Liguster, Ligustrum: pflanzen, Rückschnitt und Pflege

Liguster, Ligustrum: pflanzen, Rückschnitt und Pflege

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 5. August 2025  durch Eva 14 min.

Der Liguster in wenigen Worten

  • Liguster bilden kleine Sträucher oder große, schnell wachsende Büsche.
  • Sie sind immergrün oder halbimmergrün und bieten neben ihrem glänzenden Dunkelgrün auch verschiedene panaschierte Formen.
  • Sie eignen sich gut für kleine Gärten, als Hecke oder im Hintergrund eines Beets.
  • Liguster vertragen einen wiederholten Rückschnitt und können für Formschnittgehölze oder sogar Bonsais verwendet werden.
  • Sie sind sehr winterhart, vertragen alle Arten gut durchlässiger Böden, auch kalkhaltige, sowohl volle Sonne als auch Halbschatten und sind unempfindlich gegenüber Luftverschmutzung.
Schwierigkeit

Das Wort unserer Expertin

Der Liguster, lateinisch Ligustrum, ist ein Strauch oder kleiner Baum, der häufig zur Anlage von Hecken verwendet wird. Er wächst schnell, ist anspruchslos und lässt sich in jedem nicht zu trockenen Boden leicht kultivieren. Wiederholte Rückschnitte verträgt er problemlos. Er kann auch in ein Strauchbeet gepflanzt werden und frei wachsen. Als isoliert stehendes, geschnittenes oder frei wachsendes Gehölz oder in Beeten verdient er eine häufigere Verwendung. Das Laub sowie die Blüte und der Fruchtbehang mit glänzend schwarzen Beeren sind allesamt attraktive Eigenschaften, die es zu nutzen lohnt.

Es gibt eine große Vielfalt an sommergrünem oder immergrünem Laub, das stets üppig und glänzend ist, jedoch eine eher bescheidene Größe aufweist. So fügt sich der Liguster sowohl in ein Strauchbeet als auch in ein Staudenbeet, einen Steingarten, eine niedrige oder mittelhohe Hecke sowie in die Gestaltung einer Terrasse oder eines Balkons ein. Um eine dunkle Ecke aufzuhellen oder den Blick auf sich zu ziehen, gibt es panaschierte Formen wie Ligustrum ovalifolium ‚Aureum‘, aber auch subtilere Formen mit grünem Laub, das im Laufe der Jahreszeiten aufleuchtet, wie der Kultivar ‚Lemon Lime‘ oder Ligustrum vicaryii.

Ligusterblätter, Ligustrum

Ligusterlaub: Ligustrum ovalifolium ‚Aureum‘, Ligustrum japonicum, Ligustrum x ‚Vicaryi‘, Ligustrum vulgare ‚Atrovirens‘, Ligustrum ibota ‚Musli‘.

Ihre je nach Art mehr oder weniger spektakuläre Blüte ist jedoch immer bienenfreundlich und durch ihren Honigduft besonders, der zahlreiche bestäubende Insekten wie Schmetterlinge und Bienen anlockt. Liguster im Garten fördert somit die Biodiversität. Im Herbst sind die Sträucher außerdem für Vögel attraktiv, da sie ihnen Schutz und Nahrung bieten.

Ligustrum lucidum ist eine schnell wachsende, trockenheitsverträgliche Art mit baumartigem Wuchs und bildet einen kleinen, immergrünen Schattenbaum, der in mediterranen Regionen interessant ist. Dank seines üppigen Fruchtbehangs sät er sich bereitwillig selbst aus.

Beschreibung und Botanik

Steckbrief

  • Lateinischer Name Ligustrum sp.
  • Familie Ölbaumgewächse
  • Gebräuchlicher Name Liguster
  • Blüte je nach Sorte zwischen April und September
  • Höhe zwischen 1,50 m und 6 m
  • Exposition Sonne oder Halbschatten
  • Art des Bodens alle gut durchlässigen Böden
  • Winterhärte ausgezeichnet bis mittel

Die hauptsächlich aus Asien stammende Gattung Ligustrum kommt jedoch auch in Europa, Nordafrika und sogar in Australien vor. Sie umfasst nahezu 50 Arten, von denen die meisten der für den Garten ausgewählten Arten (japonicum, ovalifolium, sinense, lucidum, obtusifolium) aus Asien stammen, insbesondere aus Japan, China und Korea. Nur die Art vulgare ist in Europa heimisch, ihr Verbreitungsgebiet reicht jedoch bis ins gemäßigte Asien und nach Nordafrika.

Liguster gehört ebenso wie der Ölbaum, die Esche, die Forsythie und der Jasmin zur Familie der Ölbaumgewächse. Ligustrum lucidum bildet in der Natur einen bis zu 15–20 m hohen Baum, während die meisten anderen kultivierten Arten im ausgewachsenen Zustand zwischen 1 und 3 m hohe Sträucher sind und zudem einen Rückschnitt gut vertragen.

Zu den bemerkenswerten Merkmalen der Gattung Ligustrum gehören ganzrandige, gegenständige Blätter, die oval oder verkehrt eiförmig sind (im oberen Teil der Blattspreite breiter), mit einer sehr ausgeprägten Mittelrippe. Die glänzenden Blätter sind beim Japanischen Liguster immergrün (Ligustrum japonicum ) und beim Glänzenden Liguster (L. lucidum), halbimmergrün (in mildem Klima immergrün) beim Gewöhnlichen Liguster Ligustrum vulgare, beim Ovalblättrigen Liguster (L. ovalifolium) und bei L. sinense oder bei anderen Arten auch vollständig sommergrün.

Liguster, Ligustrum

Ligustrum vulgare – botanische Illustration

Sie werden zwischen 2 und 10 cm lang. L. vulgare ‚Lodense‘ ist eine Form mit feinem, halbimmergrünem Laub, das sich im Herbst bronzefarben verfärbt. Sie wird als niedrige Hecke oder Formschnittgehölz sehr geschätzt, da sie langsam wächst und hübsche, 1 m hohe Kuppeln bildet. Die ledrigen, schön abgerundeten Blätter von L. japonicum ‘Rotundifolium Aureum’ sind dunkelgrün und goldfarben berandet; im Frühjahr und im Herbst nehmen sie zudem eine hübsche grün-rosa Färbung an. L. japonicum ‚Texanum‘ hat ledrige, gewellte Blätter, während Ligustrum ibota Musli ein besonders leuchtendes, cremefarben panaschiertes Laub besitzt.

Die röhrenförmigen Blüten stehen in mehr oder weniger üppigen, 2 bis 15 cm langen Blütenständen. Sie besitzen 4 verwachsene Kelchblätter, 4 wachsartig wirkende Blütenblätter, 2 Staubblätter, die reichlich Pollen freisetzen, und einen zweigeteilten Stempel. Die Blüten sind meist cremefarben, zeigen beim Delavays Liguster (L. delavayanum) jedoch einen purpurfarbenen Hauch. Die Art sinense ist während der Blüte mit ihrem überhängenden Wuchs und ihren langen, duftenden weißen Trauben besonders attraktiv. Achtung: Der Pollen kann bei manchen empfindlichen Personen Allergien auslösen. Da Liguster am diesjährigen Holz blüht, empfiehlt es sich, kurz vor dem Öffnen der Blütentrauben zu schneiden.

Die schwarzvioletten Fruchttrauben heben sich im Herbst und Winter vom Laub ab. Es handelt sich um etwa 1 cm große Steinfrüchte, die für Menschen und Haustiere giftig, bei Vögeln jedoch sehr beliebt sind, da sie ihnen sowohl Schutz als auch Nahrung bieten.

Das Wurzelsystem des Ligusters ist recht dicht und ausläuferbildend, sodass es schwierig ist, andere Pflanzen an seinem Fuß wachsen zu lassen. Sobald der Liguster gut eingewachsen ist, kann er auch längere Perioden der Trockenheit überstehen, obwohl er einen frischen Boden bevorzugt.

Der Gattungsname des Ligusters lautet Ligustrum und stammt vom lateinischen ligare, was „binden“ bedeutet – in Anspielung auf seine biegsamen Zweige, die zum Binden verwendet wurden.

Die wichtigsten Sorten

Der Liguster ist eine vielfältigere Gattung, als es den Anschein hat. Dieser für die Strukturierung des Gartens unverzichtbare Strauch ist in zahlreichen Arten und Sorten erhältlich. Von den etwa fünfzig Liguster-Arten werden Ligustrum japonicum und ovalifolium am häufigsten als Heckenpflanzen verwendet. Der Liguster bildet nämlich dekorative, winterharte Hecken, die sehr pflegeleicht und ökologischer als Nadelhecken sind, meist schnell wachsen und Luftverschmutzung gut vertragen.

Weniger stark wachsende Kultivare und einige Arten wie Ligustrum delavayanum eignen sich hervorragend, um einen Kübel zu schmücken. Diese Art besitzt ein kleines, glänzend grünes und sehr dichtes Laub, mit dem sich ihre Wuchsform zu einer Kugel auf Stamm oder zu anderen Formen gestalten lässt und aus der sich Bonsais ziehen lassen. Als Solitär dient ihr immergrünes oder halbimmergrünes, goldgelb oder creme panaschiertes Laub als Blickfang, um Blüten, eine Treppe oder eine Statue hervorzuheben, insbesondere wenn Sie sie als Formschnitt gestalten.

Die beliebtesten Sorten
Unsere Lieblingssorten
Japanischer Liguster - Ligustrum japonicum

Japanischer Liguster - Ligustrum japonicum

Schnell wachsender Strauch mit aufrechter, kompakter Wuchsform, sehr winterhart und anspruchslos, mit jungen kupferroten Trieben über dunkelgrünem Laub, ideal als Hecke oder für Formschnitt.
  • Blütezeit August für November
  • Höhe bei Reife 2,50 m
Goldliguster Aureum - Ligustrum ovalifolium

Goldliguster Aureum - Ligustrum ovalifolium

Aufrechter, kräftiger und kompakter Heckenstrauch mit leuchtendem, goldgelb panaschiertem Laub, dessen weiße, duftende Sommerblüte von schwarzen Beeren gefolgt wird.
  • Blütezeit Juli für September
  • Höhe bei Reife 2 m
Zwergliguster Lodense - Ligustrum vulgare

Zwergliguster Lodense - Ligustrum vulgare

Zwergliguster, der einen niedrigen, buschigen und sehr kompakten Heckenstrauch bildet, mit halbimmergrünem bis immergrünem Laub, das sich im Herbst von Grün zu Bronze verfärbt. Die weiße, duftende Sommerblüte wird von schwarzen Beeren gefolgt.
  • Blütezeit Juli für September
  • Höhe bei Reife 1 m
Liguster Musli - Ligustrum ibota

Liguster Musli - Ligustrum ibota

Dieser Liguster ist ein leuchtender Hecken- oder Hintergrundstrauch für das Beet. Je nach Klima mehr oder weniger immergrün, zeigt er eine rundliche Wuchsform und lange Zweige mit hell graugrünem, cremeweiß berandetem Laub. Seine cremeweiße Sommerblüte duftet und wird von recht dekorativen schwarzen Beeren gefolgt. Er wächst schnell und verträgt den Rückschnitt gut.
  • Blütezeit Juli für September
  • Höhe bei Reife 2,20 m
Ovalblättriger Liguster Lemon Lime - Ligustrum ovalifolium

Ovalblättriger Liguster Lemon Lime - Ligustrum ovalifolium

Diese neuere Züchtung mit rundlicher, kompakter Wuchsform bietet mehr oder weniger immergrünes, glänzendes Laub, das im Sommer von Goldgelb bis sehr Hellgrün reicht. Auf die weiße Sommerblüte folgen schwarze Beeren, die im Winter lange an der Pflanze bleiben.
  • Blütezeit Juli für September
  • Höhe bei Reife 1,70 m
Delavays Liguster - Ligustrum delavayanum

Delavays Liguster - Ligustrum delavayanum

Ein kompakter, dichter Strauch mit elegantem, zugespitztem, immergrünem und glänzend grünem Laub und bienenfreundlicher Sommerblüte. Dieser Liguster verträgt regelmäßigen und wiederholten Rückschnitt bestens und eignet sich ideal für Formschnitt. Winterhart bis -13 °C.
  • Blütezeit Juni für August
  • Höhe bei Reife 1,80 m
Gelblaubiger Liguster - Ligustrum vicaryi

Gelblaubiger Liguster - Ligustrum vicaryi

Aufrechter, kräftiger und kompakter, halbimmergrüner Heckenstrauch mit leuchtend goldgelbem Laub im Frühjahr, das im Sommer grüner wird und sich im Herbst manchmal wieder gelb färbt. Weiße, duftende Sommerblüte.
  • Blütezeit Juli für September
  • Höhe bei Reife 2 m

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Die Pflanzung

Wo Liguster pflanzen?

Liguster stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden und akzeptiert jede Art von durchlässigem Boden, selbst kalkhaltige oder mit Streusalz belastete Böden. Pflanzen Sie ihn vorzugsweise an einem sonnigen Standort, damit das Laub kompakt bleibt und seine Farbe intensiver ausgeprägt ist, aber auch Halbschatten bekommt ihm gut. Panaschiertes Laub kommt in der Sonne stärker zur Geltung, kann aber auch dazu dienen, halbschattige Bereiche aufzuhellen.

Beachten Sie, dass dieser Strauch eine sehr hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Luftverschmutzung besitzt, was ihn für Stadtgärten sowie für Standorte mit Salzspritzern wertvoll macht.

Die Art japonicum ist in Europa und Nordamerika recht häufig, jedoch nur in Regionen mit milden Wintern, ebenso wie lucidum und sinense. Der Delavays Liguster (L. delavayanum) ist ebenfalls etwas frostempfindlich und sollte an einem vor eisiger Kälte geschützten Standort stehen. Der Ligustrum ovalifolium ist dagegen deutlich winterhärter (-28 °C) und verträgt Kalk sehr gut.

Wann pflanzen?

Obwohl Topf-Liguster das ganze Jahr über gepflanzt werden kann, erfolgt die Pflanzung idealerweise von Oktober bis März oder April. Vermeiden Sie das Pflanzen bei Frost, großer Hitze oder während der Blüte. Pflanzen Sie empfindliche Arten vorzugsweise im Frühjahr nach den letzten starken Frösten.

Wie pflanzen?

Vermeiden Sie es, Liguster zu dicht neben anderen Pflanzen, insbesondere Stauden, zu pflanzen, da sie stark um Wasser und Nährstoffe konkurrieren. Wenn Sie dagegen einen Abstand von 0,80 bis 1,50 m zu anderen Sträuchern einhalten, können Sie problemlos eine frei wachsende Hecke oder ein Strauchbeet mit anderen sommergrünen Arten anlegen.

Setzen Sie die Jungpflanzen in einem Abstand von 60 cm bis 1 m, um eine Ligusterhecke mit einer Höhe von 1,50 bis 2 m zu bilden. Weniger kräftig wachsende Wuchsformen wie L. vulgare ‘Lodense’ oder japonicum ‘Rotundifolium Aureum’, die nur 1 m Durchmesser erreichen, können enger gepflanzt werden.

Als Solitär sollten Sie je nach Art einen Abstand von 2 bis 4 m einplanen, damit die Silhouette zur Geltung kommt. Auf Stamm gezogene oder kompakte Exemplare wie Ligustrum japonicum ‚Rotundifolium‘ sind schöne Solitärpflanzen für eine Pflanzung als Einzelgehölz, im Steingarten oder im Topf.

Liguster pflanzen:

  1. Stellen Sie den Wurzelballen in einen Eimer mit Wasser, damit er sich gründlich vollsaugt.
  2. Heben Sie ein Pflanzloch von 50 cm in alle Richtungen aus.
  3. Geben Sie verrotteten Mist oder Kompost hinzu.
  4. Setzen Sie die Jungpflanze in das Pflanzloch.
  5. Füllen Sie das Pflanzloch mit Erde und drücken Sie diese leicht an.
  6. Gießen Sie die Pflanze.
  7. Bringen Sie eine Mulchschicht am Fuß der Pflanze auf, um die Feuchtigkeit rund um die Wurzeln zu bewahren. Dadurch wird auch das Wachstum von Unkräutern begrenzt.

Das Anwachsen erfolgt schnell und problemlos und erfordert nur wenig Pflege.

Für die Kultur im Topf bringen Sie am Boden des Topfes eine 3–4 cm dicke Drainageschicht aus (Kies, Tonscherben usw.). Füllen Sie den Topf mit einer Mischung aus 1/3 Erde, 1/3 Blumenerde und 1/3 grobem Sand.

Früchte des Ligusters

Liguster bildet dekorative Beeren, die von Vögeln geschätzt werden.

Pflege und Rückschnitt von Ligusterhecken

Die Pflege

Damit Ihre Liguster ihr attraktives Aussehen behalten:

  • Erneuern Sie jedes Jahr im Frühjahr oder bereits im Herbst die Gabe von Kompost oder Stallmist.
  • Schneiden Sie von Februar bis April und von Juli bis September, vor dem Austrieb und vor der Blüte, kranke oder abgestorbene Triebe sowie widerspenstige oder ineinander verschlungene Zweige heraus, um eine schöne Wuchsform zu erhalten und den Austrieb neuer Triebe zu fördern.
  • Kürzen Sie die Zweige um die Hälfte ein, um eine dichtere Hecke zu erhalten. Dieser Strauch verträgt wiederholte Rückschnitte gut.
  • Schützen Sie die Art japonicum bei strengen Wintern mit einer doppelten Schicht Wintervlies.

Der Rückschnitt

  • Arten mit langsamem Wachstum wie Ligustrum japonicum ‘Texanum’ werden einmal jährlich geschnitten, während die Wildart bis zu 3 Rückschnitte im Jahr erfordern kann. Sie können im August oder am Ende des Winters schneiden, da sich die Blüten am einjährigen Holz bilden.
  • Wenn die Blüte nicht entscheidend ist, können leichte Rückschnitte, beispielsweise zum Erhalt der Form einer Topiary, zu jeder Jahreszeit vorgenommen werden.
  • Verwenden Sie je nach Umfang der Arbeit eine elektrische Heckenschere, eine Schere oder eine Bonsaischere. Ligusterholz lässt sich leicht schneiden, da es weder zu hart noch zu dick ist.
  • Um eine neu gepflanzte Hecke zu verdichten, kürzen Sie die Jungpflanzen mit der Gartenschere auf 30–40 cm über dem Boden ein und schneiden Sie sie im selben Jahr noch zweimal zurück, wobei Sie jedes Mal einen 30–40 cm langen Trieb stehen lassen. Je häufiger Sie Ihre Hecke schneiden, desto länger bleiben die Blätter erhalten, bevor der Frost einsetzt.
  • Kontrollieren Sie panaschierte Liguster regelmäßig, um eventuell auftretende grüne Zweige zu entfernen, die auf einen „Rückschlag zur Wildform“ hindeuten.

Mögliche Krankheiten und Schädlinge

Bei Liguster treten nur relativ wenige Schädlingsbefälle auf. Gelegentlich werden sie jedoch von Mehltau befallen, einem Pilz, der unter trockenen Bedingungen auftritt, vor allem bei neu gepflanzten Sträuchern. Mehltau zeigt sich im zeitigen Frühjahr oder im Spätherbst in Form weißlicher, pudriger Beläge auf dem Laub, das schließlich abfällt. Bringen Sie bereits bei den ersten Anzeichen des Befalls ein Fungizid auf Schwefelbasis aus und wiederholen Sie die Behandlung alle 10–15 Tage. Bei längeren Trockenperioden sollten Sie jeden Strauch am Fuß gründlich wässern und bei Bedarf eine Gießmulde anlegen. Nehmen Sie einen Rückschnitt der Verzweigung und der umliegenden Pflanzen vor, um die Luftzirkulation zu fördern.

Wenn die Blätter Einkerbungen aufweisen, besteht kein Grund zur Sorge, es handelt sich um ausgewachsene Dickmaulrüssler, die sich ernähren. Sie können sie abends im Schein einer Lampe absammeln. Diese 9 mm großen Käfer mit gräulichem, gestreiftem Rücken sind an ihrer langen Schnauze zu erkennen. Die Larven stellen hingegen eine echte Gefahr für junge Pflanzen aus der Baumschule dar. Sie befallen im Winter die Wurzeln und den Hals. Wässern Sie in diesem Fall den Boden mit einer biologischen Lösung aus Nematoden Heterorhabditis, die die Larven parasitieren.

Wenn Sie bräunliche Fraßgänge und zu Kokons zusammengesponnene Blätter beobachten, handelt es sich um die Fliedermotte. Die Raupe dieses Schmetterlings ernährt sich vom inneren Blattgewebe. Entfernen Sie die Kokons von Hand und bringen Sie je nach Stärke des Befalls eine biologische Lösung aus Bacillus thuringiensis auf dem Laub aus, die die jungen Raupen abtötet.

Vermehrung: die Stecklingsvermehrung

Die Stecklingsvermehrung ist die gängigste Methode, um Liguster zu vermehren.

Liguster lässt sich im Frühjahr oder Herbst durch Stecklinge vermehren.

Bereiten Sie zunächst einen Topf vor, indem Sie ihn mit mit Sand vermischter Blumenerde füllen, oder setzen Sie Ihre Stecklinge direkt ins Freiland, wenn der Boden leicht ist, nachdem Sie ihn mit der Grabegabel gelockert und anschließend angefeuchtet haben.

Im Herbst:

  1. Schneiden Sie einen etwa zehn Zentimeter langen lignifizierten Zweig von einem diesjährigen Trieb ab. Reißen Sie ihn dabei vorsichtig an einer Verzweigung ab, sodass Sie ein „Fersenstück“ (Ende des tragenden Zweigs) mitnehmen. Er muss gesund und frei von Krankheiten sein.
  2. Entfernen Sie die Blätter in der Nähe der Basis des Stecklings und schneiden Sie die übrigen Blätter zurück, um die Blattfläche zu verringern. Lassen Sie nur einige Blätter am oberen Teil stehen, sofern sie noch nicht abgefallen sind.
  3. Herbststecklinge können direkt an Ort und Stelle oder in einer gegebenenfalls durch ein Frühbeet geschützten Baumschule gesteckt werden.
  4. Stecken Sie den Steckling zu einem Drittel seiner Höhe in die Erde und drücken Sie rundherum vorsichtig an, um Lufteinschlüsse zu beseitigen und einen guten Kontakt zwischen Blumenerde und Steckling sicherzustellen.

Im Frühjahr:

  1. Schneiden Sie Zweige mit sowohl alten als auch neuen Blättern.
  2. Entfernen Sie die Blätter von der unteren Hälfte des Stecklings und schneiden Sie die Blattspreite jedes Blattes zu zwei Dritteln zurück.
  3. Stecken Sie die Hälfte des Stecklings in den Topf und halten Sie das Substrat feucht.
  4. Stellen Sie den Topf unter gespannte Folie, die mit Stäben und einem Gummiband um den Topf befestigt wird, an einen warmen, hellen, vor direkter Sonne geschützten Standort.
  5. Nach etwa einem Monat haben sich die Wurzeln gebildet und Sie können die Jungpflanzen umpflanzen.

Verwendung und Kombinationen

Eine wahre Rettung für ideenlose Gärtner und wertvoll, um der Gartengestaltung eine klare, geordnete und beruhigende Note zu verleihen – der Liguster bietet zumindest den Vorteil, auch an trostlosen Stellen ein wenig üppiges Grün und Leben zu schaffen, und warum nicht auch an vernachlässigten Grundstücksgrenzen.

ligustrum vulgare atrovirens

Eine Hecke aus Ligustrum vulgare ‚Atrovirens‘ verleiht dem Garten Struktur.

Die wichtigste Verwendung des Ligusters ist die Anlage von Sicht- und Windschutzhecken – dank seines dichten, leuchtenden Laubes, seiner mittleren Wuchshöhe, seiner Winterhärte und seiner sehr großen Schnittverträglichkeit. Er kann auch eine 80 cm hohe Einfassung bilden, die man zu einer „Wurst“ schneidet oder in Wellen und exzentrische Formen bringt. Er lässt sich ganz nach Wunsch formen und eignet sich daher hervorragend für Formschnitt und Bonsai-Kunst.

Die Basis des Strauchs kann bis auf den Stamm zurückgeschnitten werden, um einen Hochstamm oder Halbstamm zu bilden, die bei einer Kultur im Topf besonders attraktiv sind. Auf Stamm gezogene oder kompakte Exemplare wie Ligustrum japonicum ‚Rotundifolium‘ und Ligustrum delavayanum sind schöne Solitärpflanzen für die Einzelstellung, den Steingarten oder den Topf. Letzterer besitzt ein kleines, glänzend grünes und sehr dichtes Laub, mit dem sich seine Silhouette als Kugel auf Stamm oder in anderen Formen gestalten lässt. Er eignet sich zur Erziehung von Bonsais und kann sogar als Alternative zum Buchsbaum dienen, der in letzter Zeit stark angegriffen wird.

Um einen dunklen Bereich aufzuhellen oder die Blicke auf sich zu ziehen, gibt es auch panaschierte Formen wie Ligustrum ovalifolium ‘Aureum’ oder subtilere Formen mit grünem Laub, das im Laufe der Jahreszeiten immer heller leuchtet, wie der Kultivar ‘Lemon Lime’ oder Ligustrum vicaryii.

Associer le troène doré en massif

Eine Gestaltungsidee für den Halbschatten: Ligustrum ovalifolium ‚Aureum‘, Fothergilla intermedia ‚Blue Shadow‘, Hosta ‚August Moon‘, Matteuccia struthiopteris, Hakonechloa macra ‚All Gold‘, Hosta ‚Halcyon‘ unter dem Schirm eines Chionanthus virginicus.

Der strauchförmige Liguster kommt in Kombination mit weiteren geschnittenen Sträuchern besonders schön zur Geltung. Dabei kann man mit der Form und Farbe des Laubes spielen und beispielsweise in einem großen Steingarten eine dekorative, minimalistische Gestaltung schaffen. Auch für eine Gruppenpflanzung eignet er sich sehr gut, insbesondere auf einem Hang, der pflegeleicht sein soll.

Man kann ihn mit Sträuchern wie Rote Glanzmispel, Ölweide, Hartheu, Japanischem Goldröschen, Spierstrauch, Blasenspiere und Schneeball oder mit Stauden wie Taglilie, Argentinischem Eisenkraut, Herbst-Salbei und Baum-Lupine kombinieren. So entsteht eine schöne, wild-romantische Blütenszene, in der man sein attraktives Laub und seine ansprechende Blüte genießen kann, wenn man ihn frei wachsen lässt.

Man kann ihm auch die Ehre erweisen, ihn frei wachsen zu lassen, in einem ländlichen Gehölz aus bescheidenen, aber für die Tierwelt äußerst nützlichen Sträuchern wie Wolligem Schneeball, Lorbeer-Schneeball, Zwergmispel, Feuerdorn, Stechpalme, Ölweide, sommergrünem oder immergrünem Pfaffenhütchen, Blasenspiere und Echtem Lorbeerstrauch …

Vergessen Sie schließlich nicht, dass Ligustrum lucidum rasch einen kleinen immergrünen Schattenbaum bildet, der besonders im Mittelmeerraum sehr nützlich ist.

Wussten Sie schon?

Die Beeren des Japanischen Ligusters werden in der Phytotherapie als herzstärkendes, abführendes, harntreibendes und kräftigendes Mittel verwendet.

Der Verzehr der Ligusterblätter durch Pferde und Wiederkäuer ist gefährlich. Vermeiden Sie es, ihn in ihrem Bewegungsbereich zu pflanzen!

Japanischer Liguster vermehrt sich leicht durch Aussaat und kann, wie in den USA, manchmal invasiv werden. Seine Einführung zu Beginn des 19. Jahrhunderts führte zum Vorkommen dichter Bestände im Unterholz oder auf Feldern, die das Wachstum heimischer Pflanzen verhindern. Zudem lässt er sich nur schwer ausreißen.

Für weitere Informationen

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