Lichtnelke: pflanzen, säen, kultivieren

Lichtnelke: pflanzen, säen, kultivieren

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 16. Oktober 2025  durch Virginie T. 8 min.

Lichtnelken kurz erklärt

  • Die meisten Lichtnelken sind hübsche, pflegeleichte und üppige Bodendecker
  • Meist bilden sie immergrüne, im Sommer rosa oder weiß blühende Polster
  • Sie gedeihen in felsigen Lagen und auf kalkhaltigem Boden
  • Robust und zart zugleich, sind sie pflegeleichte, einfach zu kultivierende Kleinpflanzen
  • Für Steingärten, Trockenmauern und blühende Pflanzgefäße
Schwierigkeit

Das Wort unserer Expertin

Leimkraut ist eine hübsche, meist bodendeckende Staude, die je nach Art von Sommer bis Herbst halbimmergrüne bis immergrüne, rosa, weiße oder seltener rote Blütenpolster bildet.

Diese Verwandte der Nelken ist eine winterharte, anspruchslose Pflanze mit geringem Pflegebedarf, wie Silene acaulis und Silene schafta, auch Kaukasus-Leimkraut genannt. Leimkräuter wie Silene vulgaris (Taubenkropf-Leimkraut) erkennt man am aufgeblähten Kelch und an ihrer fröhlichen Blüte mit gekerbten Blütenblättern. Alle Blätter sind roh oder gekocht essbar; die von Silene latifolia (Weiße Lichtnelke) schmecken besonders gut.

Bevorzugte Standorte sind Mauerkronen, Beet- und Terrassenränder, Steingärten sowie Pflanzgefäße und halbe Fässer.

Sie gedeiht leicht in jedem leichten bis durchlässigen Boden an sonnigen Standorten. Staunässe in lehmigen Böden verträgt sie nicht; sie bevorzugt durchlässige, steinige, trockene bis frische Böden.

Ob Blütenpolster oder buschige Staude: Entdecken Sie unser Sortiment verschiedener Leimkraut-Arten.

Botanisch

Steckbrief

  • Lateinischer Name Silene
  • Familie Caryophyllaceae
  • Gebräuchlicher Name Leimkraut
  • Blüte April bis Oktober, je nach Art
  • Höhe 5 bis 60 cm
  • Exposition Sonne, Halbschatten
  • Art des Bodens mager und durchlässig, steinig, trocken bis frisch
  • Winterhärte -15 °C

Leimkraut ist eine mehrjährige oder einjährige Pflanze aus der Familie der Caryophyllaceae, zu der auch Nelken und Lichtnelken gehören. Es gibt fast 300 Arten, die wild auf Wiesen, Böschungen, in Felsspalten und Geröllhalden, vor allem auf kalkhaltigen Standorten, vorkommen. Sie wächst natürlicherweise auf der Nordhalbkugel, in den subarktischen Regionen Asiens, Nordamerikas und Europas sowie in Gebirgsregionen. Einige Arten wie Silene acaulis, auch Stängelloses Leimkraut genannt, kommen in unseren Bergen, in den Nord- und Südalpen, bis in 3700 m Höhe vor.

Zu den verbreitetsten mehrjährigen Arten gehören:

  • Stängelloses Leimkraut (Silene acaulis)
  • Klippen-Leimkraut (Silene maritima), eine an den Küsten Westeuropas heimische Art
  • Silene shafta
  • Silene latifolia, die Weiße Lichtnelke
  • Silene dioica, die Rote Lichtnelke
  • Silene x robotii
  • Laciniertes Leimkraut, eine kalifornische Art

Hinzu kommen zahlreiche gärtnerische Sorten, die im Laufe der Hybridisierung entstanden sind. Diese artenreiche Familie umfasst hohe und niedrige Arten und bietet eine große Vielfalt an Größen, Wuchsformen, Blütenformen und Blütenfarben.

Leimkraut bildet mehr oder weniger schnell tiefe Wurzeln, allerdings nur für einige Jahre. Dafür sät es sich spontan aus und kann sich so lange im Garten halten.

Die Wuchsform variiert je nach Art: Einige bilden wie Silene acaulis und das Klippen-Leimkraut dichte, rasenartige Polster, während Silene laciniata hohe Stängel bildet. Andere, wie das Herbst-Leimkraut, wachsen kompakt und rundlich.

Die größten Leimkräuter werden 45 bis 60 cm hoch, rasenbildende Arten bleiben bei 5 bis 15 cm Höhe und erreichen 30 bis 45 cm Breite. Die Stängel sind bei polsterbildenden oder horstigen Arten mit 2 bis 6 cm sehr kurz und dicht sowie mehr oder weniger niederliegend, bei den höchsten Leimkräutern dagegen länger und schlanker.

Das Laub ist je nach Art und Strenge des Klimas halbimmergrün bis immergrün. Es bildet einen kräftigen Bewuchs in leuchtendem bis dunkelgrünem, manchmal graugrünem Farbton. Auch die Blätter unterscheiden sich von Art zu Art. Leimkräuter tragen einfache, lineare, lanzettliche und gegenständige Blätter, die manchmal lederig sind und 1 bis 8 cm lang werden. Die Blätter sind roh oder gekocht essbar.

Dieses schöne Blattpolster schmückt sich von Mai bis Oktober mit einer fröhlichen, farbenfrohen Blüte; je nach Art blüht das Leimkraut im Frühling, Sommer oder Herbst. Kleine Einzelblüten oder locker aufgebaute Blütenstände erscheinen deutlich über dem Laub. Sie entspringen einem aufgeblähten, röhrenförmigen Kelch, der oft rot oder bräunlich-grün gefärbt ist, und werden 1 bis 3 cm breit. Die flach ausgebreitete Blütenkrone besteht meist aus 5 tief gekerbten Blütenblättern.

Je nach Sorte kann die Blüte einfach oder gefüllt sein. Die Blüten des Lacinierten Leimkrauts öffnen sich sternförmig und bestehen aus 20 Blütenblättern, die in schmale, ungleich lange Streifen geteilt sind und den Blütenständen ein sternartiges Aussehen verleihen. Die Farben reichen von reinem Weiß bis leuchtendem Rot und umfassen alle Rosatöne, von Neonfarben bis zarten Nuancen.

Die kleinen, aber zahlreichen, manchmal duftenden Blüten erscheinen während der gesamten Sommersaison ununterbrochen und sind bienenfreundlich sowie nektarreich. Sie werden häufig von Schmetterlingen besucht.

Leimkraut

Die charakteristischen aufgeblähten Kelche des Taubenkropf-Leimkrauts

Nach der Befruchtung entwickeln sie sich zu kleinen länglichen Kapseln mit winzigen Samen.

Leimkraut ist eine genügsame Pflanze für Böschungen und Steingärten, winterhart teils unter -15 °C und trockenheitsverträglich. Es liebt kalkhaltige, trockene und gut durchlässige Böden. Es bringt Beete, alpine Steingärten, Staudenbeete, Mauern, Pflasterflächen und Pflanzgefäße zum Leuchten.

Die Pflanze ist nach den Silenen benannt, Figuren aus der griechischen Mythologie, die zur Familie der Satyrn gehören und deren dicker Bauch an den aufgeblähten Kelch der Leimkrautblüten erinnert.

Wichtigste Arten und Sorten

Die Familie der Lichtnelken umfasst rasenbildende oder mittelgroße Arten mit einer schönen Vielfalt an Wuchsformen (teppichbildend, aufrecht, kompakt …), Formen und Blütenblattfarben.

Die beliebtesten

Stängelloses Leimkraut - Silene acaulis

Stängelloses Leimkraut - Silene acaulis

Ein idealer Bodendecker für alpine Steingärten! Seine kräftige Pfahlwurzel verankert die Pflanze tief im Substrat und macht sie unempfindlich gegen starken Wind.
  • Blütezeit Juli für September
  • Höhe bei Reife 5 cm
Herbst-Leimkraut - Silene schafta

Herbst-Leimkraut - Silene schafta

Ab dem Spätsommer bildet sie magentafarbene Polster, die hübsch aus den Fugen im Steingarten, den Beetkanten und Mauern quellen. Pflegeleicht und sehr einfach zu kultivieren.
  • Blütezeit September für November
  • Höhe bei Reife 25 cm
Lichtnelke Rollies Favorite - Silene robotii

Lichtnelke Rollies Favorite - Silene robotii

Eine schöne, kompakte und sehr winterharte Beetstaude. Sie blüht auch im Staudenbeet oder im Topf.
  • Blütezeit Juni für August
  • Höhe bei Reife 40 cm

Unsere Favoriten

Herbst-Leimkraut Splendens - Silene schafta

Herbst-Leimkraut Splendens - Silene schafta

Dieser wunderschöne Kultivar bildet den ganzen Sommer über ein üppiges, blühendes Polster. Die Lichtnelke schafta 'Splendens' eignet sich, um überall an Wegen und um bestimmte Pflanzen Farbtupfer zu setzen.
  • Blütezeit August für Oktober
  • Höhe bei Reife 20 cm
Lichtnelke Jack Flash (Samen) - Silene laciniata

Lichtnelke Jack Flash (Samen) - Silene laciniata

Eine erstaunliche Sorte, die sich durch sternförmige rote Blüten und ihre stattliche Höhe auszeichnet. Pflanzen Sie sie in die Mitte eines Staudenbeets oder in einen Topf auf der Terrasse – sie sorgt für Aufsehen!
  • Blütezeit Juli für September
  • Höhe bei Reife 60 cm
Klippen-Leimkraut Weisskehlchen - Silene uniflora

Klippen-Leimkraut Weisskehlchen - Silene uniflora

Eine weniger bekannte Lichtnelke mit weißen, duftenden Blüten. Sie gedeiht im Steingarten, zwischen den Steinen von Mauern oder im Balkonkasten.
  • Blütezeit Juli für September
  • Höhe bei Reife 15 cm

 

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Lichtnelke pflanzen

Wo pflanzen?

Das winterharte Leimkraut (bis unter -15 °C) trotzt Kälte und übersteht sommerliche Trockenheit gut. Es wächst fast überall in Deutschland und gedeiht sogar in Meeresnähe.

Diese Staude ist in jedem normalen, leichten bis gut drainierten Boden mit mäßiger Feuchtigkeit bis zeitweiliger Trockenheit leicht zu kultivieren. Die meisten Leimkräuter bevorzugen einen trockenen, durchlässigen, porösen und steinigen Boden. Das Silene maritima benötigt eher einen frischen Boden.

Sie lieben einen sonnigen Standort, sollten jedoch vor allzu brennender Sonne geschützt werden. Leichter Schatten, vorübergehende Trockenheit und kalkhaltiger Boden werden gut vertragen.

Polsterbildende Arten formen in Steingärten anspruchslose Blütenkissen. Sie quellen hübsch aus Felsspalten, Beeträndern und Mauern hervor und eignen sich auch für Balkonkästen, Pflanzgefäße und halbe Fässer. Sie sind ideal für Berggärten, alpine Steingärten und sonnige Beetränder.

Mittelgroße Leimkräuter sind ideale Partner, um Farbtupfer in ein Staudenbeet oder einen Topf auf der Terrasse zu bringen.

Wann Leimkraut pflanzen?

Leimkraut wird im Frühjahr von März bis April oder im Herbst von September bis November gepflanzt, außerhalb von Frost- und Trockenperioden.

Wie pflanzen und säen?

Der Boden sollte leicht, im Sommer frisch und vor allem gut drainiert sein, da Staunässe im Sommer wie im Winter fatal wäre. In schwerem Boden bei der Pflanzung Kies oder groben Sand einarbeiten. In feuchten Regionen erhöht pflanzen. Je nach Art 6 bis 9 Anzuchttöpfe pro m² setzen.

Im Freiland

  • Anzuchttöpfe vor dem Pflanzen in einem Eimer Wasser tauchen
  • Boden auflockern
  • Ein Pflanzloch mit dem doppelten Volumen des Anzuchttopfs ausheben
  • In eine Mischung aus Blumenerde, Gartenerde und Sand pflanzen, ohne die grundständigen Blätter zu bedecken
  • Je Pflanzloch eine gute Schaufel Kompost zugeben
  • Pflanzen im Abstand von 25–30 cm setzen
  • Mit Erde auffüllen
  • Leicht andrücken
  • Angießen, damit die Pflanzen anwurzeln und den ersten Sommer gut überstehen

Im Topf

In ein sehr gut drainiertes Substrat pflanzen und dem Blumenerde Kies oder Bims beimischen. Den Gefäßboden mit einer Schicht Blähton bedecken, um Staunässe zu vermeiden. Kein Wasser in den Untersetzern stehen lassen.

Leimkraut säen

Die Samen des Leimkrauts werden von März bis Mai in einer Saatschale in hochwertige Blumenerde gesät. Die Sämlinge können bereits in ihrem zweiten Sommer blühen.

  • Samen breitwürfig aussäen und nur leicht mit Blumenerde bedecken
  • Leicht andrücken und mit feinem Brausestrahl gründlich angießen
  • Blumenerde während der Keimung (14 bis 21 Tage) feucht, aber nicht nass halten
  • Aussaat hell, ohne direkte Sonne, bei 15–20 °C aufstellen
  • Beim Stand von zwei bis drei Blättern in 7-cm-Anzuchttöpfe pikieren
  • Ende Mai bis Anfang Juni nach Erwärmung des Bodens in den Garten setzen
  • Pflanzen etwa 30 cm voneinander entfernt setzen
  • Regelmäßig gießen

Leimkräuter können auch direkt ins Freiland gesät werden, sobald die Außentemperatur etwa 15–21 °C erreicht.

Pflege und Wartung

Gut eingewachsen, braucht die Lichtnelke wenig Pflege und erweist sich als unkomplizierte Staude, sofern der Boden gut durchlässig bleibt.

Bei trockenem Frühjahr empfiehlt sich regelmäßiges Gießen. Im Sommer verträgt die Lichtnelke eine kurze Trockenperiode sehr gut. Lassen Sie den Boden jedoch nicht zu lange austrocknen, denn starke Hitze verträgt sie nur bedingt.

Im Topf kultiviert, muss sie häufiger gegossen werden.

Entfernen Sie Verblühtes nach und nach, um eine lange Blüte zu fördern.

Schneiden Sie den Horst nach der Blüte mit der Schere leicht zurück, damit die Wuchsform kompakt bleibt und die Blüte in der folgenden Saison gesichert ist.

Teilen Sie die Horste alle drei Jahre, um sie zu erhalten.

Das junge Laub der Lichtnelke ist zwar krankheitsresistent, kann aber von Nacktschnecken und Schnecken befallen werden: Befolgen Sie unsere Tipps, um Schneckenbefall zu verhindern.

Vermehrung

Diese Staude lässt sich leicht aus Samen vermehren. Im Abschnitt „Pflanzung und Aussaat“ erfahren Sie, wie Sie Leimkraut richtig säen.

Kombinieren

Bodendecker-Sorten wie das Stängellose Leimkraut (Silene acaulis) oder das Herbst-Leimkraut ‚Splendens‘ bilden hübsche, anspruchslose Bodendecker in Hochbeeten, trockenen Steingärten, an gut drainierten, sonnigen Böschungen und zwischen den Steinen einer Trockenmauer. Auch für die Kultur in Töpfen oder Trögen eignen sie sich sehr gut. Sie lassen sich mit weiteren blühenden Polsterpflanzen wie Pfriemenförmigem Phlox, Nelkenwurz, Blaukissen, Sonnenröschen, dem Zwerg-Silbrigen Beifuß (Artemisia lanata), Hängepolster-Glockenblume, Gänsekresse des Kaukasus, der Mittagsblume (Delosperma cooperi), dem Karwinskis Berufkraut (Erigeron karvinskianus) und dem Blutroten Storchschnabel (Geranium sanguineum) kombinieren. Sie bilden schöne Teppiche am Fuß oft kahler Rosen.

Silenen kombinieren

Ein Beispiel für eine Kombination im Steingarten: Stängelloses Leimkraut (Silene acaulis), Karwinskis Berufkraut (Erigeron karvinskianus), Blaukissen (©Fotolia) und Hängepolster-Glockenblume (zum Beispiel die Sorte ‚Stella‘)

Sie bilden blühende Polster, die sommerblühende Zwiebelpflanzen wie Lilie, Gladiole und Liebesblume willkommen heißen.

Große Leimkräuter wie das lacinierte Leimkraut schaffen im sommerlichen Beet farbenfrohe Szenen mit Schmuckkörbchen, Braut, Katzenminze, Garbe und Astern.

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