Asiatischer Laubholzbockkäfer: bedroht er unsere Bäume?

Asiatischer Laubholzbockkäfer: bedroht er unsere Bäume?

Wie erkennen und bekämpfen Sie diesen für Laubbäume gefährlichen Käfer?

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 18. Januar 2026  durch Pascale 4 min.

Anoplophora glabripennis und Anaplophora chinenis: Asiatischer Laubholzbock und EU-Quarantäneschädling. Erkennen und bei Verdacht handeln!

Schwierigkeit

Asiatischer Laubholzbockkäfer: Was ist das genau?

Asiatische Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis und chinenis) sind Käfer. Erkennbar sind sie an ihren schwarzen, glänzenden und glatten Flügeldecken, die mit weißlichen Flecken übersät sind, sowie an ihren sehr langen, fadenförmigen Fühlern, die zwei Drittel ihrer Körperlänge ausmachen. Diese Fühler sind zudem blaugrau gestreift. Das holzbewohnende Insekt ist zwischen 20 und 37 mm groß, wobei das weibliche Tier etwas größer als das männliche ist.

Die beinlosen Larven dieses Insekts werden bis zu 5 cm lang und weisen ein bis zwei Bänder auf dem Pronotum auf (dem oberen Teil des ersten Brustsegments).

Der aus Ostasien stammende Asiatische Laubholzbockkäfer wurde 1996 erstmals in den USA und ab 2001 auch in Europa nachgewiesen. In Frankreich gab es 2020 fünf bekannte Befallsherde, die über das gesamte Land verteilt waren. Bis heute wird nur im Loiretal, insbesondere in der Stadt Gien, eine systematische Überwachung durchgeführt.

Asiatischer Laubholzbockkäfer

Der Asiatische Laubholzbockkäfer hat schwarze, mit schwarzen Flecken punktierte Flügeldecken und sehr lange Fühler

Der Asiatische Zitrusbockkäfer wurde 2000 in Europa, genauer gesagt in Mailand, und 2003 anschließend in Frankreich nachgewiesen. Heute scheint er in Frankreich ausgerottet zu sein.

Dennoch ist weiterhin Vorsicht geboten, denn der Asiatische Laubholzbockkäfer gilt als besonders gefährlicher Schädling an wild wachsenden und kultivierten Laubbäumen. Zumal die klimatischen Bedingungen in Europa für ihn sehr günstig sind. Auch der Handel mit China begünstigt seine Einschleppung ebenso wie das Klima!

Lebenszyklus des Asiatischen Laubholzbockkäfers

Der Lebenszyklus des Asiatischen Laubholzbockkäfers dauert ein oder zwei Jahre. Ausschlaggebend ist der Zeitpunkt der Eiablage! Alles beginnt mit dem Flug der erwachsenen Käfer. Männchen und Weibchen treffen sich während der Vegetationsperiode in der Nähe ihrer Wirtspflanzen. Besonders die Zeit von Juni bis August eignet sich zur Paarung, da die Laubholzbockkäfer nur an schönen, sonnigen Tagen fliegen.

Das Weibchen sucht anschließend einen Baum, in dessen Stamm- und Zweigrinde es Bohrgänge anlegt. Zwischen Bast und Splintholz legt es 30 bis 60 Eier ab und stirbt anschließend. Nach dem Schlüpfen ernähren sich die Larven vom Bast und entwickeln sich weiter. Im dritten Larvenstadium können sie über Fraßgänge tiefer in den Baum eindringen. Nach der Verpuppung kehrt der erwachsene Laubholzbockkäfer zur Rindenoberfläche zurück und bohrt ein rundes Ausschlupfloch von etwa 1 cm Durchmesser. Er ist bereit, davonzufliegen. Der Kreislauf ist geschlossen.

Erwachsener Asiatischer Laubholzbockkäfer

Asiatischer Laubholzbockkäfer, der aus dem an der Rindenoberfläche angelegten Loch schlüpft

Welche Bäume sind betroffen und welche Symptome?

Asiatische Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis) befallen vor allem weichholzige Laubbäume, insbesondere Ahorn (Acer), Birke (Betula), Weide (Salix), Hainbuche (Carpinus), Espe (Populus), Linde (Tilia), Rosskastanie (Aesculus) und Buche (Fagus). In ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet befallen sie über 100 Arten.

Der Asiatische Citrusbockkäfer (Anoplophora chinensis) befällt ebenfalls die genannten Bäume sowie Erle (Alnus), Hasel (Corylus), Platane (Platanus), Zitrusfrüchte (Citrus) sowie Kultur-Äpfel und Birnbäume.

Asiatischer Laubholzbockkäfer an Wirtsbäumen

Der Asiatische Laubholzbockkäfer bevorzugt weichholzige Laubbäume

Die von Bockkäferlarven befallenen Bäume verkümmern langsam. Durch die Fraßgänge kann der Pflanzensaft nicht mehr normal zirkulieren, sodass der Baum nicht ausreichend mit Nährstoffen und Wasser versorgt wird. Er wird geschwächt und kann absterben. Die Larven bleiben dabei unter der Rinde verborgen. Dennoch weisen einige Anzeichen auf einen Befall mit Asiatischen Laubholzbockkäfern hin:

  • Kleine Sägemehlhaufen sammeln sich am Fuß der Bäume oder in den Astgabeln. Das Sägemehl stammt von den Bohrlöchern der Larven in der Rinde.
  • Einschnitte und runde Ausschlupflöcher der erwachsenen Käfer sind an der Rinde von Stamm oder Zweigen sichtbar. Die Einschnitte sind Eiablageöffnungen. Meist erkennt man sie an austretendem Pflanzensaft. Die Löcher dienen auch Pilzen und Bakterien als Eintrittspforten.
  • Einige Zweige werden von den Weibchen entrindet, um die Eiablage zu erleichtern.
  • Einige Zweige trocknen ein und verkümmern.

 

Verdacht auf Asiatischen Laubholzbockkäfer: Was tun?

Wenn Sie eine oder mehrere verdächtige Spuren von Symptomen feststellen, müssen Sie unbedingt die zuständigen Behörden informieren. Kennzeichnen Sie zunächst die Bäume, an denen verdächtige Spuren entdeckt wurden. Wenn Sie ein Insekt sehen, fangen Sie es und legen Sie es in den Gefrierschrank. Auch ein Foto ist wichtig. Wenden Sie sich anschließend an die regionale Direktion für Ernährung, Landwirtschaft und Wald (DRAAF) Ihrer Region. Sie übernimmt die Bestimmung des Insekts über den SRAL (Regionaler Ernährungsdienst) und/oder das auf Pflanzengesundheit spezialisierte FREDON-Netzwerk. Diese beiden Organisationen sind für die Überwachung und Bekämpfung dieser Schädlinge zuständig.

Befall durch den Asiatischen Laubholzbockkäfer

Kleine runde Löcher weisen auf den Asiatischen Laubholzbockkäfer hin

Die Bekämpfung dieses Schädlings erfolgt ausschließlich durch schnellstmögliches Fällen des Baumes. Der Baum wird anschließend zerkleinert und verbrannt. Danach beginnt eine Überwachung der umliegenden Bäume. Auch möglicherweise befallene Holzprodukte (Kisten, Paletten usw.) können verbrannt werden.

Beispielsweise läuft derzeit eine Überwachungskampagne in der Region Centre-Val de Loire. Im Jahr 2024 wurden in den Gemeinden Gien, Poilly-lez-Gien und Saint-Martin-sur-Ocre sowie weiteren Orten 300.000 Wirtbäume untersucht, unter anderem mithilfe eines Spürhundeteams. Im März und April 2024 wurden 16 Bäume gefällt; eine weitere Fällaktion fand zwischen dem 17. und 28. Juni statt. Ein Befallsherd gilt erst vier Jahre nach der Entdeckung des letzten befallenen Baumes als getilgt.

Gebiete wie Furiani (Korsika), Divonne-les-Bains und Royan stehen weiterhin unter Beobachtung.

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