Moosfarn als Zimmerpflanze: Pflege und Anbau

Moosfarn als Zimmerpflanze: Pflege und Anbau

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 1. April 2026  durch Alexandra 10 min.

Moosfarn als Zimmerpflanze kurz erklärt

  • Moosfarn besticht durch fein gegliedertes Laub
  • Mit kriechendem Wuchs bildet er rasch einen üppigen Teppich
  • Bringt Frische und Grün ins Zuhause – ideal für eine Unterholz-Atmosphäre
  • Für wenig sonnige Räume geeignet, findet er leicht einen Platz im Haus
  • Ideal für Terrarien und tropische Arrangements
Schwierigkeit

Wort unserer Expertin

Der Moosfarn für den Innenbereich ist eine wenig bekannte, sehr dekorative Pflanze. Besonders reizvoll ist sein zartes, fein gegliedertes Laub, das stark an Moos erinnert. Er gehört zu den sehr alten Bärlappgewächsen, die lange vor den Blütenpflanzen entstanden. Sein dichter, teppichartiger Wuchs, die geschmeidige Struktur und das intensive Grün, je nach Art mit bläulichen, goldenen oder bronzefarbenen Nuancen, machen ihn besonders attraktiv. Der Moosfarn vermittelt sofort ein Gefühl von Frische und feuchtem Unterholz und schafft so eine natürliche, beruhigende Atmosphäre im Haus.

Der Moosfarn eignet sich besonders für lichtarme Standorte und Räume mit relativ hoher Luftfeuchtigkeit, etwa Bad oder Küche. Er findet seinen Platz ideal in Terrarien sowie in Pflanzenschalen mit Farnen und anderen Unterholzpflanzen. Seine niedrige, ausgebreitete Wuchsform erlaubt den Einsatz als dekorativer Bodendecker in breiten Gefäßen oder am Fuß höherer Pflanzen.

Der Moosfarn benötigt ein gutes Verständnis seiner natürlichen Ansprüche: gleichmäßige Feuchtigkeit, gedämpftes Licht und ein stets leicht frisches Substrat. Unter passenden Bedingungen bildet er rasch einen üppigen, langlebigen Teppich.

Entdecken Sie alle Besonderheiten dieser Pflanze, die verschiedenen im Haus kultivierten Moosfarn-Arten sowie unsere Tipps für Pflanzung, Pflege und Vermehrung.

Moosfarn für den Innenbereich

Selaginella martensii

Beschreibung und Botanik

Steckbrief

  • Gebräuchlicher Name Moosfarn
  • Blüte Keine
  • Höhe 5 bis 15 cm je nach Art
  • Exposition Helles, indirektes Licht, direkte Sonne vermeiden
  • Art des Bodens Leichtes, humusreiches, frisches und gut durchlässiges Substrat
  • Winterhärte Frostempfindlich, verträgt keinen Frost

Der Moosfarn gehört zur Gattung Selaginella, die mehr als 700 Arten umfasst, die weltweit verbreitet sind. Er gehört zur Familie der Selaginellaceae und zur Gruppe der Bärlappgewächse, der ursprünglichen Gefäßpflanzen, die vor mehr als 300 Millionen Jahren entstanden. Botanisch sind sie den Farnen relativ ähnlich und vermehren sich wie diese durch Sporen, ohne Blüten oder Samen zu bilden.

Moosfarne stammen überwiegend aus den tropischen und subtropischen Regionen Mittel- und Südamerikas, Afrikas, Südostasiens und einigen Gebieten Nordamerikas. Sie wachsen hauptsächlich im feuchten Unterholz, geschützt vor direkter Sonne, auf humusreichen Böden. In ihrer natürlichen Umgebung wachsen sie oft direkt am Boden und bilden dichte Pflanzenteppiche an schattigen Standorten, entlang von Flüssen, am Fuß von Bäumen oder auf feuchten Felsen. Diese Herkunft erklärt ihre ausgeprägte Vorliebe für hohe Luftfeuchtigkeit und gedämpftes Licht in der Zimmerkultur.

Die meisten als Zimmerpflanzen kultivierten Arten sind wenig winterhart. Sie vertragen keinen Frost und leiden, sobald die Temperaturen unter 10 °C sinken. Der ideale Temperaturbereich für die Kultur liegt meist zwischen 18 und 24 °C. Einige aus gemäßigten Regionen stammende Arten vertragen vorübergehend kühlere Temperaturen, doch der Moosfarn bleibt insgesamt frostempfindlich. In gemäßigtem Klima wird er daher ausschließlich im Haus oder Gewächshaus kultiviert.

Der Moosfarn hat je nach Art eine niedrige, kriechende oder leicht überhängende Wuchsform. Dank seiner feinen, biegsamen Triebe, die sich waagerecht ausbreiten, bildet er rasch einen kompakten Teppich. Diese Triebe können bei Bodenkontakt Wurzeln bilden und so seine Ausbreitung fördern.

Im Haus erreicht die Pflanze meist eine Höhe von 5 bis 15 cm und kann sich 20 bis 30 cm oder unter guten Bedingungen noch weiter ausbreiten. Bei ausreichender Feuchtigkeit wächst sie relativ schnell. Ihr Erscheinungsbild ist sehr dicht und beinahe moosartig. Diese kompakte Struktur macht sie zu einem ausgezeichneten Bodendecker in Pflanzenschalen und -arrangements.

Sein Laub ist der wichtigste Schmuck des Moosfarns. Die Blätter sind sehr klein (wenige Millimeter) und dachziegelartig entlang der Triebe angeordnet. Sie sind oval oder schuppenförmig und haben eine feine, zarte Struktur.

Je nach Art und Sorte zeigt das Laub vielfältige Grüntöne: Es kann hell- oder dunkelgrün, leuchtend smaragdgrün, bronze- oder goldfarben nuanciert sein oder metallisch blaue Schimmer zeigen. Diese irisierenden Reflexe, die bei einigen tropischen Arten besonders spektakulär sind, entstehen durch die mikroskopische Struktur der Blattzellen, die das Licht reflektieren.

Moosfarn

Selaginella doederleinii

Der Moosfarn besitzt ein oberflächliches, relativ feines Wurzelsystem. Außerdem bildet er Rhizophoren, spezialisierte Strukturen, die bei Bodenkontakt Wurzeln entwickeln können. Diese Besonderheit fördert sein dichtes teppichartiges Wachstum und erklärt seine leichte Vermehrung durch Teilung.

Im Gegensatz zu Blütenpflanzen bildet der Moosfarn weder Blüten noch Samen. Er vermehrt sich durch Sporen, eine ursprüngliche Fortpflanzungsform, die er mit Farnen und Moosen teilt. Die Sporen entstehen in Sporangien, die in unauffälligen endständigen Ähren zusammengefasst sind. In Kultur wird der Moosfarn meist durch Teilung des Wurzelstocks oder Stecklingsvermehrung aus Trieben vermehrt.

Einige Moosfarn-Arten, wie der Auferstehende Moosfarn, Selaginella lepidophylla, besitzen eine bemerkenswerte Fähigkeit namens Reviviszenz. Bei extremer Trockenheit können sie in Dormanz eintreten, wobei ihr Gewebe fast vollständig austrocknet, und nach der Wiederbewässerung wieder zum Leben erwachen.

Moosfarn, Auferstehender Moosfarn, wiederbelebungsfähige Pflanze

Der Auferstehende Moosfarn, Selaginella lepidophylla

Wichtigste Moosfarn-Sorten

[produkt sku=“238961″ blog_description=“Dieser kleine, kriechende Moosfarn aus Nordamerika bildet einen dichten Teppich aus hellgrünem Laub. Geschätzt für seine sehr niedrige Wuchsform und die schnelle Bodenbedeckung in feuchten Lagen.“ template=“listing1″ /]

[produkt sku=“80570″ blog_description=“Der aus den Wüstenregionen Nordamerikas stammende Moosfarn besitzt eine außergewöhnliche Wiederbelebungsfähigkeit: Fast völlig ausgetrocknet, nimmt er bei Wasserkontakt innerhalb weniger Stunden wieder Feuchtigkeit auf.“ template=“listing1″ /]

Moosfarn im Topf pflanzen

Wo den Moosfarn aufstellen?

Der Moosfarn mag einen hellen Standort, braucht aber vor allem indirektes Licht. Direkte Sonne kann seine sehr feinen Blätter verbrennen. In seinem natürlichen Lebensraum wächst er unter dem Kronendach tropischer Wälder, geschützt vor der Sonne. Im Haus empfehlen wir, ihn nahe einem nach Norden oder Osten ausgerichteten Fenster aufzustellen. Er verträgt mittlere Lichtverhältnisse, wächst dann aber langsamer.

Arten mit irisierenden Schimmern, wie Selaginella uncinata, entwickeln ihre bläulichen Nuancen vor allem bei gedämpftem Licht.

Die ideale Temperatur liegt zwischen 18 und 24 °C. Vermeiden Sie kalte Zugluft, die Nähe zu Heizkörpern und starke Temperaturschwankungen. Unter 12–15 °C verlangsamt sich das Wachstum deutlich.

Der Moosfarn benötigt eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 60 %. Besonders wohl fühlt er sich in einem hellen Badezimmer, in einem Terrarium oder einem Mini-Gewächshaus. In trockener Raumluft können regelmäßiges Besprühen oder ein Luftbefeuchter nötig sein.

Wann den Moosfarn pflanzen oder umtopfen?

Die ideale Zeit ist das Frühjahr, zwischen März und Mai, gegebenenfalls auch der Frühsommer. Dann setzt das natürliche Wachstum der Pflanze wieder ein, was die Wurzelbildung erleichtert.

Ein Umtopfen ist alle 1 bis 2 Jahre sinnvoll, besonders wenn die Wurzeln den gesamten Topf ausfüllen, das Substrat verdichtet ist oder die Pflanze Ermüdungszeichen zeigt.

Vermeiden Sie das Umtopfen im Winter, wenn das Wachstum langsamer ist.

Wie den Moosfarn pflanzen?

Topfwahl

  • Wählen Sie einen breiten statt tiefen Topf, da das Wurzelsystem oberflächlich wächst.
  • Achten Sie auf Abzugslöcher.
  • Kunststofftöpfe halten die Feuchtigkeit besser als Tontöpfe, was für den Moosfarn vorteilhaft ist.

Sie können den Moosfarn auch in ein Terrarium setzen, zusammen mit anderen Unterholzpflanzen (Farne, Moose usw.) und natürlichen Elementen wie Treibholz oder Steinen – für eine besonders dekorative Wirkung.

Ideales Substrat

Der Moosfarn mag einen nährstoffreichen, lockeren und drainierenden Boden, der dennoch Feuchtigkeit speichert.

Sie können ihn in eine Mischung aus 2/3 Blumenerde für Grünpflanzen und 1/3 Kokosfaser oder Torf pflanzen, ergänzt durch etwas Perlite oder Sand zur Verbesserung der Drainage.

Das Substrat sollte stets frisch-feucht, aber nicht durchnässt sein.

Pflanzschritte

  • Geben Sie eine dünne Drainageschicht aus Blähton oder Kies auf den Topfboden.
  • Füllen Sie eine Schicht Substrat ein.
  • Setzen Sie den Wurzelballen vorsichtig ein, ohne die empfindlichen Triebe zu beschädigen.
  • Füllen Sie rund um die Pflanze Blumenerde auf.
  • Drücken Sie die Erde leicht mit den Fingern an.
  • Gießen Sie gründlich, damit das gesamte Substrat feucht wird.

Stellen Sie die Pflanze anschließend an einen feuchten, hellen Standort ohne direkte Sonne.

Sonderfall: Pflanzung im Terrarium

Der Moosfarn eignet sich besonders für geschlossene Terrarien, in denen die Luftfeuchtigkeit stabil bleibt. Arten wie Selaginella kraussiana oder Selaginella martensii bilden darin rasch einen üppigen Teppich.

Wenn Sie den Moosfarn in ein Terrarium pflanzen, legen Sie eine Drainageschicht an und gießen Sie sparsam, um zu viel Feuchtigkeit an den Wurzeln zu vermeiden. Lüften Sie außerdem gelegentlich, um Schimmelbildung zu begrenzen und ein gesundes Umfeld zu erhalten.

Moosfarn

Selaginella jori

Wie pflegen?

Moosfarn stets leicht feucht halten, aber Staunässe und Austrocknen vermeiden. Hohe Luftfeuchte, halbe Flüssigdüngerdosis und Rückschnitt trockener Teile beachten.

Krankheiten und Parasiten

Moosfarn leidet bei Feuchteungleichgewicht: Wurzelfäule, Trauermücken und Schimmel bei Nässe, braunes Laub bei Trockenheit. Spinnmilben und Wollläuse möglich.

Moosfarn vermehren?

Die Vermehrung des Moosfarns ist relativ einfach und erfolgt hauptsächlich durch Teilung des Wurzelballens.

Wann teilen?

Die Teilung erfolgt vorzugsweise im Frühjahr beim Umtopfen oder eventuell zu Beginn des Sommers. Wählen Sie dafür dichte, gut entwickelte Pflanzen.

Wie teilt man den Moosfarn?

  • Nehmen Sie die Pflanze vorsichtig aus dem Topf.
  • Teilen Sie den Wurzelballen von Hand oder mit einem Messer in mehrere Stücke.
  • Achten Sie darauf, dass jedes Teilstück Wurzeln und einige Triebe besitzt.
  • Pflanzen Sie die Teilstücke sofort in frisches, feuchtes Substrat.
  • Gießen Sie leicht, um das Substrat gleichmäßig anzufeuchten.

Nach der Teilung ist es wichtig, die Jungpflanzen an einen warmen, vor direkter Sonne geschützten Standort mit hoher Luftfeuchtigkeit zu stellen. Regelmäßiges Besprühen kann das Anwachsen fördern und Stress mindern.

Moosfarn im Topf

Wie in Szene setzen und kombinieren?

Der Moosfarn ist dank seines feinen, dichten Laubs und seiner kriechenden Wuchsform besonders interessant für Pflanzengestaltungen. In einem tropischen Terrarium harmonieren Arten wie Selaginella kraussiana oder Selaginella uncinata perfekt mit kleinen Farnen und Moosen und schaffen im Handumdrehen eine Unterholz-Atmosphäre. Daneben können Sie auch Fittonien mit dekorativ gefärbtem Laub, Silber-Dreimasterblumen (Tradescantia zebrina), Kanonenblumen sowie Asparagus plumosus dazusetzen, dessen feines Laub an Farnwedel erinnert.

Im Topf kann der Moosfarn zu Füßen höherer tropischer Pflanzen wie Korbmaranten oder Blattfahnen stehen. So bildet er eine grüne Unteretage und begrenzt die Verdunstung aus dem Substrat. Sein feines Laub bildet einen schönen Kontrast zu den großen, dekorativ gemusterten Blättern dieser Pflanzen und bringt ihre Formen zur Geltung. Er passt ideal zu Farnen und Begonien mit dekorativem Laub und sorgt für eine natürliche, strukturierte Wirkung. Einige hängende Sorten können auch in einer Blumenampel wachsen. Ihre zarte Kaskade mildert die klaren Linien des Topfes.

Gestaltungsidee mit dem Moosfarn

Moosfarn, Fittonie, Asparagus plumosus, Tradescantia zebrina und Pilea cadierei

Nützliche Ressourcen

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Laub des Moosfarns