Hainsimse: Pflanzen, Pflege & Anbau
Inhaltsverzeichnis
Hainsimse kurz erklärt
- Die Hainsimse ist ein naturnaher Bodendecker, der an ein Gras erinnert.
- Ihr immergrünes Laub ist grün, grau oder panaschiert.
- Als typische Schattenpflanze eignet sie sich für schwer zu bepflanzende Bereiche, sogar zwischen Baumwurzeln.
- Sie wächst in dichten Horsten mit lockerer Wuchsform und blüht vom Frühjahr bis zum Frühsommer.
- Winterhart und robust, hat sie keine natürlichen Feinde, braucht kaum Pflege und verträgt sogar trockenen Schatten.
Das Wort unseres Experten
Die Hainsimse (ein häufig zu den Ziergräsern gezähltes Sauergras) ist ein äußerst wirksamer Bodendecker für schattige Standorte. Ihr dichtes, immergrünes Laub kann grün, graugrün oder golden sein. Manche Sorten sind auch panaschiert, etwa Luzula sylvatica ‚Marginata‘.
Die Blüte in Form von Dolden erscheint im Frühjahr in Grüntönen oder verschiedenen Braunnuancen, manchmal orange überhaucht. Sie sitzt an aufrechten Stängeln, von denen manche 60 cm hoch werden.
In lockeren Horsten wachsend, breitet sie sich durch Rhizome aus und bildet rasch einen Teppich, der sich sogar zwischen Baumwurzeln ansiedelt.
Anspruchslos an den Boden, gedeiht sie in frischem bis trockenem, auch nährstoffarmem Boden. Zu kalkreiche Böden verträgt sie jedoch nicht.
Sehr winterhart und robust, ist die Hainsimse eine pflegeleichte Pflanze, die kaum Pflege benötigt und keine bekannten Schädlinge hat.
Dank ihrer einfachen Kultur eignet sie sich sowohl für schwer zu bepflanzende Gartenbereiche als auch für die Topfkultur.
Beschreibung und Botanik
Steckbrief
- Lateinischer Name Luzula
- Familie Hainsimse
- Gebräuchlicher Name Hainsimse
- Blüte April bis Juli
- Höhe 20 bis 60 cm
- Exposition Schatten, Halbschatten
- Art des Bodens humusreich, neutral bis sauer
- Winterhärte -15 °C und kälter
Die Hainsimsen umfassen etwa 80 Arten mehrjähriger Pflanzen aus den gemäßigten bis kalten Regionen der Erde, vor allem in Europa und Asien. Man findet sie in Unterholz auf nährstoffreichen Böden, aber auch an Gewässerufern, in sauren Heiden oder in alpinen Regionen.
Oft mit Gräsern verwechselt, sind diese Bodendecker in Wirklichkeit Binsengewächse – ebenso wie die Binse, die dieser Pflanzenfamilie ihren Namen gab.
Hainsimsen haben wie Gräser flache Blattspreiten sowie Blattscheiden. Immergrün sind ihre Blätter oft dick, ledrig und am Rand mit einem Flaum oder Wimpern besetzt. Manche sind kräftig grün, andere graugrün oder zeigen leuchtend goldene Reflexe wie die Hainsimse ‚Solar Flare‘. Es gibt auch Sorten mit cremefarbener Panaschierung, etwa die treffend benannte ‚Marginata‘.
Hainsimsen bilden lockere, grundständige Horste, die an manche Seggen erinnern.
Die Blüte beginnt bereits im Frühjahr. Die grünen oder mehr oder weniger hellbraunen Rispen oder Dolden sitzen auf aufrechten Stängeln, die bis zu 60 cm hoch werden können.
Je nach Art wachsen diese rhizombildenden Stauden unterschiedlich schnell. Sie werden wegen ihrer Fähigkeit geschätzt, den Boden zu bedecken und das Wachstum von Unkraut zu begrenzen. Als Unterholzpflanzen können sie dank ihres eher flachen Wurzelsystems zwischen den Wurzeln von Bäumen wachsen, wo nur wenige andere Pflanzen gedeihen. Sie bevorzugen zwar nährstoffreiche, eher frische Böden, gedeihen aber auch auf ärmerem Boden und im trockenen Schatten, solange sie nicht zu viel Kalk ausgesetzt sind. Neutrale und saure Böden sind daher zu bevorzugen.

Hübsche, luftige Blüte der Luzula nivea
Sehr winterhart (mindestens bis -15 °C), sind Hainsimsen sehr pflegeleichte und besonders robuste Pflanzen. Sie haben keine natürlichen Feinde und werden nicht von Schädlingen befallen. Ihre Pflege beschränkt sich auf das Entfernen abgestorbener Pflanzenteile am Ende des Winters, falls erforderlich.
Die Hainsimse gehört zu den besten Bodendeckern für Schatten und Halbschatten und sorgt zuverlässig für eine Unterholz-Atmosphäre. Anspruchslos und ganzjährig dekorativ, findet sie ganz natürlich ihren Platz in Töpfen auf schattigen Terrassen oder Balkonen.

Mehrere dekorative Blattschmuckpflanzen: Luzula nivea, Luzula sylvatica ‚Marginata‘, Luzula sylvatica ‚Solar Flare‘
Verschiedene Hainsimsen-Arten
[produkt sku=“81142″ blog_description=“Das hellgrüne, glänzende Laub kommt im Schatten gut zur Geltung und bildet ganzjährig ein üppiges Polster. Die langsam wachsende Pflanze trägt im Frühjahr braune Ährchen an fein verzweigten, dünnen Halmen.“ template=“listing1″ /]
[produkt sku=“9406″ blog_description=“Diese Sorte hat dunkleres Laub als die Art und betont den feinen cremefarbenen Rand jeder Blattspreite. Zarte Halme tragen im Frühjahr braune Rispen.“ template=“listing1″ /]
[produkt sku=“82898″ blog_description=“Diese neue Hybrid-Auslese besticht durch graugrünes, mehr oder weniger hell cremefarben panaschiertes Laub. Im Frühjahr können junge Triebe ganz cremeweiß sein. Die hell orangebraunen Ährchen bilden einen schönen Kontrast zum Laub.“ template=“listing1″ /]
[produkt sku=“81143″ blog_description=“Diese Sorte hat das hellste Laub. Die zitronengrünen Töne kommen in dunklen Gartenbereichen besonders gut zur Geltung. Orangefarbene Ährchen unterstreichen den dekorativen Charakter dieses leuchtenden Kultivars.“ template=“listing1″ /]
[produkt sku=“7948″ blog_description=“Diese Sorte hat kräftig grünes Laub mit breit flaumig-seidig gesäumten Blättern. Ihre gebogenen, watteartigen Rispen verstärken den Eindruck von Weichheit.“ template=“listing1″ /]
[produkt sku=“9405″ blog_description=“Eine kompakte Hainsimse, die eine glänzend dunkelgrüne Horst bildet. Die Blattränder sind stark behaart. Die Blüte erscheint im späten Frühjahr und Frühsommer und ist weißlich grün.“ template=“listing1″ /]
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Hainsimsen pflanzen
Wo Luzeln pflanzen?
Luzeln sind Stauden des Unterholzes. Sie müssen vor der brennenden Sonne geschützt werden. Sie bevorzugen nährstoffreiche, tiefe und frische Böden, kommen aber auch mit mageren und trockenen Böden sehr gut zurecht. Wählen Sie neutrale bis saure Böden, aber vermeiden Sie stark kalkhaltige Böden, die sie nicht mögen.
Verwenden Sie sie zur Begrünung schwieriger Gartenbereiche, etwa zwischen den Wurzeln von Bäumen und Sträuchern, wo sonst nichts wächst.
Kultivieren Sie Luzeln im Topf, um auf Balkon oder Terrasse eine dauerhafte Bepflanzung zu schaffen.
Wann pflanzen?
Pflanzen Sie Luzeln bevorzugt im Herbst (zwischen September und November) oder zwischen Februar und April.
Wie pflanzen?
Pflanzung ins Freiland:
- Beginnen Sie damit, den Wurzelballen in reichlich Wasser zu tauchen, damit das Substrat gut durchfeuchtet wird.
- Heben Sie ein 20 bis 30 cm großes Loch aus. Wenn Sie zwischen den Wurzeln vorhandener Bäume oder Sträucher pflanzen, achten Sie darauf, diese nicht zu verletzen, da dies den Baum schwächen oder ihn zur Bildung neuer Wurzeln anregen kann, die mit dem Anwachsen Ihrer Staude konkurrieren. Heben Sie bei Bedarf nur ein kleineres Loch aus oder versuchen Sie es etwas weiter entfernt.
- Mischen Sie bei schwerem, lehmigem Boden Blumenerde unter die ausgehobene Erde.
- Geben Sie eine Handvoll gut ausgereiften Kompost hinzu, um das Anwachsen zu fördern.
- Füllen Sie das Loch teilweise mit Ihrer Mischung und setzen Sie anschließend die Pflanze ein, nachdem Sie sie aus ihrem Topf genommen haben. Die Pflanzenbasis sollte dabei auf Höhe des Bodens liegen.
- Gießen Sie reichlich.
- Mulchen Sie den Randbereich mit Laub, trockenem Rasenschnitt, Holzhäckseln oder handelsüblichem Mulch, einige Zentimeter dick.
- Achten Sie in den folgenden Wochen je nach Wetter lediglich darauf, dass das Substrat nicht austrocknet. Ist die Luzel einmal eingewachsen, genügt ihr meist das Regenwasser. Gießen Sie nur bei starker und anhaltender Trockenheit.
Pflanzung im Topf:
- Wählen Sie einen Topf mit mindestens 30 cm Durchmesser und Tiefe. Achten Sie darauf, dass er mindestens ein Abzugsloch am Boden besitzt. Legen Sie beispielsweise ein oder mehrere alte Tonscherben auf das Loch, damit es beim Gießen nicht verstopft.
- Lassen Sie den Wurzelballen in einer Schüssel oder einem Eimer Wasser vollsaugen.
- Währenddessen mischen Sie Gartenerde mit ein bis zwei Handvoll Kompost. Ist Ihr Boden zu kalkhaltig oder nicht verfügbar, verwenden Sie hochwertige Blumenerde.
- Füllen Sie den Topf teilweise mit Ihrem Substrat und setzen Sie die Pflanze ein, nachdem Sie sie aus dem Anzuchttopf genommen haben.
- Füllen Sie mit Ihrer Mischung auf, bis die Oberfläche auf Höhe des Wurzelballens liegt.
- Lassen Sie zwischen der Blumenerde und dem Topfrand 2 bis 3 cm frei, damit Sie gießen können.
- Bringen Sie den Mulch Ihrer Wahl auf (mineralisch, etwa mit Kies, oder natürlich mit Rinde, Hanf- oder Flachsschäben).
- Gießen Sie reichlich, damit die Pflanze gut sitzt.
- Stellen Sie den Topf an einen geeigneten Standort (Halbschatten bis Schatten). Wir empfehlen, ihn an den vorgesehenen Platz zu stellen, bevor Sie ihn befüllen und gießen. Ein großer Topf lässt sich anschließend nur schwer bewegen.
→ Mehr erfahren Sie in unserem Ratgeber: Wie kultiviert man eine Luzel im Topf?
Lesen Sie auch
Schattenbeet gestalten: Welche Pflanzen wählen?Hainsimse pflegen
Robust und pflegeleicht benötigen Hainsimsen kaum Pflege. Bei Bedarf können Sie im Spätwinter vertrocknete und weniger dekorative Pflanzenteile entfernen. Um Selbstaussaat zu vermeiden, schneiden Sie die Blütenstiele nach der Blüte ab, bevor sich Samen bilden.
Wie bei allen Pflanzen sorgt regelmäßiges Gießen in den ersten Wochen für ein gutes Anwachsen. Reichen die natürlichen Niederschläge nicht aus, gießen Sie einige Male.
Eine jährliche Kompostgabe im Frühjahr trägt zur Nährstoffversorgung bei, die die Hainsimse schätzt. Sie kommt jedoch auch mit magerem Boden zurecht, etwa unter Bäumen, wo die Wurzeln stark konkurrieren.
Nach dem Anwachsen breitet sich die Hainsimse langsam aus. Damit sie in der Mitte nicht kahl wird, bedecken Sie das Pflanzenherz einige Zentimeter hoch mit Erde und Blumenerde. So bleibt sie schön dicht.
Im Topf kann sich Ihre Hainsimse mit der Zeit etwas beengt fühlen. Nehmen Sie sie dann heraus und teilen Sie sie. Die Teilstücke können Sie anschließend wieder einpflanzen oder verschenken.

Luzula sylvatica im Unterholz
Hainsimsen vermehren
Hainsimse kann sich natürlich aussäen, sodass Sie Jungpflanzen gewinnen. Zur Vermehrung empfehlen wir jedoch eher die Teilung des Wurzelstocks (im Frühjahr oder Herbst)
Teilung des Wurzelstocks
Die Teilung der Hainsimsen erfolgt im Herbst oder Frühjahr bei gut eingewachsenen Pflanzen. Sie verjüngt den Wurzelstock, der mit der Zeit in der Mitte etwas kahl werden kann.
- Graben Sie den Wurzelstock mit einem Spaten aus.
- Teilen Sie den Wurzelstock mit dem Spaten oder einem scharfen Messer in mehrere Stücke.
- Pflanzen Sie die Teilstücke sofort am gewünschten Standort ein.
- Gießen Sie nach dem Pflanzen reichlich, in den ersten Wochen anschließend regelmäßig, damit die Pflanze gut anwächst.
Luzulen im Garten kombinieren
Betonen Sie den natürlichen Unterholzcharakter der Hainsimse, indem Sie sie mit Farnen, Großen Windröschen und Seggen kombiniert. Horste des schwarzblättrigen Schlangenbarts sorgen für schöne Kontraste.

Eine Kombinationsidee für den Spätwinter: Helleborus foetidus ‚Sopron‘ und Luzula sylvatica ‚Solar Flare‘
Die Weiße Wald-Aster ist eine gute Begleitpflanze und bringt einen schönen Farbtupfer, ebenso wie Felsen-Storchschnabel und Christrosen.
Auf frischem Boden bieten Funkien, Japangräser und Purpurglöckchen eine vielfältige Palette an buntem Laub für anspruchsvollere Kombinationen.

Eine Kombinationsidee für den Halbschatten: Aquilegia vulgaris ‚Nora Barlow‘, Dryopteris filix-mas ‚Linearis Polydactyla‘, Hosta fortunei ‚Patriot‘, Digitalis purpurea und Luzula nivea
Vergessen Sie auch frühblühende Zwiebelpflanzen nicht, die bereits im Frühjahr blühen.
Hainsimsen eignen sich auch für eine flächige Pflanzung unter Bäumen, in wenig genutzten Gartenbereichen, in denen Sie möglichst wenig eingreifen möchten.
Wussten Sie schon?
Luzula-Buchenwälder wachsen auf sauren, nährstoffarmen Böden in kühlen, feuchten Regionen. Forstwirtschaft und Klimawandel verändern ihr Ökosystem.
Nützliche Ressourcen
- Entdecken Sie unser Hainsimsen-Sortiment!
- Unsere Video-Tipps: Wie pflanzen Sie Stauden?
- Für schattige Bereiche bieten wir Ihnen eine große Auswahl an Pflanzen für das Unterholz.
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