Ophiopogon, Schlangenbart: Pflanzen und Pflege
Inhaltsverzeichnis
Schlangenbart kurz erklärt
- Schlangenbart ist ein eleganter, in mildem Klima immergrüner Bodendecker für schattige Gartenbereiche, auch unter Bäumen
- Er wächst in kleinen, dekorativen Horsten, einfarbig oder panaschiert
- Sein grünes oder schwarzes Laub ähnelt einem niedrigen Gras
- Er bevorzugt frischen, nährstoffreichen, gut drainierten Boden
- Pflanzen Sie ihn im Unterholz, Steingarten, feuchten Beet oder Topf an einem Standort mit mildem Sonnenlicht
Worte unserer Expertin
Der Ophiopogon oder „Schlangenbart“ ist eine hübsche Staude mit grasähnlichem Aussehen, aber kein Gras!
Er bildet langsam einen originellen, immergrünen Bodendecker in Regionen mit milden Wintern und an schattigen Stellen im Garten, auch unter Bäumen.
Sein bandförmiges, sehr dekoratives Laub, das im Sommer von hübschen kleinen Glockenblüten in Pastelltönen erhellt wird, verleiht jedem Garten eine raffinierte, elegante Note – vom naturnahen bis zum modernen.
Seine Büschel aus zierlichen, linearen Blättern zeigen erstaunliche einfarbige Töne: vom gelbgrünen Ophiopogon bis zum schwarzen Ophiopogon planiscapus ‚Nigrescens‘ (Syn. ‚Niger‘ oder ‚Black dragon‘), ergänzt durch panaschierte Farbtöne einiger Ophiopogon japonicus oder Japanischer Schlangenbart sowie von Ophiopogon jaburan.
Winterhart und pflegeleicht, pflanzen Sie ihn in drainierenden, humusreichen, leicht sauren Boden.
Dekorativ, exotisch und farbenfroh wächst er problemlos im Topf wie im Freiland, als Beetumrandung oder im schattigen Steingarten.
Beschreibung und Botanik
Steckbrief
- Lateinischer Name Ophiopogon
- Familie Liliengewächse
- Gebräuchlicher Name Ophiopogon, Blaue Flachslilie, Japanischer Schlangenbart, Schlangenbart
- Blüte Juni bis September
- Höhe 0,10 bis 0,45 cm
- Exposition Sonne, Schatten, Halbschatten
- Art des Bodens alle, frisch, gut durchlässig
- Winterhärte -15 °C
Der Ophiopogon ist eine krautige Staude aus der Familie der Liliengewächse wie das Maiglöckchen. Er stammt aus schattigen Dickichten und Waldgebieten Chinas und Japans.
Die Gattung wird oft mit der Lilientraube verwechselt und umfasst rund 50 rhizomatöse und Ausläufer bildende Arten. Zu den häufigsten im Garten zählen Ophiopogon planiscapus, auch „Schlangenbart“ oder „Drachenbart“ genannt, sowie Kultivare wie ‚Nigrescens‘ mit schwarzem, glänzendem Laub, Ophiopogon japonicus, auch „Japanischer Schlangenbart“ genannt, und Ophiopogon jaburan mit stärker gebogenen Blättern.
Er wächst eher langsam, ist aber langlebig und breitet sich durch seine fleischigen Rhizome oder Ausläufer allmählich aus. Dabei bildet er kleine, niedrige und dichte Horste, die sich ausbreiten oder eher aufrecht wachsen und je nach Art 0,10 bis 0,45 m hoch werden. Manche Kultivare haben eine ausgesprochen rasenartige Wuchsform, etwa Ophiopogon japonicus ‚Minor‘, der nicht höher als 10 cm wird.
Diese grasartige Pflanze bildet bei mildem Winter einen immergrünen Bodendecker mit attraktivem einfarbigem oder panaschiertem, riemenförmigem Laub. Durch seine Feinheit und Schmalheit erinnert es an Gräser oder einen „Schlangenbart“!
Die feinen, linearen, bandförmigen und derben Blätter werden 5 bis 60 cm lang. Ihre Mittelrippe ist stark ausgeprägt, sie sind mehr oder weniger gebogen und zeigen ungewöhnliche Farbtöne.

Ophiopogon japonicus – botanische Illustration
Von Hellgrün bis zu sehr glänzendem Dunkelgrün, purpur-schwarz bei ‚Hosoba Kokuryu‘ oder fast schwarz bei Ophiopogon planiscapus ‚Nigrescens‘ können die Blätter je nach Sorte cremeweiß oder goldfarben panaschiert oder gestreift sein, sodass das Grün fast verschwindet.
Zu Beginn des Sommers erscheinen aus diesem sehr dekorativen Horst unauffällige Blütenstände mit kleinen, maiglöckchenartigen Glöckchen. Sie sind weiß, rosig-weiß, lila oder purpurfarben. In kleinen, 4 bis 15 cm langen Trauben an blattlosen Stängeln angeordnet, messen sie 0,5 bis 7 mm im Durchmesser, bestehen aus 6 glockenförmigen Blütenblättern und bilden einen schönen Kontrast zum Laub.
Darauf folgen sehr hübsche, aber giftige fleischige Früchte in Form runder bis ellipsoidischer Beeren, die lange erhalten bleiben. Sie sind etwa erbsengroß und messen 0,5 bis 5 mm im Durchmesser. Die glänzenden Beeren zeigen je nach Art alle Blautöne, von Bläulich-Schwarz bis zu leuchtendem Blau und Türkis (‚Minor‘). Daher trägt die Pflanze den Beinamen „Blaue Flachslilie“.
Der winterharte (-10 bis -15 °C) Ophiopogon kann in vielen Regionen kultiviert werden. Er gedeiht sowohl in milder Sonne als auch im tiefen Schatten unter Bäumen und wächst in normalem, fruchtbarem, leicht saurem, frischem und durchlässigem Boden.
Ob einzeln oder in Gruppen gepflanzt, verleiht er modernen Gärten ebenso wie naturnahen Bereichen exotischen Charme und sorgt für einen überraschenden Farb- und Bewegungseffekt.
Er ist eine hervorragende Pflanze für den Halbschatten und erfüllt seine Funktion als Bodendecker im Schattengarten, am Rand eines Schattenstrauchbeets, im frischen Unterholz, im Steingarten und sogar im Topf.

Ophiopogon planiscarpus ‚Nigrescens‘: wunderschönes schwarzes Laub und Blüten mit kleinen Glöckchen
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Es gibt rund 50 Arten des Schlangenbarts. In unseren Gärten sind vor allem Ophiopogon planiscapus und Ophiopogon japonicus sowie einige unverzichtbare Kultivare verbreitet. Sie bieten eine schöne Auswahl an einfarbigen, prächtig panaschierten oder fein cremegestreiften Farbtönen.
Die beliebtesten
Ophiopogon planiscapus Nigrescens - Schlangenbart
- Blütezeit August, September
- Höhe bei Reife 25 cm
Ophiopogon planiscapus - Schlangenbart
- Blütezeit August
- Höhe bei Reife 20 cm
Unsere Favoriten
Ophiopogon planiscapus Hosoba Kokuryu - Schlangenbart
- Blütezeit August
- Höhe bei Reife 20 cm
Ophiopogon japonicus - Schlangenbart
- Blütezeit August, September
- Höhe bei Reife 10 cm
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Pflanzung
Wo den Ophiopogon pflanzen?
Der leicht zu kultivierende Ophiopogon ist mäßig winterhart (-10 bis -15 °C). Sein Laub kann zwar durch Kälte geschädigt werden, doch er gedeiht besser in Regionen mit milden Wintern. Nach dem Anwachsen ist er zudem gut trockenheitsverträglich.
Diese Schatten- bis Halbschattenstaude kommt jedoch mit fast jedem Standort zurecht, auch mit Sonne, sofern der Boden frisch bleibt.
Er wächst schneller in einem vorzugsweise kalkfreien, leicht sauren, humusreichen und gut drainierten Boden, vor allem im Winter, da Staunässe für ihn fatal ist. Er verträgt sowohl durch Baumwurzeln ausgetrockneten Boden als auch Lehmboden, sofern dieser drainierend ist.
Der Ophiopogon ist ein origineller Bodendecker für schattige Gartenbereiche, denen er viel Leichtigkeit und einen Kontrast verleiht.
Ob einzeln oder in Gruppen aus mehreren Sorten mit unterschiedlichen Farben gepflanzt: Er bringt Rundung, Farbe und einen Hauch Exotik in jede noch so schlichte Gestaltung.
In einem Schattengarten entfaltet er seine Wirkung als Bodendecker, im Schattengarten mit Steinen, in den Fugen eines Plattenbelags oder am schattigen Beetrand. Ebenso wächst er in einem Moorbeet mit humusreichem, frischem Boden oder im frischen Unterholz am Fuß von Bäumen, wo sonst nichts gedeiht.
Miniaturarten sind perfekt für den Topf.

Wann den Ophiopogon pflanzen?
Pflanzen Sie den Ophiopogon im Frühjahr in den Garten: von April bis Mai in kaltem Klima, sobald keine Frostgefahr mehr besteht, andernorts von September bis Oktober.
Wie den Ophiopogon pflanzen?
Im Freiland
Pflanzen Sie den Ophiopogon in lockeren Horsten oder in Gruppen von 7 bis 9 Pflanzen pro m² mit 20 bis 60 cm Abstand, je nach Größe und Ausbreitung bei Reife. So entsteht in mildem Klima ganzjährig ein dekorativer Bodendecker.
Verbessern Sie in schweren Böden die Drainage durch groben Sand oder Kies.
- Boden gründlich säubern
- Ein zwei- bis dreimal breiteres Loch als der Wurzelballen ausheben
- In eine Mischung aus Aushub und Kompost pflanzen
- Leicht andrücken
- Reichlich gießen
Im Topf
Das Substrat muss sehr drainierend sein, damit sich keine Staunässe an den Wurzeln bildet.
- Eine gute Drainageschicht aus Kies oder Blähton auf dem Gefäßboden verteilen
- In eine nährstoffreiche Mischung aus Blumenerde, Gartenerde, Moorbeeterde und einem Drittel grobem Sand pflanzen
- Gießen
- In kalten Regionen während der kalten Jahreszeit vor starkem Frost schützen und in ein Gewächshaus stellen
Pflege und Versorgung
Einmal in frische, nährstoffreiche und drainierende Erde gepflanzt, benötigt der Schlangenbart kaum Pflege.
Im Sommer bei längerer Trockenheit einmal pro Woche gießen.
Im Topf während des Wachstums regelmäßiger gießen, damit das Substrat leicht feucht bleibt: ein- bis zweimal pro Woche, dazwischen antrocknen lassen. Im Winter fast trocken halten, ohne die Pflanze austrocknen zu lassen.
In Regionen mit strengen Wintern können Sie den relativ winterharten Schlangenbart in der kalten Jahreszeit vor starkem Frost schützen, indem Sie ihn in ein Kalthaus stellen.
Andernorts im Garten den Fuß ab Herbst mulchen, mit einer dicken Schicht Laub, und zusätzlich Lauberde aufbringen.
Im Spätsommer die Horste durch Entfernen trockener Blätter säubern, damit sie ansprechend aussehen.

Bereiftes Laub von Ophiopogon planiscarpus ‚Nigrescens‘ im Winter
Krankheiten und mögliche Schädlinge
Der Schlangenbart ist sehr krankheitsresistent und selten bedroht. Im Frühjahr können junge Blätter jedoch von Schnecken befallen werden. Befolgen Sie unsere Tipps, um diese Weichtiere auf natürliche Weise fernzuhalten oder Fallen zu bauen!
Bei übermäßigem Gießen kann sich das Laub im Topf gelb färben: Lassen Sie das Substrat im Sommer zwischen den Wassergaben gut abtrocknen.
Bei zu trockener Luft ist im Gewächshaus ein Befall mit Spinnmilben möglich: Besprühen Sie die Pflanzen vorbeugend regelmäßig mit Wasser.
Vermehrung
Auch wenn eine Aussaat im Herbst mit den Samen Ihrer Ophiopogon möglich ist, bleibt das Teilen der Horste oder Abtrennen der Ausläufer im Frühjahr von gut etablierten Pflanzen die schnellste und sicherste Methode.
Ophiopogon-Horste teilen
- Heben Sie den Horst mit dem Spatenblatt an, um gut belaubte Rhizome oder Ausläufer mit möglichst vielen Wurzeln zu entnehmen
- Pflanzen Sie die entnommenen Teilstücke sofort in gut vorbereiteten, mit reifem Kompost angereicherten Boden oder in Anzuchttöpfe
Weitere Tipps finden Sie in unserem Video „Gras teilen“
Schlangenbart im Garten kombinieren
Mit seiner ganzjährig dekorativen Wuchsform in mildem Klima lässt sich der Schlangenbart vielseitig einsetzen und ermöglicht originelle, farbenfrohe Pflanzungen. In pflegeleichten Gärten ist er unverzichtbar: Dort bildet er zu jeder Jahreszeit immergrüne Blattteppiche.
Seine dekorative Wuchsform ist wertvoll in klar gestalteten zeitgenössischen Pflanzungen, minimalistischen Gärten und Kiesgärten.

Ein Beispiel für eine zeitgenössische Pflanzung: Ophiopogon planiscapus ‚Nigrescens‘, Purpurglöckchen (zum Beispiel ‚Marmelade‘) und Stachelnüsschen
In kalten Regionen setzt er einen exotischen Akzent auf Terrassen und Balkonen.
Die kleine, teppichbildende Staude ist unverzichtbar, um schattige, kühle Bereiche in Schattengärten neben Frühlingszwiebeln und anderen Bodendeckern für den Schatten wie Funkien, Farnen, Dickmännchen, Bergenien, Storchschnabel, Elfenblumen, Kleinem Immergrün, Purpurglöckchen oder Horstbildender Liriope abwechslungsreich zu gestalten. Sie sind ebenso pflegeleicht und vertragen dieselben Kulturbedingungen.
Im Zentrum eines Beets mit Moorbeetpflanzen schmückt seine niedrige Silhouette den Fuß von Acer beziehungsweise Fächer-Ahorn, Hortensien und Magnolien.

Eine Pflanzidee für den Topf: Das Laub von Ophiopogon ‚Hosoba Kokuryu‘ bildet einen Kontrast zu goldfarbenem Laub (Lysimachia nummularia ‚Aurea‘, Veronica repens ‚Sunshine‘ oder vielleicht Campanula garganica ‚Dickson’s Gold) vor einem Bambushintergrund (Fargesia murielae ‚Bimbo‘, rufa, robusta…)
Er eignet sich auch wunderbar für einen japanisch inspirierten Garten neben Alpenrosen, Azaleen, Bambus und Himmelsbambus.
Am Rand eines Kiesbeets begleitet er kleinwüchsige Gräser wie Seggen und Japangras oder Zwergbambus wie Sasa veitchii.
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