Kreuzblümchen: pflanzen, Rückschnitt und Pflege

Kreuzblümchen: pflanzen, Rückschnitt und Pflege

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 16. Oktober 2025  durch Eva 10 min.

Kreuzblümchen kurz erklärt

  • Dieser kleine immergrüne Strauch mit mediterranem Flair blüht vom Frühjahr bis zum Frost üppig und farbenfroh.
  • Seine kleinen graugrünen bis mittelgrünen Blätter schmücken lockere Büschel mauve- bis violettfarbener Erbsenblüten, in milden Lagen oft bis Dezember.
  • Der kompakte, trockenheits- und salzwindverträgliche Strauch gedeiht im Topf, im sonnigen Steingarten, am Hang oder als kleine Blütenhecke.
Schwierigkeit

Das Wort unserer Expertin

Die als Zierpflanzen kultivierten Kreuzblümchen sind meist Sträucher der Art myrtifolia (mit myrtenähnlichen Blättern) oder Hybriden aus dieser Art und einem anderen Strauch. Ihre rosavioletten Blüten erinnern stark an die der Schmetterlingsblütler, die an einen Schmetterlingsflug denken lassen. Das immergrüne Laub aus kleinen graugrünen Blättern bringt unbestreitbar mediterranes Flair und blüht den ganzen Sommer über, anders als viele Pflanzen dieser Art, die eine sommerliche Ruhephase einlegen.

Mit dem Strauch in einem einfachen Terrakottatopf, vor eine Mauer oder auf die Stufen einer Steintreppe gestellt, schaffen Sie im Handumdrehen eine sehr schöne Gestaltung. Das Kreuzblümchen passt mit seiner kompakten Wuchsform und den leuchtenden Blüten ebenso gut in einen modernen Garten. Besonders schön wirken sie in einem Pflanzgefäß in Pflaumen-, Apfelgrün- oder Anthrazit-Tönen.

Es handelt sich um eine Pflanze für mildes Klima, die wind-, salzluft- und bodensalztolerant ist sowie Trockenheit verträgt. Sie gedeiht an der Mittelmeerküste ebenso wie an der Atlantikküste. Der einzige Nachteil ist ihre geringe Winterhärte – beim Polygala myrtifolia etwa -5 °C. Die Polygala-Hybride Bibi Pink‘ macht diesen Nachteil jedoch wett, da sie Frost bis -12 °C verträgt. Ihre dichtere, kompaktere Wuchsform erleichtert zudem das Überwintern in einem hellen, wenig beheizten Raum, wenn Ihre Winter dies erfordern.

In mildem Klima fügen sich Polygalas auch wunderbar in kleine Hecken, Beete und Steingärten ein, zusammen mit anderen exotischen Sträuchern wie Myrtenheide, Leptospermum, Baum-Schneckenklee, immergrünen Säckelblumen, Abelien oder Andensträuchern. Pflanzen Sie sie in gut durchlässigen Boden an einen möglichst sonnigen Standort – im Stadtgarten ebenso wie am Meer.

Beschreibung und Botanik

Steckbrief

  • Gebräuchlicher Name Kreuzblume
  • Blüte je nach Art zwischen März und Oktober
  • Höhe zwischen 15 cm und 2 m
  • Exposition Sonne
  • Art des Bodens jeder lockere, gut drainierte Boden, auch kalkhaltig
  • Winterhärte gering bis mittel (-5 bis -14 °C)

Die Gattung Polygala umfasst zahlreiche einjährige und mehrjährige Pflanzen sowie einige Sträucher mit fast 500 Arten, die in den warmen Regionen der ganzen Welt vorkommen. Sie gehört zur Familie der Polygalaceae, die den Fabaceae nahesteht, sich aber in Form von Blüte und Frucht unterscheidet.

Polygalen, insbesondere die krautigen Arten, kommen in zahlreichen Lebensräumen vor: von trockenen Wiesen (Polygala comosa, calcarea) über feuchte Wiesen (Polygala austriaca, amarella) bis zu Waldrändern in Gebirgsregionen (Polygala chamaebuxus, vulgaris). Erkennbar sind sie an ihren kleinen blauen oder leuchtend rosafarbenen, manchmal zweifarbigen Blüten mit weißem Schopf. Die Myrtenblättrige Kreuzblume (Polygala myrtifolia) ist jedoch die wichtigste bei uns als Zierpflanze kultivierte Strauchart und benötigt einen sonnigen Standort sowie ein mildes Klima, etwa an der Atlantik- oder Mittelmeerküste. In ihrer südafrikanischen Heimat wächst sie auf Dünen, felsigen Hängen, an Bachufern, in Wäldern sowie auf Wiesen und in Buschland. Ihre Winterhärte reicht kaum über -5 °C hinaus, doch sie kann sehr gut in einem Wintergarten bei 0 bis 15 °C überwintern und dort bis zu 10 Monate weiterblühen. Es gibt jedoch neue, kompaktere Hybriden wie die hybride Kreuzblume ‚Bibi Pink‘, die Frost bis -12 °C verträgt und dadurch vielseitiger eingesetzt werden kann. Polygala chamaebuxus, in Frankreich heimisch, aber wenig bekannt, ist eine Staude der südlichen Gebirge. Sie kommt von Frankreich (Alpen und Pyrenäen) bis nach Rumänien vor und verträgt in drainiertem Boden bis zu -14 °C. Ihre gelbe und rosafarbene Blüte ist jedoch zeitlich stärker begrenzt als bei der südafrikanischen Art myrtifolia.

Die Blüte der Polygala besitzt 2 große, farbige Kelchblätter, die an die Flügel eines Schmetterlings erinnern, ebenso wie die Flügel der Erbsenblüte, sowie 3 weitere, unauffälligere Kelchblätter mit grünlicher Färbung. Die Blütenkrone bildet eine Röhre aus 3 bis 5 verwachsenen Blütenblättern, die dem Schiffchen der Fabaceae-Blüte (dem unteren Blütenblatt) ähnelt. Meist endet sie in einem charakteristischen Schopf aus weißen, Y-förmig angeordneten Fäden, der mit der Farbe der Blütenblätter kontrastiert und aus umgewandelten Staubblättern besteht. Die „Schmetterlingsblüten“ wie bei den Fabaceae sind bei Polygala myrtifolia 2 bis 3 cm groß und stehen in kurzen, sehr dekorativen endständigen Trauben. Die Blüte dieser Art kann sich über 10 Monate im Jahr erstrecken, sofern kein Frost auftritt.

Die Früchte sind kleine, geflügelte, abgeflachte Kapseln, die am Strauch manchmal schwer zu entdecken sind, aber zahlreiche Samen verbreiten. Diese Polygala sät sich wie viele andere Arten unter günstigen Klima- und Bodenbedingungen an den unerwartetsten Stellen im Garten aus, mitunter reichlich.

Kreuzblume

Polygala myrtifolia: ein schöner Blütenstrauch für mildes Klima

Das einfache, nicht zusammengesetzte Laub ist – anders als bei den meisten Fabaceae – wechselständig angeordnet und fast stiellos. Darauf verweisen die Namen verschiedener Polygala-Arten (myrtifolia, serpyllifolia, chamaebuxus…), die sich auf die Blätter von Myrte, Quendel und Buchsbaum beziehen. Bei Polygala myrtifolia sind die Blätter immergrün, oval oder zugespitzt, hellgrün und mehr oder weniger grau überhaucht, 2 bis 3 cm lang und mit einer ausgeprägteren Mittelader versehen. Der kompakte Strauch mit seinen feinen, biegsamen, ineinander verflochtenen grünen oder purpurfarbenen Zweigen kann unter guten Bedingungen nach 4 Jahren eine Höhe und Breite von 1,50 bis 2 m erreichen, während der Hybrid Baby Pink nur 0,8 bis 1 m hoch wird. Das Wachstum ist schnell, was bei einem Verlust durch Kälte oder aufgrund der geringen Lebensdauer ein gewisser Trost ist. Im Gegensatz dazu wächst Polygala chamaebuxus mit seiner kriechenden Wuchsform langsam bis sehr langsam. Die Pflanze wird 15 cm hoch und breitet sich über mehr als 50 cm im Durchmesser aus.

Die Etymologie des Namens Polygala stammt aus dem Griechischen und bedeutet „viel Milch“. Damit wird auf die Eigenschaften bestimmter Polygala-Arten verwiesen, die nach Ansicht der alten Griechen die Milchbildung bei Frauen steigern sollten.

Die wichtigsten Kreuzblümchen-Sorten

Verbreitetste Art

Polygala myrtifolia - Kreuzblume

Polygala myrtifolia - Kreuzblume

Niedriger, rundlicher Strauch mit dichtem Wuchs und kleinen, immergrünen Blättern in schönem Hellgrün. Zehn Monate lang erscheinen in mehreren Wellen zahlreiche kleine, weiße und rosaviolette Erbsenblüten. Trockenheitsverträglich, aber wenig winterhart: je nach Klima im Freiland oder Topf kultivieren und im Winter einräumen.
  • Blütezeit Juni für November
  • Höhe bei Reife 2 m

Winterhärtere, kompakte Arten

Polygala Bibi Pink - Kreuzblume

Polygala Bibi Pink - Kreuzblume

Diese Hybrid ist der Art myrtifolia sehr ähnlich, aber deutlich frosthärter und kompakter im Wuchs – idealer für die Topfkultur. Kleine, immergrüne Blätter in schönem Graugrün betonen die zweifarbigen Erbsenblüten in leuchtendem Mauveviolett und Zartrosa.
  • Blütezeit Juli für November
  • Höhe bei Reife 80 cm
Polygala chamaebuxus Grandiflora - Kreuzblume

Polygala chamaebuxus Grandiflora - Kreuzblume

Kriechender, flach wachsender Unterstrauch mit kleinen, immergrünen, derben, dunkelgrünen Blättern, die an Buchsbaum erinnern. Im Frühjahr erscheinen besonders leuchtende, violett-gelbe, zweifarbige Blüten. Ideal für alpine Steingärten mit trockenem Boden im Schatten. Winterhärte: -12/-14 °C.
  • Blütezeit April für Juni
  • Höhe bei Reife 15 cm

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Pflanzung

Wo pflanzt man die Kreuzblume?

Die Myrtenblättrige Kreuzblume kann nur in frostfreien Regionen (-5 °C maximal) im Freiland überwintern, ausgenommen der Kultivar ‚Baby Pink‘, der etwas frosthärter ist (-12 °C). In Grenzlagen umgeben Sie den Strauch mit Wintervlies, um seine Winterhärte um einige Grad zu erhöhen. Sie können den Strauch problemlos im Topf kultivieren und ihn im Winter in ein ungeheiztes, frostfreies Gewächshaus oder einen Wintergarten stellen, wo er weiterblühen kann. Wählen Sie eine schöne Keramik oder einen großen Kübel, um ihn gut zur Geltung zu bringen.

Stellen Sie die Kreuzblume vorzugsweise in die volle Sonne, außer Polygala chamaebuxus: Diese Art bevorzugt im Süden den Halbschatten und wird dort wie eine Steingartenpflanze an einem schattigen Hang oder auf einer Mauerkante kultiviert, zum Beispiel zusammen mit Balkan-Windröschen oder Cyclamen coum.

Kreuzblumen sind beim Boden nicht anspruchsvoll: sauer, neutral, kalkhaltig, frisch oder trocken – Hauptsache, er ist gut durchlässig.

Wann pflanzen?

Pflanzen Sie die Kreuzblume vorzugsweise im Frühjahr nach dem Ende der Fröste. Im Mittelmeerraum empfiehlt sich dagegen eine Pflanzung im Herbst.

Wie pflanzen?

Diese schnell wachsende Pflanze ist besonders im Topf einfach zu kultivieren.

  • Stellen Sie den Topf in einen Eimer Wasser, damit sich der Wurzelballen gut vollsaugt.
  • Heben Sie ein breites, ausreichend tiefes Pflanzloch aus, das zwei- bis dreimal breiter als der Wurzelballen ist.
  • Geben Sie eine Schaufel Sand oder Kies auf den Grund des Pflanzlochs oder Topfes, damit das Wasser an den Wurzeln gut ablaufen kann. In schwerem Boden pflanzen Sie die Kreuzblume am besten in einen Steingarten.
  • Füllen Sie das Loch im Topf oder Freiland mit einer Mischung aus je einem Drittel Gartenerde, Blumenerde und Flusssand (grober Sand) oder feinem Kies auf.
  • Drücken Sie die Erde leicht an und formen Sie dabei eine Gießmulde.
  • Gießen Sie reichlich.

Mehr erfahren unter: Kreuzblume im Topf kultivieren.

Pflege und Rückschnitt

  • Gießen Sie das Kreuzblümchen im Topf während Hitzeperioden regelmäßig. Gut eingewachsen verträgt es im Freiland Trockenheit recht gut.
  • Erneuern Sie im Frühjahr die oberste Erdschicht mit frischer Blumenerde, um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten. Im Freiland genügt gelegentlich etwas Kompost am Fuß der Pflanze.
  • Kürzen Sie Ende des Frühjahrs bei Bedarf die wenigen überhängenden Zweige, bevor eine zweite Blüte einsetzt. Generell wird das Strauch-Kreuzblümchen jedoch nicht geschnitten, da es aus altem Holz nur schwer wieder austreibt – ähnlich wie Zistrosen oder Rosmarin. Ein Rückschnitt im Herbst kann neue, frostempfindliche Triebe anregen.
  • Entfernen Sie zu Beginn des Frühjahrs abgestorbenes Holz.
  • Das Kreuzblümchen ist im Freien nur selten von Krankheiten oder Schädlingen betroffen. Im Haus können Weiße Fliegen und Blattläuse an jungen Trieben auftreten. Dagegen helfen Brennnesseljauche, Schmierseife oder Pyrethrin. Alternativ schneiden Sie die befallenen Triebe zurück.

Vermehrung

Die einfachste Vermehrung erfolgt durch die Aussaat frischer Samen im Frühjahr oder Frühsommer, da die Stecklingsvermehrung schwierig ist.

Aussaat

  • Sammeln Sie die flachen Früchte mit den Samen des Kreuzblümchens im Spätsommer und lagern Sie sie trocken.
  • Säen Sie die frischen Samen unter Glas oder an einem geschützten, nicht zu sonnigen Platz an einer Mauer in aufgelockerte, angefeuchtete Erde und bedecken Sie sie leicht.
  • Die Keimung dauert einige Wochen.
  • Pikieren Sie die Keimlinge in Anzuchttöpfe, sobald sie sich handhaben lassen. Achten Sie darauf, die Keimwurzel nicht zu beschädigen.
  • Halten Sie die Jungpflanzen während der ersten beiden Winter geschützt, bevor Sie sie auspflanzen.

 

Verwendung und Kombinationen

Polygala mit Myrtenblättern und ‚Pink Baby‘ eignen sich für kleine, sonnige Beete oder Steingärten mit Zistrosen, kriechenden Säckelblumen, Lavendel oder Rosmarin, Medicago arborea oder für eine stärker australische Gestaltung mit Melaleuca, Leptospermum, Westringia … Säckelblumen, Andensträucher, Euphorbia mellifera oder x martinii, Goldmargeriten, Silberbäume und Watsonien sind in der Bretagne gute Begleitpflanzen für Polygala myrtifolia an einem zum Meer ausgerichteten Hang.

Polygala kombinieren: unsere Ideen und Tipps

Eine Kombination für mildes Klima: Silberbaum (‚Fireglow‘ oder beispielsweise ‚Safari Sunset‘), Polygala myrtifolia, Westringia fruticosa, Festuca glauca und Alternanthera ‚Little Prince‘ oder ‚Purple Night‘. Auch eine Blaue Hesperidenpalme (Brahea armata) wäre perfekt.

Sie können auch lockere Beeteinfassungen anlegen, die fast das ganze Jahr über blühen, oder Steingärten bepflanzen. Polygala chamaebuxus ‘Grandiflora’ ähnelt einer Fächer-Zwergmispel und eignet sich besonders gut dafür. Der Unterstrauch passt sich ideal der Form von Felsen an und belebt den Steingarten mit seiner leuchtenden Frühlingsblüte, etwa zusammen mit Steinkraut oder Blaukissen. Er ist auch eine hervorragende Pflanze, um schattige Beeteinfassungen und etwas schwierige Hänge mit wenig Sonne sowie die Oberseite einer unwirtlichen Mauer zu begrünen, an der Sonnenpflanzen kaum gedeihen. Kombinieren Sie ihn beispielsweise mit Leberblümchen (Hepatica nobilis), Balkan-Windröschen oder Cyclamen coum, die zur selben Zeit blühen und ähnliche Bedingungen schätzen.

Füllen Sie gern große Keramiktöpfe, um Balkone, Terrassen oder Hauseingänge zu schmücken – auch nur für eine Saison – mit Polygala mit Myrtenblättern. Die Pflanze eignet sich bestens für Küstengärten, da sie sehr tolerant gegenüber starkem Wind sowie dem Salzgehalt von Boden und Luft ist.

Alexandra stellt Ihnen in diesem Artikel weitere Ideen für Kombinationen mit Polygala vor!

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Häufig gestellte Fragen

  • Kreuzblume wird gelb und verliert Blätter: Warum?

    Allgemeine Blattvergilbung deutet auf Staunässe hin. Untersetzer leeren; bei Bedarf in drainierende Mischung aus Blumenerde, Sand und Gartenerde umtopfen.

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