Grindelie: Pflanzen, Pflege et Kultur
Inhaltsverzeichnis
Grindelien kurz erklärt
- Grindelien sind wenig bekannte Zierpflanzen aus Amerika
- Von Juli bis September/Oktober tragen sie leuchtend gelbe Blütenkörbchen
- Sie sind äußerst trockenheitsresistent
- Ideal für Steingärten, Kiesgärten, Böschungen, sonnige Beete und Naturgärten
- Ihre Blüte ist bienenfreundlich und beliebt bei Bienen und Schmetterlingen
Grindelien kurz erklärt
Grindelien: Winterharte Stauden, Einjährige und Untersträucher aus Amerika mit goldgelben Blüten für trockene, karge Böden und volle Sonne.
Botanisch
Steckbrief
- Lateinischer Name Grindelia sp.
- Gebräuchlicher Name Grindelie, Gummikraut
- Blüte Juli bis Oktober
- Höhe bis 1,50 m
- Exposition volle Sonne
- Art des Bodens gut durchlässig, eher trocken und nährstoffarm, auch sandig oder steinig
- Winterhärte -15 bis -20 °C
Grindelie oder Grindelia umfasst insgesamt 73 Arten mehrjähriger Pflanzen, einjähriger Pflanzen oder Untersträucher aus Nord-, Mittel- und Südamerika. Sie wachsen meist an warmen, trockenen Standorten, an Straßenrändern, in Steingärten, an trockenen Hängen und auf Brachflächen. In Frankreich sind sie noch wenig bekannt und werden selten in Gärten kultiviert, obwohl sie schöne dekorative Eigenschaften besitzen. Ihre sehr leuchtende Blüte fügt sich leicht in naturnahe Gärten, Steingärten und Trockengärten ein. Meist sind sie gut winterhart und vertragen in gut durchlässigem Boden Temperaturen von etwa -15 bis -20 °C.
Grindelia gehört zur großen Familie der Korbblütler, die mehr als 23.000 Arten umfasst, darunter Gänseblümchen und Kuhblume, aber auch viele dekorative Gartenblumen: Astern, Margeriten, Gazanien, Sonnenblumen, Sonnenhüte, Studentenblumen und Ringelblumen. Diese Pflanzen zeichnen sich unter anderem durch Blütenstände in Form von Blütenkörbchen aus: Was gemeinhin als einzelne Blume gilt, ist in Wirklichkeit eine Vielzahl kleiner Blüten auf einem gemeinsamen Blütenboden.

Grindelia inuloides: botanische Illustration
Grindelia wurde 1807 von Wildenow, dem Direktor des botanischen Gartens in Berlin, zu Ehren des russischen Botanikers und Arztes David Hieronymus Grindel benannt. Im Englischen wird Grindelia Gumweed genannt, was sich mit „Gummikraut“ oder Eukalyptus übersetzen lässt. Der Name verweist auf das klebrige Harz, das die Blütenknospen bedeckt.
Je nach Art haben Grindelien eine sehr unterschiedliche Wuchsform: mit aufrechten, ausgebreiteten oder sogar kriechenden Stängeln, wie Grindelia stricta var. platyphylla. Meist sind sie gut verzweigt und verleihen der Pflanze eine sehr natürliche, etwas ausladende Wuchsform. Sie werden zwischen 15 cm bei den teppichbildenden Arten und bis zu 1,50 m hoch. Ihre Stängel sind oft stark verzweigt und nehmen mitunter eine rötliche Färbung an.
Grindelien blühen meist von Juli bis Oktober. Die Blütenknospen sind mit reichlich klebrigem Harz bedeckt und glänzen dadurch. Später öffnen sie sich und zeigen goldgelbe Blütenkörbchen in Form von Margeriten oder Kuhblumen, typische Blütenstände der Korbblütler. Was wie eine Blume aussieht, ist in Wirklichkeit ein Blütenkörbchen aus zwei Arten winziger Blüten auf demselben Blütenboden: außen Zungenblüten mit einem langen Blütenblatt und innen Röhrenblüten mit kleinen, zu einer Röhre verwachsenen Blütenblättern.
Die Blütenkörbchen sind 4 bis 7 cm groß und sitzen an den Spitzen der Blütenstängel. Meist stehen sie einzeln, können aber auch in Schirmtrauben zusammenstehen. Sie sind von zahlreichen überlappenden Hochblättern umgeben, die lang und schmal sind und eine gebogene Spitze besitzen. Die auffälligen, dekorativen Hochblätter bilden unter dem Blütenkörbchen eine grüne, dornige Verdickung, die wie mit Spitzen besetzt wirkt.
Grindelien sind bienenfreundliche Pflanzen. Sie bilden Nektar, der von bestäubenden Insekten wie Bienen, Schmetterlingen und Schwebfliegen geschätzt wird. Sie können mit anderen bienenfreundlichen Pflanzen in einer naturnahen Wiese kombiniert werden, etwa mit Distel, Sonnenblume, Kornblume, Katzenminze, Salbei und Argentinischem Eisenkraut. So entsteht ein biodiversitätsfreundlicher Garten, der Insekten Nahrung und Unterschlupf bietet.
Die Blätter von Grindelia sind lang, schmal und lanzettlich, mit fein gezähntem Rand der Blattspreite. Sie werden 20 bis 35 cm lang und wirken wie typische Blätter einer Wildpflanze. Sie stehen alternierend an den Stängeln, also Blatt für Blatt, und sind immergrün. Wie die Blütenknospen sind auch die Blätter von Grindelia mit Drüsen besetzt, die klebriges Harz bilden. Daher stammt der Name Gummikraut. Die Stängel färben sich manchmal rötlich und bilden einen schönen Kontrast zum grünen Laub.
Die Früchte von Grindelia sind längliche Achänen mit einem Pappus, einer Gruppe von Haaren, die dem Samen wie ein Fallschirm beim Fliegen hilft. Sie ähneln damit den Früchten der Kuhblume und werden vom Wind verbreitet.
Grindelia robusta besitzt vor allem in seinem Harz konzentrierte medizinische Eigenschaften. Es wirkt krampflösend, entzündungshemmend und schleimlösend. Die Pflanze ist wohltuend für die Atemwege und soll gegen Husten, Bronchitis und Asthma helfen. Vor allem die Blüten werden verwendet, hauptsächlich als Aufguss. Sie können auch als Urtinktur, in Kapseln oder als homöopathische Globuli eingesetzt werden.
Diese Eigenschaften waren bereits den amerikanischen Ureinwohnern bekannt. Traditionell verwendeten sie die Wurzeln von Grindelia robusta gegen Leberbeschwerden und das Harz zur Behandlung von Erkrankungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich.

Die Blüten von Grindelia zeichnen sich aus durch: mit Harz bedeckte Blütenknospen (erstes Foto), Blütenkörbchen mit zahlreichen kleinen Röhren- und Zungenblüten (zweites Foto) sowie lange, schmale, hakenförmige Hochblätter (drittes Foto). Hier zu sehen sind Grindelia integrifolia (Foto: Doug Murphy), Grindelia robusta und Grindelia camporum (Foto: Joe Decruyenаere)
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Pflanzung
Wo pflanzen?
Grindelien sind wärmeliebende Pflanzen: Sie gedeihen in voller Sonne und in eher trockenem, sehr gut durchlässigem Boden, auch wenn er sandig oder steinig ist. Sie wachsen in eher mageren, nährstoffarmen Böden. Diese Stauden sind ideal für schwierige Böden, auf denen andere Pflanzen nur schlecht wachsen. Die meisten Grindelien vertragen keine winterliche Nässe, die ihre Wurzeln zum Faulen bringen kann. Eine Ausnahme bildet Grindelia integrifolia, die natürlicherweise an Flussufern, auf feuchten Wiesen und in Sümpfen wächst. Sie ist salz- und windtolerant und eignet sich daher perfekt für Küstengärten.
Grindelien lassen sich leicht in sonnige Steingärten und Kiesgärten integrieren, zusammen mit anderen sonnen- und trockenheitsliebenden Pflanzen wie Mannstreu, Spornblume, Fetthenne, Lavendel und Königskerze. Sie können auch zur Begrünung eines Hangs dienen oder ein sonniges Beet beziehungsweise einen naturnahen Garten bereichern.
Wann pflanzen?
Pflanzen Sie die Grindelie im Frühjahr, im April oder Mai, oder im Herbst, etwa im Oktober. Pflanzen Sie bei mildem Wetter und vermeiden Sie Frostperioden sowie große Hitze, da diese das Anwachsen der Jungpflanzen erschweren.
Wie pflanzen?
Sie können mehrere Pflanzen zusammensetzen, sollten aber mindestens 50 cm Abstand zwischen ihnen einhalten.
- Sobald Sie den Standort gewählt haben, heben Sie ein Pflanzloch aus, das zwei- bis dreimal so groß wie der Wurzelballen ist.
- Mischen Sie etwas groben Sand oder Kies unter die Erde, um die Drainage zu verbessern.
- Nehmen Sie die Grindelie aus dem Topf und setzen Sie sie in die Mitte des Pflanzlochs, sodass der Hals auf Höhe der Bodenoberfläche liegt.
- Füllen Sie das Loch mit der ausgehobenen Erde und drücken Sie sie leicht an.
- Gießen Sie reichlich.
Gießen Sie in den folgenden Wochen weiter, bis die Pflanzen gut angewachsen sind und ihr Wurzelsystem entwickelt haben.

Grindelia squarrosa
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Grindelien sind pflegeleicht und trockenheitsverträglich. Im Winter vor Nässe schützen. Grindelia robusta: Blütenkörbchen im Juli ernten, trocknen.
Vermehrung
Die Grindelie wird hauptsächlich durch Aussaat vermehrt, kann aber auch im Sommer durch halbverholzte Stecklinge vermehrt werden.
Aussaat
Säen Sie die Samen im Spätwinter bis frühen Frühjahr unter geschützten Bedingungen aus.
- Bereiten Sie Töpfe mit einem feinen, drainierenden Substrat vor, zum Beispiel spezieller Blumenerde für die Aussaat.
- Drücken Sie das Substrat leicht an und ebnen Sie die Oberfläche.
- Verteilen Sie die Samen auf der Oberfläche.
- Bedecken Sie sie mit einer dünnen Schicht Aussaatsubstrat.
- Gießen Sie vorsichtig mit feinem Wasserstrahl.
- Stellen Sie die Töpfe an einen warmen, hellen Ort ohne direkte Sonne, idealerweise bei 16 bis 20 °C.
- Achten Sie darauf, dass das Substrat bis zur Keimung leicht feucht bleibt.
Die Grindelie keimt gewöhnlich innerhalb von zwei bis drei Wochen. Je nach Temperatur kann es jedoch länger oder kürzer dauern. Sobald die Keimlinge groß genug zum Umpflanzen sind, setzen Sie sie in einzelne Töpfe.
Stecklingsvermehrung
Sie können im Sommer, etwa im August, Stecklinge schneiden.
- Schneiden Sie einen gesunden, kräftigen, halbverholzten Trieb von 10 bis 15 cm Länge ab. Schneiden Sie direkt unterhalb eines Knotens (Ansatzstelle der Blätter am Trieb) mit einem sauberen, scharfen Messer.
- Entfernen Sie Blüten oder Blütenknospen. Entfernen Sie außerdem die Blätter an der unteren Hälfte des Triebs, sodass nur einige an der Spitze verbleiben.
- Bereiten Sie einen Topf mit feinem, drainierendem Substrat vor, zum Beispiel spezieller Blumenerde für die Aussaat.
- Gießen Sie, bis das Substrat gut feucht ist.
- Stecken Sie den Trieb in das Substrat.
- Drücken Sie das Substrat rundherum gut an, damit Trieb und Substrat guten Kontakt haben und keine Luftlöcher entstehen.
- Stellen Sie den Topf an einen hellen, geschützten Ort ohne direkte Sonne.
Achten Sie darauf, dass das Substrat feucht bleibt, bis der Steckling angewachsen ist. Um die Erfolgschancen zu erhöhen, empfehlen wir, mehrere Stecklinge gleichzeitig zu setzen.
Kombination
Grindelie, insbesondere Grindelia camporum, fühlt sich in einer sonnigen Steinanlage oder einem Kiesgarten wohl. Kombinieren Sie sie mit anderen trockenheitsverträglichen Pflanzen, etwa Nelken, Lichtnelke Lychnis coronaria, Mannstreu und Spornblumen. Die schönen gelben Blütenstände von Verbascum ‚Polarsommer‘ bringen Rhythmus und Höhe ins Beet und bilden einen Kontrast zur lockeren Wuchsform von Grindelie und Lichtnelke. Im Vordergrund des Beets setzen Sie kleine Bodendecker wie Blaugrüne Wolfsmilch (Euphorbia myrsinites) und Fetthenne. Denken Sie auch an mediterrane Stauden wie Lavendel, Thymian, Rosmarin, Heiligenkraut, Zistrosen und Sonnenröschen. Mit wassersparenden Pflanzen und mineralischen Elementen ausgestattet, benötigt dieser Garten nur wenig Pflege!
Weitere Ideen finden Sie auf unserer Inspirationsseite „Trockener Boden“ sowie in unserem Ratgeber „10 trockenheitsverträgliche Stauden für einen Garten ohne Bewässerung“

Szene mit Verbascum ‚Polarsommer‘, Eryngium oliverianum, Spornblume, Salvia ‚Caradonna‘, Stipa tenuifolia (Foto: Nathalie Pasquel – MAP – Landschaftsarchitekt Robert Myers), Grindelia camporum (Foto: Joe Decruyenaere), Centranthus ruber, Dianthus carthusianorum und Stipa tenuifolia
Mit ihren gelben Blütenkörbchen und ihrer lockeren Wuchsform fügt sich die Grindelie perfekt in naturalistische Gärten ein! Kombinieren Sie sie mit anderen Pflanzen mit zarten, luftigen Blüten, etwa Prachtkerzen, Argentinischem Eisenkraut, Bartfaden, Astern und Sonnenhut. Denken Sie auch an Ziergräser wie Federborstengras und Federgras. Ihr leichtes Laub und ihre Blüten mit seidigen Ähren sind in diesem Gartenstil unverzichtbar. Nutzen Sie schließlich die außergewöhnliche dekorative Wirkung der Blüten der Wilden Karde, Dipsacus fullonum.
Entdecken Sie unsere Inspirationsseite „Naturalistischer Garten“
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