Rainfarn-Büschelschön: säen, kultivieren
Inhaltsverzeichnis
Rainfarn-Büschelschön kurz erklärt
- Rainfarn-Büschelschön ist Gründüngung: Es düngt den Boden für die Folgekultur und unterdrückt Unkräuter
- Es lockert den Boden und schützt ihn bei Starkregen vor Auswaschung
- Als einjährige Pflanze bildet es bei sinnvoller Fruchtfolge eine Pflanzendecke
- Besonders bienenfreundlich und nektarreich, ist seine Blüte bei Bestäubern sehr beliebt
- Rainfarn-Büschelschön ist vielseitig: Es wächst auf jedem Boden. Vor der Samenbildung zerkleinern und flach einarbeiten oder als Mulch nutzen
Das Wort unserer Expertin
Das Büschelschön – Phacelia tanacetifolia – ist eine in mehrfacher Hinsicht nützliche einjährige Pflanze im Gemüsegarten! Die hübsche Pflanze mit ihrer zarten, bläulichen Blüte ist aus dem ökologischen Gartenbau nicht mehr wegzudenken. Zusammen mit Weißem Senf, Klee und Echtem Buchweizen gehört sie zu den unverzichtbaren Gründüngern. Sie ist zwar nicht essbar, bietet aber viele Vorteile: Sie reichert den Boden mit dem nötigen Stickstoff an und lockert ihn dank ihres dichten Wurzelsystems auf, während sie zugleich das Aufkommen von Unkraut verhindert. Außerdem schützt sie den Boden vor Verschlämmung durch Regen. Zusätzlich zu diesen Vorzügen lockt sie in Beeten oder natürlichen Wiesen bestäubende Insekten an – zur Freude der benachbarten Pflanzen, die davon profitieren!
Die sehr hübsche und duftende Blüte des Rainfarn-Büschelschöns erscheint von Mai bis August in Form lavendelblauer Blütenstände, die sich wie ein eingerollter Farnwedel winden.
Die Kultur ist sehr einfach: Im Frühjahr wird es auf ungenutzten Flächen ausgesät und vor der Samenbildung gemäht, um es in den Boden einzuarbeiten oder als Mulch liegen zu lassen.
Entdecken Sie, wie Sie Büschelschön im Bio-Gemüsegarten und Garten säen, kultivieren und verwenden!

Das Büschelschön, Blüten (Foto: K. Berckmoes), und botanische Tafel von E. H. Thayer aus dem Jahr 1887
Beschreibung und Botanik
Steckbrief
- Lateinischer Name Phacelia tanacetifolia
- Familie Boraginaceae
- Gebräuchlicher Name Rainfarn-Phazelie, Rainfarn-Büschelschön
- Blüte Mai bis August
- Höhe 0,30 bis 1,20 m
- Exposition Sonne
- Art des Bodens Alle
- Winterhärte Nicht winterhart
Die Phazelie, lateinisch Phacelia, gehört zu den Pflanzen, die als „Gründüngung“ bezeichnet werden. Die Gattung Phacelia umfasst etwa 150 einjährige, zweijährige und mehrjährige Arten. In unseren Gärten wird jedoch nur die einjährige Phazelie, auch Rainfarn-Phazelie oder Rainfarn-Büschelschön (Phacelia tanacetifolia), kultiviert.
Diese einjährige krautige Pflanze aus der botanischen Familie der Boraginaceae stammt aus Nordamerika. Sie entwickelt ein stark ausgeprägtes, dichtes und tief reichendes Wurzelsystem, das den Boden belüftet und lockert sowie Stickstoff im Boden bindet und später wieder freisetzt – einen Nährstoff, den Pflanzen benötigen. Dank ihres sehr schnellen Wachstums bildet sie rasch dichte Horste, die bis zu 1 m hoch werden können: Die Phazelie besiedelt schnell größere Flächen und verhindert so das Wachstum von Unkraut.
Sie besitzt eine aufrechte, sehr skulpturale Wuchsform mit steifen, leicht rötlichen und behaarten Stängeln. Das sehr elegante, weiche und fein geschlitzte sommergrüne Laub erinnert an Rainfarn oder bestimmte Farne. Es besteht aus großen, grünen, wechselständigen, etwa 20 cm langen, länglichen und gelappten Blättern, die gleichmäßig an den Stängeln angeordnet sind.

Phazelienfeld, Blütenstand und Laub
Auf diesem fein und tief gegliederten Blattwerk erscheinen von Mai bis August die Blüten. Die zu Wickeln gruppierten, eingerollten Blütenstände entrollen sich im Verlauf der Blüte nach und nach. Sie zeigen kleine, 1 cm große, duftende Blüten mit fünf blauvioletten bis lavendelblauen Blütenblättern. Die kleinen Blütenstände, die von einem schmalen Kelch mit behaarten Kelchblättern umgeben sind, lassen ein Büschel langer Staubblätter hervortreten.
Diese duftende, bienenfreundliche und nektarreiche Blüte dauert etwa sechs Wochen. Den ganzen Sommer über lockt sie Bestäuber an, vor allem Bienen und Schmetterlinge, aber auch nützliche Insekten wie Schwebfliegen, Wollschweber und Marienkäfer, die hervorragende Gegenspieler von Blattläusen und Schildläusen sind.
Die Früchte sind kleine aufspringende Kapseln mit jeweils vier Samen. Durch Selbstaussaat kann die Pflanze invasiv werden.
Im Garten ist die Phazelie eine äußerst wertvolle Pflanze: In einem ökologisch bewirtschafteten Garten oder im Permakultur-Garten ist sie unverzichtbar. Diese Gründüngung wird für ihre Fähigkeit geschätzt, Böden zu belüften und zu düngen, Unkraut einzudämmen, mit ihrer Bienenfreundlichkeit im Gemüsegarten und Obstgarten zu helfen und zugleich mit ihrer schönen, natürlichen Ausstrahlung zu bezaubern. Sie dient vor allem als Zwischenfrucht und ist daher besonders im Gemüsegarten bei einer Fruchtfolge nützlich, damit sich der Boden von einem Jahr zum nächsten erholen und regenerieren kann.
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Wo sät man sie aus?
Das Rainfarn-Büschelschön ist frostempfindlich und wird im Garten daher als einjährige Pflanze kultiviert. Die pflegeleichte Pflanze gedeiht in jedem Boden, selbst in sehr mageren und trockenen Böden. Beim Standort bevorzugt sie volle Sonne.
Im Gemüsegarten wird sie als Gründüngung im Fruchtwechsel auf ungenutzten Flächen oder zwischen den Reihen von Gemüse ausgesät. Sie kann auch auf Flächen angebaut werden, auf denen Sie den Unkrautwuchs begrenzen oder „Unkraut“ loswerden möchten.
Das sehr bienenfreundliche Rainfarn-Büschelschön ist auch im Obstgarten äußerst nützlich. Die dekorative, duftende Pflanze kann in einem Naturgarten zusammen mit anderen einjährigen Blumen, in ländlichen Beeten oder auf natürlichen Wiesen ausgesät werden und lockt dort zahlreiche Bestäuber an.

Das Rainfarn-Büschelschön hat seinen Platz im Gemüsegarten, hier im Hintergrund (Foto: N. Doty), aber auch in Naturgärten oder auf Wiesen (Foto: A. Slater)
Warum sollte man es aussäen?
Das Rainfarn-Büschelschön ist im Gemüsegarten in mehrfacher Hinsicht nützlich. Sein dichtes Wurzelsystem lockert den Boden, verbessert die Bodenstruktur, reichert ihn mit Stickstoff an und unterdrückt Unkraut. Es bildet eine Pflanzendecke, die lehmige und sandige Böden bei starken Niederschlägen vor Auswaschung schützt.
Die Pflanze speichert Reststickstoff in ihrem Gewebe. Nach dem Mähen, Zerkleinern und Einarbeiten in den Boden zersetzt sie sich allmählich und eignet sich daher besonders gut zur Anreicherung armer Böden. Gründüngungspflanzen wie das Rainfarn-Büschelschön werden vor allem im Gemüsegarten eingesetzt, können aber auch auf armen, ausgelaugten oder zu stark verdichteten Böden vor der Anlage eines großen Beets oder einer Hecke verwendet werden.
Auf nicht zu lehmigen Böden ermöglicht das Aussäen des Rainfarn-Büschelschöns das Gärtnern ohne Umgraben. Im Gemüsegarten ist es ideal zur Bodenvorbereitung und lässt den Boden zwischen den Kulturen ruhen.
Es kann als bienenfreundliche Pflanze eingesetzt werden. Seine nektar- und pollenreiche Blüte dauert vom Frühjahr bis zum Spätsommer und lockt auf natürliche Weise Bestäuber an.

Die Blüten des Rainfarn-Büschelschöns ziehen zahlreiche bestäubende Insekten an
Wann sät man die Samen des Rainfarn-Büschelschöns aus?
Die Samen des Rainfarn-Büschelschöns werden vom Frühjahr ab März bis Juli bei ausreichend warmem Wetter zwischen 10 und 25 °C ausgesät. Die Pflanze bleibt mindestens 3 Monate stehen und muss vor der Blüte gemäht werden. Sie können auch im September eine späte Aussaat vornehmen. In milden Regionen bedeckt diese Herbstaussaat den Boden den ganzen Winter über und bringt Pflanzen hervor, die im Frühjahr blühen.
Wie sät man es aus?
Diese Gründüngungspflanze benötigt lediglich einen zuvor von Unkraut befreiten, mit dem Spaten auf 2 bis 5 cm Tiefe gelockerten und grob geharkten Boden.
- Die Aussaat erfolgt breitwürfig mit 1 bis 2 g pro m²,
- Für eine möglichst gleichmäßige Aussaat können Sie die Samen mit feinem Sand mischen,
- Nur dünn mit Erde bedecken,
- Mit dem Rechen andrücken und bis zum Auflaufen, das meist 7 bis 10 Tage dauert, fein beregnen.
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Halten Sie die Erde während der gesamten Keimphase feucht. Danach ist Gießen nur nötig, wenn die Erde trocken ist, besonders bei Trockenheit.
Krankheiten sind bei ihr nicht bekannt.
Büschelschön wird etwa 4 Monate nach der Aussaat gemäht. Am besten mähen Sie es vor der Samenbildung, da es sich durch Selbstaussaat stark ausbreiten kann. Nach dem Mähen können Sie es oberflächlich (etwa 10 cm tief) untergraben, in den Kompost geben oder als Mulch liegen lassen: Beim Verrotten reichert der Mulch die Erde mit nährstoffreicher organischer Substanz an. Sie können es auch beim Rasenmähen zerkleinern.
Sie können die Pflanzen auch vor Ort aussamen lassen, um von der Selbstaussaat zu profitieren oder Samen zu gewinnen. Alternativ lassen sie sich einfach ausreißen: Dabei erhalten Sie sofort gut gelockerte Erde, ideal zum Anbau von Gemüse.
Büschelschön lässt sich leicht mit anderen Gründüngungspflanzen wie Weiß- oder Rot-Klee kombinieren.
Vermehrung
Rainfarn-Büschelschön lässt sich nur durch Aussaat vermehren. Im Garten geerntete Samen bleiben etwa 4 Jahre keimfähig.
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