Odermennig: Pflanzung, Anbau, Wirkung

Odermennig: Pflanzung, Anbau, Wirkung

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 19. Oktober 2025  durch Alexandra 10 min.

Odermennig kurz erklärt

  • Die Agrimonie ist eine hübsche Staude mit feinen gelben Blütenständen im Sommer
  • Sie ist eher zurückhaltend und zart und fügt sich leicht in naturnahe Gärten ein
  • Außerdem besitzt sie heilende und färbende Eigenschaften
  • Sie gedeiht in der Sonne auf frischem, nährstoffreichem und drainierendem Boden
  • Leicht zu kultivieren, braucht sie wenig Pflege und ist vollkommen winterhart
Schwierigkeit

Worte unserer Expertin

Odermennig (Agrimonia eupatoria): winterharte Staude mit gelben Blüten, Heilwirkung und natürlichem Charme. Pflegeleicht, für naturnahe Gärten.

Botanisch

Steckbrief

  • Gebräuchlicher Name Kleiner Odermennig, Gemeiner Odermennig, Waldtee, Sankt-Wilhelm-Kraut…
  • Blüte im Sommer, von Juni bis September
  • Höhe 30 bis 60 cm
  • Exposition volle Sonne oder Halbschatten
  • Art des Bodens frisch, drainierend, nährstoffreich und humusreich
  • Winterhärte zwischen – 15 und – 20 °C

Der Kleine Odermennig ist eine krautige Staude. Es gibt 18 verschiedene Arten, die hauptsächlich aus den gemäßigten Regionen der Nordhalbkugel stammen. Am bekanntesten ist jedoch der Kleine Odermennig (nicht mit dem Kunigundenkraut wie Eupatorium maculatum verwechseln!). In Frankreich findet man ihn in freier Natur leicht im gesamten Mutterland. Er wächst an Waldrändern, Wegrändern, auf Feldern, Wiesen, Lichtungen und Brachflächen… Der Kleine Odermennig ist nitratophil und ein Bioindikator: Er wächst natürlicherweise auf stickstoffreichen Böden.

Der Kleine Odermennig gehört zur großen Familie der Rosaceae. Er ist daher mit Rosen, aber auch mit den meisten kultivierten Obstgehölzen (Kultur-Apfel, Birnbaum, Kirschbaum, Himbeere, Erdbeere …) sowie mit zahlreichen Zierpflanzen wie Nelkenwurz, Fingerkraut, Mädesüß und Frauenmantel verwandt.

Der Name Odermennig stammt vom griechischen Argemônê, der ein Augenleiden bezeichnet, gegen das die Pflanze früher eingesetzt wurde. Der Artname eupatoria geht auf Mithridates VI. Eupator, König von Pontos (132–63 v. Chr.), zurück, der ihre Heilkräfte entdeckte.

Botanische Tafel mit dem Kleinen Odermennig

Agrimonia eupatoria: botanische Illustration

Der Kleine Odermennig ist eine Heilpflanze mit zahlreichen Eigenschaften, die seit der Antike verwendet wird. Schon die Römer und Griechen sowie andere Völker des Mittelmeerraums nutzten ihn. Im Mittelalter schrieb man ihm magische Kräfte zu. Seine lange Nutzung erklärt die vielen deutschen Namen: Gemeiner Odermennig, Waldtee, Sankt-Wilhelm-Kraut …

Der Kleine Odermennig ist reich an Gerbstoffen, Kieselsäure und Flavonoiden. Sein hoher Kieselsäuregehalt macht ihn wie den Schachtelhalm remineralisierend. Er wirkt kräftigend, entzündungshemmend und adstringierend. Meist wird er als Aufguss verwendet, daher der Beiname „Waldtee“. Er unterstützt die Verdauung, stärkt die Atemwege und schützt und regeneriert die Schleimhäute. Er wird bei Schlaflosigkeit, Durchfall, Menstruationsbeschwerden, Halsschmerzen, Husten, Haut- und Nierenleiden eingesetzt … Sänger nutzen ihn außerdem zur Stärkung der Stimmbänder und zur Vorbeugung von Heiserkeit.

Neben seinen zahlreichen medizinischen Eigenschaften kann der Kleine Odermennig auch als Färbepflanze verwendet werden, um Wolle und Baumwolle zu färben. Er verleiht ihnen eine schöne goldgelbe Farbe.

Man kann auch Odermennigwein herstellen, indem man Blätter oder Blüten in gesüßtem Wasser vergären lässt.

Der Kleine Odermennig ist außerdem essbar, hat geschmacklich jedoch wenig zu bieten.

Der Kleine Odermennig bildet eine Blattrosette, aus der ein Stängel mit Blättern und Blüten emporwächst. Er wird meist 50 bis 60 cm hoch, manchmal aber auch bis zu 1 m. Die Stängel sind unverzweigt oder nur wenig verzweigt. Sie sind flaumig behaart und mehr oder weniger rötlich.

Obwohl der Kleine Odermennig außerhalb der Blüte eher unscheinbar ist, trägt er dennoch ein hübsch gegliedertes Laub. Die Blätter sind in 5 bis 9 große, gezähnte, ovale bis lanzettliche Fiederblättchen geteilt, zwischen denen sich deutlich kleinere Fiederblättchen befinden. Man bezeichnet sie als unpaarig gefiedert: Sie bestehen aus einer ungeraden Zahl von Fiederblättchen mit einem endständigen Fiederblättchen. Sie sitzen alternierend am Stängel (ein Blatt nach dem anderen) und sind auf der Unterseite weiß und flaumig.

Blüten und Blätter des Kleinen Odermennigs

Die Blüte in zarten Trauben (Foto Andrey Zharkikh), Blütendetail (Foto Joan Simon) und das gegliederte Laub des Kleinen Odermennigs.

Der Kleine Odermennig blüht im Sommer, von Juni bis September. Dann bildet er aufrechte, lange und schmale Trauben mit kleinen gelben Blüten aus fünf Blütenblättern und fünf Kelchblättern (wie die meisten Rosengewächse!). Die Blüten haben einen Durchmesser von etwa 1 cm. Sie öffnen sich nacheinander vom unteren zum oberen Stängelabschnitt. Die zwittrigen Blüten tragen sowohl männliche Organe (Staubblätter) als auch weibliche (Stempel). Es gibt 5 bis 20 Staubblätter. Die Blüten sitzen an einer unverzweigten, einzelnen Ähre. Sie duften leicht und erinnern etwas an Aprikosen oder Zitrusfrüchte. Im Garten werden die Blüten des Kleinen Odermennigs wegen ihrer leuchtenden Farbe geschätzt. Sie ziehen die Blicke auf sich und bringen Dynamik in Beete, ohne dabei zu üppig zu wirken.

Der Kleine Odermennig ist eine bienenfreundliche Pflanze, die Bienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge anlockt. Sie kommen, um den Nektar der Blüten aufzunehmen, und übertragen dabei den Pollen von einer Pflanze zur nächsten.

Da der Kleine Odermennig nur selten kultiviert wird, gibt es nicht viele gärtnerische Sorten. Eine weiß blühende Sorte ist jedoch erhältlich: Agrimonia eupatoria ‘Alba’! Diese weiße Farbe ist bei Odermennig-Arten sehr selten, da die meisten Arten gelbe Blüten haben.

Die Früchte des Kleinen Odermennigs sind Achänen, die jeweils ein bis zwei Samen enthalten. Charakteristisch sind die kleinen Haken, mit denen sie sich im Fell von Tieren oder an Kleidung festsetzen. So kann die Pflanze ihre Samen weit vom ursprünglichen Standort verbreiten. Im Garten sät sich der Kleine Odermennig häufig von selbst aus.

Die Früchte (Achänen) des Kleinen Odermennigs mit den darin enthaltenen Samen

Nach der Blüte bildet der Kleine Odermennig Früchte mit Haken, die sich im Fell von Tieren festsetzen und die darin enthaltenen Samen verbreiten! (Fotos Agnieszka Kwiecień, Nova)

Die wichtigsten Odermennig-Arten

[produkt sku=“801641″ blog_description=“Diese Art ist die häufigste und am weitesten verbreitet. Im Spätsommer bildet sie hübsche, aufrechte Trauben mit zarten gelben Blüten.“ template=“listing1″ /]

[produkt sku=“3012″ blog_description=“Wenn Sie eine Aussaat versuchen möchten, bestellen Sie einfach Samen. Das ist günstiger als Jungpflanzen, erfordert aber mehr Zeit und Aufmerksamkeit.“ template=“listing1″ /]

[produkt sku=“P-24435″ blog_description=“Diese seltene Sorte zeichnet sich durch ihre weißen Blüten aus!“ template=“listing1″ /]

Es gibt nicht viele Züchtungen des Wasserdosts, aber verschiedene Arten: Agrimonia procera (die auch in Frankreich wächst), Agrimonia gryposepala, Agrimonia pilosa, Agrimonia striata, Agrimonia parvifloraAgrimonia parviflora besitzt zudem ein sehr schönes Laub mit langen, schmalen Fiederblättchen. In Kultur ist sie jedoch selten!

DéEntdecken Sie andere Odermennig

30
Ab 5,90 € Kleine Töpfe von 8/9 cm
52
Ab 6,90 € Kleine Töpfe von 8/9 cm

Pflanzung

Wo pflanzt man Odermennig?

Pflanzen Sie Odermennig bevorzugt in voller Sonne oder im Halbschatten. Er schätzt frische, drainierende, eher nährstoffreiche und humusreiche Böden. Als nitrophile Pflanze wächst er natürlicherweise auf stickstoffreichen Böden. Odermennig ist jedoch anspruchslos und gedeiht auch auf magerem, relativ trockenem Boden. Er wird lediglich schöner und wächst üppiger, wenn Sie ihn in eher frischen, nährstoffreichen Boden pflanzen. Was den pH-Wert betrifft, bevorzugt Odermennig neutrale oder alkalische Böden, wächst aber auch auf leicht saurem Boden.

Pflanzen Sie ihn gern in einen Bereich des Gartens, den Sie naturnah wachsen lassen und in den Sie nur selten eingreifen.

Für eine schönere Wirkung empfehlen wir, mehrere Jungpflanzen zusammenzusetzen und etwa 40 cm Abstand zwischen ihnen einzuhalten.

Wann pflanzen?

Pflanzen Sie Odermennig im Frühjahr, etwa im April, oder im Herbst.

Wie pflanzen?

  1. Heben Sie ein Pflanzloch aus, das zwei- bis dreimal so groß wie der Wurzelballen ist.
  2. Arbeiten Sie etwas gut verrotteten Kompost ein, um den Boden anzureichern.
  3. Nehmen Sie Odermennig vorsichtig aus dem Topf.
  4. Setzen Sie ihn in das Pflanzloch.
  5. Füllen Sie das Loch mit Erde auf, ohne die grundständigen Blätter zu bedecken.
  6. Gießen Sie reichlich.

Gießen Sie in den folgenden Wochen weiter, bis der Odermennig gut angewachsen ist.

Pflege

Odermennig braucht kaum Pflege: Nach dem Pflanzen gießen, später nur bei trockenem Boden. Staunässe vermeiden; verblühte Triebe schneiden oder versamen lassen.

Ernte

Odermennig zur Blüte (Juli/August) ernten. Blätter, Blüten, dünne Stängel trocknen, trocken lagern. Zum Färben: Spätsommer, aufkochen, 1,5 Std. ziehen lassen.

Vermehrung

Aussaat

Die Aussaat erfolgt im April.

Wir empfehlen, die Samen vor der Aussaat ein bis zwei Monate im Kühlschrank zu stratifizieren. Dies hilft, die Dormanz der Samen zu beenden, und fördert eine gute Keimung.

  1. Bereiten Sie einen Topf mit Blumenerde vor, drücken Sie sie leicht an und ebnen Sie die Oberfläche.
  2. Säen Sie die Samen aus.
  3. Bedecken Sie sie mit einer dünnen Schicht Blumenerde (etwa doppelt so hoch wie der Samen).
  4. Gießen Sie vorsichtig mit feinem Wasserstrahl.
  5. Stellen Sie den Topf an einen hellen Standort ohne direkte Sonne.
  6. Achten Sie darauf, dass das Substrat bis zur Keimung leicht feucht bleibt. Die Samen keimen innerhalb von 10 bis 25 Tagen.
  7. Sobald die Keimlinge groß genug zum Anfassen sind, pflanzen Sie sie in einzelne Töpfe oder ins Freiland (sofern keine Frostgefahr mehr besteht).

Sie können die Samen im zeitigen Frühjahr auch direkt ins Freiland säen.

Im Herbst lassen sich die Horste des Odermennigs ebenfalls teilen.

Verband

Mit ihrem zarten Wuchs ist der Odermennig ideal für einen naturnahen Garten. Wir empfehlen, ihn mit Blumen mit leichtem, luftigem Wuchs zu kombinieren, etwa mit Prachtkerzen, Argentinischem Eisenkraut, Karden, Kugeldisteln, Disteln und Knautien … Auch Gräser – wie Federgras, Federborstengras und Besenried – dürfen nicht fehlen, denn sie verleihen Ihrem Garten den Charakter einer wilden Wiese!

Der Odermennig fügt sich problemlos in einen naturnahen Garten ein! Gaura lindheimeri ‚Snowbird‘, Garbe ‚Terracotta‘ und Königskerze ‚Helen Johnson‘, Echinops sphaerocephalus (Foto F. D. Richards), Agrimonia eupatoria, Knautia macedonica (Foto Epibase) und Stipa tenuifolia

Der Odermennig fügt sich auch problemlos in einen Pfarrgarten ein. Dieser Gartentyp, der früher auf die Umgebung von Kirchen und Klöstern beschränkt war, vereint eine große Vielfalt an Gemüse, Heilpflanzen, Obstgehölzen und Blumen, die einst für den Altarschmuck bestimmt waren. Wir empfehlen, ihn in erhöhten Beeten anzulegen, die sich eventuell mit Flechtzäunen einfassen lassen. Für die Gemüsebeete bevorzugen Sie alte und vergessene Gemüsesorten: Pastinake, Meerrettich, Kardone, Gartenmelde, Sauerampfer, Topinambur, Liebstöckel … Integrieren Sie auch Gewürz- und Heilpflanzen wie Echten Salbei, Kamille, Ringelblume, Beinwell und Duftnessel …

Nutzen Sie den Odermennig für ein farbenprächtiges Beet in Gelb-, Orange- und Rottönen. Pflanzen Sie ihn zum Beispiel in Gesellschaft von Sonnenbraut, Mädchenauge, Zweizahn, Garbe und Sonnenhut. Für einen Hauch Exotik sorgen die Blüten von Montbretien und Fackellilien! So entsteht ein leuchtender, dynamischer Effekt.

Kombinieren Sie den Odermennig ruhig mit Blüten in warmen, leuchtenden Farbtönen! Helenium ‚Waltraut‘, Agrimonia eupatoria (Foto Joan Simon), Crocosmia masoniorum, Bidens ‘Campfire Fire Wheel‘ und Achillea ‚Moonshine‘

Sie können auch mit Komplementärfarben spielen: Farbtöne, die sich im Farbkreis gegenüberliegen, etwa Gelb und Violett oder Orange und Blau. Ihre Kombination erzeugt einen kontrastreichen, plastischen Effekt, da sich diese Farben gegenseitig verstärken. Kombinieren Sie die gelben Blüten des Odermennigs daher mit violetten Blüten, etwa von Nepeta ‚Six Hills Giant‘, Penstemon ‚Sour Grapes‘, Liebesblume ‚Poppin Purple‘, Glockenblumen und Salvia nemorosa … Verstärken Sie den Gelbton außerdem mit der Garbe ‚Moonshine‘, Mädchenaugen und Rudbeckia fulgida … So entsteht ein außergewöhnliches Beet, das alle Blicke auf sich zieht!

→ Entdecken Sie auch 5 gelungene Kombinationen mit Odermennig

 

Nützliche Ressourcen

Kommentare

Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.