Bäume und Sträucher: verschiedene Wuchsformen

Bäume und Sträucher: verschiedene Wuchsformen

Alle Größen, Formen für jeden Garten

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 13. August 2025  durch Olivier 5 min.

Säulenförmig, pyramidal, tafelförmig oder kriechend: Welche Wuchsformen von Bäumen und Sträuchern passen in Ihren Garten? Ein Überblick.

 

Schwierigkeit

Bäume, Sträucher und Kleinsträucher: kurz erklärt

Gärtner, selbst Profis, neigen dazu, die Begriffe durcheinanderzubringen. Zugegeben: Die Unterschiede zwischen Bäumen, Sträuchern und Untersträuchern sind oft ziemlich unklar.

  • Ein Baum ist eine verholzende Pflanze mit einem dicken Stamm, gerade oder nicht, und höher liegenden Zweigen (der Krone oder dem Kranz), die im Erwachsenenalter mehr als 7 Meter misst, wie die Rotbuche.
  • Ein Strauch ist eine verholzende Pflanze mit einem dünnen Stamm, gerade oder nicht, höher liegenden Zweigen und einer Wuchshöhe von 2 bis 7 Metern im Erwachsenenalter, wie der Pfirsichbaum.
  • Ein Unterstrauch ist eine verholzende Pflanze mit einer Höhe von 50 Zentimetern bis 2 Metern, die keinen Stamm besitzt und sich von der Basis an verzweigt, wie der Haselstrauch.
  • Ein Unterstrauch hingegen wird im Erwachsenenalter nicht höher als 50 Zentimeter.

Als Gärtner bezeichnen wir selbstverständlich alles, was an einem einzelnen Stamm wächst, eher als Baum und alles, was sich mehr oder weniger von der Basis an verzweigt, als Strauch.

Achtung: Manche Bäume können auf den Stock gesetzt werden und bilden dann mehrere Stämme an der Basis!

Eine Blutbuche, ein Blasenbaum und ein Perückenstrauch: drei unterschiedliche Höhen und Wuchsformen von Baum, Strauch und Unterstrauch für unterschiedlich große Flächen (Fotos: Gwenaëlle David)

Kegelförmige, pyramidenförmige Wuchsform

Ideal als Solitär oder in Beeten mit Blütensträuchern, Sträuchern und Stauden sowie in großen gemischten Hecken: Bäume und Sträucher mit kegelförmiger oder pyramidenförmiger Wuchsform haben seitlich angeordnete Zweige, die von der Basis zur Spitze kürzer werden und eine regelmäßige, geometrische Kegelsilhouette bilden wie beim Liquidambar styraciflua oder eine schlanke, kegelförmige Silhouette wie beim Cercidiphyllum japonicum. Doch dies gilt auch für viele Nadelgehölze wie Tannen, Fichten und die Himalaya-Kiefer.

Manche runden sich im Laufe der Jahre von Natur aus ab, behalten aber ihre kegelförmige Silhouette. Wahrscheinlich müssen Sie jeden zu kräftigen Zweig zurückschneiden, der die Form verunstalten würde. Der Leittrieb (die Spitze der Pyramide) muss stets dominant bleiben, sonst geht die kegelförmige Wuchsform verloren.

Bäume mit kegelförmiger oder pyramidenförmiger Wuchsform gibt es in allen Größen. Die größten eignen sich nicht für kleine Gärten, doch heute sind zahlreiche kompaktere Sorten als die entsprechenden Wildarten erhältlich.

Beispiele für Bäume mit kegelförmiger Wuchsform:  Cercidiphyllum japonicum, Metasequoia glyptostroboides, Corylus colurna…

Beispiele für Bäume mit pyramidenförmiger Wuchsform: Liquidambar styraciflua, Magnolia grandiflora, Gingko biloba, Tillia cordata…

port arbres et arbustes

Die kegelförmige Wuchsform ist an ihrer schlanken, dreieckigen Silhouette erkennbar. Rechts ein Sequoia (Skizze und Foto: Gwenaëlle David)

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Säulenförmige, aufrechte Wuchsform

Oft werden „säulenförmige Wuchsform“ und „säulenförmiger Wuchs“ verwechselt. Beide Wuchsformen haben eine Krone, die höher als breit ist, doch bei Bäumen mit säulenförmiger Wuchsform stehen die Seitenzweige eher waagerecht, während Bäume mit säulenförmigem Wuchs aufrechte, fast senkrecht stehende und eng am Stamm anliegende Zweige haben.

Solche Bäume pflanzt man als „vertikalen“ Blickfang in Beete mit niedrig blühenden Pflanzen oder in regelmäßigen Abständen in gemischte Hecken, kombiniert mit Bäumen oder Sträuchern mit lockereren oder hängenden Silhouetten. Bäume und Sträucher mit säulenförmigem oder säulenartigem Wuchs haben eine besonders auffällige, schmale und schlanke Form. Pflanzen Sie sie nicht zu dicht, damit diese dekorative Wirkung erhalten bleibt. Das Wachstum erfolgt vor allem in die Höhe: So können sie mehrere Meter hoch werden, ohne im Durchschnitt mehr als 2 Meter breit zu werden – bei säulenförmigem Wuchs manchmal sogar weniger. Bäume mit säulenförmiger Wuchsform werden bis zu 4 Meter breit.

Sie können auch einen Zugangsweg oder einen Weg vom Eingangstor zum Haus betonen und Ihrem Garten eine mediterrane oder klassische Note verleihen.

Sie ziehen den Blick auf sich und lassen den Garten länger oder breiter wirken, je nachdem, ob sie am hinteren Ende oder rund um den Garten stehen. Schließlich sind sie ideal für kleine Gärten mit wenigen Ar, da sie in der Breite wenig Platz beanspruchen.

Einige Beispiele für Bäume mit säulenförmiger Wuchsform: Kalifornische Flusszeder, Dreilappiger Apfel oder Dreidornen-Gleditschie ‚Elegantissima‘.

Einige Beispiele für Bäume mit säulenförmigem Wuchs: Hänge-Birke ‚Fastigiata‘, Grannen-Kirsche ‚Amanogawa‘, Faulbaum ‚fastigiata‘ oder Harringtons Kopfeibe ‚Fastigiata‘. Auch einige größere Bäume haben einen säulenförmigen Wuchs und können nach einigen Jahren fast 6 Meter breit werden: Rotbuche ‚Dawyck‘ oder Schwarz-Pappel ‚Italica‘.

Wuchsform von Bäumen und Sträuchern

Der säulenförmige Wuchs und rechts eine Allee aus säulenförmigen Pyrus (Skizze und Foto: Gwenaëlle David)

→ Mehr erfahren: 7 Sträucher mit säulenförmigem Wuchs und 10 Bäume mit säulenförmigem Wuchs.

Ausgebreitete Wuchsform

Perfekte Begleiter für ein Nickerchen in ihrem Schatten: Bäume und Sträucher mit ausgebreiteter Wuchsform haben Äste, die aus einem eher niedrigen Stamm waagerecht hervorwachsen. Sie eignen sich ideal als Solitär in der Mitte einer Rasenfläche oder in kleinen Gruppen, um eine kleine Baumgruppe in einer Wiese oder einem Park zu bilden. Die niedrigsten Äste sollten aus zwei Gründen frühzeitig entfernt werden: Damit man sich „leicht“ darunter bewegen kann und der Baum eine schöne „Schirmform“ erhält. Ein Auslichtungsschnitt an einem oder mehreren Hauptstämmen betont zusätzlich die Ästhetik dieses Baumtyps.

Ihre ausgebreitete Wuchsform kann in kleinen Gärten gelegentlich zum Problem werden, besonders wenn sie in der Nähe von Gebäuden oder am Rand des Gartens gepflanzt werden. Denn selbst nach einem starken Rückschnitt nehmen diese Bäume schnell ihre natürliche Wuchsform wieder an. Am besten planen Sie daher von Anfang an ausreichend Platz in der Breite ein. Informieren Sie sich vorab genau über die Größe Ihrer ausgewachsenen Bäume!

Manche Bäume entwickeln jedoch eine sogenannte „Schirmform“, bei der sich die Verzweigung auf einem relativ hohen Stamm ausbreitet. Auch diese Bäume sollten größeren Gärten vorbehalten bleiben, entweder in der Mitte einer großen Rasenfläche oder am Rand eines Parks.

Einige Beispiele für Bäume mit ausgebreiteter Wuchsform: Catalpa speciosa, Parrotia persica, bestimmte Prunus-Arten wie Prunus serrulata ‚Accolade‘, Schlangenhautahorn sowie Maulbeerbäume wie Morus kagayamae.

Einige Beispiele für Bäume mit Schirmform: Albizzia jubrissin oder die Pinie.

Wuchsform von Bäumen und Sträuchern

Typische Silhouette eines Baumes mit Schirmform. Rechts ein Schlafbaum (Skizze: Gwenaëlle David)

Kriechende Wuchsform

An unwirtlichen Böschungen sowie unter stattlicheren Bäumen und Sträuchern gepflanzt, haben Bäume und Sträucher mit kriechender Wuchsform von Anfang an am Boden liegende Zweige. Dies ist eine Anpassung an raue, windige und schneereiche, oft montane Klimate.

Sie bedecken und schützen den Boden, halten ihn feucht und verhindern das Aufkommen von Unkraut. Daher eignen sie sich als Bodendecker, aber auch zur Befestigung von Böschungen. Da es sich definitionsgemäß um sehr niedrig wachsende Bäume handelt, die sich mit der Zeit ausbreiten, passen sie in jeden Garten – vom kleinsten bis zum mehrere Hektar großen Park.

Einige Beispiele für Bäume mit kriechender Wuchsform: Pinus mugo, Zwerg-Zierweide (Salix repens) oder Zwerg-Wacholder (Juniperus sibirica) …

Wuchsform von Bäumen und Sträuchern

Flache Silhouette der kriechenden Wuchsform. Rechts ein Juniperus (Skizze und Foto: Gwenaëlle David)

Hängende Wuchsform

Trauerbäume haben biegsame Zweige, die herabhängen und sich natürlich zum Boden neigen. Sie können am Wasser wie eine Trauer-Weide (Salix babylonica) oder einzeln beziehungsweise als kleine Baumgruppe inmitten einer Wiese oder eines Rasens gepflanzt werden, etwa eine Trauer-Zeder oder Trauer-Birken.

Trauerbäume eignen sich meist eher für große Gärten. Es gibt jedoch Gartensorten für kleine Gärten, etwa die säulenförmige Trauer-Birke oder Betula pendula ‚Fastigiata‘, die mit ihrer säulenförmigen Wuchsform sehr schmal bleibt. Auch Bäume mit hängenden, aber nicht wirklich trauernden Zweigen sind möglich, etwa die Chinesische Spießtanne (Cunninghamia lanceolata).

Einige Beispiele für Trauerbäume, die nicht höher als 6 m werden und etwa 5 m breit wachsen: Pyrus salicifolia ‚Pendula‘, Salix caprea ‚Pendula‘ oder Sophora japonica ‚Pendula‘.

Wuchsform von Bäumen und Sträuchern

Die typische Wuchsform eines Trauerbaums (Skizze: Gwenaëlle David). Rechts eine Trauer-Weide (Salix babylonica)

→ Entdecken Sie die Trauerbäume

Einige Sonderfälle...

  • Etagenförmige Wuchsform: Diese Bäume sollten großen Gärten vorbehalten bleiben, damit ihre besondere Wuchsform zur Geltung kommt. Meist handelt es sich um Nadelgehölze wie Araucaria araucana, deren Zweige kreisförmig um den Stamm angeordnet sind (wirtelige Wuchsform) und so Etagen bilden. Eine etagenförmige Wuchsform findet sich aber auch bei einigen sommergrünen Bäumen wie Cornus controversa und Cornus alternifolia. Letzterer lässt sich allerdings problemlos in einen kleinen Garten integrieren;
  • Buschige oder unregelmäßige Wuchsform: Die Pflanze bildet eher einen unregelmäßig geformten Busch. Diese Wuchsform findet sich vor allem bei Sträuchern. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass die Haupttriebe bereits an der Basis austreiben, während die Seitentriebe kräftiger sind als die unteren Triebe. Kleine, buschig wachsende Sträucher eignen sich ideal für naturnahe, frei wachsende Hecken;
  • Kugelige oder sphärische Wuchsform: Diese Pflanzen bleiben meist recht klein und eignen sich daher für begrenzte Flächen. Außerdem benötigen sie keinen besonderen Rückschnitt;
  • Eiförmige oder kugelige Wuchsform: Kugel-Robinie (Robinia pseudoacacia ‚Umbraculifera‘) und Kugel-Ahorn (Acer platanoides ‚Globosum‘) lassen sich perfekt mit Bäumen oder Sträuchern mit breiter, lockerer Wuchsform oder mit Formschnittgehölzen kombinieren. So entsteht ein „wolliger“ Effekt, etwa mit Buchsbaum oder Ilex crenata;
  • Gewundene Wuchsform: Die Zweige von Bäumen und Sträuchern winden sich in alle Richtungen, wie bei der Korkenzieher-Weide oder dem Korkenzieher-Hasel. Wie Bäume und Sträucher mit Zierrinde verdienen sie einen Platz als Solitär oder in einem Beet aus Sträuchern und Stauden. Sie können vor Hecken aus immergrünen Pflanzen stehen, damit ihre besondere Silhouette auch im Winter zur Geltung kommt.
  • Der besondere Fall des Stipes: Genau genommen handelt es sich dabei nicht um eine Wuchsform von Bäumen. Ein Stipe ist lediglich ein Stängel oder Scheinstamm, der nach und nach verholzt oder aus alten, abgestorbenen Blättern beziehungsweise Wedeln besteht. Einen Stipe findet man bei Palmen, Palmlilien, Bananen und Baumfarnen.
Silhouetten von Bäumen und Sträuchern

Typische etagenförmige Wuchsform der Zeder, buschige Wuchsform einer Forsythie, kugelige Wuchsform einer Kräuselmyrte, kugelige Wuchsform von Acer platanoides ‚Globosum‘, gewundene Wuchsform von Salix tortuosa und charakteristischer Stipe der Palme Butia capitata (Fotos: Gwenaëlle David)

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Die Formen von Bäumen und Sträuchern