Maiapfel pflanzen, kultivieren und pflegen

Maiapfel pflanzen, kultivieren und pflegen

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 16. Oktober 2025  durch Alexandra 10 min.

Maiapfel kurz erklärt

  • Der Maiapfel bietet überraschendes Laub, oft mit dunkelgrünen, braunen oder purpurfarbenen Flecken
  • Diese Schattenstaude eignet sich ideal als Bodendecker im Unterholz
  • Im Frühjahr bezaubert er mit einer hübschen Blüte, gefolgt von eiförmigen, grünen, gelben oder roten Früchten
  • Eine seltene und ungewöhnliche, noch zu wenig kultivierte Pflanze
  • Trotz seines exotischen Aussehens ist er gut winterhart!
Schwierigkeit

Wort unserer Expertin

Podophyllum: exotischer, winterharter Bodendecker für den Unterholzbereich mit dekorativem Blatt, Blüte und Früchten; langsam wachsend, langlebig.

Botanisch

Steckbrief

  • Gebräuchlicher Name Maiapfel, Maiapfel
  • Blüte Mai–Juni
  • Höhe bis 50 cm
  • Exposition Schatten, Halbschatten
  • Art des Bodens nährstoffreich, humusreich, frisch und drainierend
  • Winterhärte zwischen –15 und –20 °C

Der Maiapfel ist eine rhizombildende Staude, die im Unterholz Kolonien bildet. Er wird für sein originelles, oft hübsch gefärbtes Laub geschätzt. Podophyllum peltatum stammt aus den USA und Kanada, wo es in Laubwäldern, manchmal am Waldrand und an Flussufern wächst. Die anderen Arten kommen hauptsächlich in Asien (China, Taiwan, Indien …) vor und wachsen dort in Bergwäldern, was vermutlich ihre gute Winterhärte erklärt.

Podophyllum weist bei Blattformen und -farben innerhalb einer Art eine große Variabilität auf, abhängig vom Wurzelstock und Alter der Pflanze. Podophyllum delavayi hat mehrere überraschende Sorten mit hübsch panaschierten Blättern hervorgebracht, etwa ‘Spotty Dotty’ oder ‘Kaleidoscope’.

Im Allgemeinen gelten neun Podophyllum-Arten, doch nach den neuesten Klassifikationen wird nur noch eine anerkannt: Podophyllum peltatum. Die anderen Arten wurden den Gattungen Dysosma und Sinopodophyllum zugeordnet.

Botanische Illustration des Maiapfels

Podophyllum peltatum: botanische Illustration

Der Name Podophyllum stammt aus dem Griechischen podos: Fuß, und phyllon: Blatt. Er bezieht sich auf die Blattform mancher Arten, die an Fußabdrücke erinnert. Der Maiapfel wird wegen seiner dekorativen Früchte manchmal auch „Mayapple“ genannt (englisch may apple).

Der Maiapfel gehört zur Familie der Berberitzengewächse. Zu dieser Familie gehört die Gattung Berberis, ebenso wie weitere Zierpflanzen wie Elfenblume, Stachellose Mahonie und Himmelsbambus.

Der Maiapfel braucht zwar einige Zeit zum Einwachsen und wächst langsam, ist aber sehr langlebig! Er breitet sich allmählich zu einem hübschen Bodendecker aus, ähnlich wie das Schaublatt. Die Art Rodgersia podophylla wurde übrigens nach dem Maiapfel benannt!

Der Maiapfel breitet sich dank seiner flachen, ausläuferbildenden und verzweigten Rhizome aus. Aus dem Boden wachsen sehr aufrechte Stängel, an deren Spitze Blätter sitzen, die wie ein Schirm geformt sind und eine Höhe von 40 bis 50 cm erreichen.

Im Frühjahr ähneln die austreibenden Podophyllum etwas einer Pilzkolonie: Dicke, sehr aufrechte Stängel wachsen direkt aus dem Boden und tragen ein eingerolltes Blatt, das an einen Hut erinnert. Besonders deutlich zeigt sich dies bei Podophyllum peltatum: Zu Beginn der Saison ist sein Laub braun und eingerollt, dann entfaltet es sich schirmförmig und nimmt eine schöne grüne Färbung an!

Der Maiapfel besticht durch sein einzigartiges Laub! Einige Sorten wirken mit ihren unregelmäßigen purpurbraunen Flecken geradezu monströs, etwa Podophyllum ‘Spotty Dotty’ oder Podophyllum difforme. Die großen, handförmigen Blätter sind 15 bis 35 cm breit und in fünf bis neun Lappen geteilt. Jeder Stängel trägt nur ein oder zwei schirmartige Blätter. Die Blätter von Podophyllum peltatum sind tief geteilt, während die von Podophyllum pleianthum eher ungeteilt, sechseckig oder sternförmig sind. Ihre Form erinnert etwas an Frauenmantelblätter.

Keine Sorge, wenn das Laub im Sommer vertrocknet und verschwindet! Die Pflanze passt sich so an Trockenheit an: Sie geht in Dormanz, um Energie zu sparen, und treibt erst im folgenden Frühjahr wieder aus!

Das Laub des Maiapfels

Das originelle Laub des Maiapfels! Hier Podophyllum peltatum (Fotos: Andrew Cannizzaro / Katja Schulz) und Podophyllum ‚Spotty Dotty‘ (Foto: peganum)

Die Blüte des Maiapfels ist unscheinbar und sehr bescheiden! Sie erscheint im Frühjahr, im Mai und Juni, an mindestens drei Jahre alten Pflanzen. Mit Ausnahme von Podophyllum hexandrum verbergen sich die Blüten der anderen Arten unter dem Laub! Sie sitzen nahe am Stängel, an der Verzweigung zwischen den Blättern. Sie können einzeln stehen oder wie bei Podophyllum pleianthum in Trauben erscheinen. Die schalenförmigen Blüten sind 4 bis 5 cm breit und bestehen aus sechs bis neun Blütenblättern, die von sechs Kelchblättern umgeben sind. Im Blütenzentrum finden sich meist zwölf Staubblätter, manchmal bis zu 20.

Podophyllum peltatum und P. hexandrum bilden wunderschöne weiße Blüten, die sehr elegant wirken! Sie sind weit geöffnet und zeigen die gelben Staubblätter in der Mitte. Die Blüten von Podophyllum delavayi und P. pleianthum sind deutlich überraschender: Ihre länglichen, hängenden Blütenblätter sind dunkelrot.

Nach der Blüte bildet der Maiapfel überraschende eiförmige Früchte (eine weitere Besonderheit dieser Pflanze!), die rot, hellgrün oder gelb sein können. Ihnen verdankt er seinen Namen Maiapfel (mayapple) – obwohl sie im Sommer und nicht im Mai erscheinen! Die 4 bis 5 cm langen Früchte enthalten Samen. In der Natur werden sie von Wildtieren (kleinen Säugetieren, Vögeln …) gefressen, die so die Samen verbreiten.

Die Blüten und Früchte des Maiapfels

Die Blüten von Podophyllum hexandrum (Foto: Meneerke bloem) und Podophyllum ‚Spotty Dotty‘ sowie die roten Früchte von P. hexandrum (Foto: Andy king50)

Die wichtigsten Maiapfel-Sorten

Podophyllum peltatum - Maiapfel

Podophyllum peltatum - Maiapfel

Dieser aus Nordamerika stammende Maiapfel trägt prächtige, tief eingeschnittene, schirmförmige Blätter. Er bildet im Unterholz einen natürlichen Teppich und ziert sich mit zarten weißen Blüten.
  • Blütezeit Juni, Juli
  • Höhe bei Reife 40 cm
Podophyllum Spotty Dotty - Maiapfel

Podophyllum Spotty Dotty - Maiapfel

Diese Sorte überrascht mit originellem Laub: sternförmige, hellgrüne Blätter mit dunkelgrün-braunen Flecken. Dazu kleine, dunkelrote, nickende Glockenblüten. Sie wächst besonders schnell.
  • Blütezeit Juni, Juli
  • Höhe bei Reife 40 cm
Podophyllum hexandrum - Himalaya-Maiapfel

Podophyllum hexandrum - Himalaya-Maiapfel

Der Himalaya-Maiapfel trägt dunkelgrüne, braun gefleckte Blätter. Zarte, weißrosa Schalenblüten erscheinen über dem Laub und sind dadurch besser sichtbar als bei anderen Sorten.
  • Blütezeit Juni, Juli
  • Höhe bei Reife 50 cm

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Pflanzung

Wo pflanzen?

Da der Maiapfel nicht gerne verpflanzt wird, ist die Wahl des richtigen Standorts besonders wichtig! Er ist eine Unterholzpflanze und fühlt sich daher im Schatten wohl, ob dicht oder halbschattig. Direkte Sonne kann das Laub verbrennen oder verblassen lassen, während die Blätter im Schatten deutlich besser zur Geltung kommen. Außerdem verträgt der Podophyllum peltatum Wurzelkonkurrenz sehr gut. Er kann problemlos unter Bäumen und Sträuchern gepflanzt werden!

Die meisten Maiapfel-Arten bevorzugen humusreiche, organisch nährstoffreiche Böden. Der Podophyllum peltatum verträgt trockenen Schatten, während asiatische Arten frische Böden bevorzugen und sich für die Pflanzung am Teichrand eignen. In nährstoffreichem Boden entwickelt der Maiapfel einen beeindruckenden Wuchs, während die Blätter in kargem Boden kleiner bleiben. Unter guten Kulturbedingungen kann sich der Maiapfel spontan aussäen und einbürgern. Beim pH-Wert bevorzugt der Maiapfel saure oder neutrale Böden.

Vermeiden Sie einen Standort am Beetrand oder im Beet, da die Blätter im Hochsommer einziehen und dadurch eine schwer zu schließende Lücke entstehen kann. Pflanzen Sie den Maiapfel besser im Unterholz, wo er einen üppigen Bodendecker bilden kann. Er eignet sich ideal für einen naturnahen, wenig betretenen Gartenbereich.

Wann pflanzen?

Pflanzen Sie den Maiapfel im Frühjahr, etwa im April, oder im Herbst, zwischen September und November.

Wie pflanzen?

Da der Maiapfel langsam wächst, erzielen Sie eine schönere Wirkung, wenn Sie mehrere Jungpflanzen gleichzeitig setzen, statt ihn einzeln zu pflanzen.

  1. Heben Sie ein Pflanzloch aus, das mindestens doppelt so groß wie der Wurzelballen ist.
  2. Arbeiten Sie gut verrotteten Kompost ein, um den Boden anzureichern.
  3. Nehmen Sie den Maiapfel aus dem Topf und setzen Sie ihn in das Pflanzloch.
  4. Füllen Sie rundherum Erde ein und drücken Sie sie leicht an.
  5. Gießen Sie reichlich.
  6. Bringen Sie nach Möglichkeit eine Mulchschicht aus, zum Beispiel aus Laub, Flachsstroh oder Holzhäckseln (BRF).

Gießen Sie in den folgenden Wochen nach der Pflanzung weiterhin regelmäßig.

Der Maiapfel kann auch im Topf kultiviert werden, entwickelt sich jedoch im Freiland deutlich besser.

Maiapfel-Arten brauchen lange, bis sie gut eingewachsen sind und sich entwickeln. Verzweifeln Sie nicht, wenn Ihr Maiapfel im ersten Jahr nur ein einziges Blatt hervorbringt – das ist völlig normal! Sie können jedoch mehrere Jungpflanzen zusammensetzen, um schneller eine buschige Wirkung zu erzielen. Außerdem müssen Sie drei bis vier Jahre warten, bis Ihre Maiäpfel zu blühen beginnen!

Blüte und Blätter des Maiapfels

Podophyllum peltatum (Foto: Anthony Sokolik)

Pflege

Im ersten Jahr, besonders im Frühjahr und Sommer, sollte der Boden frisch bleiben. Bei Trockenheit gießen, vorzugsweise mit Regenwasser statt Leitungswasser. Ab Mitte des Sommers, wenn die Pflanze in die Dormanz eintritt, sollte der Boden eher trocken sein, damit die Wurzeln nicht faulen.

Wir empfehlen, jährlich etwas gut verrotteten Kompost auszubringen, um den Boden anzureichern, und die Mulchschicht gelegentlich zu erneuern. Verwenden Sie Laub oder BRF und bringen Sie es einige Zentimeter dick aus.

Da sich Podophyllum nur langsam etablieren, sollten Sie sie während der Kultur besser nicht verpflanzen oder umsetzen, da dies ihre Entwicklung stören kann!

Podophyllum werden regelmäßig von Schnecken befallen, die besonders im Frühjahr die zarten jungen Blätter mögen. Sie können Eierschalen oder Asche rund um die Pflanzen ausbringen, um eine Barriere zu schaffen, oder eine Schneckenfalle bauen. Weitere Informationen zu natürlichen Methoden gegen Schnecken finden Sie in unserem Ratgeber.

Vermehrung

Die beste Methode zur Vermehrung des Maiapfels ist die Teilung! Allerdings sollten Sie warten, bis die Pflanze mindestens 6 oder 7 Jahre alt ist. Sie können die Samen nach der Ernte der Früchte aussäen, doch diese Methode dauert länger und liefert unzuverlässige Ergebnisse. Außerdem kann die Aussaat bei einer Zuchtsorte eine Jungpflanze hervorbringen, die sich von der Mutterpflanze unterscheidet.

Rhizomteilung

Der ideale Zeitpunkt für die Teilung des Maiapfels ist der Spätsommer, etwa im September.

  1. Wählen Sie eine große, gut entwickelte Pflanze, die seit mindestens sechs Jahren am selben Standort wächst.
  2. Graben Sie das Rhizom großzügig aus.
  3. Teilen Sie das Rhizom in mehrere Stücke, die jeweils mindestens eine Knospe tragen müssen. Einen Teil können Sie an Ort und Stelle belassen, damit der Maiapfel dort weiterwächst, und die anderen Stücke umpflanzen.
  4. Bereiten Sie den Boden vor und pflanzen Sie die Rhizomstücke ein.
  5. Gießen Sie reichlich.

Kombination

Kombinieren Sie Podophyllum mit anderen Unterholzpflanzen zu einer besonders natürlichen Szenerie. Wir empfehlen besonders P. peltatum mit seinem zarten, grünen Laub. Zudem verträgt es Wurzelkonkurrenz sehr gut und begrünt den Fuß von Bäumen und Sträuchern auf attraktive Weise. Sie können es mit Farn, Großblättrigem Kaukasusvergissmeinnicht, Weißwurz, Lerchensporn oder Funkie pflanzen. Entdecken Sie auch die Wachsglocke, eine Staude mit üppigem Laub und zarten gelben Blüten. Nutzen Sie das besonders feine Laub der Stachellosen Mahonie ‘Soft Caress’, deren schmale Fiederblättchen einen schönen Kontrast zu den großen Blättern von Podophyllum bilden!

Unterholzgarten mit Aruncus, Podophyllum, Mahonie ...

Integrieren Sie Podophyllum in einen naturnahen Unterholzgarten. Aruncus dioicus, Podophyllum peltatum (Foto: Valis55), Mahonie ‘Soft Caress’, Aegopodium podagraria ‘Variegata’ und Athyrium filix-femina ‘Lady in Red’

Setzen Sie auf Blüten, die im Unterholz für mehr Helligkeit sorgen. Besonders empfehlen wir Astilbe, Goldkolben und Kopfige Schlüsselblume … Auch der Aruncus dioicus oder Geißbart ist mit seiner weißen, federartigen Blüte interessant und bringt viel Helligkeit in schattige Bereiche. Freuen Sie sich auch an den zarten weißen Dolden des Aegopodium podagraria!

Sie können Podophyllum ‘Spotty Dotty’ mit anderem außergewöhnlichem Laub kombinieren. Denken Sie etwa an Purpurglöckchen und Funkien, die Farne Coniogramme emeiensis und Athyrium filix-femina ‘Frizelliae’ sowie Farfugium japonicum ‘Crispata’ mit seinen großen, am Rand der Blattspreite gewellten Blättern. Zudem verstärken diese besonderen Pflanzen die exotische und üppige Wirkung von Podophyllum! Gestalten Sie ruhig eine Gartenecke mit botanischen Raritäten, also ungewöhnlichen Pflanzen, die mit ihrem Laub oder ihren Blüten überraschen! Nutzen Sie beispielsweise Arisaema: Die eigenartige Blüte erinnert an einen Schlangenkopf, während das dekorative, tief eingeschnittene Laub begeistert.

Nützliche Ressourcen

 

Häufig gestellte Fragen

  • Warum blüht mein Maiapfel nicht?

    Noch zu jung? Warten Sie mindestens drei Jahre bis zur Blüte! Sie ist dezent und oft im Laub verborgen. Für sichtbare Blüten: Himalaya-Maiapfel.

  • Kann ich den Maiapfel umpflanzen?

    Umpflanzen möglichst vermeiden. Bei Sonne oder trockenem Boden im Spätsommer/Frühherbst versetzen und das Wurzelsystem schonen. Die Eingewöhnung dauert.

  • Maiapfel: Blätter löchrig und angeknabbert!

    Wahrscheinlich sind Schnecken schuld: Sie fressen junge Maiapfel-Blätter. Streuen Sie Asche oder Sand um die Pflanzen oder stellen Sie eine Schneckenfalle auf.

  • Blätter vertrocknen: warum?

    Im Hochsommer normal: Die Pflanze geht in Dormanz und treibt im Frühjahr wieder aus. Im Frühjahr/Frühsommer: Maiapfel schattig, Boden frisch halten.

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