Lilientraube pflanzen, kultivieren, vermehren
Inhaltsverzeichnis
Lilientraube kurz erklärt
- Lilientraube (Liriope muscari und spicata) ist ein eleganter, immergrüner Bodendecker für schattige Gartenbereiche, auch unter Bäumen
- Sie wächst in kleinen Horsten aus einfarbigem oder panaschiertem, grasähnlichem Bandlaub
- Diese Unterholz-Staude zeigt von Spätsommer bis Herbst dichte Ähren mit mauve-, lilafarbigen oder weißen Blüten
- Die nahezu pflegeleichte Pflanze verträgt fast jeden durchlässigen Boden, bevorzugt jedoch frische Böden
- Sie verwildert leicht und unterdrückt nach und nach sehr wirksam Unkraut
Das Wort unserer Expertin
Die Liriope ist eine winterharte Zwiebelstaude, die langsam einen immergrünen Bodendecker bildet – an schattigen Standorten, auch unter Bäumen und sogar im trockenen Schatten.
Sie bildet dichte, grasartige Horste mit bandförmigem Laub, über dem im Sommer hübsche blauviolette oder weiße Ähren leuchten.
Es gibt 6 Arten, darunter Liriope spicata und die bekannteste Art, Liriope muscari. Unter den Kultivaren von Liriope muscari gefallen uns besonders Liriope muscari ‚Ingwersen‘ mit lavendelfarbenen Blüten, Liriope muscari ‚Monroe white‘ mit weißen Blüten, Liriope muscari ‚royal purple‘ sowie Liriope muscari ‚variegata‘ mit panaschiertem Laub.
Sehr winterhart und pflegeleicht, pflanzen Sie sie in drainierenden, humusreichen und leicht sauren Boden. Sie schmückt den Fuß von Bäumen, Beeteinfassungen, frische Beete, einen schattigen Steingarten und sogar Pflanzgefäße.
Entdecken Sie unsere Auswahl an Liriope im Anzuchttopf, die den Garten bereits im ersten Standjahr zum Blühen bringt.
Beschreibung und Botanik
Steckbrief
- Lateinischer Name Liriope
- Gebräuchlicher Name Lilientraube, Gewöhnliche Lilientraube
- Blüte je nach Klima von Juni bis Oktober
- Höhe 0,15 bis 0,45 m
- Exposition Halbschatten, Schatten
- Art des Bodens durchlässig, leicht, humusreich
- Winterhärte unter -15 °C
Die Lilientraube ist eine winterharte, immergrüne, rhizomatöse Staude aus der Familie der Liliaceae (Asparagaceae). Sie stammt aus Asien, insbesondere aus China und Japan, wo sie in feuchten Gehölzen, lichten Wäldern und Bambushainen wächst.
Die Gattung Liriope umfasst etwa 6 Arten. Die bekannteste ist die Liriope muscari, aus der zahlreiche Kultivare hervorgegangen sind. Sie erweitern die Farbpalette, etwa Liriope muscari ‚Ingwersen‘ und Liriope muscari ‚Monroe White‘. Die weniger verbreitete Liriope spicata zeichnet sich durch schmaleres, feineres Laub, sehr hell mauvefarbene Blüten und eine niedrigere Wuchsform aus.
Sie wächst eher langsam und bildet aus einem schwach ausläuferbildenden Wurzelstock niedrige, kompakte Horste von 30 bis 45 cm in alle Richtungen. Dank ihres horstbildenden Wurzelstocks wird sie nie invasiv. Die Lilientraube bürgert sich leicht ein und bedeckt den Boden im Halbschatten. Wie der nahe verwandte Schlangenbart behauptet sie sich an Beeträndern und unter Bäumen, in Bereichen, die andere Pflanzen oft meiden.
Diese Pflanze bildet einen immergrünen Bodendecker mit attraktivem, bandförmigem Laub, das durch seine Feinheit und Schmalheit an Gräser erinnert. Die schmalen, linearen, bandartigen und lederigen Blätter sind 8 bis 15 cm lang, 1 bis 2 cm breit und in der Mitte gefaltet. Sie entspringen dicht gedrängt einem kurzen Rhizom. Beim Typ sind sie mittel- bis dunkelgrün und glänzend. Je nach Sorte können sie grün-cremefarben oder goldgelb panaschiert oder berandet sein (‚Variegata‘).
Den ganzen Sommer über, je nach Klima von Juni bis Oktober, ragen aus diesem dekorativen Laub Blütenstängel empor, die von langen, fadenförmigen, röhrenförmigen Stielen getragen werden. Die Lilientraube trägt schöne, aufrechte Ähren, die in kurzen endständigen Trauben zusammenstehen. Sie bestehen aus zahlreichen kleinen Glöckchen mit 6 wachsartig wirkenden Tepalen, die zu 3 bis 8 an kurzen Blütenstielchen gruppiert sind.
Sie zeigen Nuancen von Blauviolett, Flieder und violettem Lavendel, wie bei der Liriope ‚Gold Banded‘. Liriope muscari ‚Monroe White‘ fällt durch ihre weiße Blüte auf, die einen Kontrast zum dunklen Laub bildet. Diese Ähren erinnern an die von Träubel, daher der Name der Art.

Schöner Masseneffekt mit Wellen aus Liriope muscari
Nach der Bestäubung entwickeln die von Schmetterlingen und Bienen stark besuchten winzigen Glöckchen fleischige grüne Beeren, die bei der Reife purpurschwarz werden, 6 bis 7 mm Durchmesser erreichen und sich sehr leicht aussäen.
Die sehr winterharte Lilientraube verträgt problemlos bis zu -20 °C und kann in allen Regionen kultiviert werden. Sie ist äußerst anpassungsfähig und nahezu pflegefrei. Sie gedeiht in durchlässigem, mäßig trockenem bis frischem, nicht zu kalkhaltigem Boden, in lichtem Schatten, Halbschatten oder sogar trockenem Schatten.
Sie ist eine ausgezeichnete Pflanze für den Halbschatten und erfüllt ihre Funktion als Bodendecker am Rand eines Strauchbeets, am Fuß von Laubhecken, in frischem Unterholz, im Steingarten, zur Einfassung eines Weges und sogar als Kübelpflanze auf Fensterbank oder Balkon.
Ihre Knollenwurzel wird in Asien als Suppeneinlage oder als Beilage zu Reis verzehrt.
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Die Horstbildende Liriope hat zahlreiche Kultivare hervorgebracht, die heute eine größere Farbpalette oder eine üppigere Blüte bieten.
Liriope muscari - Lilientraube
- Blütezeit September für November
- Höhe bei Reife 30 cm
Liriope muscari Ingwersen - Lilientraube
- Blütezeit September für November
- Höhe bei Reife 35 cm
Liriope muscari Monroe White - Lilientraube
- Blütezeit September für November
- Höhe bei Reife 40 cm
Liriope muscari Gold Banded - Lilientraube
- Blütezeit August für November
- Höhe bei Reife 30 cm
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Pflanzung
Wo Liriope pflanzen?
Die leicht zu kultivierende und sehr winterharte (über -15 °C) Lilientraube gedeiht überall in Deutschland. Ist sie gut eingewachsen, verträgt sie auch Trockenheit. Sie kommt mit jedem Boden zurecht, bevorzugt jedoch einen fruchtbaren, durchlässigen, eher frischen, nicht zu kalkhaltigen und sauren Boden. Der Boden muss gut drainiert sein, besonders im Winter, da ihre Wurzeln unter Staunässe leiden.
Die Lilientraube ist eine Schatten- und Halbschattenstaude, verträgt aber auch milde Sonne, sofern der Boden frisch bleibt.
Die Lilientraube ist der perfekte Bodendecker für schattige Gartenbereiche und bringt Leichtigkeit und Helligkeit. Sie ist vielseitig einsetzbar und passt in viele Situationen. Sie gedeiht in einem frischen Beet, im Steingarten oder im Unterholz am Fuß von Bäumen, wo sonst nichts wächst. Auch in wenig gemähten Wiesen oder in japanisch inspirierten Gärten findet sie ihren Platz. Sie bringt jeden Gartenbereich, auch Balkone, zum Blühen. Ihr dichter Wurzelstock stabilisiert außerdem den Boden an Böschungen und Hängen und mindert den Oberflächenabfluss.
Sie lässt sich überall zwischen bereits etablierten Pflanzen einsetzen und füllt Lücken im Beet. Mit der Zeit breitet sie sich langsam aus und bildet große Laubflächen: In schwer zugänglichen Schattenbereichen des Gartens ist sie eine ausgezeichnete Alternative zum Rasen und erspart Ihnen das Unkrautjäten.
Wann Liriope pflanzen?
Pflanzen Sie die Lilientraube im Frühjahr von März bis Juni, um ihre schöne Sommerblüte zu genießen, oder im Frühherbst.
Wie Liriope pflanzen?
Im Freiland
Bei kalkhaltigem Boden arbeiten Sie Moorbeeterde oder Kompost ein. Pflanzen Sie die Lilientraube in lockeren Gruppen oder in Gruppen von 7 bis 8 Pflanzen pro m² mit 30 bis 60 cm Abstand, um ganzjährig einen dekorativen Bodendeckereffekt zu erzielen. In sehr lehmigen Böden mischen Sie groben Sand oder Kies unter, um die Drainage zu verbessern.
- Heben Sie ein zwei- bis dreimal breiteres Pflanzloch als der Wurzelballen aus
- Mischen Sie den Aushub mit Kompost
- Setzen Sie den Wurzelballen ein und füllen Sie das Loch auf
- Drücken Sie die Erde leicht an
- Gießen Sie reichlich
Im Topf
Sorgen Sie für eine gute Drainage, damit keine Staunässe an den Wurzeln entsteht.
- Geben Sie eine ausreichend dicke Drainageschicht aus Kies oder Blähton auf den Gefäßboden
- Pflanzen Sie in eine Mischung aus gewöhnlicher Blumenerde, Gartenerde, Moorbeeterde und einem Drittel grobem Sand
- Gießen Sie reichlich

Einige Lilientrauben haben panaschiertes Laub … entdecken Sie die herrliche Sorte ‚Gold Banded‘!
Lesen Sie auch
10 Pflanzen für einen Schatten-SteingartenLilientraube: Anbau und Pflege
Einmal etabliert, benötigt die Lilientraube kaum Pflege. Im ersten Jahr regelmäßig, aber sparsam gießen, bis sie gut eingewachsen ist. Danach muss sie nicht mehr gegossen werden, da sie Trockenheit gut verträgt. Bei einem sonnigen Standort benötigt sie mehr Wasser.
Im Sommer in besonders trockenen, heißen Regionen ein- bis zweimal monatlich sowie bei anhaltender Trockenheit gießen.
Bei Topfkultur das Substrat zwischen den Wassergaben oberflächlich abtrocknen lassen und die Wassergaben im Winter fast vollständig einstellen.
Im Herbst, spätestens vor der Blüte, gegebenenfalls etwas reifen Kompost durch leichtes Einharken rund um die Horste ausbringen.
Die Lilientraube benötigt keinen Rückschnitt: Verblühte Ähren einfach entfernen.
Im zeitigen Frühjahr vergilbte, trockene und beschädigte Blätter entfernen und die Horste säubern, damit sie gepflegt aussehen.
Die Lilientraube ist stets gesund und wird selten von Krankheiten oder Schädlingen bedroht. Im Frühjahr können jedoch Schnecken ihr junges Laub anfressen. Unsere Tipps zur natürlichen Schneckenabwehr oder zum Bau von Fallen finden Sie hier!
Vermehrung
Die schnellste und sicherste Methode zur Vermehrung der Lilientraube bleibt die Teilung der Horste im Frühjahr bei gut eingewachsenen Pflanzen.
- Graben Sie einige Horste von Hand oder mit einem Spaten aus und heben Sie sie an, um gut belaubte Teilstücke abzunehmen
- Pflanzen Sie die entnommenen Teilstücke sofort in gut vorbereiteten, mit Kompost angereicherten Boden
Lilientraube im Garten kombinieren
Die Lilientraube ist eine dezente, aber elegante Pflanze, die sich vielseitig einsetzen lässt und dem Garten Leichtigkeit verleiht. Sie bedeckt vernachlässigte Schattenbereiche im Garten langsam. In pflegeleichten Gärten ist sie unverzichtbar: Dort bildet sie zu jeder Jahreszeit immergrüne Blätterteppiche, ohne Aufmerksamkeit oder Bewässerung zu benötigen. Mit ihrer pastellfarbenen Blüte gedeiht sie in vielen Situationen – als blühender Teppich, am Waldrand unter Bäumen, locker im Rasen, zur Begrünung eines Wegsaums oder eines schattigen Steingartens oder auch in japanischen Gärten rund um den Fuß eines Fächer-Ahorns.

Ein Beispiel für eine Kombination: Liriope muscari (zum Beispiel die Sorte ‚Ingwersen‘), Heuchera ‚Amethyst Mist‘, Dryopteris erythrosora unter dem Blätterdach einer Callicarpa bodinieri ‚Profusion‘
Inmitten eines Beets aus Moorbeetpflanzen in Gesellschaft der Englischen Heide schmückt sie auch den Fuß von Hortensien, Alpenrosen und Magnolien.
Dieser unverzichtbare Bodendecker bringt Licht in die gedämpften, frischen Bereiche eines Schattengartens, an der Seite von kleinen Frühlingszwiebeln (Träubel, Schneeglöckchen, botanische Narzissen …).
Im Unterholz oder Steingarten fügt sie sich natürlich in andere Bodendecker für den Schatten ein, etwa Funkien, Dickmännchen, Geranium macrorhizum ‚Olympos‘, Hepatica nobilis ‚Red Forest‘, Bergenien, Elfenblumen, Vinca minor und Purpurglöckchen, die ebenso pflegeleicht sind und dieselben Kulturbedingungen vertragen.
Nützliche Ressourcen
- Unsere Tipps zum Anbau der Lilientraube im Topf
- Was unter Bäumen pflanzen?
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