Mondsichelfarn: Pflanzen, Pflege et Kultivierung
Inhaltsverzeichnis
Mondsichelfarn kurz erklärt
- Der Mondsichelfarn ist selten, mit dunkelgrünen, glänzenden Wedeln
- Seine Wedel bleiben meist immergrün
- Sie sind ungewöhnlich, mit sichelförmigen Fiederblättchen, und ähneln dem Laub der Beales Mahonie
- Der Mondsichelfarn gedeiht im Schatten, im Unterholz oder im schattigen Steingarten
- Er ist anspruchslos und leicht zu kultivieren!
Das Wort unserer Expertin
Mondsichelfarn sind prächtige Farne, die schöne, ausladende Horste mit weit ausladenden, bogig überhängenden Wedeln bilden. Diese sind groß, dunkelgrün und oft glänzend. Ihre ungewöhnlich geteilten Fiedern sind an der Basis breit und laufen an der Spitze schmal aus. Die bekanntesten Arten sind Cyrtomium falcatum und Cyrtomium fortunei, die auch in Frankreich wild vorkommen. Außerdem gibt es einige Sorten, die sich durch die Färbung ihrer Wedel oder die Form ihrer Fiedern unterscheiden. Mondsichelfarn ist halbimmergrün: In Regionen mit mildem Klima und geringem Frostrisiko behält er seine Wedel im Winter. Er wird meist 60 cm hoch und breit, bei guten Bedingungen manchmal 80 cm.
Im Garten gedeiht Mondsichelfarn im Schatten oder Halbschatten, vor direkter Sonne geschützt, in frischem, humusreichem Boden. Auch in schattigen Steingärten macht er sich sehr gut! Er benötigt nur wenig Pflege. Vor allem sollte er in den Wochen nach der Pflanzung gegossen und im zeitigen Frühjahr durch Entfernen beschädigter Wedel ausgelichtet werden. Vermehren lässt er sich durch Teilung der Horste oder Aussaat der Sporen. Mondsichelfarn findet leicht einen Platz in Unterholzgärten sowie in kleinen Stadtgärten mit dekorativem Stil, in Gesellschaft von Hakonechloa macra, Funkie, Schachtelhalm und Fächer-Ahorn.
In diesem Ratgeber finden Sie alle Tipps für die erfolgreiche Kultur von Mondsichelfarn: Wo pflanzen, wie pflegen und vermehren und mit welchen Pflanzen kombinieren?
Botanisch
Steckbrief
- Gebräuchlicher Name Mondsichelfarn, Steifer Schildfarn
- Blüte Keine
- Höhe 50–80 cm
- Exposition Schatten oder Halbschatten
- Art des Bodens humusreich, frisch, gut drainiert
- Winterhärte –10 bis –20 °C
Die Gattung Cyrtomium umfasst fast 40 überwiegend aus Südostasien stammende Farnarten. Sie kommen in China, Japan, Korea, Thailand und Vietnam vor. In der Natur wachsen sie im Unterholz und an felsigen Standorten, etwa auf Steinmauern. In Kultur findet man in französischen Gärten vor allem Cyrtomium falcatum und Cyrtomium fortunei, gelegentlich auch Cyrtomium macrophyllum. Cyrtomium falcatum und Cyrtomium fortunei sind aus Gärten verwildert und in einigen Regionen mit mildem Klima eingebürgert. Cyrtomium falcatum hat sich an der Atlantikküste, besonders im Baskenland und in der Bretagne, eingebürgert und wächst dort häufig auf alten Steinmauern. Cyrtomium fortunei kommt vor allem in den Seealpen, in tief eingeschnittenen Tälern der Region Nizza, vor.
Cyrtomium gehört zur Familie der Wurmfarngewächse, wie auch Dryopteris und Polystichum sowie zahlreiche tropische Farne. Cyrtomium ist eng mit Polystichum verwandt und wird manchmal derselben Gattung zugeordnet (Polystichum falcatum ist ein Synonym von Cyrtomium falcatum).
Der Name Cyrtomium stammt vom griechischen kurtos, „gebogen“, und bezieht sich auf die Form der Fiederblättchen. Falcatum bedeutet „sichelförmig“ und beschreibt ebenfalls deren Form. Fortunei ehrt den Botaniker und Entdecker Robert Fortune.
Cyrtomium falcatum wird auch als Zimmerpflanze kultiviert. Dabei sind Cyrtomium winterharte Farne, die problemlos im Freien wachsen können! C. falcatum verträgt –10 bis –15 °C, während C. fortunei noch frosthärter ist und bis –25 °C aushält!
Cyrtomium erreicht 50–60 cm Höhe und bis zu 70 cm Breite. Mit den Jahren werden die Pflanzen immer buschiger. Sie bilden ausladende Horste mit nicht aufrecht stehenden, sondern eher waagerecht ausgebreiteten oder bogig überhängenden Wedeln. Diese wachsen aus einem kurzen, aufrechten, mit braunen Schuppen bedeckten Rhizom.
Die Wedel von Cyrtomium unterscheiden sich stark von denen der meisten Farne. Sie sind einfach gefiedert und tragen 7–20 Paare zugespitzter, sichelförmiger Fiederblättchen. Daher der Name Steifer Schildfarn und das Artepitheton falcatum. Die 30–80 cm langen Wedel sind zunächst hellgrün und später dunkelgrün. Sie ähneln Mahonienblättern und erinnern an Stechpalmenblätter, daher der Name Ilexfarn. Die Fiederblättchen stehen mit Abstand zueinander und sind voneinander unabhängig. Ihre Oberseite ist glänzend und wirkt fast wachsig. Sie sitzen alternierend an der Spindel, der Mittelachse.

Junger, eingerollter Wedel von Cyrtomium falcatum (Foto: harum.koh), Cyrtomium falcatum ‚Rochfordianum‘ (Foto: David J. Stang) und Cyrtomium fortunei var. clivicola
Cyrtomium fortunei und Cyrtomium falcatum ähneln sich. Ersteres hat jedoch eine eher matte Blattspreite und bleibt kleiner, während C. falcatum sehr glänzende Wedel mit fast wachsig wirkender Blattspreite besitzt. Beliebt ist auch Cyrtomium fortunei var. clivicola mit helleren, gelbgrünen Wedeln!
Die Wedel von Cyrtomium sind meist immergrün, können jedoch verschwinden, wenn die Temperaturen unter –5 °C fallen. Keine Sorge: Verliert Ihr Cyrtomium seine Wedel, treibt es im Frühjahr aus dem Wurzelstock neu aus.
Wie andere Farne vermehrt sich Cyrtomium durch Sporen und bildet daher weder Blüten noch Samen. Im Frühjahr oder Sommer entstehen fertile Wedel. Auf deren Unterseite sind Sori zu sehen: Ansammlungen kleiner Sporangien, die sich bei Reife öffnen und die Sporen freisetzen. Die runden Sori sind regelmäßig über die gesamte Blattspreite verteilt. Sie werden von einem Indusium, einer kleinen Membran, geschützt. Reife Sporen können gesammelt und ausgesät werden. Diese Methode ist jedoch anspruchsvoll und erfordert Zeit sowie besondere Bedingungen, darunter ein feuchtes, steriles Milieu.

Sori auf der Unterseite der Wedel von Cyrtomium falcatum (Fotos: manuel m. v. / Brisbane City Council). Es handelt sich um runde Ansammlungen von Sporangien, kleinen Säckchen, die sich bei Reife öffnen und die Sporen freisetzen. Sie sind von einer weißen Membran, dem Indusium, bedeckt.
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Pflanzung
Wo pflanzen?
Der ideale Standort für Cyrtomium ist schattig, aber hell. Vermeiden Sie direkte Sonne, da sie das Laub verbrennen kann. Wählen Sie einen vor kalten Winden geschützten Platz, besonders für Cyrtomium falcatum. So erhöhen Sie die Chancen, dass die Pflanze ihr Laub im Winter behält. C. fortunei ist etwas frosthärter. Pflanzen Sie in einen frischen, humusreichen, aber gut durchlässigen Boden und vermeiden Sie im Winter Staunässe. Cyrtomium verträgt saure und kalkhaltige Böden und zeigt sich gegenüber dem pH-Wert des Bodens gleichgültig.
Cyrtomium lässt sich leicht in einen Unterholz-Garten integrieren. Sie können die Farne auch in einem frischen, schattigen Steingarten oder sogar zwischen den Steinen einer schattigen Mauer pflanzen. Dort fühlen sie sich besonders wohl, da sie in der Natur häufig in felsigen Lebensräumen oder auf Mauern vorkommen. Cyrtomium sind außerdem schöne Farne für einen Innenhof oder eine Terrasse, zusammen mit Fächer-Ahorn, Athyrium niponicum, Schlangenbart und Gräsern wie Hakonechloa. Ein solcher Standort schützt sie vor Wind und Kälte.
In den kältesten Regionen kultivieren Sie besser Cyrtomium fortunei statt Cyrtomium falcatum, da es frosthärter ist (es verträgt –20 bis –25 °C). Denken Sie auch daran, dass sich Cyrtomium falcatum leicht als Zimmerpflanze kultivieren lässt. Wenn Sie keinen Platz im Garten finden, können Sie es einfach im Topf im Haus halten!
Wann pflanzen?
Wir empfehlen, Cyrtomium im Frühjahr, etwa im Mai, zu pflanzen. In Regionen mit mildem Klima und wenig Frost können Sie im Herbst pflanzen.
Wie pflanzen?
- Stellen Sie den Wurzelballen zunächst in eine Schüssel mit Wasser, damit er sich wieder vollsaugt. Das erleichtert das Anwachsen und spätere Gießen.
- Heben Sie anschließend ein Pflanzloch aus, das zwei- bis dreimal so groß wie der Wurzelballen ist.
- Wir empfehlen, etwas gut verrotteten Kompost einzuarbeiten, um den Boden anzureichern.
- Nehmen Sie Cyrtomium aus dem Topf und pflanzen Sie es ein. Achten Sie darauf, den Hals und die Oberseite des Wurzelballens nicht mit Erde zu bedecken. Er sollte auf derselben Höhe liegen wie zuvor im Topf.
- Füllen Sie rundherum Erde auf und drücken Sie sie mit der flachen Hand an.
- Gießen Sie reichlich.
- Bringen Sie anschließend rund um Cyrtomium eine organische Mulchschicht aus Laub oder Holzhäckseln aus.
Sie können es auch in einen Topf mit einer Mischung aus Gartenerde, gut verrottetem Kompost, Moorbeeterde und grobem Sand pflanzen.

Cyrtomium fortunei (Foto: harum.koh)
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Cyrtomium braucht wenig Pflege: Nach dem Pflanzen regelmäßig gießen. Mulch schützt vor Kälte und hält den Boden feucht. Trockene Wedel im Frühjahr schneiden.
Vermehrung
Mondsichelfarn lässt sich durch Teilung oder Sporenaussaat vermehren. Wir empfehlen die Teilung, da die Aussaat schwieriger gelingt und es länger dauert, bis neue Jungpflanzen entstehen.
Sporenaussaat
Mondsichelfarn bildet meist im Sommer fertile Wedel (manchmal auch im Frühjahr). Auf der Unterseite der Wedel erkennen Sie kleine runde Häufchen, die die Sporen enthalten. Sobald sie reif sind, lösen sie sich von selbst vom Wedel und bilden einen sehr feinen Staub. Sie können ein Stück Wedel abschneiden und in einen Papierbeutel oder Briefumschlag legen. So fallen die Sporen von selbst hinein und Sie müssen sie nur noch auffangen. Wir empfehlen, Sporen aus dem laufenden Jahr auszusäen, da sie bessere Keimchancen haben.
Die beste Zeit für die Aussaat ist das Spätsommerende, etwa im September.
- Nehmen Sie einen durchsichtigen Kunststoff- oder Glasbehälter; eine Tupperdose eignet sich perfekt.
- Füllen Sie ihn mit einem leichten Substrat, zum Beispiel einer Mischung aus Blumenerde und grobem Sand, und befeuchten Sie es.
- Stellen Sie die Tupperdose 10 Minuten in die Mikrowelle, um das Substrat zu sterilisieren. So verhindern Sie die Entwicklung von Moosen und Pilzen.
- Drücken Sie das Substrat leicht an.
- Nachdem es abgekühlt ist, verteilen Sie die Sporen vorsichtig und gleichmäßig auf der Oberfläche. Sie müssen an der Oberfläche bleiben – bedecken Sie sie nicht!
- Decken Sie die Tupperdose mit einem durchsichtigen Deckel oder einer Frischhaltefolie ab. So bleibt die Atmosphäre steril und feuchtigkeitsgesättigt.
- Stellen Sie die Aussaat anschließend geschützt an einen hellen Platz ohne direkte Sonne, idealerweise bei etwa 16 °C.
Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber „Wie sät man Farnsporen aus?“
Teilung
Die beste Zeit für die Teilung von Mondsichelfarn ist das Frühjahr.
- Wählen Sie einen gut entwickelten Mondsichelfarn, der seit mehreren Jahren am selben Standort wächst.
- Graben Sie ihn vorsichtig aus. Stechen Sie dabei großzügig um die Pflanze herum, damit Sie das Rhizom nicht beschädigen.
- Trennen Sie ein Rhizomstück mit Wurzeln und einigen Wedeln ab.
- Pflanzen Sie es sofort in einen Topf oder an einem neuen Standort ins Freiland.
- Gießen Sie reichlich, damit es gut anwächst.
Kombination
Der Mondsichelfarn fügt sich problemlos in einen kühlen, schattigen Steingarten ein. Pflanzen Sie daneben Steinbrech (vor allem Saxifraga umbrosa ‘Variegata’), Schaumblüte, Ajuga reptans sowie weitere Farne wie Hirschzungenfarn und Blechnum spicant. Ergänzen Sie Gräser wie Hakonechloa macra oder Carex morrowii, deren Laub für Leichtigkeit und dekorative Wirkung sorgt. Entdecken Sie auch die zarte Blüte der Elfenblume, die liebevoll als Blumen der Elfen bezeichnet wird!
Entdecken Sie auch unseren Ratgeber: „10 Pflanzen für einen Schattengarten“

Sie können den Mondsichelfarn in einen Schattengarten integrieren. Cyrtomium falcatum (Foto Forest and Kim Starr), Asplenium scolopendrium, Ajuga reptans (Foto Radio Tonreg), Tiarella ‚Running Tiger‘ und Carex morrowii ‚Ice Dance‘
Sie können den Mondsichelfarn auch einfach im Unterholz zusammen mit Salomonssiegel, Funkien und Chaerophyllum hirsutum … Entdecken Sie außerdem die Höckerblume und die Dodecatheon meadia, zwei weniger verbreitete Pflanzen mit bezaubernder Blüte. Da seine Wedel sehr breit, glänzend und kräftig sind, lässt sich der Mondsichelfarn gut mit Pflanzen mit feinerem, leichterem Laub kombinieren, etwa Wiesenraute, Akelei und Gräsern. Das lockert das Beet auf! Mit der gestaffelten Blüte der Kopfigen Schlüsselblume, zum Beispiel Primula bulleyana, setzen Sie zudem schöne Farbakzente.
Der Mondsichelfarn findet auch in einem Innenhof oder auf einer Terrasse seinen Platz, wo er einen geschützten, vor kalten Winden bewahrten Standort erhält. So gestalten Sie einen sehr dekorativen Garten, der sich für kleine Flächen eignet. Setzen Sie neben den Mondsichelfarn einige Gräser, Ophiopogon planiscapus und Funkien (zum Beispiel die hübsche Sorte ‚Blue Mouse Ears‘) … Auch einige Schachtelhalme und Bambusse dürfen nicht fehlen, denn sie sorgen für Höhe. Wählen Sie bei den Blüten vorzugsweise Pflanzen in zurückhaltenden Farbtönen (Weiß, Purpur, Schwarz …).
Nützliche Ressourcen
- Entdecken Sie unser Cyrtomium-Sortiment!
- Unser großes Farnsortiment sowie passende Pflegehinweise
- Fernatic, die Website für Farnliebhaber
- Mehr erfahren Sie im Buch Winterharte Farne für den Garten von Cédric Basset und Olivier Ezavin, 2013 im ULMER-Verlag erschienen
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