Begonie als Staude erkennen?
Begonien: einjährig oder mehrjährig?
Inhaltsverzeichnis
Begonien: Welche Arten gibt es? Tuberbegonien sind meist nicht winterhart, doch viele mehrjährige Arten gedeihen im Schatten und Halbschatten.
Laub und Triebe genau beobachten
Sie geben fast sicheren Aufschluss über den Begonientyp.
Mehrjährige Begonien bilden bei uns ebenfalls Blüten, doch kultiviert man sie vor allem wegen ihres Laubs und ihrer Bodendeckerwirkung, da sie sich durch Rhizome oder Brutzwiebeln ausbreiten.
Im Gegensatz zu einjährigen Begonien, die für Töpfe und Balkonkästen sehr beliebt sind, verlieren mehrjährige Begonien – wie alle Stauden – bei nahendem Winter ihr Laub. Dadurch sind sie winterhärter, also besser gegen Kälte geschützt. Als einjährig betrachtete Begonien, die im Topf kultiviert werden, behalten ihr Laub, wenn man sie beispielsweise bei 10–15 °C in einem Wintergarten ins Haus holt.
Mehrjährige Begonien besitzen im Allgemeinen deutlich größere Blätter als ihre einjährigen Verwandten, die an der Unterseite sehr oft nervig sind. Das macht ihren besonderen Reiz aus, vor allem in exotischen Beeten.
Einjährige Begonien haben glänzende oder lackartig schimmernde Blätter, im Gegensatz zu mehrjährigen Begonien, auch wenn einige Arten wie Begonia sutherlandii glänzendere Blätter besitzen. Ihre Blätter können zudem gekräuselt sein.
Beide Begonientypen können mit weißen Flecken übersäte oder dunkelgrün gefärbte Blätter tragen, was die Unterscheidung nicht unbedingt erleichtert …

Links das Laub einer mehrjährigen Begonie (Begonia grandis), rechts das glänzendere Laub einer Begonie tuberhybrida.
Die Stängel sind meist leicht rötlich, was bei beiden Begonientypen zu beobachten ist. Bei großen, ausgewachsenen Exemplaren können sie zudem brüchig, ja sogar verholzt sein, etwa bei der Bambus-Begonie (Begonia maculata), die als Zimmerpflanze kultiviert wird.
Schließlich besitzen einige aus Asien, Taiwan oder China stammende mehrjährige Begonien gelappte oder stark eingeschnittene Blätter, wie Begonia palmata, oder tief geschlitzte Blätter wie Begonia pedatifida.
Die bei uns beliebteste Art, Begonia grandis, zeichnet sich durch große Blätter mit roter Unterseite aus.
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Begonien: Pflanzen, Kultivierung und PflegeBlumen untersuchen
Die Blüte einer Begonie liefert uns ebenfalls zahlreiche Hinweise, vor allem durch ihre Form, Größe und Farbe, aber auch durch die Wuchsform. Alle Blüten sind an einem kleinen gelben Herzen zu erkennen.
Die Blütenfarbe ist bei mehrjährigen Begonien meist recht blass: Sie reicht von Weiß und Creme bis zu Bonbonrosa. Bei einjährigen Knollenbegonien ist sie dagegen oft leuchtend, kräftig und sehr vielfältig (Gelb, Orange, leuchtendes Rosa, Lachstöne und Rot).

Links Begonia grandis envasiana, rechts Beetbegonien (©Tauralbus-Flickr).
Mehrjährige Begonien haben deutlich kleinere Blüten von 2 bis 3 cm. Einjährige Begonien tragen manchmal ebenfalls kleine Blüten, etwa Begonia sempervirens. Viele Hybriden (die Begonia x thuberhybrida) werden jedoch wegen ihrer großen Blüten mit 6 bis 10 cm Durchmesser ausgewählt. Die kleineren Blüten mehrjähriger Begonien wirken weniger farbenprächtig als die Blüten einjähriger Begonien, die wegen ihrer üppigen Blüte besonders beliebt sind.
Auch die Blütenform unterscheidet sich: Bei Knollenbegonien sind die Blütenblätter bei gefüllten Blüten manchmal gefältelt oder gekräuselt. Bei einer mehrjährigen Begonie kommt dies dagegen fast nie vor. Ihre Blüten sind stets einfach und sitzen an langen Blütenstielen, die kleine Sträuße sehr zarter Blüten tragen.

Links üppige, gefüllte und große Blüten einjähriger Begonien, rechts Begonia grandis mit kleinen, zarten Blüten.
Die Blütezeit ist schließlich ein weiteres recht zuverlässiges Unterscheidungsmerkmal: Bei mehrjährigen Begonien beginnt sie meist später als bei Knollenbegonien, ab Mitte des Sommers, und dauert bis in den Herbst. Knollenbegonien blühen dagegen vom Frühjahr (Juni) bis zum Sommer und anschließend bis zum ersten Frost. Überwintert man diese einjährige Begonie im Haus, kann sie weiterblühen.
Wuchsform und Breite beachten
Eine mehrjährige Begonie lässt sich anhand ihrer Größe recht einfach von einer einjährigen unterscheiden. Es ist nicht ungewöhnlich, dass eine mehrjährige Begonie über 50 cm, bei manchen Arten sogar bis zu 80 cm hoch wird, etwa die bekannte Begonia envasiana oder Begonia formosana. Bei diesen Arten sitzen die Blätter an hohen, aufrechten und kräftigen Stängeln. Einjährige Begonien, die bei uns häufig verwendet werden, wie Begonia semperflorens, bleiben dagegen meist kleiner und kompakter.
Der stark überhängende Wuchs mancher Kultivare ist ebenfalls oft ein Hinweis auf eine einjährige Begonie: Aus diesem Grund werden sie häufig in Balkonkästen und Blumenampeln verwendet.
Einige Begonien werden auch als bambusartig (etwa Begonia maculata, in Frankreich häufig unter dem Namen ‚Tamaya‘ angeboten) oder buschig wachsend (Begonia coccinea) bezeichnet.
Hinweis: Faserwurzelige Begonien können in ihrer natürlichen Umgebung in Brasilien teilweise problemlos über einen Meter hoch werden (B. haageana, B. corallina, B. coccinea …). Bei uns lassen sie sich als Zimmerpflanzen kultivieren.

Begonia semperflorens, links kompakt. In der Mitte Begonia formosana mit buschigem Wuchs (©LiChieh Pan-Flickr), rechts Begonia maculata mit bambusartigem Wuchs.
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Begonien pflanzenSicherheit dank ihrer Wurzeln
Für das Auge im Garten schwerer zu erkennen, sind Wurzeln ein hervorragendes Mittel, Begonien zu unterscheiden – vorausgesetzt, Sie kennen sich mit Wurzelsystemen aus.
Begonien werden in drei große Gruppen eingeteilt: knollige Begonien, die im Winter in Dormanz gehen (dazu gehören Begonia envasina und Begonia x tuberhybrida). Ihre unterirdischen Triebe sind zu flachen Knollen verdickt. Davon unterscheiden sich Begonien mit Rhizomen und faserigen Wurzelstöcken, die ausläuferbildende Wurzeln, immergrünes Laub und eine üppige Blüte haben.
→ Lesen Sie auch: Zwiebeln, Knollen, Rhizome: Was sind die Unterschiede?
Winterhärte: wichtiges Merkmal bei Begonien
Wenn Sie sich für eine einjährige Knollenbegonie entscheiden und sie über den Frost hinaus erhalten möchten, holen Sie sie je nach Region bereits im September oder spätestens im Oktober ins Haus. Diese aus Südamerika stammenden Begonien würden den Winter im Freien nicht überstehen. Möchten Sie mit einjährigen Begonien sommerliche Beete gestalten, müssen Sie natürlich jedes Jahr neu pflanzen …
Mehrjährige Begonien sind zwar winterhart, jedoch nur bis etwa -10 bis -15 °C. Damit sie im späten Frühjahr wieder erscheinen, benötigen sie in vielen Regionen dennoch eine dicke Mulchschicht. Die winterhärteste mehrjährige Begonie ist Begonia grandis subsp. envasiana.
→ Auch lesenswert: Wie versteht man die Angaben zur Winterhärte einer Pflanze?
Mehr über Begonien erfahren
Rochefort: weltgrößte Begoniensammlung im nationalen Konservatorium. Oliviers Video zu Begonia grandis: eine schöne Staude fürs Blattschmuckbeet.
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