Außergewöhnliche Hortensien

Außergewöhnliche Hortensien

Unbekannte Hortensien zum Entdecken

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 15. Juni 2026  durch Gwenaëlle 6 min.

Bei Hortensien denkt man fast sofort an die großen rosa oder blauen Blütenbälle des für die Bretagne typischen Strauchs. Diese Hydrangea macrophylla mit großen Blättern und auffällig gefärbten, kugeligen Blütenständen ist in unseren Gärten weit verbreitet. Das Aufkommen amerikanischer Hortensien, der Hydrangea arborescens, und asiatischer Hydrangea paniculata mit riesigen kegelförmigen oder runden Blütenständen auf dem Markt vor etwa 20 Jahren hat die Hortensienwelt erheblich erweitert und neu belebt.

Doch es gibt zahlreiche weniger bekannte Hortensienarten mit etwas dezenteren Farben, die schattige Gartenecken poetisch und luftig schmücken. Diese meist aus den Ausläufern des Himalayas oder aus China stammenden, wenig bekannten Hortensien verdienen mehr Aufmerksamkeit: Sie heißen aspera, involucrata und heteromalla … Auch sie werden inzwischen durch Hybridisierungen immer gefragter und bringen außergewöhnliche Kultivare hervor. Sparsam eingesetzt oder zur Gestaltung üppiger Beete auf großen Flächen, entfalten sie in naturnahen oder üppig bepflanzten Gärten ihre ganze Wirkung.

Entdecken Sie diese besonderen Hortensien – Sie werden sich garantiert in sie verlieben oder ihnen völlig verfallen!

Hydrangea quercifolia, Hydrangea serrata ‚Kiyosumi‘ (© Peganum) und Hydrangea aspera ‚Hot Chocolate‘

→ Entdecken Sie unser vollständiges Merkblatt über Hortensien

Schwierigkeit

Hydrangea quercifolia: Eichenblättrige Hortensie

Diese Hortensien gehören sicherlich zu den bekanntesten in dieser Auswahl, denn man sieht sie in zahlreichen Parks und Gärten … weshalb Gartencenter sie zunehmend einem breiten Publikum anbieten. Hydrangea quercifolia stammen wie die arborescens aus Amerika. Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts in Europa eingeführt, bieten sie eine prächtige Blüte mit langen, weißen oder cremefarbenen, kegelförmigen Rispen und zeichnen sich durch ihr erstaunlich eichenähnliches Laub aus. Die dunkelgrünen, tief gelappten Blätter nehmen im Herbst wunderschöne orangefarbene, rote bis bronzefarbene Töne an, bevor sie abfallen. Im Vergleich zu anderen Hortensien dieser Auswahl bleiben sie relativ klein und werden meist nur 1,25 m hoch. Weitere Besonderheiten und Vorteile dieser Eichenblatt-Hortensien: Sie sind äußerst winterhart, entwickeln im Alter eine schöne Rinde, vertragen einen sonnigen Standort und leicht kalkhaltigen Boden … sie können daher fast überall wachsen (dichten Schatten sollte man jedoch vermeiden!). 

Einige empfehlenswerte Sorten: ‚Alice‘, eine der größten Sorten, deren karamellfarbenes Herbstlaub spektakulär ist, sowie die beliebte ‚Snow Queen‘, eine der wenigen Sorten mit stolz aufrecht stehenden cremefarbenen Rispen, die sich im Herbst rosa färben.

→ Mehr über Quercifolias erfahren Sie im Blogbeitrag von Jean-Christophe, im Video von Olivier Hydrangea quercifolia: eine außergewöhnliche Hortensie sowie in unserem Sortiment an Hydrangea quercifolia.

Hydrangea quercifolia im Herbst (© Wendy Cutler) und Hydrangea quercifolia ‚Alice‘ (© Cultivar 413)

Hortensie aspera: die Behaarten

Schon diese Bezeichnung lässt erahnen, dass Hydrangea aspera eine leicht raue Note besitzen. Sie bezieht sich auf das Laub und verleiht ihm einen besonders dekorativen, matten und samtigen Charakter. Das schmale, seidige und gezähnte Laub ist eher dunkelgrün. Die Blüten erscheinen in flachen Dolden mit sterilen Randblüten und fruchtbaren Blüten in der Mitte und wirken sehr anmutig. Je nach pH-Wert des Bodens leuchten sie hellblau bis mauve oder violett. Hydrangea aspera benötigt ausreichend Schatten, um gut zu gedeihen. Sie eignet sich daher vor allem für Unterholzbereiche mit kühlem, aber lichtem Schatten. Die Sträucher werden besonders groß: Bei den meisten Sorten sind in der Reife etwa 3 m Höhe und Breite zu erwarten. Sie wachsen buschig und rundlich. Ihre späte Blüte beginnt im August und dauert bis Oktober. Die aus Nepal stammenden Pflanzen sind robust und vertragen Temperaturen bis -20 °C. Damit eignen sie sich als Sträucher für große Beete oder den lichten Waldrand und können auch in mittleren Berglagen gepflanzt werden.

Einige empfehlenswerte Sorten: die klassische Hydrangea aspera ‚Sargentiana‘ mit sehr großen Blättern (15 bis 20 cm lang) und prächtigen, violett getönten, gewölbten Blüten sowie die außergewöhnliche Sorte ‚Kawakami‘ mit zweifarbigen Blütenständen: violettrote Blüten, weiß eingefasst.

→ Entdecken Sie unser Sortiment an Hydrangea aspera

Hydrangea aspera ‚Villosa‘: Blüten und samtiges Laub (© Peganum). Rechts die Wuchsform (© Leonora Enking)

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Hüllblatt-Hortensie mit Päonienknospen

Im Gegensatz zu den großen Samthortensien gehören Hydrangea involucrata zu den kleinsten Hortensien. Sie werden 0,80 bis 1 m hoch und lassen sich daher fast überall pflanzen, auch in Kübel und als Beeteinfassung. Besonders bezaubernd ist ihre Blütenknospen, die täuschend echt an Päonien erinnern. Beim Aufblühen bilden sie breit gerundete, 12 bis 15 cm große Blütenstände mit zahlreichen fruchtbaren blauen oder rosafarbenen Blüten sowie größeren, sterilen weißen oder hellblauen Blüten. Die Hüllblatt-Hortensien blühen im Hoch- und Spätsommer, manche bis zum Frost. Sie stammen aus Japan und Taiwan und vertragen Temperaturen bis -25 °C. Auch ihr Laub ist reizvoll: breit, geprägt, weich und wie bei den Samthortensien behaart, vermittelt es üppige Pflanzenfülle. Sie benötigen einen schattigen, kühlen Standort. 

Einige empfehlenswerte Sorten: ‘Late Love’ blüht spät und verlängert so die Blütezeit eines Hortensienbeets. Die Sorte bildet ein besonders kompaktes Polster. ‚Yoraku Tama‘ begeistert mit prächtigen gefüllten Blütenständen, während ‚Yokudanka‘ mit Blüten in zartem Lachsrosa bezaubert.

Hydrangea involucrata (© Peganum) und Hydrangea involucrata ‚Late Love‘

Hydrangea heteromalla: Riesen aus dem Himalaya

Mit Hydrangea heteromalla betritt man die Welt der Liebhaber und Sammler, die ihre Beete mit spektakulären und seltenen Sorten erweitern und ergänzen möchten. Hydrangea heteromalla stammt aus dem Himalaya, Nepal und dem Nordosten Chinas. Mit ihren außergewöhnlichen Maßen von 2 bis 3 m Höhe, wobei einige Exemplare 5 m und sogar bis zu 7 m erreichen! lassen sie wahrlich träumen. Diese Riesen fügen sich daher in große Räume und naturnahe Gärten ein, die sie mit ihrer sehr wilden Ausstrahlung bereichern. Das Laub ist leicht rau, länglich und spitz, die frühe Blüte ab Ende Mai stets weiß oder leicht cremefarben und verfärbt sich im Spätsommer rosa. Sie wachsen langsam und eignen sich als Solitär oder als Hintergrundpflanze in einem Park, wo sie viel Exotik verbreiten. Ein weiterer großer Vorteil: Sie gehören zu den winterhärtesten Hortensien und gedeihen sowohl im Flachland als auch im Gebirge.

Einige empfehlenswerte Sorten: ‘Nepal Beauty’ mit prächtigen, riesigen Blüten und orangefarbenen Blattstielen sowie ‘Willy’, die sich im Herbst in kräftigen Rosatönen färbt.

Die grandiose Silhouette von Hydrangea heteromalla. Rechts die Blüte des Kultivars ‚Snow Cap‘ (© Peganum)

Hydrangea serrata: Sägeblatt- oder Tellerhortensie

Hier ist eine weitere Hortensien-Art, die etwas leichter erhältlich ist als die weiter oben genannten Hortensien. Hydrangea serrata zeichnet sich durch stark geaderte und gezähnte Blätter aus, weshalb sie auch als Gezähnte Hortensie bekannt ist, sowie durch ihre besonders zarten Blütenstände. Diese mittelgroßen Sträucher werden 1 bis 1,50 m hoch und wachsen buschig. Ihre Blätter sind groß und färben sich im Herbst oft gelb, rot oder braun. Sie gehören zu den frühesten Blühern unter den Hortensien; einige Sorten blühen im Spätsommer sogar nach. Der Blütenstand ist eine oft flache oder leicht gewölbte Schirmrispe. Bei den Blütenfarben bietet diese Art die gesamte Farbpalette der Hydrangea macrophylla: Weiß, Rosa, Rot, Blau, Mauve und Violett, die sich im Laufe der Saison häufig verändern. Aus ihrer japanischen Heimat haben sie ihre ausgezeichnete Winterhärte bewahrt. Dadurch lassen sie sich in ganz Deutschland an schattigen bis halbschattigen Standorten pflanzen.

Einige empfehlenswerte Sorten: ‚Kiyosumi‘, eine bezaubernde Sorte mit weißen, leuchtend rosa gerandeten Blüten, ‚Tiara‘, die sehr reich blüht und sich mit lavendelblauen und rosa Blüten bedeckt. Ihr Laub zeigt im Sommer eine interessante braunpurpurne Färbung. 

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Hydrangea serrata ‚Tiara‘ (© Jean Weber) und ‚Blue Bonnet‘ (© Michele Dorsey Walfred)

Mehr erfahren

In diesem Artikel hätte ich auch über Hydrangea anomala, die Kletter-Hortensie, sowie über die duftenden Hydrangea angustipela sprechen können.

Wenn Sie sich in diesem faszinierenden Thema rund um Hortensien bestens auskennen möchten, empfehle ich Ihnen wärmstens das hervorragende Buch von Ronan Garin: l’Encyclopédie de mes plus beaux Hortensias et Hydrangeas“. Ich entdeckte es in seiner wunderbaren, den Hortensien gewidmeten Baumschule im Morbihan. Das Buch stellt fast 350 Sorten vor – eine wahre Bibel, die auf keinen Nachttisch fehlen sollte. Auch die Baumschule ist einen Besuch wert, wenn Sie in der Nähe der hübschen mittelalterlichen Stadt Josselin sind.

„Hortensias et Hydrangeas d’aujourd’hui“, ein weiteres sehr umfassendes Buch von Thierry de Ryckel, erschienen bei Ulmer, führt die botanischen Besonderheiten auf und beschreibt sie. Dabei werden auch die Entwicklungen bei den Sorten erläutert. Weitere Informationen finden Sie im Artikel von Virginie.

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atypischer Hortensie