Weiderich (Lythrum): Pflanzen und Pflege

Weiderich (Lythrum): Pflanzen und Pflege

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 16. Oktober 2025  durch Virginie T. 9 min.

Blutweiderich kurz erklärt

  • Lythrum oder Weiderich liebt feuchte Böden und schmückt Teichränder, feuchte Steingärten und sumpfige Beete
  • Elegante Sommerblüte in meist rosa und violetten Ähren
  • Pflegeleicht: bevorzugt feuchte Standorte, gedeiht aber auch in guter, im Sommer frischer Gartenerde
  • Pflegefrei, außer bei anhaltender Hitze gießen
  • Diese große, winterharte Staude mit schlanker Wuchsform bringt Höhe in naturnahe Gärten
Schwierigkeit

Das Wort unserer Expertin

Der Blut-Weiderich, lateinisch Lythrum, ist eine kräftige Staude für feuchte bis sumpfige Böden. Der Blut-Weiderich (Lythrum salicaria), auch Blut-Weiderich genannt, ist die in unseren Gärten am weitesten verbreitete Art. Als Heil- und essbare Pflanze besitzt er zahlreiche Eigenschaften und Wirkungen, die auch in Form von Kapseln oder als Urtinktur genutzt werden. Je nach Sorte trägt er den ganzen Sommer über lange Blütenähren: leuchtend karminrosa bei Lythrum salicaria ‚Robert‘, zartrosa bei Lythrum salicaria ‚Blush‘ oder purpurrosa bei Lythrum virgatum ‚Dropmore Purple‘.

In freier Natur wächst der Blut-Weiderich an Ufern von Gewässern und auf feuchten Böschungen.

Er liebt feuchte Standorte und gedeiht an Teichen sowie in frischen Bereichen naturnaher Gärten, wo er manchmal bis zu 1,80 m hohe, spektakuläre Horste bildet! Er wächst ebenso im dauerhaft frischen Beet wie im nassen Kübel. Mit seinem teilweise eingetauchten Wurzelstock wagt er sich manchmal sogar ins Wasser.

Kräftig und winterhart gedeiht er auch in jedem guten Gartenboden, sofern dieser frisch bleibt. Pflege benötigt er kaum, außer bei großer Hitze zusätzliches Gießen!

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Beschreibung und Botanisches

Steckbrief

  • Lateinischer Name Lythrum
  • Gebräuchlicher Name Blut-Weiderich, Blut-Weiderich
  • Blüte Juni–September
  • Höhe 0,45 bis 2 m
  • Exposition Sonne, Halbschatten
  • Art des Bodens Schwer und feucht
  • Winterhärte -15 °C

Der Lythrum, auch Blut-Weiderich genannt, ist eine Staude für feuchte oder sumpfige Böden. Die Gattung umfasst 35 mehrjährige und einjährige Arten aus der Familie der Weiderichgewächse. Diese in Frankreich weit verbreitete krautige Staude stammt aus Europa, Nordafrika und Nordasien. Dort wächst sie spontan in Gräben, an Teichen und Gewässern sowie in feuchten Bereichen und Wiesen.

In unseren Gärten findet man vor allem den Lythrum salicaria oder Blut-Weiderich mit rosavioletten Ähren. Aus dieser Art sind einige gärtnerische Formen mit besonders farbintensiven Ähren hervorgegangen, darunter ‚Blush‘ oder ‚Robert‘. Seltener findet man den Lythrum virgatum oder Ruten-Weiderich, der weniger bekannt, mit einer Höhe von 1,80 m aber ausgesprochen spektakulär ist. Die Kultivare bieten vielfältigere Rosatöne als die jeweiligen Wildarten.

Der Blut-Weiderich sitzt auf einem kompakten, kräftigen verholzten Wurzelstock mit knotigen Rhizomen. Er bildet recht schnell hohe, aufrechte Horste von 0,45 bis fast 2 m Höhe, je nach Sorte, und wird mindestens 50 cm breit. Aufgrund seines ausläuferbildenden Wurzelwerks und seiner Neigung zur Selbstaussaat gilt der Blut-Weiderich in manchen Regionen wie Nordamerika, Australien und auf La Réunion als invasive Pflanze, da er Feuchtgebiete besiedelt.

Blut-Weiderich

Lythrum salicaria – botanische Illustration

Das sommergrüne Laub besteht aus schmalen, lanzettlichen, sitzenden, stängelumfassenden Blättern von 4 bis 10 cm Länge. Sie stehen meist gegenständig an den kräftigen, behaarten, kantigen und verzweigten Stängeln. Ihre Form erinnert etwas an Weidenblätter, daher der Name „salicaria“, abgeleitet vom lateinischen „salix“ für „Weide“. Im Sommer leuchten sie frischgrün und färben sich im Herbst in prachtvolle orangerote Töne. Die Blattunterseiten sind heller. Einige Sorten haben purpurfarbenes Laub, etwa Lythrum virgatum ‚The Rocket‘.

Über dem dichten, eleganten Laub zeigt der Blut-Weiderich eine zarte Sommerblüte mit hohen, endständigen Blütenständen, die das Laub überragen.

Von Juni/Juli bis September erscheinen an den Stängelspitzen spektakuläre, lange Blütenähren von 25 bis 45 cm Länge. Sie sind dicht mit kleinen sternförmigen Blüten besetzt, die aus sechs gekräuselten Blütenblättern bestehen und zu dritt in Wirteln angeordnet sind. Die Blüten öffnen sich von der Basis zur Spitze. Je nach Sorte sind die Blütenstände unterschiedlich dicht. Lythrum virgatum zeichnet sich durch leichtere, luftige Blütenstände aus.

Je nach Art und Sorte reicht die Farbpalette von Magenta über Zartrosa und intensiv rosafliederfarben bis zu leuchtendem Karminrosa (‚The Beacon‘) und Purpurrosa (Lythrum virgatum ‚Dropmore Purple‘). Seltene Formen wie Lythrum salicaria ‚Alba‘ blühen weiß.

Die nektar- und pollenreichen Blüten erfreuen den ganzen Sommer über Schmetterlinge, Bienen und andere Bestäuber.

Sie eignen sich auch hervorragend als Schnittblumen für sommerliche Sträuße.

Auf die Blüten folgen kleine, sich öffnende Kapseln mit zwei kleinen Samen. Sie werden durch Wasser oder Vögel verbreitet und säen sich bei passenden Bedingungen leicht selbst aus, wodurch der Blut-Weiderich gelegentlich etwas wuchernd werden kann.

Der Blut-Weiderich ist eine winterharte Pflanze, die Temperaturen bis mindestens -15 °C verträgt. Er wächst fast überall in Frankreich, außer vielleicht im Mittelmeerklima, wo die Sommer zu heiß und trocken sind: Seine einzige Kulturvoraussetzung ist ein dauerhaft feuchter Boden.

Er gedeiht in Sonne oder Halbschatten an feuchten Ufern, teilweise sogar im flachen Wasser. Er wächst problemlos in jedem frischen bis feuchten, fruchtbaren, neutralen bis kalkhaltigen Boden, da er sehr saure Böden nicht verträgt. In einem naturnahen Garten, am Rand eines Gewässers oder Teichs, am Gehölzrand, in einem Beet oder an jeder anderen kühlen Stelle im Garten, an der der Boden schwer, feucht oder sogar nass bleibt, kommt er wunderbar zur Geltung.

Wichtige Arten und Sorten

Weiderich-Arten unterscheiden sich vor allem durch ihre Größe und Blütenfarbe.

Die beliebtesten

[produkt sku=“ 80926″ blog_description=“Diese Sorte bildet große, aufrechte, jedoch kompaktere Horste als die Art. Den ganzen Sommer über blüht sie mit langen, besonders dichten Ähren aus leuchtend karminrosa Blüten.“ template=“listing1″ /]

[produkt sku=“89173″ blog_description=“‚The Beacon‘ unterscheidet sich von der Art durch ihren niedrigeren Wuchs sowie dichtere und besonders farbintensive Ähren. Sie gedeiht an feuchten bis nassen Standorten, im flachen Wasser und am Ufer von Gewässern.“ template=“listing1″ /]

Unsere Favoriten

[produkt sku=“80927″ blog_description=“Ein weniger wüchsiger Weiderich mit zarter, hellrosa Blüte. Auch für kleinere Teiche bestens geeignet.“ template=“listing1″ /]

[produkt sku=“9420″ blog_description=“Eine Art mit schlankerem Wuchs und leuchtend purpurrosa Blüten. Sie gedeiht am Teichrand ebenso wie in einem nassen Kübel.“ template=“listing1″ /]

[produkt sku=“89172″ blog_description=“Ein etwas niedrigerer Kultivar als die Art mit langen, eleganten, rosafarbigen Ähren im Sommer. Ideal für kleinere Teiche.“ template=“listing1″ /]

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Pflanzung

Wo Blutweiderich pflanzen?

Der bis mindestens -15 °C winterharte Blutweiderich wächst fast überall in Frankreich, außer im Mittelmeerraum, wo es im Sommer zu trocken ist, denn er benötigt einen feuchten oder zumindest frischen Boden. In gemäßigten Regionen verträgt er die Sommerhitze, sofern der Boden stets feucht und frisch bleibt. Sein Wurzelstock verträgt auch eine teilweise Überflutung mit bis zu 10 cm Wasser.

Nördlich der Loire liebt er volle Sonne, in den südlichen Regionen unseres Landes vor allem Halbschatten. Als lichtliebende Pflanze benötigt er einen hellen Standort, um sich gut zu entwickeln.

Sein einziger Anspruch ist ein dauerhaft schwerer, feuchter, sogar überschwemmter, humusreicher, tiefer und fruchtbarer Boden. Er verträgt lehmige Böden, wächst jedoch nicht in zu saurem oder torfigem Boden.

Blutweiderich ist unter unseren klimatischen Bedingungen nicht invasiv. Pflanzen Sie ihn daher ruhig an Gewässerränder, feuchte Ufer, Teiche oder in einen sumpfigen Bereich Ihres Gartens, den er mit seiner leuchtenden Blüte erhellt. Mit seiner leichten, strukturgebenden Silhouette bringt er auch im Beet Bewegung und Höhe, sofern der Boden im Sommer niemals austrocknet.

Er gedeiht auch sehr gut in einem dauerhaft nassen Kübel.

Wann pflanzen?

Die Pflanzung des Blutweiderichs erfolgt im Frühjahr von Februar bis April nach den Frösten oder im Herbst von September bis November nach der großen Hitze. In sumpfigen Bereichen kann er ganzjährig außerhalb der Frostperioden gepflanzt werden.

Wie Blutweiderich pflanzen?

Im Freiland

Pflanzen Sie versetzt 3 Jungpflanzen Lythrum pro m² mit etwa 50 cm Abstand in alle Richtungen. Für eine schöne Wirkung empfiehlt sich die Pflanzung in kleinen Gruppen.

  1. Stellen Sie den Wurzelballen vor dem Pflanzen in einen Eimer mit Wasser
  2. Graben Sie den Boden tief um und reinigen Sie ihn vor der Pflanzung
  3. Heben Sie ein zwei- bis dreimal größeres Pflanzloch als der Wurzelballen aus
  4. Mischen Sie bei zu nährstoffarmem Boden etwas Kompost unter die Gartenerde
  5. Setzen Sie den Wurzelballen ein und füllen Sie das Loch, sodass die Wurzeln umschlossen sind
  6. Drücken Sie die Erde an und gießen Sie reichlich, auch im ersten Pflanzjahr
  7. Mulchen Sie, damit der Boden frisch bleibt

Im Topf

  1. Geben Sie in einen großen Kübel eine ausreichend dicke Drainageschicht
  2. Pflanzen Sie den Wurzelballen in eine Mischung aus Blumenerde und stets feuchtem Kompost
  3. Mulchen und gießen Sie regelmäßig, ohne das Substrat jemals austrocknen zu lassen

salicaire, lythrum

Pflege und Schnitt

Winterhart und kräftig, sobald sie sich in einem frischen Boden etabliert hat, der Blutweiderich benötigt wenig Pflege. Bodenfeuchtigkeit und ein frischer Standort sind entscheidend für sein gutes Wachstum.

Nach der Pflanzung regelmäßig gießen, danach im Sommer und besonders bei Trockenheit: Achten Sie darauf, dass die Erde nie vollständig austrocknet, sonst vergeht die Pflanze rasch. Im Winter weniger gießen.

Halten Sie den Boden am Fuß der Pflanze mit organischem Mulch (Hanf, Flachsstroh …) frisch und erneuern Sie die Mulchschicht im Sommer bei Bedarf.

Streuen Sie am Ende des Winters einige Schaufeln Kompost am Fuß der Pflanze aus. Im Topf während der Blüte regelmäßig mit organischem Dünger düngen.

Entfernen Sie verblühte Ähren nach und nach, um die Samenbildung zu verhindern: Selbstaussaat macht den Blutweiderich mitunter etwas ausbreitungsfreudig.

Ernten Sie die Samen ab den ersten Frösten zur Aussaat im Frühjahr.

Schneiden Sie den Horst im Herbst bodennah zurück oder reinigen Sie im Frühjahr den Wurzelstock von trockenen Pflanzenteilen.

Wenn die ersten Blätter erscheinen, schützen Sie sie vor dem Appetit der Schnecken, die feuchte Standorte besonders lieben. Entdecken Sie unsere 7 wirksamen und natürlichen Methoden gegen Schnecken und wie Sie eine Schneckenfalle bauen.

Vermehrung

Der Blutweiderich vermehrt sich leicht durch Selbstaussaat oder im Herbst geerntete und im zeitigen Frühjahr ausgesäte Samen (nach Stratifikation). Schneller geht die Teilung des Wurzelstocks, wobei die Pflanze sortenecht erhalten bleibt. Sie erfolgt im Frühjahr nach den letzten Frösten bei gut eingewachsenen Pflanzen.

Teilung

  • Mit einer Grabegabel nach Beginn des Austriebs einen Teil des Wurzelstocks ausgraben
  • Mit einem Spatenstich ein oder mehrere Teilstücke abtrennen
  • Die Teilstücke sofort an geeigneter Stelle im Gartenboden einpflanzen

Weiderich im Garten kombinieren

Der Weiderich ist aus Sumpfgärten nicht wegzudenken. Mit seiner farbenfrohen Blüte bringt er frische, feuchte Bereiche zum Leuchten. Seine schlanke, aufrechte Wuchsform fügt sich problemlos zwischen zahlreiche Sommerblüher.

Am Ufer eines Teichs lässt er sich mit anderen Stauden für feuchte Ufer, den luftigen Astilben, Geissbart, Liatris spicata, Mädesüß (Filipendula rubra ‚Venusta‘),  Gelber Sumpf-Schwertlilie, Schaublatt, Veronicastrum virginicum und Kleinköpfigem Knöterich kombinieren.

Pflanzen Sie ihn beispielsweise mit den hübschen Dolden des Kunigundenkrauts (Eupatorium maculatum ‚Atropurpureum‘), der Sumpf-Wolfsmilch und Goldkolben mit gelben Ähren – für einen kontrastreichen Effekt.

In einer feuchten Steingartenanlage lässt er sich mit Sumpf-Storchschnabel oder Flammenblume kombinieren. Am Rand eines Unterholzes ist er ein guter Begleiter für Farne, Akeleiblättrige Wiesenraute, Japan-Herbst-Anemone und Lungenkraut in Pastelltönen.

Im hinteren Bereich eines naturnahen Beets bilden die höheren Weiderich-Sorten eine sehr gelungene Kombination mit hohen Gräsern wie Chinaschilf, Hirse oder Federgras.

In einem Beet auf eher schwerem, stets frischem Boden bildet er einen schönen Formkontrast zur weniger geschmeidigen Wuchsform von Königsfarn und Funkie unter den Stauden.

Schon gewusst?

Der Blut-Weiderich ist eine Heil- und essbare Pflanze mit wertvollen Wirkstoffen. Junge Blätter können roh im Salat oder gekocht als Gemüse verzehrt werden, die fleischigen Stängel nach dem Garen. Die Blüten dienen als Lebensmittelfarbstoff, insbesondere in der Süßwarenherstellung.

Umgangssprachlich „Blut-Weiderich“ genannt, wird die Pflanze vor allem wegen ihrer stopfenden, aber auch antiseptischen, wundheilenden und blutstillenden Eigenschaften genutzt. Im 18. Jahrhundert behandelte man damit Durchfall und Ruhr. In der Phytotherapie verwendet man die oberirdischen Pflanzenteile, blühenden Triebspitzen und den frischen Saft. Ihre Vorzüge werden zur Behandlung venöser Insuffizienz und bestimmter Hauterkrankungen wie Ekzemen geschätzt. Sie wird als Urtinktur, Flüssigextrakt, Abkochung, Lotion, Pulver oder Salbe angewendet.

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