9 Tipps vom Gartenprofi für einen weißen Garten

9 Tipps vom Gartenprofi für einen weißen Garten

für eine elegante, stilvolle Atmosphäre

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 13. August 2025  durch Gwenaëlle 8 min.

Als neutraler Ton kann Weiß im Garten allein dominieren oder einen eigenen Gartenbereich gestalten. Inspiriert von prachtvollen englischen Gärten, liegt der weiße Monochromgarten im Trend und steht für Eleganz und Reinheit. Er vermittelt Ruhe und Leichtigkeit. In englischen Gärten wirkt er oft romantisch, passt aber ebenso gut zu modernen oder mediterranen Stilrichtungen.

Doch ein monochromer Garten – noch dazu in Weiß – erfordert eine sorgfältige Planung und Gestaltung. Denn für einen schönen Gartenbereich reicht es nicht, Pflanzen mit weißen Blüten zu wählen. Dieser besondere Gartentyp ist zwar im Hochsommer besonders reizvoll, bleibt aber im Wesentlichen saisonal. Die verschiedenen Weißtöne gezielt einzusetzen und Volumen, Kontraste bei Blattwerk und Texturen zu schaffen ist entscheidend für eine gelungene Wirkung. Auch die Jahreszeiten müssen berücksichtigt werden, damit der weiße Garten dauerhaft attraktiv bleibt.

Befolgen Sie unsere Tipps zur Gestaltung eines weißen Gartens und entdecken Sie die außergewöhnliche weiße Farbpalette der Pflanzenwelt!

Der berühmte weiße Garten von Sissinghurst in England (Foto: M. Manners)

→ Lesen Sie auch unseren Ratgeber Weiße Blüten kombinieren

Schwierigkeit

Stellen Sie sich Ihren Gartentyp vor

Vom kleinen Garten über die Terrasse bis zum großen Garten lässt sich Weiß in zahlreichen Raumkonzepten einsetzen. Als Farbe, die viel Licht bringt, fühlt sich Weiß auch auf begrenztem Raum wohl, den es optisch vergrößert, und entfaltet in größeren Gärten seine ganze Strahlkraft. Es kann aber auch einfach einen Garten im Garten gestalten.

Garten im Naturstil, zeitgenössischer Garten, Landhausgarten … Nicht überall kommen dieselben Pflanzen zum Einsatz! Englische oder naturnahe Gärten setzen auf leichte Pflanzen, die den Eindruck erwecken, schon immer dort gewachsen zu sein, in sorgfältig geplanten Mixed Borders, die möglichst natürlich wirken. Dabei werden locker wachsende, geschmeidige Wuchsformen mit Zwiebelpflanzen kombiniert.

In stärker gegliederten, zeitgenössischen oder auch japanisch inspirierten Gärten setzt man auf Gehölze mit dekorativer Wirkung, schnittverträgliche Wuchsformen und aufrechte oder skulpturale Stauden. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem mehrjährige Pflanzen mit weißen Blüten, unverzichtbare Elemente des weißen Gartens.

Der romantische Garten schmückt sich gern mit Rosen, Waldreben, Blauregen, Lilien, Fetthennen, Wiesenrauten und der Japan-Herbst-Anemone ‚Honorine Jobert‘ … Der Natur- oder Wildgarten bezaubert mit Gedrängtblütigem Gilbweiderich, Garbe, Gartenwicke, Jungfer im Grünen, Kamille, Krokus, Narzissen, Margeriten, Schmuckkörbchen, Fingerhut und Flieder … Der zeitgenössische Garten zeigt schlankere, dynamische und dekorative Wuchsformen: Palmlilien, Kleopatranadeln und Chinaschilf. In der exotischen Variante setzt man auf die üppigen, großblättrigen Blätter von Aronstab, Schaublatt, Farnen und Akanthus … Ein weißer mediterraner Garten wiederum stellt Kakteen in den Mittelpunkt und kombiniert Zistrosen, Palmlilien und Fetthennen.

Sie können sogar einen japanisch inspirierten Garten mit ausgewählten Sorten von Kirschbäumen, Magnolien, Azaleen, Alpenrosen, Schattenglöckchen und Viburnum plicatum gestalten!

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Weißer Garten im Buscot Park in England (Foto: A. Harris)

Weiß und Weiße

Reduziert Weiß? Schlicht und raffiniert zugleich, steht es für Reinheit und Sanftheit. Seine Farbpalette ist jedoch keineswegs begrenzt, sondern reich und nuancenreich: von Reinweiß über Creme- und Rosatöne bis zu blassgelb, grünlich oder leicht vergraut. Dazu kommen gefleckte oder gestreifte weiße Blüten sowie silbriges und panaschiertes Laub.

Mit dieser vielfältigen Palette sollten Sie arbeiten, um die monotone, flache Wirkung zu vermeiden, die Weiß hervorrufen kann. Kombinieren Sie makelloses Weiß mit nuancierten Weißtönen, etwa durch Staubblätter mit gelblicher Färbung, Blüten mit mauve- oder gelbem Rand oder zarte Sprenkel. Bei Hortensien eignen sich Sorten, die sich im Herbst grün färben – für ein harmonisches Gesamtbild.

Reinweiß: Galanthus, Platycodon, zahlreiche Heiden, Lilien, Davidia involucrata, Magnolia stellata, Cornus kousa
Cremeweiß: Hortensie, Magnolie, Tulpe, Astilbe, zahlreiche Rosen …
Roséweiß: Acanthus ‚Whitewater‘, Erigeron karvinskianus, Prachtkerze, Christrose, zahlreiche Rosen, Kolkwitzie …
Grünliches Weiß: Galanthus nivalis ‘Flore Peno’, Hydrangea paniculata ‘Limelight’, zahlreiche Christrosen
Gelbliches Weiß: Iris, Christrosen, Astern, Potentilla fruticosa ‚Limelight‘
Gesprenkeltes Weiß: Digitalis purpurea, Clematis cirrhosa ‚Balearica‘, Zistrosen …
Kontrastreiches Weiß, oft mit farbigem Blütenherz, sollte sparsam eingesetzt werden – umgeben von Blattschmuck, der sich von anderen weißen Blüten abhebt: Mohn, Romneya coulteri, Zistrose, Schmuckkörbchen, Kamille, Margerite, Narzisse …

Lesen Sie auch unseren Artikel zur Gestaltung eines silbrig-weißen Gartens!

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Die Vielfalt der Weißtöne: Magnolia stellata, Kolkwitzie, Flammenblume, Prachtkerze, Tulpe, Schneeglöckchen ‚Flore Pleno‘, Mohn

Blattfarben kombinieren

Um Ihre makellosen Blüten perfekt zu begleiten, setzen Sie reichlich auf Blattschmuck! So schaffen Sie eine einzigartige Atmosphäre, in der das Grün die Blüten zur Geltung bringt. Silbrige, weiß panaschierte und bläuliche Töne bringen das Weiß der Blütenstände wunderbar zur Geltung. Achten Sie darauf, Blattschmuck mit rötlichem Austrieb oder rötlichen Herbsttönen zu vermeiden, da er unharmonisch wirkt, und wählen Sie mögliche Blüten sorgfältig aus: Sie sollten weiß sein!

Setzen Sie außerdem auf sehr unterschiedliche Blattformen, um interessante Textur- und Volumeneffekte zu schaffen: zugespitzt wie bei Helleborus feotidus, groß wie bei Funkien, schmal wie bei Strauchweiden und Gräsern, tief eingeschnitten wie bei Akanthus, leicht wie bei Farnen und vieles mehr …
An einem hellen Standort sorgen dunklere Blätter für mehr Tiefe.

silbriger und grauer Blattschmuck: Silbriger Beifuß, Stachys officinalis ‚Alba‘, Convolvulus cneorum, Helianthemum ‘The Bride’, Salix rosmarinifolia, Phillyrea angustifolia
weiß panaschiertes, weiß berandetes Laub bringt die Blütenstände subtil zur Geltung: zahlreiche Pfaffenhütchen, Funkien und Seggen
marmoriertes Laub (Brunnera macrophylla ‘Mr Morse’, Pittosporum ‘Irene Patterson’, Lamium maculatum ‚White Nancy‘, Purpurglöckchen ‘Sugar Plum’) …
weiß gesprenkeltes Laub etwa bei Pulmonaria ‘Sissingurst White’, Euonymous japonicus ‘Pierrolino‘, Fatsia ‚Spider Web‘, Salix integra ‘Hakuro Nishiki’ und andere.
blaugraues Laub: Hosta ‘Halcyon’, Euphorbe characias ‘Wulfenii’, Euphorbia characias ‘Glacier’, Leymus arenarius, Dianthus plumarius ‘Heytor white’ und andere.
grünes Laub: eine große Auswahl an Pfaffenhütchen (glänzendes Laub), samtigem Wolfsmilch-Laub, Purpurglöckchen ‘Little Cutie Blondie in Lime’, Santolina rosmarinifolia virens und den frischen Chartreuse-Grüntönen der Orangenblumen
– Nur sparsam eingesetzt, können sich purpur- bis schwarzlaubige Pflanzen mit weißen Blütenständen in den weißen Garten einfügen: Purpurglöckchen ‘Binoche’, Schlangenbart, Dahlia ‘Happy Single Princess’, Physocarpus

Brunnera, Euphorbia characias ‚Glacier‘, Farn Dryopteris affinis, Pfaffenhütchen ‚Pierrolino‘, Pittosporum ‚Irene Patterson‘, Hosta ‚Fire and Ice

Für mehr Volumen und Leichtigkeit

Wählen Sie luftige, natürliche Stauden als Hintergrund: Geißbart (Aruncus), Lychnis, Gaura, Gipskraut, Japan-Herbst-Anemonen – die Liste ist lang … Botanische und englische Rosen sind unverzichtbar in weißen Gärten im ländlichen oder englischen Stil: Sie verleihen ihnen unendliche Anmut und Leichtigkeit. Viele Stauden und Sträucher gibt es auch in einer weniger bekannten, weißen Variante (oft ‘Alba’ genannt), die für die Gestaltung eines weißen Gartens besonders interessant ist: Skimmia japonica ‘Fragrant Cloud’, Buddleja davidii ‘White Profusion’, Zierquitten, weißer Ginster (Cytisus x praecox ‘Albus’). Auch Säckelblume und Lavendel gibt es in Weiß, ebenso Lupine und Camassie.

Mischen Sie verschiedene Blütenstandsformen: Ähren (Kleopatranadel, Lupinen, Duftnesseln, Arzneiehrenpreis, Felberich, Wiesenknopf …), Kugeln (Allium, Echinops, Schmucklilien, Hortensien …), flache Blütenstände (Garbe, Fetthenne, Gänseblümchen …), die großen Blütenblätter von Iris, Aronstab und Dahlien sowie die Kätzchen von Federborstengräsern usw.

Zu den sorgfältig ausgewählten Stauden, die von Mai bis September durchgehend blühen, gesellen Sie einige Sträucher und kleine Bäume: Sie bringen die nötige Höhe und Fülle in den Garten. Ein oder zwei Exemplare genügen, um den Blick zu lenken und Tiefe zu schaffen: Amelanchier lamarckii ‘Ballerina’, Davidia involucrata, Hartriegel Cornus kousa, Judasbaum (Cercis siliquastrum ‘Alba’), Lagerstroemia und Oleander etwa.

Spielen Sie mit Volumen, indem Sie Kletterpflanzen sowie geschnittene und strukturierte Pflanzen mit luftigen Arten und unterschiedlichen Größen und Texturen kombinieren.

Setzen Sie außerdem auf einige immergrüne Sträucher und Gräser, die Ihren Garten zu jeder Jahreszeit bereichern und für Volumen sorgen – ob geschnitten oder nicht: Phillyrea, Olearia und Lavendel mit grauem Laub, Buchsbaum, duftender Pittosporum tobira, Pittosporum tenuifolium, Federborstengräser, Blaustrahl-Wiesenhafer, Seggen, Stipa barbata

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Eine Szene aus dem weißen Garten von Sissinghurst in England: Volumen entstehen durch das Zusammenspiel aufrechter Formen und der Rundung der Strauchbeete (Foto: M. Manners)

Standort berücksichtigen

Weiß passt zu jedem Standort – wählen Sie einfach aus der großen Vielfalt weißer Blüten, die Sie mit Blättern in verschiedenen Grüntönen kombinieren. Hier eine Auswahl der schönsten weißen Blüten und Blätter von Stauden, Kletterpflanzen, Sträuchern, Bodendeckern und Gräsern:

Für die Nordseite oder einen schattigen Standort gibt es eine große Auswahl weiß blühender Pflanzen, die diese Bereiche aufhellen: zahlreiche Hortensien (darunter die Kletterhortensie Hydrangea petiolaris), Kamelien und Azaleen, weißer Akanthus, Astilben, Fleißiges Lieschen, Herzblumen, Lungenkräuter, zahlreiche Bodendecker wie Lamium maculatum ‚White Nancy‘ sowie Soleirolia und Efeu als Blattschmuck …

Im Süden oder in voller Sonne ist die Auswahl nahezu grenzenlos! Rosen, weißer Blauregen, Liebesblumen, Baldrian, Iris, Mohn, Pfeifenstrauch, weißer Ginster, Zierlauch, Kleopatranadel, Prachtkerzen, Spiersträucher, Iberis sempervirens, Federborstengräser, Großblütiges Schleierkraut, Andeniris, Kleopatranadel, die große Auswahl an Schöner Sternchensträuchern, Magnolia stellata und zahlreiche weiße Kultivare, Strauchveronika, Blumenspiere, Salbei, Heiligenkraut, Rosmarin und weißer Thymian …

Im Halbschatten haben Sie ebenfalls die Qual der Wahl … Astilben, Aronstab, Sterndolden, Lilien, Japan-Herbst-Anemonen, zahlreiche Schneebälle, darunter der prächtige Viburnum plicatum oder roseum, Orangenblumen, Sternjasmin, Flieder, Geißblatt, Gardenien …

Eine unendliche Palette für jeden Standort: Hortensien, Herzblume, Strauchveronika, weißer Rosmarin, Sterndolde, Viburnum plicatum

Gartensaison verlängern

Die meisten weißen Blüten erscheinen im Frühling (weiße Blütenfülle bei Obstgehölzen und anderen Sträuchern, zahlreiche blühende Zwiebelpflanzen) und vor allem im Sommer mit einer Vielzahl an Stauden und Sträuchern.

Die Schwierigkeit eines weißen Gartens besteht darin, ihn das ganze Jahr über farbenfroh zu gestalten. Viele englische „White Gardens“ wirken in den Wintermonaten tatsächlich sehr karg.

Um diese Schwäche des weißen Gartens auszugleichen, verlängern Sie die durch weiße Akzente vermittelte Leichtigkeit bis in Herbst und Winter: Fetthennen, Camellias sasanqua, Astern, Cimicifugas, im Winter dann Clématites cirrhosa, Lonicera fragantissima, Winterheiden, Garrya elliptica, Mittelmeer-Schneeball … Ab Januar folgen Christrosen, Schneeglöckchen, Narzissen, Schneeforsythie (Abeliophyllum distichum), Edgeworthia chrysanta, Cyclamen coum, Cornus alba ‚Sibirica Variegata‘, Schneebeeren … Die Auswahl ist groß: Für die Gestaltung Ihrer Beete mit Blüten und weißen Beeren in der tristen Jahreszeit haben Sie die Qual der Wahl.

Sedum spectabile ‚Stardust‘, Erica darleyensis ‚White Perfection‚, Clématite Armandii, Cimicifugas, Edgeworthia chrysanta, Camellia sasanqua (Foto: H. Koh)

Materialien und Gartenmöbel

Weißer Garten: Naturmaterialien, Holz, Metall und Stein setzen Akzente, schaffen Struktur und unterstreichen die reinen Blüten.

Ein idealer Plan?

Nicht ganz: Höhen, Silhouetten, Blattformen, -strukturen und -farben prägen den weißen Garten. Moderne Gärten nutzen klare Linien, naturnahe geschwungene Formen.

Minimaler Pflegeaufwand

Ist der weiße Garten angelegt und bepflanzt, braucht er viel Pflege, damit er seinen makellosen Anblick bewahrt: Weiße Blüten verfärben sich zum Ende der Blütezeit oft und nehmen manchmal zarte Rosatöne an, die den weißen Eindruck noch milder und besonders reizvoll machen.

Manche Blüten werden jedoch unansehnlich braun: Verblühte Blütenstände sollten Sie entfernen, damit das weiße Gesamtbild nicht beeinträchtigt wird und viele Stauden erneut blühen. Alternativ sammeln Sie abgefallene Blüten auf, etwa von Magnolien oder Kamelien. Eine Ausnahme bilden Hortensien: Ihre Blütenstände können Sie stehen lassen, denn sie zaubern an Frosttagen eine einzigartige Szenerie.

Silbrige oder graue Belaubung mit kleinen Blättern ist für ihre Sonnentoleranz und ihren geringen Wasserbedarf bekannt. Viele sonnenliebende Stauden und Untersträucher benötigen nur sehr wenig Wasser – ein echter Vorteil für diesen letztlich besonders umweltfreundlichen weißen Garten!

Manche Blüten brauchen beim Verblühen und Vergilben besondere Pflege: Rosen, Englische Heide, Chrysanthemen …

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