Englischer Garten: Gestaltungstipps?
Unverzichtbare Elemente
Inhaltsverzeichnis
Englischer Garten: natürliche, freie, romantische Atmosphäre. Mixed-Borders, üppige Stauden, sanfte Wege: Tipps zur Gestaltung.
Sich von der Natur inspirieren lassen
Weit entfernt von den streng geordneten französischen Gärten, in denen die Natur völlig beherrscht schien, besteht die Idee des englischen Gartens darin, die Natur nachzuahmen und scheinbar natürliche, jedoch gestaltete Landschaften zu schaffen. Teichen, Wasserstellen, Kaskaden und Gehölzgruppen kommt dabei große Bedeutung zu. Der Garten wird so angelegt, dass sie zur Geltung kommen. Für die Gestaltung verwendet man natürliche Materialien wie Holz und Stein. Der englische Garten lässt außerdem viel Raum für die Biodiversität. Teiche und Tümpel dienen zahlreichen Insekten als Rückzugsort. Die vielen Blumen in den Beeten können den Eindruck einer natürlichen Wiese vermitteln und locken bestäubende Insekten an, die ihren Nektar aufnehmen. Die Natur darf sich entfalten, anstatt dass man versucht, sie zu beherrschen.

Der englische Garten orientiert sich an der Natur und setzt Tümpel, Wasserstellen, Gehölzgruppen und Laubbäume in Szene. Die Formen sind weich, mit vielen Kurven und Wellen, auch wenn ein deutlicher Kontrast zwischen den Beeten und dem Rasen erkennbar ist
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Englische Gärten wirken sehr frei und natürlich, ja poetisch. Wir empfehlen Ihnen, geschwungene Wege anzulegen, über die Sie beim Erkunden der verschiedenen Gartenbereiche immer wieder neue Blickwinkel entdecken. Strukturieren Sie den Garten mit Kurven und sanften Wellen und gestalten Sie fließende Formen! Sie können auch etwas versteckte Bereiche anlegen, die sich erst hinter einer Wegbiegung zeigen und beispielsweise einen Rückzugsort bieten, während sie zugleich eine geheimnisvolle Wirkung erzeugen.
In Englischen Gärten sind auch Kontraste von großer Bedeutung! Gestalten Sie beispielsweise naturnahe Bereiche, etwa eine Naturwiese, und Mixed Borders, in denen die üppige Vegetation scheinbar über das Beet hinauswächst … Sie bilden einen reizvollen Kontrast zu einem perfekt gemähten Rasen! Sie können außerdem einige gerade Wege anlegen, die dem Garten Struktur verleihen. Interessant ist auch, kleine geschnittene Hecken zur Abgrenzung einzelner Bereiche anzulegen und bestimmte Elemente hervorzuheben.
Sie können Sichtachsen, Ausblicke und Bereiche mit freier Sicht gestalten. Schaffen Sie einen Blickfang, etwa mit einer Statue oder einem Brunnen, auf den ein schnurgerader Weg zuführt, gesäumt von üppig blühenden Beeten! Wenn Ihr Garten einige niedrige Steinmauern besitzt, sollten Sie auch diese hervorheben, zum Beispiel indem Sie mit Blumen und Beeten die Aufmerksamkeit auf sie lenken. Sie können die Mauern als Rahmen nutzen, etwa als gerade Linie, die den Blick auf eine Perspektive öffnet.
Arbeiten Sie die natürlichen Elemente wie Wasserflächen, Teiche und Gehölzgruppen heraus, indem Sie beispielsweise Wege auf sie ausrichten. Wenn Sie große, elegant gewachsene Laubbäume besitzen, empfehlen wir Ihnen ebenfalls, diese in Szene zu setzen, etwa indem Sie den Bereich um sie herum freihalten oder eine Bank mit Blick auf sie aufstellen.
Ebenso lohnt es sich, einige Bereiche zur Erholung zu schaffen, in denen Sie eine Bank oder Gartenmöbel aufstellen. Gestalten Sie kleine, abgelegene und von der Vegetation etwas verborgene Plätze, die ideal zum Entspannen sind!

Der Englische Garten im Park des Domaine de Chaumont-sur-Loire
Üppige Mixed-Borders gestalten
Mixed-Borders sind ein unverzichtbares Element englischer Gärten. Diese Beete, in denen zahlreiche verschiedene Stauden kombiniert werden, wirken üppig und vermitteln ein Gefühl pflanzlicher Fülle. Die Pflanzen können über die Wege hinauswachsen und Linien aufbrechen; es fällt ihnen schwer, sich auf das Beet zu beschränken. Wir empfehlen, Mixed-Borders entlang der Wege und Hauptdurchgänge sowie am Rasenrand anzulegen. Pflanzen Sie die Stauden relativ dicht und vergessen Sie die üblichen empfohlenen Pflanzabstände. Entscheidend ist, Dichte zu schaffen. Setzen Sie die höchsten Pflanzen am besten in den hinteren Bereich des Beets und etwas niedrigere davor. Zögern Sie jedoch nicht, gelegentlich mit den Regeln zu brechen und einige hohe Stauden im vorderen Bereich des Beets zu pflanzen. Ein Mixed-Border sollte üppig wirken, mit opulentem Laub und vor allem einer großen Vielfalt an Blüten.

Mixed-Borders mit zahlreichen Stauden (Foto Stuart Logan) / Szene mit Sternkugel-Lauch, Storchschnabel ‚Johnson’s Blue‘, Ziest, Iris, Mohn und Fingerhut ‚Suttons Apricot‘ (Foto Clive Nichols – MAP – Garten The Old Rectory Hasselbech, Northamptonshire)
→ Lesen Sie unseren vollständigen Beitrag über Mixed-Borders.
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Im klassischen Englischen Garten dominieren Pastelltöne: Rosa, Blau, Mauve und Weiß. Grün, Farne und Funkien prägen das Bild; Kontraste setzen Akzente.
Reiche Pflanzenauswahl
Rosen nehmen in englischen Gärten einen wichtigen Platz ein. Pflanzen Sie ruhig welche – ob Strauchrosen, die Sie in ein Beet integrieren können, oder Kletterrosen, die Sie beispielsweise an einer Laube emporleiten. Rosen verleihen dem Garten viel Sanftheit und Romantik. Auch ihr Duft ist ein Genuss!
Kletterpflanzen sind ebenfalls ideal. Wählen Sie zum Beispiel Waldreben, Blauregen, Kletterrosen oder Echten Jasmin und lassen Sie sie an einem Bogen, einer Laube oder einer Pergola emporwachsen …
Stauden gehören unbedingt in gemischte Rabatten. Sie bleiben mehrere Jahre am selben Platz, wodurch sich der Pflegeaufwand verringert. Entscheiden Sie sich zum Beispiel für Storchschnabel, Rittersporn, Glockenblumen, Phlox paniculata … Genießen Sie den Charme des Türkischen Mohns oder die unvergleichliche dekorative Wirkung von Knoblauch. Denken Sie auch an das dekorative Laub von Farnen und Funkien: Es bringt schöne Grüntöne in den Garten und lässt die Blüten noch besser zur Geltung kommen.
Gräser sind ideal, um Beeten Volumen und Leichtigkeit zu verleihen! Sie bilden einen wunderbaren Kontrast zu einem gepflegten Rasen oder strengeren geraden Linien.
Generell wählt man Pflanzen mit leichten, luftigen Blüten (Großblütiges Schleierkraut, Glockenblume, Fingerhut …). Es lohnt sich, transparente Effekte zu schaffen und den Blick durch die Blüten hindurchwandern zu lassen. Auch bei Bäumen und Sträuchern empfehlen wir einen auslichtenden Rückschnitt, der ihre Struktur betont und ihnen eine luftigere Silhouette verleiht.
Weitere Ideen und Inspirationen für geeignete Pflanzen finden Sie in unserem Ratgeber: „Englischer Garten: 10 typische Pflanzen“

Szene mit Einfassungen aus Iris ‚Jane Phillips‘, Fingerhut ‚Suttons Apricot‘ und Papaver orientale ‚Patty’s Plum‘ (Foto Clive Nichols – MAP) / Englische Rose ‚The Ancient Mariner‘ / Funkie ‚Emily Dickinson‘ / Campanula lactiflora ‚Alba‘ / Astrantia major ‚Ruby Star‘
Möbel und Dekoelemente hinzufügen
Bringen Sie ruhig etwas Mobiliar und Dekorationselemente mit. Stellen Sie eine kleine Sitzgruppe oder eine Bank in einer abgelegenen Gartenecke auf, um einen intimen, erholsamen Ort zu schaffen. So fühlen Sie sich im Garten besonders wohl und werden dazu eingeladen, sich zu setzen und die Blütenpracht zu genießen! Sie können sie auch mit Blick auf eine schöne Sichtachse, einen majestätischen Baum oder eine beeindruckende Aussicht platzieren. Ebenso lassen sich Bögen oder Lauben aufstellen, an denen Sie Kletterpflanzen (Waldreben, Kletterrosen …) emporleiten. Sie bringen Höhe und viel Romantik in den Garten! Wählen Sie vorzugsweise Schmiedeeisen, Stein oder Holz, um den natürlichen Stil zu bewahren.
→ Entdecken Sie Gestaltungsideen unter Schmiedeeisen im Garten: Ideen und Inspirationen und Holz im Garten: Ideen und Inspirationen

Eine Bank oder Sitzgruppe lädt dazu ein, sich niederzulassen und den Garten zu genießen
Cottage-Garten im Fokus
Der Cottage-Garten ist ein englischer Gartenstil, der sich ab Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte. Oft handelt es sich um einen kleinen, geschlossenen Garten vor einem schönen Landhaus, etwa einem Fachwerkhaus mit Strohdach, in einem warmen, schlichten und zugleich raffinierten Stil. Der Cottage-Garten eignet sich auch ideal, um ein altes Steinhaus zur Geltung zu bringen. Er ist sehr grün und natürlich, mit einer Fülle an Blumen, die oft von essbaren Pflanzen begleitet werden (Gemüse, Kräuter, Obstgehölze …). Hier wachsen Kletterpflanzen, Rose, Fingerhut, essbare Blume, Lupine, Stockrose und Rittersporn … All diese Pflanzen erzeugen einen Eindruck von üppiger Unordnung. Auch einige dekorative Elemente im Vintage-Stil (Schmiedeeisen, alte Fässer, recycelte und aufbereitete Gegenstände …) passen gut dazu.

Ein Cottage-Garten (Foto: Richard Peat) / Szene mit Fingerhut, Lupinen und Storchschnabel ‚Claridge Druce‘ (Foto: Ron Evan – GWI Garden World Images – Biosphoto)
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