Houttuynie: Pflanzen und Pflege
Inhaltsverzeichnis
Houttuynie cordata kurz erklärt
- Kräftiger Bodendecker für frische bis feuchte Böden
- Sein ein- oder dreifarbiges Laub bedeckt den Boden und wird im Frühjahr und Sommer von einer hübschen Blüte ergänzt
- Das aromatische, essbare Laub verfeinert Salate
- Winterhart, leicht zu kultivieren und pflegeleicht
- Für schattige Beete und Beetränder, unter Bäumen sowie am Teichrand im Wassergarten
Das Wort unserer Expertin
Houttuynia cordata, auch Houttuynie oder Chinesischer Pfeffer genannt, ist ein kleiner Bodendecker mit hübschem, sommergrünem, herzförmigem Laub. Bei der dreifarbigen Sorte ‚Chameleon‘ ist es leuchtend grün oder cremeweiß, rosa und grün panaschiert. Die Blätter sind aromatisch und essbar. Sie schmecken pfeffrig und verfeinern verschiedene asiatische Gerichte. In Asien wird Chinesischer Pfeffer wegen seiner entschlackenden, harntreibenden, antiviralen und antibakteriellen Eigenschaften als Heilpflanze genutzt.
Im Frühjahr und Sommer ist das Laub mit kleinen, zarten weißen Blüten übersät.
Dieser winterharte Bodendecker bevorzugt frische Böden: Er ist ideal, um feuchte, schattige Gartenbereiche zu begrünen. Houttuynia cordata wächst am liebsten im Halbschatten, verträgt aber auch Sonne, sofern der Boden frisch bleibt.
Im Garten bildet die Pflanze mit der Zeit dichte Horste und besiedelt dauerhaft feuchte Stellen, etwa die Ufer eines Teichs, den Fuß von Hecken, Bäumen und Sträuchern, Wegränder oder schattige Beete. Die pflegeleichte Pflanze kommt ohne Pflege aus, erspart Unkrautjäten und kann Rasen an frischen Standorten sogar vorteilhaft ersetzen.
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Beschreibung und Botanik
[fiche_pflanze lateinischer_name=“Lateinischer Name: Houttuynia cordata“ familie=“Familie: Saururaceae“ deutsche_namen=“Deutsche Namen: Houttuynie“ blüte=“Blüte: Juni bis Juli“ höhe=“Höhe: 0,15 bis 0,45 m“ standort=“Standort: Sonne, Halbschatten“ boden=“Boden: nährstoffreich, frisch bis feucht“ winterhärte=“Winterhärte: –15 °C“ bgcolor=“#aed691″ align=“left“ /]
Houttuynia cordata, auch „Houttuynie“ oder „Chinesischer Pfeffer“ genannt, ist ein Bodendecker aus der Familie der Saururaceae, die wie Pfeffer, Erdnuss und Wilder Ingwer zur Ordnung der Pfefferartigen gehört. Ihr unaussprechlicher Name geht auf den berühmten niederländischen Botaniker Marteen Houttuyn zurück.
Houttuynia cordata ist die einzige Art ihrer Gattung. Einige Sorten besitzen panaschiertes Laub oder gefüllte Blüten. Die aus China und Japan stammende Pflanze wächst wild in feuchten und sumpfigen Gebieten, die sie mit zahlreichen ausläuferbildenden unterirdischen Rhizomen besiedelt. Daher gilt sie als halb-aquatische Pflanze, die in flachem Wasser sowie in durchnässten Böden an Flussufern, Böschungen oder Teichen gedeiht.
Diese kriechende Staude bildet langsam einen 30 bis 40 cm hohen Blätterteppich und breitet sich dank ihrer rhizomatösen Wurzeln bis zu 50 cm aus. Ihre Rhizome sind aromatisch und essbar. Sie besitzen einen pfeffrigen Geschmack und werden in der asiatischen Küche als Gemüse oder Gewürz zum Aromatisieren von Speisen geschätzt.
Houttuynia cordata, ein guter Bodendecker, breitet sich rasch aus, indem sie an verschiedenen Stellen Wurzeln bildet. Wenn sie sich wohlfühlt, kennt ihre Ausbreitung theoretisch keine Grenzen. Die reine Art kann daher an dauerhaft feuchten Standorten manchmal invasiv werden. Diese Eigenschaft macht sie jedoch auch zur geeigneten Pflanze zur Stabilisierung von Uferböschungen.
Im Frühjahr entwickeln die Stängel ein zartes, sommergrünes, in mildem Klima halbimmergrünes und sehr dekoratives Laub. Die Blätter entfalten sich mit fleischigen, aromatischen Blattspreiten. Sie sind derb, gestielt, ziemlich breit und herzförmig, mit länglicher Herzform. Ihre Farbe reicht von Dunkelgrün mit Bronzeschimmern bis Graugrün; zahlreiche Blattadern durchziehen sie. Houttuynia cordata ‚Chameleon‘ zeichnet sich durch wunderschön cremeweiß, gelb, rosa und grün panaschierte Blätter aus, die so bunt sind wie die eines kleinen Chamäleons! Beim Zerreiben verströmen sie einen leicht pfeffrigen Duft nach Orangenschale. Die jungen, sehr aromatischen Blätter werden in der asiatischen Küche zum Aromatisieren von Speisen oder als Beilage zu Frühlingsrollen verwendet. Daher stammen die volkstümlichen Namen „Houttuynie“ und „Chinesischer Pfeffer“.

Das einfarbige Laub von Houttuynia cordata und links die farbigen Sorten: ‚Chameleon‘ im Herbst (© Leonora Enking) und ‚Tricolor‘ (© Andrey Zharkikh)
Im Sommer, von Juni bis August, übersäen kleine, makellos weiße und duftende Ähren das Laub. Die Blüte bildet kegelförmige Blütenstände: Die gelbgrünen Blüten sind von vier großen weißen Hochblättern umgeben. Sie erinnern an Hartriegelblüten. ‚Flore Pleno‘ ist ein Kultivar mit sehr dicht gefüllten, pagodenartigen Blüten.
Houttuynia cordata ist eine in der asiatischen Heilkunde verbreitete Pflanze. Ihre Wurzeln werden wegen ihrer entgiftenden, harntreibenden, antibakteriellen und antiviralen Eigenschaften verwendet. Sie helfen insbesondere bei Atemwegserkrankungen.

Die hübsche weiße Blüte von Houttuynia cordata: links als Nahaufnahme und in der Mitte die Blüte wie eine Sternenlandschaft. Rechts die Sorte mit gefüllten Blüten ‚Flore Peno‘ (© Andrey Zharkikh)
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Wo pflanzen?
Sie ist winterhärter als gedacht! Bis -15 °C frosthart, gedeiht die Houttuynie in den meisten Regionen und fürchtet nur strenge, lang anhaltende Fröste. In mildem Klima kann ihr Laub immergrün bleiben. Als Uferpflanze liebt sie ausreichend Feuchtigkeit. Im Mittelmeerklima ist die Kultur anspruchsvoller, da die Sommer zu heiß und trocken sind und häufiges Gießen erfordern. Sie braucht einen stets frischen bis feuchten, humusreichen Boden. Tatsächlich genügt jeder ausreichend feuchte, auch lehmige Boden. Ihre Wurzeln vertragen es, einige Zentimeter tief teilweise im Wasser zu stehen, doch Vorsicht: In den kältesten Regionen sind sie dann frostempfindlicher. In rauem Klima übersteht sie starke Fröste möglicherweise nicht. Daher kultiviert man sie dort besser in einem gelochten Pflanzkorb für Wasserpflanzen, der im Winter in einem hellen, frostfreien Raum überwintert wird.
Die Houttuynie verträgt keine pralle Sonne. Pflanzen Sie sie nördlich der Loire in die Sonne, andernorts in den Halbschatten. An einem halbschattigen, im Sommer kühlen Standort bildet sie beispielsweise üppige, spektakuläre Blätterteppiche. In stets feuchtem Boden kommt sie eventuell auch mit Sonne zurecht. Die Sorte ‚Chameleon‘ sollte jedoch an einem sonnigen, feuchten Standort stehen, damit ihre Blattfärbung erhalten bleibt; zu dichter Schatten würde ihre mehrfarbige Panaschierung einschränken.
Sie gedeiht in schattigen Beeten, am dauerhaft feuchten Wegrand, am Gehölzrand und sogar im Topf, dessen Erde ständig nass gehalten werden muss. Im trockenen Schatten von Bäumen und Sträuchern breitet sie sich weniger stark aus – interessant, wenn Sie ihre Ausbreitung kontrollieren möchten.

Ein schönes Feuchtbeet mit Houttuynien ‚Chamaleon‘ am Rand sowie einigen Seerosen, Grindkräutern, Buntnesseln und Cannas (© Cultivar 423)
Wann Houttuynie pflanzen?
Die Houttuynie wird vorzugsweise im Frühjahr gepflanzt, sobald keine Spätfröste mehr drohen.
Wie pflanzen?
Im Freiland
Achten Sie darauf, dass die Pflanze nie unter Wassermangel leidet. Setzen Sie 3 bis 4 Pflanzen pro m², um einen schönen Blätterteppich zu bilden.
- Lockern Sie den Boden gut und heben Sie ein Loch aus, das 2- bis 3-mal so groß wie der Wurzelballen ist
- Setzen Sie die Pflanze mittig in eine Mischung aus Gartenerde und hochwertiger, nährstoffreicher Blumenerde
- Füllen Sie das Loch und treten Sie die Erde leicht an
- Mulchen Sie den Fuß mit organischem Mulch, damit der Boden frisch bleibt
- Gießen Sie nach dem Pflanzen reichlich und anschließend regelmäßig, damit der Boden stets feucht bleibt
Im Topf
Wählen Sie einen Topf oder eine durchlöcherte Zinkschale mit mindestens 50 cm Durchmesser.
- Pflanzen Sie den Wurzelballen in Blumenerde mit Wasserspeicher
- Gießen Sie so, dass das Substrat stets frisch bleibt
- Bringen Sie den Topf in kalten Regionen im Herbst frostgeschützt unter
→ Mehr über die Kultur der Houttuynie im Topf und die Tipps von Gwenaëlle
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Houttuynie wächst ohne besondere Pflege, solange sie ganzjährig in frischer Erde steht.
Dieser Bodendecker verträgt keine Trockenheit: Im Topf wie im Freiland muss das Substrat stets feucht bleiben. Gießen Sie bei warmem, trockenem Wetter besonders reichlich. Die Erde darf zwischen den Wassergaben nie völlig austrocknen.
Bei Kultur im Topf muss die Wasserversorgung gesichert sein.
Bringen Sie organischen Mulch (Stroh, Laub …) aus, um im Sommer die Verdunstung zu mindern und die rhizomatösen Wurzeln im Winter vor Frost zu schützen, besonders in kalten Regionen.
Geben Sie jedes Frühjahr etwas Kompost und arbeiten Sie ihn oberflächlich ein.
Auf sumpfigem Boden kann sie wuchern. Entfernen Sie regelmäßig Wurzelschösslinge, um die Ausbreitung zu begrenzen.
⇒ Im Video zeigen wir, wie Sie eine Staude richtig pflanzen!
Vermehrung
Wenn sich die Houttuynie durch unterirdische Rhizome leicht selbst ausbreitet, ist die Teilung des Wurzelstocks eine gute Methode, diesen Bodendecker zu vermehren. Führen Sie die Teilung im Frühjahr durch.
- Heben Sie mit einem Spaten einen Teil des Wurzelstocks aus.
- Teilen Sie ihn in mehrere Stücke mit Rhizomen.
- Pflanzen Sie die Rhizomstücke sofort in Töpfe oder ins Freiland.
- Halten Sie die Erde stets frisch bis feucht.
Kombinieren
Mit seinem einfarbigen oder panaschierten Blatt ist Houttuynia cordata ein unverzichtbarer Bodendecker, der frische, feuchte Gartenbereiche aufhellt. Zusammen mit Dickmännchen und Haselwurz bildet sie hübsche Blätterteppiche zu Füßen sommergrüner Sträucher und Bäume in schattigen Ecken.
Am Rand eines halbschattigen Beets nimmt sie Hosta tardiana ‚Halcyon‘, einen Spreuschuppigen Wurmfarn und einen Japanischen Ysander auf, aber auch die zarte Blüte von Elfenblumen und Immergrün. Sie lässt sich mit frühblühenden Sträuchern wie **Magnolien, Schönen Sternchensträuchern, Spiersträuchern, Flieder und Zieräpfeln** kombinieren.
In einem Wassergarten füllt sie den Fuß anderer Stauden für feuchte Ufer wie Kalmus, Astilben, Seggen, Frauenmantel und Sumpf-Wolfsmilch aus.

Houttuynia cordata in hübscher Kombination mit Frauenmantel, Lakritz-Kalmus ‚Oron‘, Astilben und Carex oshimensis ‚Everillo‘
→ Entdecken Sie weitere Kombinationsideen mit Houttuynia in unserem Ratgeber!
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