Erde und Blumenerde aus alten Blumentöpfen: Was tun?
Alte Erde und Blumenerde wiederverwenden: Tipps
Inhaltsverzeichnis
Alte Blumenerde übrig? Nicht wegwerfen: Auch alte Erde lässt sich im Garten nutzen. Tipps für nachhaltiges Gärtnern.
Warum Erde und Blumenerde in Töpfen erneuern?
Ihre geliebten Pflanzen beziehen alle Nährstoffe aus der Blumenerde in ihrem Topf. Mit der Zeit wird die Blumenerde jedoch nährstoffarm, und für die Pflanzen bleibt kaum noch etwas übrig… Auch wenn eine oberflächliche Kompostgabe und Dünger diesen Nährstoffverlust verlangsamen, sollte die Blumenerde irgendwann erneuert werden. Andernfalls wächst die Pflanze schlechter, blüht weniger oder gar nicht mehr und könnte im schlimmsten Fall eingehen. Deshalb sollte die Blumenerde in der Regel alle zwei Jahre erneuert werden, damit Ihre Pflanzen wieder ein nährstoffreiches Substrat erhalten.
Dasselbe gilt für die Erde in Töpfen und Blumenkästen mit einjährigen Pflanzen. Nach der schönen Jahreszeit sammeln sich abgestorbene Wurzeln in der Blumenerde, und sie wird nährstoffarm. Bei einjährigen Pflanzen sollte die Blumenerde bei jeder Neupflanzung erneuert werden.
Schließlich können kranke Pflanzen oder Pflanzen mit Parasiten ihre Blumenerde verunreinigt haben. Durch regelmäßiges Erneuern des Substrats verringern Sie das Risiko einer Ausbreitung dieser Schädlinge und begrenzen zugleich die Verbreitung von Pilzkrankheiten. Im letzten Kapitel erfahren Sie, was Sie mit dem Substrat kranker oder von Parasiten befallener Pflanzen tun können.

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Am einfachsten und schnellsten geben Sie alte Blumenerde auf den Kompost. Zerkleinern oder zerbröseln Sie den Wurzelballen dennoch, damit er sich leichter zersetzt. Auch wenn sie ausgelaugt ist, enthält alte Blumenerde noch bestimmte Nährstoffe, insbesondere solche, die Ihre Pflanze am wenigsten verbraucht hat und die den Kompost bereichern können.
Dank ihrer feinen, homogenen Struktur sorgt alte, gebrauchte Blumenerde für einen gut durchlüfteten und leicht zu bearbeitenden Kompost, der sich sowohl für Ihre Grabegabel als auch zur Verbesserung der Bodenstruktur eignet.
Außerdem kann sie als Kohlenstoffquelle betrachtet werden, die sich ideal zum Ausgleichen des Komposts eignet.
Zur Erinnerung: Für einen guten Kompost benötigen Sie 2/3 kohlenstoffreiche Materialien, sogenanntes „braunes“ Material (wie unsere alte Blumenerde, Herbstlaub, trockenes Heu usw.) und 1/3 stickstoffreiche Materialien, sogenanntes „grünes“ Material (wie Gemüseschalen, Rasenschnitt usw.). Weitere Informationen finden Sie in unserem Artikel: „Kompostieren in 5 Schritten“.

Alte Blumenerde in den Mulch geben
Ihre alte Blumenerde können Sie auch direkt unter oder auf der Mulchschicht um Ihre anderen Pflanzen verteilen. Wie bereits erwähnt, enthält die alte Blumenerde trotz ihres Nährstoffmangels noch einige Nährstoffe, die für andere Pflanzen nützlich sein können. Beim Zersetzen gibt sie organische Stoffe in den Boden ab und erhöht dessen Humusgehalt. Das ernährt nützliche Mikroorganismen und verbessert die Bodenfruchtbarkeit.
Außerdem verbessert sie die Bodenstruktur, indem sie den Boden lockerer und durchlässiger macht. Dadurch können Wasser und Sauerstoff leichter zu den Wurzeln gelangen. Ein gut strukturierter Boden fördert zudem ein gesundes Wurzelwachstum Ihrer Pflanzen.
Ingrids Tipp: Sie können den Boden mit den Krallen lockern, damit sich die alte Blumenerde besser einarbeitet. Mischen Sie ruhig 2/3 alte Blumenerde mit 1/3 gut gereiftem Kompost, um den Bedarf Ihrer Pflanzen zu decken.

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Um zu sparen, können Sie alte Blumenerde auch mit neuer Blumenerde mischen – im Verhältnis 50:50 – und für neue Topfpflanzungen verwenden. Entfernen Sie alte Wurzelreste und achten Sie darauf, dass die Mischung gut durchlüftet und locker ist, damit sich die Wurzeln gut entwickeln.
Wenn möglich, geben Sie je nach Größe des Gefäßes ein bis zwei Handvoll gut gereiften Kompost hinzu.
Manche Pflanzen vertragen recycelte Blumenerde besser als andere: mehrjährige Pflanzen mit geringem Nährstoffbedarf (Glockenblume, Lavendel usw.), robuste Zimmerpflanzen (Pothos, Philodendron usw.) und Kräuter (Basilikum, Thymian usw.) wachsen gut in einer Erdmischung. Diese Pflanzen stellen geringe Ansprüche an den Boden und profitieren von den Nährstoffen aus Kompost oder neuer Blumenerde.
Wichtig: Auch angereicherte recycelte Blumenerde kann im Laufe der Zeit zusätzliche Nährstoffe in Form von Dünger benötigen. Beobachten Sie Ihre Pflanzen regelmäßig auf Anzeichen von Nährstoffmangel. Gelbe Blätter, verlangsamtes Wachstum oder Blattflecken können darauf hinweisen, dass die Blumenerde weiter angereichert oder angepasst werden muss.

Blumenerde kranker, von Parasiten befallener Pflanzen?
Wir haben gerade gesehen, was Sie mit alter Blumenerde aus Töpfen anfangen können, wenn eine Pflanze gesund oder einjährig ist. Doch was tun bei einer kranken oder von Parasiten befallenen Pflanze? In diesem Fall könnte die unveränderte Wiederverwendung der Blumenerde die Krankheit oder Insekteneier auf andere Pflanzen oder den neuen Topf übertragen. Wir empfehlen, die Erde einer kranken Pflanze nicht zum Umtopfen einer anderen gesunden Pflanze wiederzuverwenden.
Sie können die Blumenerde jedoch vor dem Kompostieren behandeln, um das Ansteckungsrisiko zu verringern. Breiten Sie die Blumenerde dazu auf einer Unterlage (Plane, Kiste, Wanne usw.) aus und lassen Sie sie mehrere Tage in der Sonne trocknen. Wenden Sie sie regelmäßig, damit alle Bereiche Licht und Wärme ausgesetzt sind. Bei günstiger Witterung, also bei warmem und trockenem Wetter, trocknet sie schneller.
Manche Gärtner sterilisieren die kranke Erde lieber, indem sie sie mindestens 30 Minuten lang auf 70–80 °C erhitzen.
Beachten Sie: Wenn Sie sehr erfahren im Kompostieren sind und Ihren Kompost auf mindestens 60 °C erhitzen können, dürfen Sie die alte Blumenerde direkt kompostieren. Allen anderen bleibt nur, sie vor dem Kompostieren unbedingt zu trocknen oder zu sterilisieren. Als letzte Möglichkeit können Sie die gebrauchte Erde an einer ungenutzten Stelle im Garten ausbringen, sofern dies möglich ist, oder sie über die Biotonne beziehungsweise die Grünabfallsammlung Ihrer Gemeinde entsorgen.
Vergessen Sie außerdem nicht, Ihren Topf mit Seifenwasser zu reinigen und mit verdünntem weißem Essig zu desinfizieren (10 cl Essig auf 1 Liter Wasser), um Pathogene zu beseitigen.

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