada, USA) und Südostasien.
Adiantum gehört zur Familie der Pteridaceae, die überwiegend rhizomatöse Farne umfasst, deren Arten größtenteils aus tropischen Regionen stammen. Diese Pflanzen können terrestrisch, lithophytisch (auf Felsen wachsend) oder epiphytisch (auf anderen Pflanzen wachsend) sein.
Für Adiantum und alle Farne gilt eine eigene Fachsprache: Man spricht nicht von Blättern, sondern von Wedeln. Diese sind in kleine Abschnitte, die Fiederchen, gegliedert. Die schwarzen Achsen, an denen die Fiederchen sitzen, heißen Spindeln.

Adiantum pedatum: botanische Darstellung
Einige Adiantum-Arten sind ausgesprochen winterhart und können problemlos im Freien kultiviert werden: Adiantum pedatum, Adiantum aleuticum ‘Imbricatum’ und Adiantum venustum vertragen mindestens -15 °C. Ihr Laub kann durch Kälte zwar geschädigt werden, doch der Wurzelstock treibt im Frühjahr normalerweise problemlos wieder aus. Adiantum capillus-veneris ist empfindlicher. Es wird häufig als Zimmerpflanze kultiviert, verträgt jedoch Temperaturen von -6 bis -10 °C.
Der Gattungsname Adiantum stammt vom griechischen adiantos, was „nicht feucht“ oder „nicht nass“ bedeutet. Die Fiederchen leiten Wasser schnell ab, sodass es von ihrer Oberfläche abläuft. Adiantum wird auch Frauenhaarfarn genannt – eine Anspielung auf das feine Laub. Tatsächlich erinnern die dünnen, schwarzen Spindeln an Haare. Adiantum capillus-veneris trägt deshalb auch den Namen „Venushaarfarn“. Der Artname von Adiantum pedatum bedeutet „fußförmig“. Er beschreibt den Aufbau der Wedel: Sie wirken beinahe handförmig, wobei seitliche Fiedern an der Basis miteinander verbunden sind. Auch Christrosen besitzen fußförmig gegliederte Blätter.
Adiantum wächst in dichten, ausladenden Horsten. Aus dem Boden treiben aufrechte, schwarze Blattstiele aus einem kriechenden Rhizom und tragen waagerechte Wedel. Das kurze, kriechende Rhizom ermöglicht eine langsame Ausbreitung. Unter guten Bedingungen können mit der Zeit größere Bestände entstehen, doch Adiantum wächst langsam und wird nicht invasiv. Adiantum pedatum erreicht höchstens 50 bis 60 cm Höhe, während Adiantum aleuticum ‘Imbricatum’ kleiner und kompakter bleibt und nicht über 30 cm wächst.
Im Frühjahr, wenn der Frauenhaarfarn austreibt, erscheinen rote eingerollte Farnwedel, die sich zu orange-rosa Wedeln entfalten. Später nehmen sie eine zartgrüne Färbung an.
Bei anderen Farnen, etwa Dryopteris, Athyrium oder Matteuccia, sind die Wedel oft regelmäßig gefiedert und an eine Feder oder ein Dreieck erinnernd. Bei Adiantum ist das anders. Die Wedel besitzen ungewöhnlichere, weniger streng gegliederte und freiere Formen. Die fußförmigen Wedel von Adiantum pedatum bilden einen Fächer. Bei Adiantum sind die Wedel häufig waagerecht angeordnet oder hängen zum Boden herab, statt aufrecht zu wachsen.
Die Wedel bestehen aus verbreiterten Fiederchen mit leicht gezähntem Rand. Sie sind hellgrün und glänzend, was durch die schwarze Färbung der Spindeln betont wird. Im Unterholz sorgen sie für eine besonders helle, leichte Wirkung.

Ganzer Wedel und Detail der Fiederchen von Adiantum pedatum (Fotos Walter Siegmund und David J. Stang). Die sehr leichten, luftigen Wedel von Adiantum capillus-veneris
Blattstiele und Spindeln sind besonders fein und dunkel gefärbt. Dadurch wirkt die Pflanze sehr leicht: Die Fiederchen scheinen an kaum sichtbaren Achsen zu schweben. Das verleiht Adiantum seine charakteristische, luftige Erscheinung.
Adiantum pedatum ist je nach Klima sommergrün bis halbimmergrün. In Regionen mit besonders mildem Klima kann die Pflanze ihr Laub im Winter behalten.
Adiantum bildet wie andere Farne weder Blüten noch Samen. Es handelt sich um ursprüngliche Pflanzen aus einer Zeit, in der es diese Fortpflanzungsorgane noch nicht gab. Stattdessen bildet Adiantum Sporen: winzige, staubähnliche Fortpflanzungsorgane. Die Sporen liegen in kleinen „Säckchen“, den Sporangien, die bei der Reife aufplatzen. Die Sporangien sind wiederum zu Gruppen, den Sori, zusammengefasst.
Bei Adiantum sitzen die Sori auf der Unterseite der Wedel und am Rand der Blattspreite. Sie werden von einem falschen Schleier, der die Sporangien schützt, bedeckt. Dieser besteht aus einem umgebildeten Blattabschnitt. Sind die Sporen reif, können sie geerntet und ausgesät werden. Die Anordnung der Sori sowie das Vorhandensein, die Form und die Ausprägung von Schleiern sind wichtige Merkmale zur Bestimmung von Farnen.
Bei der Reife werden die Sporen vom Wind verbreitet und landen auf dem Boden. Bei ausreichender Feuchtigkeit keimen sie und bilden einen kleinen Zwischenorganismus: den Vorkeim. Dieser entwickelt männliche oder weibliche Gameten, die sich mithilfe von Wasser treffen und einen neuen Farn hervorbringen. Adiantum ist für seine geschlechtliche Fortpflanzung daher auf Wasser angewiesen.

Die Sori auf der Wedelunterseite von Adiantum cunninghamii und Adiantum raddianum (Foto Forest and Kim Starr)
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Frauenhaarfarn pflanzen
Wo pflanzen?
Da der Frauenhaarfarn von Natur aus im Unterholz wächst, benötigt er einen schattigen oder halbschattigen Standort. Direkte Sonne könnte ihn austrocknen und sein Laub verbrennen! Ideal sind Bedingungen, die seinem natürlichen Lebensraum ähneln. Er gedeiht in einem Boden, wie man ihn im Wald findet: fruchtbar, locker und humusreich. Bringen Sie gern Kompost oder Lauberde aus, um den Boden anzureichern. Wie andere Farne schätzt auch Adiantum einen Boden, der frisch bleibt, zugleich aber relativ gut drainiert ist. Wir empfehlen außerdem einen windgeschützten Standort.
Sie können Adiantum auch in einen frischen, schattigen Steingarten pflanzen. So kommt er besonders gut zur Geltung. Achten Sie jedoch darauf, dass der Boden frisch bleibt und niemals vollständig austrocknet!
Wählen Sie den Standort von Anfang an sorgfältig: Adiantum braucht lange zum Einwachsen und verträgt ein Umpflanzen schlecht.
Wann pflanzen?
Sie können Adiantum im Herbst oder Frühjahr pflanzen. Wichtig ist, Frostperioden und große Hitze zu vermeiden.
Wie pflanzen?
- Stellen Sie den Wurzelballen in eine Schale mit Wasser, damit er sich wieder vollsaugt. Das erleichtert das Anwachsen.
- Heben Sie ein Pflanzloch aus, das zwei- bis dreimal so groß wie der Wurzelballen ist.
- Geben Sie etwas Lauberde in das Loch und mischen Sie sie mit Gartenerde, um den Boden anzureichern.
- Nehmen Sie den Farn aus dem Topf und pflanzen Sie ihn ein. Die Oberseite des Wurzelballens sollte dabei auf Bodenniveau liegen.
- Füllen Sie das Loch rundum mit Erde und drücken Sie sie leicht an.
- Gießen Sie reichlich.
- Anschließend können Sie die Pflanze mit organischem Mulch umgeben, damit der Boden frisch bleibt.
Weitere Erklärungen und Tipps finden Sie in unserem Ratgeber: Farne pflanzen.

Pflege
Achten Sie in den Wochen nach der Pflanzung auf regelmäßiges Gießen und darauf, dass der Boden anschließend relativ feucht bleibt. Seien Sie bei Trockenheit besonders aufmerksam und gießen Sie bei Bedarf.
Wir empfehlen, rund um Ihren Adiantum eine organische Mulchschicht auszubringen. Sie hält den Boden länger feucht und hemmt das Wachstum von Unkraut. Beim Zersetzen reichert sie den Boden an und fördert die Aktivität der Bodenmikroorganismen. Verwenden Sie zum Beispiel Laub, Häckselgut, Leinmulch oder Rinde und bringen Sie die Materialien mehrere Zentimeter dick aus.
Sie können einmal jährlich gut verrotteten Kompost ausbringen, um den Boden anzureichern.
Im Herbst können Sie bei Bedarf eine Schicht Laub auf den Wurzelstock legen, um ihn vor Kälte zu schützen.
Reinigen Sie den Horst am Ende des Winters oder zu Beginn des Frühjahrs, indem Sie vertrocknete Wedel entfernen. Im Laufe des Jahres empfehlen wir außerdem, beschädigte Wedel abzuschneiden, sobald Sie welche entdecken.
Der Frauenhaarfarn wächst langsam, besonders in den ersten beiden Jahren. Er verträgt das Umpflanzen nicht gut.
Wie andere Farne ist Adiantum wenig anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Gelegentlich können Schnecken jedoch an den jungen Wedeln fressen.
Vermehrung
Um Adiantum zu vermehren, empfehlen wir die Teilung von Wurzelballen, da diese Methode einfacher und schneller ist als die Aussaat von Sporen.
Teilung von Wurzelballen
Da Adiantum kurze, ausläuferbildende Rhizome bildet, können Sie die Wurzelballen vorzugsweise im Frühjahr teilen.
- Wählen Sie einen bereits gut entwickelten Wurzelballen, der seit mehreren Jahren am selben Standort wächst.
- Entnehmen Sie vorsichtig ein Rhizomstück mit einigen Wedeln und Wurzeln.
- Pflanzen Sie es sofort an einem anderen Standort ein, nachdem Sie den Boden vorbereitet haben.
- Gießen Sie reichlich.
- Gießen Sie in den folgenden Wochen weiter, damit der Boden bis zum Anwachsen feucht bleibt.
Aussaat von Sporen
Die Aussaat von Sporen erfolgt im Frühjahr. Sammeln Sie zuvor Sporen von der Unterseite der Adiantum-Wedel. Sobald sie reif sind, sind sie braun und lösen sich von selbst von den Wedeln. Diese Methode ist anspruchsvoll und zeitaufwendig. Im Gegensatz zur Teilung bleiben die Wurzelballen von Adiantum im Garten jedoch unversehrt. Sie eignet sich, wenn Ihre Adiantum noch zu wenig entwickelt sind, um geteilt zu werden.
- Bereiten Sie eine Aussaatschale oder Saatschale mit angefeuchteter Blumenerde vor. Es empfiehlt sich, das Substrat 10 Minuten in der Mikrowelle zu sterilisieren: So verhindern Sie die Entwicklung von Moosen und Pilzen.
- Drücken Sie das Substrat leicht an.
- Streuen Sie die Sporen auf die Oberfläche, bedecken Sie sie aber nicht!
- Setzen Sie einen transparenten Deckel auf die Aussaatschale oder Saatschale, damit das Substrat feucht und steril bleibt.
- Stellen Sie die Aussaatschale an einen hellen Ort ohne direkte Sonne.
- Achten Sie darauf, dass das Substrat feucht bleibt. Trocknet es aus, gießen Sie es am besten mit einem Zerstäuber.
Weitere Informationen und Tipps finden Sie in unserem Ratgeber: Wie sät man Farnsporen aus?
Vereinigung
Der Frauenhaarfarn ist ideal für einen frischen, schattigen Waldgarten. Sie können ihn mit anderen Pflanzen kombinieren, die dieselben Standortbedingungen schätzen. Besonders empfehlen wir Pflanzen mit üppigem, prachtvollem Laub wie Funkie, Salomonssiegel oder Großblättrigem Kaukasusvergissmeinnicht, um einen schönen Formenkontrast zu erzielen. Genießen Sie auch die zarte Blüte der Höckerblume! Integrieren Sie Elfenblume, Geranium nodosum, Sterndolde und Waldmeister …

Der Frauenhaarfarn ist ideal als Begleiter für andere Waldgartenpflanzen und sorgt für einen sehr natürlichen Gartenstil! Adiantum aleuticum (Foto Edward Rooks), Atlantische Hasenglöckchen (Foto Olivier Pichard), Waldmeister, Hosta ‚Emily Dickinson‘ und Polygonatum latifolium (Foto Radio Tonreg)
Der Frauenhaarfarn ergänzt andere Farne hervorragend: Coniogramme emeiensis, Dornfarn, Frauenfarn, Tüpfelfarn, Straußenfarn … Zusammen schaffen sie eine frische, üppige und sehr natürliche Atmosphäre. Pflanzen Sie sie zum Beispiel in der Nähe eines Teichs oder Bachs.
Der Frauenhaarfarn gedeiht auch in einem kühlen, schattigen Steingarten. Legen Sie im Unterholz ein erhöhtes Beet an, möglichst in der Nähe eines Wasserlaufs (Brunnen, Bach …), und platzieren Sie einige größere Steine darin. Wählen Sie diese sowohl nach ihrem dekorativen Aussehen als auch danach aus, dass sie die Erde halten. Schaffen Sie anschließend zwischen den Steinen Pflanztaschen für den Frauenhaarfarn und andere Schattenpflanzen. Als Begleiter eignen sich beispielsweise Steinbrech, Japangras, Carex morrowii, Lerchensporn, Bischofskappe oder Purpurglöckchen.
Dieser prächtige Farn findet auch in einem asiatischen Zen-Garten seinen Platz. Kombinieren Sie ihn mit Zwergbambus, Japan-Herbst-Anemone, Hakonechloa macra, Coniogramme emeiensis, Schlangenbart und Kopfiger Schlüsselblume … Denken Sie auch an kleine Bodendecker wie Sagina subulata oder Soleirolia. Sie bilden einen gleichmäßigen grünen Teppich, der Moos ähnelt. So entsteht ein klar gestalteter, dekorativer Garten, der zur Meditation einlädt und ideal zum Erholen ist.
Wenn Sie weitere Ideen und Inspirationen suchen, entdecken Sie unseren Ratgeber Farne: 9 einfach umsetzbare Ideen für gelungene Kombinationen!
Nützliche Ressourcen
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- Weitere Ideen zur Kombination von Frauenhaarfarn im Garten finden Sie in unserem Ratgeber Farne: 9 einfach umsetzbare Ideen für gelungene Kombinationen!
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