Lungenkraut, Großes Lungenkraut: pflanzen und pflegen
Inhaltsverzeichnis
Lungenkraut kurz erklärt
- Lungenkräuter sind krautige Stauden mit üppigem, silbrigweiß gesprenkeltem, lungenbläschenähnlichem Laub, teils ganz silbern, und weich oder rau behaart.
- Sie zählen zu den ersten Frühlingsboten: hängende, trichterförmige Blütentrauben leuchten je nach Kultivar blaurosa bis violett, rot oder weiß.
- Pulmonaria bilden elegante, helle Bodendecker für schattige bis halbschattige Standorte. Sie sind anspruchslos und gedeihen auch in magerem, kalkhaltigem Boden, etwa unter Nadelgehölzen, am liebsten frisch.
- Die sehr winterharte, sommergrüne oder immergrüne Pflanze ist essbar und heilkräftig. Sie passt in naturnahe Unterholzbereiche sowie in Beete mit Sträuchern oder Schattenstauden.
Das Wort unserer Expertin
Lungenkraut ist ein winterharter Bodendecker für Schatten und trockenen, mageren Boden. Silberfleckige Blätter und Blüten von März bis Juni.
Beschreibung und Botanik
Steckbrief
- Lateinischer Name Pulmonaria
- Familie Boraginaceae
- Gebräuchlicher Name Lungenkraut
- Blüte März bis Juni
- Höhe 0,25 bis 0,40 m
- Exposition Halbschatten bis Schatten (Sonne)
- Art des Bodens jeder lockere, eher frische Boden, auch kalkhaltig
- Winterhärte ausgezeichnet (-20 °C)
Die Gattung Pulmonaria umfasst etwa 14 rhizomatöse Staudenarten, die mit Vergissmeinnicht, Beinwell, Brunnera und auch Borretsch (einjährig) verwandt sind. Sie stammen aus den europäischen Gebirgen wie den Alpen, besiedeln aber auch Unterholz und feuchte Wiesen in ganz Eurasien. Daher sind sie gegenüber dem Standort recht anspruchslos, auch wenn sie vor allem zur Bodenbedeckung wenig beleuchteter Bereiche verwendet werden. Ihre Winterhärte und geringen Ansprüche machen sie besonders geeignet für schwer zu bepflanzende Stellen wie den Fuß eines Baumes oder einer nach Norden ausgerichteten Mauer. Sie benötigen zur Blütezeit einen frischen Boden, die bei den frühesten Arten bereits im zeitigen Frühjahr beginnt, wenn die Bäume noch unbelaubt sind, was kaum problematisch ist. Das Laub bleibt je nach den folgenden Feuchtigkeitsbedingungen unterschiedlich lange erhalten. Sie können sowohl ein Nadelwald-Unterholz mit saurem, nährstoffarmem Boden als auch einen frischen, schweren und kalkhaltigen Boden besiedeln. Das Laub der Lungenkräuter ist umso üppiger, je feuchter, frischer und humusreicher der Boden ist, doch sie vertragen die sommerliche Trockenheit im Unterholz gut.
Lungenkräuter besitzen einen ausläuferbildenden, rhizomatösen Wurzelstock, mit dem sie sich rasch ausbreiten und ein Netz aus Rosetten mit immergrünen oder sommergrünen Blättern bilden. Die ganzrandigen Blätter mit glatten Rändern sind meist stark flaumig behaart, wie auch die übrige Pflanze. Die Haare können jedoch wie bei Pulmonaria officinalis und Pulmonaria longifolia rau oder wie bei Pulmonaria rubra seidig sein. Einige Hybriden haben ihre Behaarung verloren, etwa Pulmonaria ‘Blue Ensign’. Die Blattspreite ist oval bis lanzettlich (an der Spitze zugespitzt und an der Basis plötzlich verschmälert) und misst beim Echten Lungenkraut 10 bis 15 cm, bei Pulmonaria longifolia bis zu 50 cm.

Pulmonaria officinalis – botanische Illustration
Die großen, stängelumfassenden Blätter stehen in einer grundständigen Rosette, während kleine, ungestielte Blätter die Stängel mit wechselständiger Anordnung schmücken. Die dunkelgrüne Blattspreite ist oft gesprenkelt (P.officinalis) oder bei P. saccharata (Geflecktes Lungenkraut) silbrigweiß bestäubt. Die Zeichnungen unterscheiden sich je nach Sorte, Alter der Blätter und Jahreszeit. Meist sind die Flecken im Frühjahr, wenn neue Blätter erscheinen, und nach der Blüte am ausgeprägtesten. Bei manchen Blättern bedecken sie schließlich die gesamte Oberfläche, etwa bei P. saccharata ‘Silverado’. Die Horste entwickeln sich vor allem nach der Blüte und bilden neue Rosetten, die den Bestand vergrößern.
Die kantigen Blütenstängel, die an der Spitze stark behaart und verzweigt sind, tragen kurze endständige Trauben aus Glöckchen mit einigen kleinen Hochblättern (umgewandelten Blättern) zwischen März und Juni, je nach Art. In jedem Fall dauert die Blüte problemlos 2 bis 3 Monate. Die Blüten der Boraginaceae besitzen 5 verwachsene Blütenblätter, die eine 5 bis 10 mm lange, sich trichterförmig weitende Röhre bilden. Auch der Kelch ist röhrenförmig und mit 5 Lappen versehen. Die Farbe der Blütenkrone von Lungenkräutern wandelt sich oft von purpurrosa über Blau zu Violett. Sie kann jedoch auch einfarbig bleiben: reinweiß bei P. officinalis ‘Sissinghurst White’, rot bei P. rubra und marineblau bei Pulmonaria ‘Blue Ensign’. P. saccharata ‘Pierre’s Pure Pink’ bietet dagegen eine sehr romantische Farbpalette aus lachsrosa und pastellrosa Blütenständen. Der behaarte Schlund der Lungenkrautblüten enthält 5 nicht hervorstehende Staubblätter und 1 einfachen Griffel, der an der Basis von 4 Fruchtblättern verlängert wird. Die Blüte lockt viele Bienen an, die sich zu Beginn des Frühjahrs nur schwer mit Nahrung versorgen können.
Die Frucht besteht aus 4 glatten Nüsschen, kleinen Nüssen, bei denen es sich tatsächlich um verwachsene Achänen handelt. Sie verbleiben nach dem Abfallen der Blütenkrone am Grund des ausdauernden Kelchs.

Einige Blüten von Lungenkräutern: ‚Diana Clare‘, ‚Leopard‘ und ‚Opal‘

Einige Blätter von Lungenkräutern: ‚Diane Clare‘, Pulmonaria officinalis und Pulmonaria ‚Majesté‘
Die wichtigsten Sorten des Großen Lungenkrauts
Sorten in klassischem Rosa und Blau
[produkt sku=“80985″ blog_description=“Dieses hybride Lungenkraut bildet lange, silbrig glänzende Blätter und einen funkelnden Teppich, der fast ganzjährig attraktiv bleibt. Im späten Frühjahr erscheinen leichte Trauben kleiner kobaltblauer Blüten, die kräftig rosa abblühen.“ template=“listing1″ /]
[produkt sku=“87001″ blog_description=“Besonders wüchsige Unterart des Lungenkrauts mit guter Hitze- und Mehltauverträglichkeit. Die rhizomatöse Pflanze bildet einen 50–60 cm hohen, buschigen Teppich mit Blütenbüscheln, die von Rot über Rosa und Blau bis Violett wechseln.“ template=“listing1″ /]
Sorten in außergewöhnlichen Farben
[produkt sku=“8461″ blog_description=“Weiße Form des Echten Lungenkrauts mit früher, reinweißer Blüte, die nicht rosa nachdunkelt. Besonders zart wirkt sie auf den großen, silber gefleckten, immergrünen Blättern.“ template=“listing1″ /]
[produkt sku=“80986″ blog_description=“Botanische Art mit ungewöhnlicher Blütenfarbe: besonders leuchtend rotrosa Glöckchen über immergrünem, frischgrünem, samtigem Laub.“ template=“listing1″ /]
[produkt sku=“77161″ blog_description=“Einfarbige Hybridsorte mit intensiv marineblauer Blüte und sommergrünem, dunkelgrünem, fast kahlem Laub.“ template=“listing1″ /]
[produkt sku=“7370″ blog_description=“Wunderschönes, silbrig marmoriertes, dunkelgrünes Laub begleitet von leuchtend rosa Blüten. Benötigt frischen Boden.“ template=“listing1″ /]
[produkt sku=“7716″ blog_description=“Im Frühjahr fast vollständig silbern gefleckte Blätter mit grünen Blattadern rahmen eine frühe, tiefblaue Blüte ein. Im Sommer färbt sich das Laub grün und bleibt silbern gefleckt.“ template=“listing1″ /]
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Pflanzung
Wo pflanzt man Lungenkraut?
Lungenkraut ist ein hervorragender Bodendecker für kühle Regionen und verträgt leicht -20 °C (P. officinalis, rubra und longifolia), montane Arten wie saccharata und vallarsae sogar bis -40 °C. Es fürchtet vor allem Hitze und Trockenheit, die Pilzkrankheiten wie Mehltau begünstigen. Lungenkraut bevorzugt lichte Laubwälder: Dort erhält es vor dem Austrieb der Bäume genügend Licht zur Blüte und findet die nötige Frühjahrsfeuchte. Da es meist früh blüht, gedeiht es auch im Schatten am Fuß von Sträuchern am Beetrand oder sogar im dichten Schatten unter Nadelgehölzen, allerdings mit weniger Blüten.
Alle Arten mögen einen frischen, humusreichen, aber gut drainierenden Boden, wie er in einem lichten Unterholz häufig vorkommt: Der Humus aus Falllaub versorgt die Pflanzen, während Baumwurzeln überschüssiges Wasser ableiten. Auch Kalk sowie schwere, lehmige, nicht staunasse Böden werden gut vertragen.
Wann pflanzen?
Pflanzen Sie Lungenkraut vorzugsweise im Herbst, im Oktober oder November, oder im Februar und März.
Wie pflanzen?
Halten Sie einen Pflanzabstand von 30 bis 40 cm ein, damit der Boden rasch bedeckt wird. Lungenkraut ist sehr pflegeleicht, wenn es gut eingepflanzt wird.
So pflanzen Sie Lungenkraut:
- Stellen Sie die Töpfe in einen Eimer Wasser, bis die Wurzelballen gut durchfeuchtet sind.
- Graben Sie Pflanzlöcher zwischen den Baumwurzeln und geben Sie guten Kompost hinein. Alternativ bearbeiten Sie die gesamte Fläche und verteilen Kompost.
- Pflanzen Sie Lungenkraut nicht in ein neu angelegtes Staudenbeet, da es andere Pflanzen überwuchern kann. Kombinieren Sie es stattdessen mit robusten Stauden wie Funkie, Beinwell oder Immergrün.
- Geben Sie bei sandigem Boden etwas Hornspäne hinzu.
- Setzen Sie die Pflanze in das Pflanzloch.
- Füllen Sie die Erde wieder ein und drücken Sie sie leicht an.
- Gießen Sie reichlich.

Teppich aus Lungenkraut
Pflege
Lungenkraut: Nach dem Anwachsen pflegeleicht, im ersten Jahr gießen. Trockenheit fördert Mehltau, Regen Schneckenfraß. Alle 3–5 Jahre teilen hält es vital.
Vermehrung: Aussaat, Teilung
Die einfachste Vermehrung erfolgt bei Kultivaren durch Teilung der Horste im Herbst oder nach der Blüte, bei Wildarten lässt sich das Lungenkraut dagegen nach Belieben aussamen. Wurzelstecklinge können im Gewächshaus gezogen werden, erfordern aber etwas mehr Pflege.
Horstteilung
- Lockern Sie die Erde rund um den Horst;
- Trennen Sie das Rhizom mit einem scharfen Spaten oder einer Gartenschere durch, um die neuen Rosetten von der Mutterpflanze abzuteilen;
- Pflanzen Sie sie sofort ins Freiland oder in einen großen Topf mit humusreicher Erde;
- Setzen Sie die Pflanzen im Frühjahr ins Freiland.
Aussaat
- Entnehmen Sie im Frühjahr die natürlichen Sämlinge, sobald die Samen gekeimt sind;
- oder säen Sie im Sommer gesammelte Samen ab Herbst in einen Topf;
- Lassen Sie den Topf draußen stehen und warten Sie auf die Keimung, die erst im Frühjahr erfolgt.
- Pflanzen Sie sie im folgenden Herbst ins Freiland.
Verwendung und Kombinationen
Als winterharte Staude eignet sich dieses Lungenkraut besonders als Bodendecker, zumal das Laub an geschützten Standorten oft den Winter über bestehen bleibt. Verwenden Sie Lungenkraut, um im Frühjahr unter Bäumen und Sträuchern, entlang nach Norden oder Osten ausgerichteter Fassaden und Wege sowie am Fuß schattiger Mauern für einen funkelnden, farbenfrohen Akzent zu sorgen.

Eine Pflanzidee: Cornus alba ‚Baton Rouge‘ (oder ein anderer Hartriegel mit farbigem Holz), Epimedium rubrum, rote Lenzrose, Pulmonaria ‚Blue Ensign‘ und Euphorbia amygdaloïdes ‚Purpurea‘
Das Lungenkraut ist in kühlem Klima ebenso robust wie Beinwell (Symphytum caucasicum), Großes Immergrün (Vinca major) oder Efeu (Hedera). Kombinieren Sie Ihr Beet mit später blühenden Bodendeckern wie Brunnera, Waldsteinia ternata oder dem Storchschnabel Geranium nodosum.
Pflanzen Sie es ruhig rund um Funkien, Primeln, kleinwüchsige Astilben und Sterndolden. Sie können einen Lungenkrautteppich auch mit Frühlingszwiebeln ergänzen, die sich einbürgern, etwa Muscari latifolium, Bär-Lauch (Allium ursinum) oder Anemone sylvestris. Für eine besonders elegante Wirkung sorgt die einfache schwarze Tulpe ‚Reine de la Nuit‘.
Denken Sie daran, dass Lungenkraut Schattenbeete wirkungsvoll schmückt und sogar unter Nadelgehölzen wächst!
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