Katzenpfötchen: Pflanzen und Pflege

Katzenpfötchen: Pflanzen und Pflege

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 19. Oktober 2025  durch Alexandra 9 min.

Katzenpfötchen kurz erklärt

  • Katzenpfötchen ist eine kleine Staude mit hübschen rosa, roten oder weißen Frühlingsblüten
  • Geschätzt wird das immergrüne, graugrüne, mehr oder weniger silbrige Laub
  • Besonders geeignet für magere, steinige Böden
  • Anspruchslos und genügsam, trockenheits- und winterhart
  • Mit sehr weichem, wolligem Erscheinungsbild
  • Passt in sonnige Steingärten, auf begrünte Dächer oder in jeden mageren, drainierenden Boden, in dem andere Pflanzen kaum wachsen
Schwierigkeit

Das Wort unserer Expertin

Antennaria dioica, das Gemeine Katzenpfötchen: wollige Staude mit weißer, rosa oder roter Blüte. Für trockene, karge Böden.

Botanisch

Steckbrief

  • Lateinischer Name Antennaria sp.
  • Gebräuchlicher Name Katzenpfötchen, Gemeines Katzenpfötchen
  • Blüte im Mai und Juni
  • Höhe 10 bis 25 cm
  • Exposition Sonne
  • Art des Bodens drainierend, nährstoffarm, eher trocken und steinig
  • Winterhärte -15 bis -20 °C.

Antennaria sind kleine, teppichbildende Stauden aus den gemäßigten und kalten Regionen der Nordhalbkugel. Man findet sie vor allem in Europa, im Norden Asiens und in Alaska. Antennaria dioica wächst in Frankreich wild, hauptsächlich in den Bergregionen! Heute kommt sie kaum noch unterhalb von 500 m Höhe vor (früher war sie auch im Flachland verbreitet), man findet sie jedoch bis in Höhen von 2.800 m. Sie wächst vor allem auf steinigen Wiesen, Weiden, Heiden und trockenen Rasenflächen auf eher saurem Boden. Da sie meist in kalten Regionen oder in Höhenlagen wächst, ist Antennaria natürlich eine sehr winterharte Pflanze! Sie verträgt mindestens -15 °C, teilweise sogar -20 °C.

Es gibt etwa 60 Antennaria-Arten, am bekanntesten ist jedoch Antennaria dioica, die in mehreren Sorten erhältlich ist. Antennaria gehört zur Familie der Korbblütler, ebenso wie Margeriten, Gänseblümchen und Sonnenblumen. Diese Pflanzen erkennt man unter anderem an ihren Blütenkörbchen, die wie eine einzelne Blume aussehen, tatsächlich aber aus vielen winzigen Blüten bestehen.

Ob durch ihr Laub oder ihre Blüte – Antennaria wirkt ausgesprochen weich und wollig … Daher wird sie wohl auch Katzenpfötchen genannt!

Antennaria ist eine kleine, teppichbildende Pflanze, die während der Blüte 10 bis 20 cm hoch wird (in Ausnahmefällen bis zu 30 cm). Antennaria bildet Wurzelschösslinge und breitet sich dadurch allmählich aus, sodass ein Bodendecker entsteht. Da sie sich ausbreitet und mit ihren Blattrosetten einen kleinen Teppich bildet, hindert sie Unkraut am Wachsen. Eine Antennaria-Pflanze kann mit der Zeit bis zu 1 m² bedecken.

Das Gemeine Katzenpfötchen bildet recht dichte Blattrosetten in einem schönen graugrünen, leicht silbrigen Farbton. Die Blätter sind immergrün und wollig. Sie werden etwa 4 cm lang, sind spatelförmig und besitzen eine einzelne Mittelader. Die Unterseite der Blattspreite ist mit weißen Haaren bedeckt. Neben den grundständigen Blättern trägt Antennaria auch kleine, schmale Blätter, die dicht am Blütenstiel anliegen.

Die Blätter von Antennaria plantaginifolia sind etwas breiter und runder als die von Antennaria dioica und besitzen mehrere parallele Blattadern, die an Wegerichblätter erinnern.

Das Laub von Antennaria, auch Katzenpfötchen genannt

Die Blätter von Antennaria dioica und Antennaria plantaginifolia (Foto: Agnieszka Kwiecień)

Antennaria blüht gewöhnlich im Mai und Juni, in Bergregionen jedoch oft etwas später, bis Juli oder August. Dann bildet sie einen Blütenstiel, der sich über das Laub erhebt, aber meist nicht sehr hoch wird (gewöhnlich bis 20 cm). Dieser Stiel trägt Doldenrispen mit 3 bis 8 kleinen, runden und recht dichten Blütenkörbchen, die wiederum aus kleinen Blüten bestehen, die von trockenen Hochblättern umgeben sind. Je nach Sorte können die Blüten rot sein, wie bei Antennaria dioica ‚Rubra‘, rosa oder auch weiß, wie bei Antennaria dioica ‚Borealis‘ oder Antennaria plantaginifolia. Der Blütenstiel trägt ebenfalls kleine Blätter, die dicht an ihm anliegen.

Wie der Name schon sagt, ist das Katzenpfötchen diözisch: Es gibt männliche Pflanzen mit Staubblättern und weibliche Pflanzen mit Stempeln, die Samen hervorbringen. Die männlichen Pflanzen haben meist etwas kleinere Blütenkörbchen mit breiteren und kürzeren Hochblättern. Die Blüten von Antennaria dioica werden von Schmetterlingen bestäubt, die den Pollen von den männlichen zu den weiblichen Blüten tragen.

Nach der Blüte trocknen die Blüten am Stiel und bilden Samen. Es handelt sich um kleine Achänen mit einem darüber sitzenden Haarkranz, der ihre Verbreitung durch den Wind ermöglicht – ähnlich wie bei den Samen der Kuhblume! Unter günstigen Bedingungen kann sich Antennaria spontan aussäen.

Neben ihrem Zierwert ist das Katzenpfötchen auch eine Heilpflanze mit reizlindernden Eigenschaften für den Hals. Es wird unter anderem gegen Husten, Angina, Bronchitis und Tracheitis eingesetzt. Man kann es als Tee oder Urtinktur verwenden.

Die Blüte von Antennaria, auch Katzenpfötchen genannt

Die Blüte von Antennaria dioica und die Früchte (federartige Haarkränze mit Achäne) von Antennaria plantaginifolia (Fotos: Dominicus Johannes Bergsma, V.R. Ranta und Krzysztof Ziarnek)

Die wichtigsten Sorten

Die beliebtesten Sorten

Antennaria dioica Rubra - Gemeines Katzenpfötchen

Antennaria dioica Rubra - Gemeines Katzenpfötchen

Dieses Katzenpfötchen bildet kleine rote Blütenkörbchen, intensiver gefärbt als andere Sorten. Es bringt einen hübschen Farbtupfer in Ihre Steingärten!
  • Blütezeit Juni für August
  • Höhe bei Reife 15 cm
Antennaria dioica var. borealis - Gemeines Katzenpfötchen

Antennaria dioica var. borealis - Gemeines Katzenpfötchen

Antennaria dioica 'Borealis' ähnelt der vorherigen Sorte, unterscheidet sich aber durch weiße Blüten. Ihre Blütenkörbchen wirken besonders zart!
  • Blütezeit Juni, Juli
  • Höhe bei Reife 15 cm
Antennaria plantaginifolia - Wegerichblättriges Katzenpfötchen

Antennaria plantaginifolia - Wegerichblättriges Katzenpfötchen

Das Wegerichblättrige Katzenpfötchen hat ebenfalls weiße Blüten, bildet aber etwas breitere Blätter mit deutlich ausgeprägten parallelen Blattadern, die an Wegerichlaub erinnern.
  • Blütezeit Juni, Juli
  • Höhe bei Reife 15 cm

Katzenpfötchen pflanzen

Wo pflanzen?

Katzenpfötchen gedeiht in voller Sonne, verträgt aber auch leichten Halbschatten. Es wächst in jedem eher nährstoffarmen und trockenen, sogar steinigen Boden. In jedem Fall muss das Substrat drainierend sein, da es keine Staunässe verträgt. Die sehr genügsame und anspruchslose Pflanze benötigt keinen humusreichen Boden. Was den pH-Wert betrifft, bevorzugt Katzenpfötchen offenbar neutrale bis saure Substrate.

Katzenpfötchen eignet sich perfekt zur Begrünung karger Standorte, an denen andere Pflanzen nur schwer wachsen würden! Es findet Platz im Steingarten, auf einem begrünten Dach oder in einer Steinmauer … Die Pflanze kann sogar an einem Ort mit sehr wenig Erde wachsen und sich in die Fugen eines Plattenbelags einfügen.

Entdecken Sie unseren Beitrag „Steingarten anlegen: unsere Tipps für den Erfolg“

 

Wann pflanzen?

Wir empfehlen, Katzenpfötchen im Frühjahr, etwa im April, oder im Herbst (September, Oktober) zu pflanzen.

 

Wie pflanzen?

  1. Heben Sie ein kleines Pflanzloch aus oder schaffen Sie zwischen den Steinen eines Steingartens, auf einem begrünten Dach oder in einer Steinmauer Platz, indem Sie eine kleine Substrattasche anlegen (bringen Sie dort zum Beispiel mit etwas grobem Sand vermischte Erde ein).
  2. Nehmen Sie Katzenpfötchen aus dem Topf und pflanzen Sie es ein.
  3. Füllen Sie das Pflanzloch mit etwas Erde auf und drücken Sie diese leicht an. Pflanzen Sie es jedoch nicht zu tief ein.
  4. Nun müssen Sie nur noch gießen!
Die rosafarbenen Blüten von Antennaria dioica, auch Katzenpfötchen genannt

Antennaria dioica ‚Alex Duguid‘ (Foto peganum)

Pflege

Als besonders anspruchslose Pflanze braucht das Katzenpfötchen kaum Pflege. Es ist trockenheits- und frostverträglich und wenig anfällig für Krankheiten und Parasiten.

Wir empfehlen, es in den Wochen nach der Pflanzung zu gießen, im ersten Jahr auch bei Trockenheit. Danach kommt es problemlos ohne Bewässerung aus.

Wenn rund um die Katzenpfötchen Unkraut wächst, sollten Sie es am besten jäten. Später bilden sie jedoch einen Teppich, der das Wachstum unerwünschter Kräuter begrenzt.

Für eine ansprechende Optik können Sie die getrockneten Blüten abschneiden. Dadurch verhindern Sie zugleich, dass sich die Pflanze selbst aussät.

Sie können die getrockneten Blüten von Antennaria dioica auch für Tees ernten. Die Heilpflanze hilft insbesondere bei der Behandlung von Bronchitis und Halsschmerzen.

Vermehrung

Sie können Katzenpfötchen durch Teilung der Horste oder durch Sammeln und Aussäen der Samen vermehren. Die Teilung ist einfacher und schneller, die Aussaat ermöglicht jedoch eine größere Anzahl an Jungpflanzen, ohne die bereits etablierten Pflanzen zu stören. Unter passenden Bedingungen kann sich Katzenpfötchen im Garten auch selbst aussäen!

Aussaat

Die Samen von Katzenpfötchen werden im zeitigen Frühjahr ausgesät.

  1. Bereiten Sie einen Topf mit lockerer, drainierender Blumenerde vor (zum Beispiel einer Mischung aus Blumenerde und Sand oder spezieller Aussaaterde).
  2. Gießen Sie, bis das Substrat gut feucht ist.
  3. Streuen Sie die Samen auf die Oberfläche.
  4. Bedecken Sie sie ganz leicht mit etwas Substrat.
  5. Stellen Sie die Aussaat an einen hellen Platz in ein kaltes Frühbeet.
  6. Gießen Sie weiterhin regelmäßig, aber nicht zu viel, damit das Substrat nicht austrocknet.
  7. Sobald die Keimlinge groß genug zum Umpflanzen sind, pikieren Sie sie in einzelne Töpfe.

Horstteilung

Die Horste von Katzenpfötchen lassen sich relativ einfach teilen, da die Pflanze von selbst dazu neigt, Wurzelschösslinge zu bilden.

Wählen Sie gut eingewachsene Horste, die begonnen haben, sich auszubreiten. Trennen Sie sie vorsichtig und pflanzen Sie die Teilstücke direkt an einen neuen Standort oder in einen Topf mit drainierendem Substrat.

Vereinigung

Kombinieren Sie Antennaria mit anderen Pflanzen, die magere, trockene Böden mögen. Dazu passen etwa Fetthennen, Hauswurzen, Cerastium tomentosum, Dryas suendermanii, Geranium cinereum, Armeria maritima … Entdecken Sie auch den Farn Cheilanthes lanosa, eine an Hitze und Trockenheit angepasste Art. Für Farbe sorgen Sonnenröschen, Phlox subulata und Phlomis fruticosa. Für Leichtigkeit setzen Sie einige kleine Gräser dazu, etwa Federgras, Seggen oder Schwingel. Diese genügsamen Pflanzen eignen sich perfekt für eine prächtige Steinanlage oder ein begrüntes Dach. Kombinieren Sie sie auch mit Lavendel, Zistrosen oder Sand-Thymian und schaffen Sie mediterranes Flair.

Inspiration für die Kombination von Antennaria in einer Steinanlage

Antennaria dioica fügt sich leicht in eine Steinanlage mit anderen Stauden ein, die magere, steinige Böden mögen! Dryas suendermannii, Helianthemum ‚Lawrensons Pink‘, Cerastium tomentosum, Antennaria dioica, Sempervivum arachnoideum und Cheilanthes lanosa (Fotos: David Short / Friedrich Strauss – MAP / Krzysztof Golik / Stefan Lefnaer / Kristine Paulus / ghislain118)

Mit Antennaria dioica können Sie auch eine Steinanlage mit Alpenpflanzen gestalten. Stellen Sie eine Sammlung von Stauden zusammen, die wie Antennaria natürlicherweise im Gebirge vorkommen. Sie sind vollkommen winterhart und bevorzugen meist steinige, sehr drainierende Böden. Pflanzen Sie neben Antennaria zum Beispiel Alpen-Edelweiß, Silene acaulis, Lewisia cotyledon, Gentiana acaulis und Küchenschellen … Genießen Sie auch das hübsch geschlitzte Laub von Alchemilla alpina. Weitere Ideen und Tipps finden Sie in unserem Merkblatt über Alpenstauden!

Nützliche Ressourcen

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